Schrebergarten-
Verein Wedel e.V.
seit 1920
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SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Unsere Vereinschronik von 1913 - 2015

Um ein wenig historisches Gefühl aufkommen zu lassen, können Sie hier von unserem modernen lateinischen Schriftbild in die Textdarstellung mit dem altdeutschen Zeichensatz (Alte Schwabacher Schrift - auch Süterlin genannt) umschalten oder die Navigation verwenden.

Die Entstehung

Schrebergärten haben in Deutschland eine lange Tradition. Die ersten Gärten sind auf die Initiative des Landgrafen Carl von Hessen zurückzuführen. 1797/98 wurden die ersten Gärten dieser Art im heutigen Deutschland angelegt. Die Carlsgärten, auch als Armengärten bezeichnet, sollten vor allem dem Hunger und der Verarmung entgegenwirken. Konnten die Leute doch einen Teil ihrer benötigten Lebensmittel dadurch selber anbauen.

Letztendlich wurde aber der Name des Arztes Dr. Moritz Schreber für die endgültige und noch heute geltende Bezeichnung herangezogen. Dabei hat nicht Herr Dr. Schreber diese Art des Gärtnerns erfunden, sondern der Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der erste Schreberverein überhaupt erst gegründet wurde. Ursprünglich war es ein Schulverein, der in Zusammenarbeit mit den Eltern der Schüler entstanden ist. Bei der Namensgebung standen wohl einige Varianten zur Auswahl, wie z.B. Erziehungsheim ect. Diese Namen sagten aber wohl nicht so zu. So erwies er letztendlich seinem verstorbenen Mitstreiter Dr. Moritz Schreber die Ehre indem er dem Verein seinen Namen gab.

Aber auch das hatte noch nichts mit dem heutigen Schrebern, bzw. mit Gärten zu tun. Dieser Verein richtete dann einen Platz ein auf dem die Kinder von Fabrikarbeitern, unter Aufsicht, spielen und turnen konnten. Der erste „Schreberplatz“ wurde 1865 am Johannapark in Leibzig eingeweiht.

Der Lehrer Heinrich Karl Gesell legte dann später an Rande dieses Platzes Gärten an, um für Kinder eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit zu schaffen. Doch schon bald hatten die Eltern mehr Freude daran als der Nachwuchs und so wurden aus den „Kinderbeeten“ dann sehr schnell „Familienbeete“. Später wurde der Bereich parzelliert und eingezäunt – und das war dann die Geburtsstunde des „Schrebergartens“.

1869 gab es bereits ca. 100 Parzellen, die aus dieser Initiative entstanden sind und es war an der Zeit, dass der Verein nun auch eine Satzung festlegen musste. Alsbald wurden dann kleine Bauten wie Geräteschuppen, Lauben und Zäune errichtet. 1891 gab es bereits 14 weitere Schrebervereine in Leipzig. Die historische Kleingartenanlage „Dr. Schreber“ steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt seit 1996 auch das Deutsche Kleingärtnermuseum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Europa viele Kleingartengebiete errichtet. Sie dienten wieder einmal dazu der Bevölkerung in der Nachkriegszeit eine bessere Ernährung zu ermöglichen. Durch den Wohnungsmangel, der nach dem Krieg in Deutschland herrschte, wurden die Lauben in den Kleingartenanlagen oft ungenehmigt erweitert und wohnbar gemacht. Dieses wurde von den Stadtverwaltungen geduldet und den Bewohnern später auch lebenslanges Wohnrecht zugestanden. So findet man durchaus noch heute in alten Kleingartenanlagen kleine Wohnhäuser.

Als Quelle für diesen Text diente der Beitrag "Kleingarten" aus Wikipedia. Der Text unterliegt der Lizenz:

„Creative Commons Attribution/Share Alike“

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Vereinschronik - Erster Bericht

Erster existierender handschriftlicher Bericht

Erster existierender Bereicht seit 1913

Dieser existierende Bericht wurde von unserem damaligen ersten Vorsitzenden, Arthur Egger, um ca.1948/49 verfasst.

Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, hatten viele Bürger Wedels das Gefühl, dass dieser Krieg mit Hunger verbunden sein würde. So entstand im Stadtteil Schulau der Gedanke, das Heiligengeistfeld, das war das Gebiet zwischen Rollberg und der jetzigen Goethestrasse, da wo jetzt die Johannsensiedlung vorhanden ist, urbar zu machen, um sich zusätzlich mit Gemüse und hauptsächlich Kartoffeln zu versorgen.

Ähnlich wird es, so wie es mir alte Wedeler erzählt haben, auch im Stadtteil Altwedel gewesen sein. 1920 schlossen sich diese zum Schrebergarten-Verein "Wedel" zusammen. Dies ging aus Protokollen, die leider beim Bombenangriff am 3. März 1943 auf Wedel, ein Raub der Flammen wurden, hervor. Der Verein war Pächter der Kirchenländereien, Gr. Redder, kleiner Redder und Wieden (am Steinberg gelegen) in einer Gesamtgrösse von 2 Hektar insgesamt. Die Zahl der Mitglieder betrug 100 – 120.

Jedes Mitglied bewirtschaftete 200 m2 Land. Aus dem Pachtvertrag ging hervor, dass Mischehen, das waren Pächter, wo nur ein Ehepartner evangelisch war, nur eine halbe Parzelle vom Verein zugeteilt werden durften. An nicht evangelische durfte, lt. Pachtvertrag, keine Parzelle zugeteilt werden. Dieser Satz wurde im tausendjährigen Reich gestrichen. Die zu entrichtende Pacht betrug pro m2 4 Pfennige jährlich, der Jahresbeitrag 1 Mark und wurde vierteljährlich von Karl Stüven einkassiert und auch entsprechend an die Kirche abgeführt. Der Vorstand, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden, dem Schriftführer und dem Hauptkassierer bekamen für ihre Bemühungen 10 Mark pro Person und Jahr.

Nach dem Kriegsende 1945 stieg die Zahl der Mitglieder sprunghaft in die Höhe. Die Stadt Wedel stellte Land zur Verfügung. So entstand zum Beispiel die Kolonie am Galgenberg, auf beiden Seiten des jetzigen Akazienweges. Ein Teil der heutigen Kolonie "Nieland", mit Verbindung zum Galgenberg, etwa im Verlauf der Straße im Winkel. Vom Fiskus wurde 1 ha Obstgarten im Gelände Hafen und die sogenannte Pöhlenweide gepachtet. Nebenher liefen Verhandlungen mit der Stadt über die Pachtung des sogenannten Heldenhain und kamen auch zum Erfolg für den Verein.

Von dem Bauern Berend Langeloh und dem Baumschüler K. Kleinwort wurden weitere Hektar als Zeitgarten gepachtet, ebenfalls von H. Heinsohn 1 ha bei der Windmühle im Rosengarten. Außer den Aktiven kamen immer mehr passive Mitglieder hinzu, weil der Schrebergartenverein seine Mitglieder mit Sämereien, Pflanzkartoffeln, Obstbäumen, Bohnenstangen usw., versorgen konnte. Zum Teil wegen der guten Beziehungen zum landwirtschaftlichem Bezugsverein und zum Kreisverband der Kleingärtner e.V. Pinneberg.

Der Kreisverband wurde 1946 gegründet. Die anderen Vereine nennen sich Kleingartenvereine, unser Verein nannte und nennt sich als einziger im Kreisverband Organisierter "Schrebergartenverein Wedel".

Als 1948 die Versorgung mit Lebensmitteln, Obst und Gemüse besser wurde, haben viele Mitglieder ihre Parzellen wieder aufgegeben. Aber die Mitglieder, die mit Leib und Seele Schreber waren, drängten auf Dauergartengelände. Die Zeitgartenländereien von Langeloh, Kleinwort und Heinsohn wurden zurückgegeben. Das Gelände am Galgenberg, die Pöhlenweide und das Gelände am Hafen wurden geräumt, weil es im Bebauungsplan der Stadt lag.

Die Stadt Wedel, mit der der Verein immer ein gutes Verhältnis hatte, stellte Dauergartengelände zur Verfügung - und zwar das Gelände Autal, Heldenhain, Nieland und Brünschen. Am Anfang war es nicht leicht, das Bauamt zu bewegen, das Autal zur Verfügung zu stellen, weil es nach Ansicht des damaligen Stadtbaumeisters im Naturschutzgebiet lag. Es durften keine Lauben usw. gebaut werden. Die Lage änderte sich, als Statdtbaumeister Liebmann das Amt des Stadtbaumeisters übernahm. Er sagte wörtlich “zu einem Dauergarten gehört natürlich eine Laube”.

Zur Mitgliederbewegung kann noch gesagt werden, dass der Verein in den Hungersjahren von 1945 – 1948 bis zu 1.500 Mitglieder zählte. Nachdem die echten Schrebergärtner sich herauskristallisiert hatten, hat sich ein normaler Bestand, wie er jetzt vorhanden ist, gebildet.

Unsere Vereinsvorsitzenden von 1948 bis zum heutigen Tag
Andreas Neumerkel gewählt am 10.03.2008. Noch aktiv.
† Max Pohlmann vom 16.06.2005 – 10.03.2008
† Hans-Jürgen Schaumburg gewählt am 18.02.1994 – 16.06.2005
† Herbert Plambeck gewählt am xx.xx.1991 – 04.09.1993
Curt Pünjer gewählt am 17.02.1989 - xx.xx.1991
Kurt Syska gewählt am 25.01.1985 - 17.02.1989
Kurt Hügel gewählt am 23.01.1981 – 25.01.1985
† Franz Palfner gewählt am 29.11.1965 – 23.01.1981
Franz Palfner verstarb am 06.02.2012. Wie unschwer zu erkennen ist, hat er die Geschicke unseres Wedeler Vereins am längsten geführt, nämlich 14 Jahre und 2 Monate. Hierbei hat er nicht nur unseren Verein vertreten, sondern war auch im Vorstand des Kreisverbandes lange Zeit tätig.
† Arthur Egger gewählt am 20.11.1964 – 29.11.1965
Erich Findeisen gewählt am 28.10.1962 – 20.11.1964
† Arthur Egger gewählt am 08.11.1954 – 28.10.1962
Werner Scholz-Liedtfeld gewählt am 12.11.1951 – 08.11.1954
Otto Mühlfenzl gewählt am 15.03.1948 – 12.11.1951
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Die Jahre 1913 bis 1923

1913

Auch Wedel blickt auf eine lange Tradition des „Schreberns“ zurück.

Das älteste bislang aufgefundene Dokument im Stadtarchiv Wedel stammt aus dem Jahr 1913. Es zeigt die Aufteilung des Geländes „Schuhsterkamp“ in einzelne Parzellen – eine Fläche, die wir heute als Kleingartenkolonie bezeichnen würden.

Der dazugehörige Antrag beziehungsweise die Skizze wurde der darauf befindlichen Unterschrift zufolge am 18. März 1913 angefertigt. Damit reicht die dokumentierte Geschichte des Kleingartenwesens in Wedel mehr als ein Jahrhundert zurück.

Interessant ist auch die Lage des damaligen Geländes: Der „Schuhsterkamp“ befand sich gar nicht weit entfernt von unserer heutigen Kolonie „Schlödelsweg“. Somit wurde bereits vor über 100 Jahren in einem Gebiet geschrebert, das auch heute noch eng mit dem Wedeler Kleingartenwesen verbunden ist.

1919

Ein weiteres Schriftstück, das im Stadtarchiv Wedel gefunden wurde, stammt aus dem Jahr 1919. Darin ist die Anlage eines Familiengartens mit insgesamt acht Parzellen vorgesehen.

Vermutlich handelte es sich dabei um eine Erweiterung eines bereits bestehenden Gartengeländes, denn zu dieser Fläche existiert eine handschriftliche Vereinbarung beziehungsweise ein Vertrag vom 28. Februar 1916. Dies zeigt, dass das betreffende Gelände bereits einige Jahre zuvor für gärtnerische Zwecke genutzt wurde.

Das Areal befand sich in dem Gebiet zwischen Rollberg, Elbstraße, Schillerstraße und Beethovenstraße und trug damals noch die Bezeichnung „Heiligengeistfeld“.

Doch auch diese frühen Kleingartenflächen markieren noch nicht den eigentlichen Beginn des heutigen Schrebergarten-Vereins Wedel. Die Gründung unseres Vereins wurde erst im Jahr 1920 beschlossen. Damit begann die Geschichte des organisierten Wedeler Schrebergartenwesens, aus dem sich schließlich unser heutiger Verein entwickelte.

1920

Im Jahr 1920 war es schließlich so weit: Unser Verein wurde gegründet.

Die erhaltene handschriftliche Satzung gehört zu den wichtigsten Dokumenten aus der Gründungszeit unseres Vereins. Die Richtigkeit der Abschrift wurde von der Stadt Wedel am 31. Januar 1920 bestätigt.

Die Satzung ist in einer damals gebräuchlichen deutschen Handschrift verfasst, die für viele Menschen heute nur noch schwer zu entziffern ist. Obwohl der damalige Verfasser eine ausgesprochen saubere und schöne Handschrift hatte, bedeutet das Lesen des ungewohnten Schriftbildes, für heutige Augen, an vielen Stellen eine Herausforderung.

Beim Betrachten eines solchen, mehr als 100 Jahre alten Dokuments stellt sich unwillkürlich die Frage, wie wohl unser heutiger Schriftverkehr in einem weiteren Jahrhundert wirken wird. Bei digital erstellten Dokumenten dürfte zumindest die Handschrift kein Hindernis mehr darstellen und auch die verwendeten Schriftarten werden vermutlich weiterhin lesbar sein.

Aber wer weiß, was man in 100 Jahren über unsere heutigen Dokumente denken wird?

1921

Heute werden die Pachtzahlungen des Vereins per Überweisung an die Stadt Wedel beglichen. Im Jahr 1921 sah das noch ganz anders aus.

Die Abrechnung der Pacht erfolgte damals über sogenannte „Pacht-Hebezettel“. Mit einem solchen Hebezettel begab man sich zur Stadtkasse und entrichtete den fälligen Betrag in bar – ein Verfahren, das aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar ist. In dem erhalten gebliebenen Beispiel betrug die Jahrespacht 60,75 Reichsmark.

Leider geht aus dem Hebezettel nicht eindeutig hervor, für welches Gelände diese Pachtzahlung bestimmt war. Es kann lediglich vermutet werden, dass es sich um das bei der Forstkommission gepachtete Gelände F19 handelte. Weitere Hinweise lassen sich dem Dokument nicht entnehmen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die damaligen Pachtflächen beziehungsweise Kolonien offenbar nicht unmittelbar von der Stadt vergeben, sondern durch die Forstkommission verwaltet wurden. Dies lässt sich auch aus einem erhaltenen Pachtvertrag erkennen, der am 14. Oktober 1919 abgeschlossen wurde. Ein vergleichbares Vertragswerk würden wir heute als Generalpachtvertrag bezeichnen.

1922

Ende des Jahres 1922 wurden die Pacht-Kleingärten „Bellerbeck“ durch die Stadt Wedel gekündigt. Hintergrund war, dass die betreffenden Flächen ab 1923 als sogenannte „Familiengärten“ neu verpachtet werden sollten.

Der Begriff „Familiengarten“ war eine damals gebräuchliche Bezeichnung für eine Form des Kleingartens, die dem späteren Schreber- beziehungsweise Dauerkleingarten vergleichbar ist.

Das damalige Angebot der Stadt Wedel ist bis heute erhalten geblieben und kann über den Link eingesehen werden. Diesem Angebot war allerdings bereits am 17. Mai 1922 eine Aufforderung zur Räumung des Geländes vorausgegangen. Adressiert war dieses Schreiben an Jonny Hardop, Schlachtermeister.

Möglicherweise war Jonny Hardop zu dieser Zeit der erste Vorsitzende unseres Vereins. Belegen lässt sich dies anhand der heute vorhandenen Unterlagen allerdings nicht. Die vereinseigenen Aufzeichnungen reichen für diese frühe Zeit nicht weit genug zurück und Zeitzeugen, die darüber noch Auskunft geben könnten, gibt es heute nicht mehr.

So bleibt an dieser Stelle ein kleines Stück unserer frühen Vereinsgeschichte ungeklärt – und damit die Frage, welche Funktion Jonny Hardop im damaligen Schrebergarten-Verein tatsächlich innehatte.

1923

Am 2. März 1923 erreichte die Städte und Gemeinden – und damit auch Wedel – ein Schreiben des Ministeriums für Volkswohlfahrt unter dem Aktenzeichen II. 3. Nr. 1503. Darin wurde deutlich gemacht, dass die Kleingärtner und das Kleingartenwesen unter allen Umständen zu fördern seien.

Sinngemäß wurde festgelegt, dass Kleingärtner angemessen zu entschädigen seien, wenn eine Stadt oder Gemeinde bereits verpachtetes Kleingartenland für andere Zwecke benötigte. Vorrangig sollte ihnen jedoch geeignetes Ersatzland zur weiteren kleingärtnerischen Nutzung angeboten werden.

Daraus lässt sich erkennen, welchen Stellenwert das Kleingartenwesen bereits zu dieser Zeit bei den übergeordneten Behörden besaß. Kleingärten wurden offenbar nicht nur als private Freizeitbeschäftigung betrachtet, sondern als eine förderungswürdige und gesellschaftlich wichtige Einrichtung.

Am 2. Juli 1923 folgte ein weiteres Schreiben des Ministeriums für Volkswohlfahrt unter dem Aktenzeichen II. 8. Nr. 494. III. Darin wurde unter anderem angeordnet, bestehende Pachtverträge zu überprüfen. Waren die vereinbarten Pachtpreise pro Quadratmeter unangemessen hoch, sollten diese gegebenenfalls durch neue Vereinbarungen korrigiert werden.

Hintergrund war die Befürchtung, dass überhöhte Pachtforderungen die Kleingärtner davon abhalten könnten, ihre Gärten mit dem erforderlichen Interesse und der notwendigen Intensität weiter zu bewirtschaften und zu pflegen.

Offenbar bestanden in dieser Zeit noch weitere Probleme zwischen Kleingärtnern und den Städten beziehungsweise Gemeinden. Aus den erhaltenen Unterlagen lässt sich schließen, dass bereits zur kleingärtnerischen Nutzung überlassene Flächen teilweise wieder entzogen wurden, um sie anderen Zwecken zuzuführen. Ein solches Vorgehen wurde vom Ministerium für Volkswohlfahrt deutlich gerügt. Ebenso wurden unangemessen hohe Quadratmeterpreise beanstandet und die Städte und Gemeinden aufgefordert, entsprechende Korrekturen vorzunehmen. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus einem weiteren Schreiben des Ministeriums.

Dies sind einige wenige Einblicke in die frühen Jahre des Wedeler Schrebergartenwesens. Sie zeigen zugleich, dass Fragen, die das Kleingartenwesen bis heute beschäftigen – die Sicherung von Pachtflächen, angemessene Pachtpreise und der Schutz der Kleingärtner – bereits vor mehr als 100 Jahren von Bedeutung waren.

Die nächsten Unterlagen, die sich in den Akten des Stadtarchivs finden ließen, stammen erst wieder aus dem Jahr 1947. Die große zeitliche Lücke dürfte nicht zuletzt eine Folge des Zweiten Weltkriegs sein. Viele Dokumente und Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind vermutlich unwiederbringlich verloren gegangen.

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Die 1940'iger Jahre

1947 – Aus dem Verein wird ein eingetragener Verein

Obwohl der Schrebergarten-Verein Wedel bereits seit 1920 bestand, war er zunächst noch nicht in das Vereinsregister eingetragen. Mehr als ein Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte lag bereits hinter den Mitgliedern, als schließlich die rechtliche Eintragung des Vereins auf den Weg gebracht wurde.

Auf der Mitgliederversammlung am 2. März 1947 beschlossen die Mitglieder, den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Die Eintragung erfolgte wenige Wochen später, am 23. April 1947, unter dem Namen

„Schrebergartenverein e.V. Wedel“.

Damit erhielt der bereits seit 1920 bestehende Verein auch formal den Status eines eingetragenen Vereins.

1948 – Über 1.000 Mitglieder und ca.22 Ha Pachtland

Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren auch für das Kleingartenwesen eine außergewöhnliche Zeit. Infolge der schwierigen Versorgungslage war das Interesse an einem eigenen Garten stark gestiegen. Kleingärten dienten damals weit mehr als heute der Versorgung der Familien mit Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln.

Zu Beginn des Jahres 1948 zählte der Schrebergartenverein Wedel rund 1.300 Mitglieder. Bis zum Jahresende verringerte sich diese Zahl allerdings auf 1.160 Mitglieder. Damit begann sich die Mitgliederzahl langsam wieder zu normalisieren, nachdem sie in den ersten Jahren nach Kriegsende sprunghaft angestiegen war.

Nicht jedes Vereinsmitglied verfügte jedoch über einen eigenen Garten. Von den 1.160 Mitgliedern hatten zum Jahresende 896 Mitglieder eine Parzelle zugeteilt bekommen und waren damit Pächter eines Kleingartens.

Auch die Größe des vom Verein verwalteten Geländes war inzwischen beträchtlich. Zum 31. Dezember 1948 bewirtschaftete der Verein insgesamt rund 22 Hektar Pachtland. Die durchschnittliche Größe einer Parzelle betrug etwa 250 Quadratmeter.

Trotz der bereits großen Zahl vorhandener Gärten bestand weiterhin Bedarf an zusätzlichen Flächen. Für den Herbst 1949 war deshalb die Schaffung von weiteren 80 Parzellen vorgesehen.

1949 – Streit um die Beiträge zum Kreisverband

Im Jahr 1949 sorgte eine Entscheidung des Kreisverbandes für erheblichen Unmut im Wedeler Verein. Der vom Kreisverband erhobene Beitrag sollte von bisher 0,70 DM auf 1,80 DM angehoben werden. Für den Schrebergartenverein Wedel war diese erhebliche Erhöhung nicht akzeptabel.

Bereits auf der Jahresmitgliederversammlung des Kreisverbandes hatte der Wedeler Vorstand gegen die Beitragserhöhung Stellung bezogen. Als dies ohne den gewünschten Erfolg blieb, wurde das Thema innerhalb des Vereins erneut beraten.

Schließlich kam es zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, auf der der Austritt des Schrebergartenvereins Wedel aus dem Kreisverband beschlossen wurde. Für das Jahr 1949 überwies der Verein noch den bisherigen Beitrag. Die Mitgliedschaft im Landesbund sollte dagegen ausdrücklich weiterbestehen.

Die Haltung des Wedeler Vereins war durchaus selbstbewusst. Schließlich hatte der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1920 bis 1947 – also über einen Zeitraum von mehr als einem Vierteljahrhundert – auch ohne die Zugehörigkeit zu einem Kreisverband bestanden. Aus Sicht der Verantwortlichen sprach daher offenbar wenig dagegen, diesen Weg erneut zu gehen.

Dass der Verein über viele Jahre weitgehend eigenständig arbeiten konnte, dürfte auch mit dem guten Verhältnis zur Stadtverwaltung Wedel zusammengehangen haben. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein scheint in vielen Bereichen gut funktioniert zu haben und bildete damit eine wichtige Grundlage für die Entwicklung des Wedeler Kleingartenwesens.

Über diese Auseinandersetzung berichtete auch die damalige Presse. Als Informationsquelle ist ein Artikel aus der „Heimatbeilage Kreis Pinneberg“ der Hamburger Allgemeinen vom 7. September 1949, Nr. 104, überliefert.

1949 – Der Verein wird geprüft

Das Jahr 1949 brachte jedoch nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Kreisverband. Am 27. Juni 1949 fand beim Schrebergartenverein Wedel eine umfangreiche Prüfung statt. Sie erfolgte auf Grundlage des § 11 des Kleingartengesetzes vom 3. Februar 1948.

Für den Schrebergartenverein Wedel nahmen der 1. Vorsitzende Herr Mühlfenzl, der Rechnungsführer Herr Meier sowie der Geschäftsführer Herr Egger an der Prüfung teil. Darüber hinaus waren zwei Vertreter des Kreisverbandes sowie ein Prüfer der Kreisverwaltung Pinneberg anwesend.

Die Prüfung zeichnete keineswegs ein grundsätzlich negatives Bild der Vereinsarbeit. Im Gegenteil: Zahlreiche Bereiche wurden positiv beurteilt. Dennoch gab es auch einige Punkte, die von den Prüfern beanstandet wurden.

Zu den Kritikpunkten gehörte unter anderem das Gehalt des damals eingesetzten hauptamtlichen Geschäftsführers. Beanstandet wurde außerdem, dass für die Jahre 1948/1949 kein entsprechender Voranschlag vorlag.

Die überlieferten Vorgänge aus dem Jahr 1949 geben damit einen interessanten Einblick in die Entwicklung des Vereins wenige Jahre nach Kriegsende. Einerseits war der Schrebergartenverein Wedel inzwischen eine große Organisation mit mehr als tausend Mitgliedern, hunderten verpachteten Parzellen und rund 22 Hektar bewirtschafteter Fläche. Andererseits musste sich der Verein zunehmend mit den organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen auseinandersetzen, die mit dieser Größe verbunden waren.

Gleichzeitig zeigen die Auseinandersetzung mit dem Kreisverband und die damalige Prüfung, dass der Wedeler Verein großen Wert auf seine Eigenständigkeit legte. Nach fast drei Jahrzehnten Vereinsgeschichte hatte sich der Schrebergartenverein Wedel zu einer festen Institution entwickelt – und war offenbar durchaus selbstbewusst genug, seinen eigenen Weg zu vertreten.

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Die 1950'iger Jahre

1951 – 30 Jahre Schrebergartenverein Wedel

Im Jahr 1951 konnte der Schrebergartenverein Wedel bereits auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen hatte in den Jahren zuvor deutliche Schwankungen gezeigt. Nach den außergewöhnlich hohen Zahlen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war die Mitgliederzahl zwischenzeitlich stark zurückgegangen und zeitweise auf unter 700 Mitglieder gefallen.

1951 zeigte sich jedoch wieder eine gewisse Erholung. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt 575 aktive und 125 passive Mitglieder. Damit hatte sich der Mitgliederbestand wieder stabilisiert, auch wenn die außergewöhnlichen Nachkriegszahlen längst nicht mehr erreicht wurden.

Gleichzeitig musste sich der Verein mit erheblichen Sorgen um seine Pachtflächen auseinandersetzen. Besonders betroffen waren die Kolonien „Pöhlenweide“ und „Redder“. Die dortigen Flächen wurden bereits seit rund 40 Jahren als Schrebergärten genutzt, standen nun aber vor der möglichen Auflösung. Hintergrund war, dass die Stadt Wedel das Gelände für eine spätere Bebauung nutzen wollte und deshalb eine Rückgabe der Flächen anstrebte.

Dem Verein wurden zwar zwei Ersatzflächen angeboten, doch beide Vorschläge überzeugten nicht. Eine der Flächen lag aus Sicht des Vereins zu weit außerhalb, die andere war zu feucht, sodass eine sinnvolle und dauerhafte kleingärtnerische Bewirtschaftung kaum möglich erschien. Der Verein lehnte die angebotenen Ersatzflächen deshalb ab.

Zu diesem Zeitpunkt verfügte der Schrebergartenverein Wedel über insgesamt sieben Kolonien:

Tinsdaler Weg, Windmühle, Pöhlenweide, Heldenhain, Redder, Wiede und Hafengelände.

Auch die Beitragsstruktur ist aus dieser Zeit überliefert. Der Mitgliedsbeitrag für aktive Mitglieder betrug 4,00 DM im Jahr. Passive Mitglieder zahlten 2,00 DM.

Diese Zahlen wirken aus heutiger Sicht gering, müssen aber natürlich im Verhältnis zu den damaligen Einkommen und Lebenshaltungskosten betrachtet werden.

1954 – Der Streit um die Größe der Gartenlauben

Im Jahr 1954 beschäftigte den Verein ein Thema, das für Kleingärtner bis heute von großer Bedeutung ist: die Frage, welche Gartenlauben in den Dauergärten errichtet werden durften.

Der Schrebergartenverein Wedel bemühte sich damals intensiv darum, von der Stadt die Genehmigung zum Bau geeigneter Gartenlauben zu erhalten. Dieses Vorhaben gestaltete sich zunächst schwieriger als erwartet.

Die Stadt Wedel wollte offenbar zunächst nur einem einzigen Laubentyp zustimmen. Dieser sollte lediglich eine Grundfläche von etwa 4 Quadratmetern besitzen und mit einem Zeltdach ausgestattet sein. Für eine Familie, die ihren Garten regelmäßig nutzte, war eine derart kleine Laube aus Sicht des Vereins kaum ausreichend.

Der Verein widersprach dieser Vorstellung und verwies auf bereits in Hamburg zugelassene Laubentypen, insbesondere auf die Modelle „Elbe I“ und „Alster II“. Diese verfügten über eine Grundfläche von etwa 12 Quadratmetern und waren damit für eine familiäre Nutzung wesentlich geeigneter.

Die Forderung des Wedeler Vereins erhielt schließlich auch Unterstützung durch den Landesverband, der sich ebenfalls für praktikablere und größere Lauben einsetzte.

Am 19. Mai 1954 richtete der Verein ein entsprechendes Schreiben an das Stadtbauamt Wedel und bat um die Genehmigung von Lauben mit einer Größe von 3 × 4 Metern, also 12 Quadratmetern Grundfläche.

Ein Antwortschreiben der Stadt konnte in den erhalten gebliebenen Vereinsunterlagen bislang nicht gefunden werden. Vieles spricht jedoch dafür, dass die beantragten größeren Lauben schließlich zugelassen wurden. Auf späteren historischen Aufnahmen – etwa aus den 1960er Jahren – sind jedenfalls Lauben zu erkennen, die deutlich größer als vier Quadratmeter sind.

Damit dürfte sich der Einsatz des Vereins letztlich ausgezahlt haben.

1955 –Finanzen, Mitglieder und ein Gartenwettbewerb

Bei einer Gemeinnützigkeitsprüfung im Jahr 1955 wurde dem Schrebergartenverein Wedel eine gesunde finanzielle Lage bescheinigt.

Das Vereinsvermögen belief sich zum 30. September 1954 auf genau 2.351,32 DM. Ein Teil davon bestand aus Bargeld, der größere Anteil war jedoch in Sachwerten gebunden.

Die Mitgliederzahl hatte sich zu diesem Zeitpunkt erneut etwas verringert. Der Verein zählte nun 411 aktive und 40 passive Mitglieder. Damit bewegte sich die Größe des Vereins bereits ungefähr in einer Größenordnung, wie sie viele Jahrzehnte später erneut erreicht wurde.

Auch die bewirtschaftete Fläche war gegenüber den ersten Nachkriegsjahren zurückgegangen. Zu diesem Zeitpunkt standen dem Verein noch etwa 16 Hektar Land zur Verfügung.

Rund ein Hektar musste an die Stadt Wedel zurückgegeben werden. Betroffen waren Flächen der Kolonien „Nieland“ und „Hafen“.

Neben diesen eher verwaltungstechnischen Fragen spielte aber auch das Vereinsleben weiterhin eine wichtige Rolle.

Im selben Jahr veranstaltete der Kreisverband Pinneberg einen Gartenwettbewerb. Für den schönsten Garten im Kreis war ein Preisgeld von 100 DM vorgesehen – für damalige Verhältnisse eine durchaus beachtliche Summe.

Der damalige Vorsitzende Arthur Egger wandte sich deshalb noch einmal an den Wedeler Bürgermeister Herrn Gau und fragte an, ob die Stadt Wedel einen oder mehrere zusätzliche Preise für den Wettbewerb stiften könne.

Der Ton des damaligen Schreibens wirkt aus heutiger Sicht ausgesprochen höflich und zugleich charmant. So heißt es in einem Auszug:

„Der Wohltätigkeit sind auch hier natürlich keine Schranken gesetzt …“

Das Schreiben endete mit den Worten:

„In der Hoffnung, keine Fehlbitte getan zu haben, danken wir mit vorzüglicher Hochachtung im Voraus.“

Die Bitte blieb tatsächlich nicht ohne Erfolg. Die Stadt Wedel stiftete schließlich zwei Preisgelder zu jeweils 25 DM.

Auch diese Beträge waren zur damaligen Zeit keineswegs unbedeutend. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Arbeitnehmerfamilie* mit zwei Kindern verfügte damals über ein monatliches Bruttoeinkommen von ungefähr 470 DM.

* Quelle: https://www.chroniknet.de/

1957 – Ein neuer Generalpachtvertrag für das Nieland

Im Jahr 1957 wurde die Nutzung der Kleingartenflächen im Nieland durch einen neuen Generalpachtvertrag geregelt.

Der Vertrag trat rückwirkend zum 1. November 1957 in Kraft, wurde von den beiden Vertragsparteien jedoch erst am 15. September 1958 unterzeichnet.

Das verpachtete Grundstück wurde in den damaligen Unterlagen genau bezeichnet als:

„Gemarkung Schulau, Flur 10, Flurstücke 50/7 teilweise und Flurstück 6 teilweise, gelegen im Nieland“.

Die im Generalpachtvertrag ausgewiesene Gesamtfläche betrug 33.141 Quadratmeter, also etwas mehr als 3,3 Hektar. Damit stellte das Nieland zu dieser Zeit eine bedeutende Kleingartenfläche des Vereins dar.

Wie sich allerdings schon kurze Zeit später zeigen sollte, war auch ein abgeschlossener Generalpachtvertrag keine Garantie dafür, dass eine Kleingartenfläche dauerhaft erhalten bleiben konnte. Die wachsende Stadt Wedel benötigte zunehmend Flächen für die weitere Bebauung.

1959 –drohender Verlust einer großen Kleingartenfläche

Bereits 1959, also nur kurze Zeit nach Abschluss des Generalpachtvertrages, informierte die Stadt Wedel den Verein darüber, dass ein erheblicher Teil der Nielandfläche dringend für eine Bebauung benötigt werde.

Betroffen war eine Fläche von 18.720 Quadratmetern aus dem Flurstück 50/7. Das waren rund 1,87 Hektar und damit mehr als die Hälfte der im Generalpachtvertrag ausgewiesenen Gesamtfläche des Nielandes.

Die Kündigung dieser Fläche sollte zum 31. Oktober 1959 erfolgen.

Für den Schrebergartenverein bedeutete dies erneut die Gefahr, einen erheblichen Teil seiner bewirtschafteten Flächen und damit zahlreiche Kleingärten zu verlieren. Solche Flächenverluste waren für den Verein zu dieser Zeit keine unbekannte Situation. Die Stadt entwickelte sich weiter, neues Bauland wurde benötigt und bestehende Kleingartenanlagen gerieten dadurch immer wieder unter Druck.

Dieses Mal stand der Verein bei den Verhandlungen jedoch nicht allein. Mit Unterstützung des Kreisverbandes Pinneberg gelang es, mit der Stadt Wedel eine gütliche Lösung zu finden.

Eine Ersatzfläche in den „Brünsen“

Eine wichtige Voraussetzung für diese Einigung war, dass die Stadt Wedel zwischenzeitlich weiteres Land im Bereich der „Brünsentwiete“ erworben hatte.

Die Bezeichnung mag aus heutiger Sicht zunächst ungewöhnlich erscheinen. Sie ist jedoch kein Schreibfehler. In den historischen Unterlagen findet sich wiederholt die Bezeichnung „Brünsen“. Für eine Chronik bietet es sich deshalb an, diese zeitgenössische Schreibweise beizubehalten.

Die neu erworbene Fläche eröffnete die Möglichkeit, den Verlust eines großen Teils der Nieland-Kleingärten zumindest teilweise auszugleichen.

Die Stadt Wedel stellte dem Schrebergartenverein schließlich eine etwa 1,5 Hektar große Ersatzfläche in den Brünsen zur Verfügung. Diese Fläche sollte dauerhaft als Kleingartengelände genutzt werden.

Damit konnte zwar nicht die gesamte gekündigte Nielandfläche von 18.720 Quadratmetern ersetzt werden, doch erhielt der Verein immerhin rund 15.000 Quadratmeter neues Gelände für Dauerkleingärten.

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Die 1960'iger Jahre

1960 – Ein Jahr großer Veränderungen

Am 1. Oktober 1960 wurde der vereinbarte Flächentausch schließlich vollzogen.

Ein großer Teil des Nielandes konnte damit von der Stadt für die geplante Bebauung übernommen werden, während der Schrebergartenverein im Gegenzug die neue Fläche in den Brünsen für die Anlage von Dauerkleingärten erhielt.

Dieser Vorgang zeigt beispielhaft ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Wedeler Kleingartenwesens zieht: Mit der Entwicklung und dem Wachstum der Stadt veränderte sich auch der Flächenbedarf. Kleingartengelände mussten aufgegeben werden, während an anderer Stelle neue Anlagen entstanden.

Für den Verein bedeutete dies immer wieder, mit der Stadt über den Erhalt von Kleingartenflächen, geeignete Ersatzflächen und langfristige Lösungen zu verhandeln.

Die Einigung über das Nieland und die Ersatzfläche in den Brünsen war deshalb mehr als ein einfacher Grundstückstausch. Sie sicherte einen Teil der benötigten Kleingartenflächen an einem neuen Standort und schuf damit eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Wedeler Kleingartenwesens in den folgenden Jahren.

Die Einigung über das Nieland und die Ersatzfläche in den Brünsen war mehr als ein einfacher Grundstückstausch. Sie sicherte einen Teil der dringend benötigten Kleingartenflächen an einem neuen Standort und schuf damit eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Wedeler Kleingartenwesens.

Doch damit waren die Flächenprobleme des Vereins keineswegs beendet. Im Gegenteil: Das Jahr 1960 hatte es offenbar in sich. Im Laufe des Jahres kündigte die Stadt Wedel mehrere vom Schrebergartenverein genutzte Flächen beziehungsweise Teile bestehender Kolonien.

Am 23. Februar 1960 wurde zunächst das etwa einen Hektar große Zeitkleingartengelände „Tonnenhafen“ gekündigt. Dem Verein wurde aufgegeben, die Fläche spätestens bis zum 31. Oktober 1962 vollständig zu räumen.

Der Schrebergartenverein akzeptierte auch diese Kündigung nicht einfach, sondern machte seine Zustimmung davon abhängig, dass zuvor geeignetes Ersatzland für die betroffenen Kleingärtner zur Verfügung gestellt wurde. Eine Haltung, die sich in diesen Jahren immer wieder erkennen lässt: Wenn Kleingartenflächen der städtischen Entwicklung weichen mussten, sollte dies möglichst nicht auf Kosten der betroffenen Pächter geschehen.

Redder und Unterer Redder müssen aufgegeben werden

Eine weitere einschneidende Vereinbarung wurde am 14. November 1960 zwischen der Stadt Wedel und dem Schrebergartenverein geschlossen.

Sie betraf gleich zwei größere Pachtflächen. Zum einen ging es um die Fläche am Redder mit 14.261 Quadratmetern, die auf einem Pachtvertrag mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wedel/Holstein vom 29. Mai 1958 beruhte. Hinzu kam eine etwa 3.000 Quadratmeter große Fläche am Unteren Redder, deren Pachtvertrag mit dem Gärtnereibesitzer Heinrich Molkenbuhr bereits am 4. Februar 1940 abgeschlossen worden war.

Beide Flächen sollten fristgerecht zum 31. Oktober 1961 aufgegeben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Grundstücke geräumt und an die jeweiligen Verpächter beziehungsweise deren Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.

Als einmalige Abfindung erhielt der Schrebergartenverein zunächst 1.000 DM.

Im Gegenzug verpflichtete sich die Stadt Wedel, geeignetes Ersatzpachtland zur Verfügung zu stellen. Vorgesehen waren insbesondere die Verbindungsflächen zwischen den Gärten am Heldenhain und den Dauergärten am Auweidenweg.

Aus diesen Flächen entstanden die heutigen Kolonien Heldenhain 2 und Autal 2.

Darüber hinaus verpflichtete sich die Stadt, am Auweidenweg weitere Dauergartenflächen in dem Umfang auszuweisen, der für den Ersatz der aufgegebenen Gärten erforderlich war.

Streit um die Entschädigung

Mit der zunächst vorgesehenen Entschädigung waren die betroffenen Kleingärtner allerdings nicht einverstanden. Die Angelegenheit wurde deshalb der Landeskleingartenspruchstelle vorgelegt.

Zur Ermittlung des tatsächlichen Wertes wurde eigens eine Schätzkommission gewählt, die sich aus Mitgliedern des Schrebergartenvereins Wedel zusammensetzte.

Nach deren Bewertung wurde schließlich eine Entschädigungssumme von 2.527,50 DM ermittelt und ausgezahlt.

Auch dieser Vorgang zeigt, dass die Aufgabe einer Kleingartenanlage keineswegs nur eine Frage zwischen Grundstückseigentümer und Verein war. Für die einzelnen Pächter befanden sich auf den Parzellen Pflanzen, bauliche Einrichtungen und andere Werte, für die bei einer zwangsweisen Aufgabe des Gartens eine angemessene Entschädigung gefunden werden musste.

1961 – Die Kolonie Brünschen entsteht

Im Jahr 1961 begann ein neues Kapitel: Die Kolonie Brünschen wurde aufgebaut. Hierzu ein paar historische Schriftstücke wie Angebote und dem einwerben von Geldern bei der Stadt Wedel.

Bei der Herrichtung des neuen Geländes war erhebliche Eigenleistung der zukünftigen Kleingärtner erforderlich. Insgesamt investierten sie rund 1.600 Arbeitsstunden, um die Fläche herzurichten, in einzelne Gärten aufzuteilen und einzufrieden.

Der damalige Wedeler Bürgermeister Heinrich Gau würdigte ausdrücklich den großen persönlichen Einsatz der Kleingärtner.

Die Arbeiten kamen dabei nicht nur der neuen Kleingartenanlage zugute. Durch das Gelände verlief der Bekbach, dessen Ufer von den Vereinsmitgliedern befestigt wurden. Damit leisteten die Kleingärtner zugleich einen wichtigen Beitrag zur Herrichtung und Sicherung des gesamten Geländes.

Die neuen Parzellen waren für heutige Wedeler Verhältnisse ausgesprochen großzügig bemessen. Ihre Größe lag zwischen 400 und 500 Quadratmetern.

Die Kolonie Brünschen startete 1961 mit insgesamt 31 Parzellen.

Damit wurde aus der wenige Jahre zuvor als Ersatzland vorgesehenen Fläche eine neue Kleingartenkolonie, die einen Teil der zuvor verlorenen Gartenflächen ersetzen konnte.

1962 – 377 Kleingärten in der Bewirtschaftung

Zum Jahresbeginn 1962 bewirtschaftete der Schrebergartenverein Wedel insgesamt 377 Kleingärten.

Davon waren 246 Dauergärten und weitere 131 Zeitgärten.

Diese Zahlen wurden nicht nur innerhalb des Vereins erfasst. Auch staatliche Stellen interessierten sich regelmäßig für Umfang und Entwicklung des Kleingartenwesens. So wurden die entsprechenden Angaben am 3. Januar 1962 an das damalige Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeldet.

Das Ministerium fragte solche Daten in regelmäßigen Abständen bei den Vereinen ab. Dadurch erhielt die Verwaltung einen Überblick darüber, wie viele Dauer- und Zeitkleingärten vorhanden waren und welche Bedeutung das Kleingartenwesen inzwischen erreicht hatte.

1965 – Der lange Streit um die Wiedkamp-Parzelle

Im Jahr 1965 rückte erneut eine Kleingartenfläche in den Mittelpunkt einer Auseinandersetzung: die Wiedkamp-Parzelle.

Das Gelände war bereits 1948 als Zeitkleingartenfläche verpachtet worden. Eigentümer waren die Gebrüder Heinsohn. Nun sollte der Verein die Fläche zurückgeben, da sie zu diesem Zeitpunkt offenbar bereits für eine spätere Bebauung vorgesehen war.

Der Schrebergartenverein wollte die Forderung jedoch nicht ohne Weiteres akzeptieren. Nach den vorhandenen Unterlagen bestanden verschiedene Unklarheiten und Widersprüche hinsichtlich des damaligen Pachtverhältnisses. Die Angelegenheit wurde deshalb zunächst dem Kreisverband und schließlich der Landeskleingartenspruchstelle vorgelegt.

Besonders problematisch war die Vertragslage.

Aus den Unterlagen ist ein Schriftstück vom 16. Oktober 1948 erhalten, in dem die Firma Heinsohn die Verpachtung der Fläche bestätigte. Darin war vorgesehen, dass zum 1. November 1948 ein allgemein üblicher Pachtvertrag abgeschlossen werden sollte.

Genau dieser Pachtvertrag konnte später jedoch offenbar weder vom Verein noch von der Eigentümerseite vorgelegt werden.

Dabei ging es keineswegs um eine kleine Fläche. Die Wiedkamp-Parzelle umfasste rund 9.000 Quadratmeter und wurde von 38 Parzellenpächtern bewirtschaftet.

Nach längeren Auseinandersetzungen einigten sich die Parteien schließlich darauf, die Fläche bis zum 15. November 1968 zu räumen.

Doch auch dieser Termin bedeutete noch nicht das tatsächliche Ende der Kolonie.

Letztendlich wurde das Gelände erst zum 31. Oktober 1972 aufgegeben. Aus einem Schreiben des damaligen Vereinsvorsitzenden vom 20. Juni 1972 geht hervor, dass sich inzwischen keine Interessenten mehr für die Nutzung der dortigen Zeitkleingärten finden ließen.

Damit endete die Geschichte dieser Kolonie erst rund 24 Jahre nach ihrer erstmaligen Verpachtung.

Abmahnungen – kein Phänomen der Neuzeit

Bei der Durchsicht der alten Vereinsunterlagen fand sich auch eine erstaunlich umfangreiche Akte mit Abmahnungen an Kleingärtner.

Die erhaltenen Schreiben erstrecken sich über einen Zeitraum von 1953 bis 1973 und zeigen damit sehr anschaulich, dass Auseinandersetzungen über die Einhaltung von Regeln und Pflichten keineswegs eine Erscheinung unserer heutigen Zeit sind.

Schon damals gab es offenbar Kleingärtner, die wiederholt an ihre Verpflichtungen erinnert werden mussten. Man könnte sie aus heutiger Sicht vielleicht augenzwinkernd als etwas „beratungsresistent“ bezeichnen.

Für heutige Vereinsvorstände mag diese Erkenntnis beruhigend sein: Probleme mit uneinsichtigen Pächtern gab es offensichtlich schon vor vielen Jahrzehnten.

Manche Dinge ändern sich eben auch in einem Schrebergartenverein nicht.

1966 – Die Kolonieausbauumlage wird beschlossen

Im Jahr 1966 wurde eine finanzielle Regelung eingeführt, die den Verein noch viele Jahrzehnte begleiten sollte: die Kolonieausbauumlage.

Der damalige 1. Vorsitzende Franz Palfner erläuterte den Mitgliedern, dass die vorhandenen Haushaltsmittel nicht mehr ausreichten, um die Kleingartenanlagen in dem Zustand zu erhalten, den der Verein für erforderlich hielt.

Es musste also eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit geschaffen werden.

Der entsprechende Antrag wurde von der Mitgliederversammlung mehrheitlich angenommen. Ab dem 1. Oktober 1967 wurden deshalb erstmals 3,00 DM je Dauerkleingarten als Kolonieausbauumlage erhoben.

Bemerkenswert ist, dass diese Umlage in ihrer grundsätzlichen Form bis heute fortbesteht. Eine Entscheidung aus den 1960er Jahren wirkt damit noch Jahrzehnte später in die Vereinsorganisation hinein.

Schädlingsbekämpfung in Eigenleistung

Zur gleichen Zeit wurde eine weitere Umlage eingeführt. Für die Schädlingsbekämpfung mussten die Kleingärtner erstmals einen Betrag von 5,00 DM entrichten.

Die Verwendung des Geldes unterschied sich allerdings deutlich von heutigen Verfahren.

Statt einen professionellen Schädlingsbekämpfer mit den Arbeiten zu beauftragen, organisierte der Verein eigene Spritzkolonnen, die sich aus Vereinsmitgliedern zusammensetzten. In einer Zeit, in der viele Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel wesentlich einfacher erhältlich waren als heute, konnten solche Arbeiten noch weitgehend in Eigenregie durchgeführt werden.

Wer in einer dieser Spritzkolonnen mitarbeitete, erhielt für seinen Einsatz eine Entschädigung von 5,00 DM.

Damit konnte ein mitarbeitendes Vereinsmitglied genau den Betrag wieder verdienen, den es zuvor selbst als Umlage für die Schädlingsbekämpfung entrichtet hatte.

Ein interessantes Beispiel dafür, wie stark die Pflege und Unterhaltung der Anlagen damals durch gemeinschaftliche Eigenleistung geprägt war.

1967 – Die erste Schätzkommission

Bei der Übergabe von Kleingärten kam es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen abgebenden und neuen Pächtern. Insbesondere wurden offenbar teilweise Preise verlangt, die aus Sicht des Vereins nicht mehr dem tatsächlichen Wert der vorhandenen Einrichtungen entsprachen.

Um solche Auseinandersetzungen künftig zu vermeiden und nachvollziehbare Werte festzulegen, sollte eine eigene Schätzkommission eingerichtet werden.

Auf der Mitgliederversammlung vom 17. November 1967 wurden dafür verbindliche Regeln beschlossen.

Waren sowohl der bisherige als auch der zukünftige Pächter mit dem ermittelten Schätzwert einverstanden, wurde der Kleingarten zum festgesetzten Preis an den Nachfolger übergeben.

Interessanter wurde es, wenn der abgebende Pächter mit dem Ergebnis der Schätzung nicht einverstanden war – insbesondere mit der Bewertung seiner Gartenlaube.

Für diesen Fall sah der damalige Beschluss eine aus heutiger Sicht bemerkenswerte Regelung vor:

Der abgebende Pächter hatte vier Wochen Zeit, die Laube aus dem Kleingarten zu entfernen.

Geschah dies innerhalb dieser Frist nicht, sollte die Laube anschließend mit lediglich 25 Prozent des festgestellten Schätzwertes an den Nachfolger übergehen.

Auch aus heutiger Sicht liest man eine solche Bestimmung vermutlich zweimal – doch genau so wurde es damals beschlossen.

Die Kosten der Schätzung trug zunächst vollständig der abgebende Pächter. Die Schätzgebühr betrug 30,00 DM.

Noch auf derselben Jahresmitgliederversammlung wurde die erste Schätzkommission des Schrebergartenvereins Wedel gewählt. Damit verfügte der Verein erstmals über ein eigenes festgelegtes Verfahren zur Wertermittlung bei Pächterwechseln.

1969 – Wieder Streit um Verbandsbeiträge

Im Jahr 1969 beschäftigte die Mitglieder erneut ein Thema, das bereits zwanzig Jahre zuvor für erheblichen Ärger gesorgt hatte: die Beiträge an die übergeordneten Verbände.

Der Landesverband hatte seine Gebühren erhöht. Für das Jahr 1969 fing der Kreisverband diese Mehrbelastung zunächst noch auf und gab sie nicht an die angeschlossenen Vereine weiter.

Für das folgende Jahr kündigte der Kreisverband jedoch an, seine eigenen Beiträge entsprechend anheben zu müssen.

Beim Schrebergartenverein Wedel stieß diese Aussicht auf wenig Begeisterung.

Der Vorstand erklärte, einer solchen Beitragserhöhung nicht zustimmen zu wollen. Der damalige 1. Vorsitzende Franz Palfner, der zugleich Mitglied des Kreisverbandes Pinneberg war, hatte bereits auf der Landesbundtagung gegen die Erhöhung Stellung bezogen.

Damit wiederholte sich in gewisser Weise eine Diskussion, die den Verein schon 1949 beschäftigt hatte. Die Kosten der Verbandszugehörigkeit wurden auch zwanzig Jahre später kritisch hinterfragt.

Neue Verteilung der Schätzgebühren

1969 wurde außerdem die erst zwei Jahre zuvor eingeführte Regelung für die Schätzgebühren geändert.

Bis dahin musste der abgebende Pächter die Kosten der Schätzung vollständig übernehmen. Die Mitgliederversammlung beschloss nun, die Gebühr künftig zu gleichen Teilen auf den abgebenden und den übernehmenden Pächter aufzuteilen.

An der Gesamthöhe änderte sich dagegen nichts.

Die Schätzgebühr betrug weiterhin 30,00 DM, sodass künftig beide Parteien jeweils die Hälfte der Kosten zu tragen hatten.

Damit wurde innerhalb weniger Jahre bereits eine erste Anpassung des 1967 eingeführten Schätzverfahrens vorgenommen – ein Verfahren, das für geregelte und nachvollziehbare Gartenübergaben zunehmend an Bedeutung gewann.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die 1970'iger Jahre

1970 – Wieder ein Jahr der Erhöhungen

Auch 1970 spielte die finanzielle Entwicklung des Vereins eine wichtige Rolle. Nachdem bereits auf der Mitgliederversammlung des Vorjahres eine mögliche Erhöhung der Beiträge des Kreisverbandes angekündigt worden war, hätte dieses Thema eigentlich erneut auf der Tagesordnung stehen können. In den Aufzeichnungen der Mitgliederversammlung findet sich dazu jedoch keine weitere Erwähnung.

Auch der eigene Mitgliedsbeitrag des Schrebergartenvereins Wedel blieb zunächst unverändert. Für Pächter betrug er weiterhin 9,00 DM.

Ganz ohne höhere Ausgaben ging es allerdings nicht. In mehreren Bereichen wurden die Aufwandsentschädigungen und finanziellen Ansätze des Vereins angehoben.

Höhere Entschädigungen für die Vereinsarbeit

Die Entschädigung für die Revisoren wurde deutlich erhöht. Statt bislang 30,00 DM erhielten sie künftig 60,00 DM.

Auch die Tätigkeit des Rechnungsführers wurde höher vergütet. Seine bisherige Entschädigung von 360,00 DM wurde auf 450,00 DM angehoben.

Diese Beträge zeigen zugleich, dass die Verwaltung eines inzwischen großen Schrebergartenvereins mit zahlreichen Kolonien und mehreren hundert Mitgliedern einen erheblichen Arbeitsaufwand verursachte. Buchführung, Abrechnungen, Pachtangelegenheiten und die Verwaltung der Vereinsfinanzen mussten schließlich auch zu einer Zeit zuverlässig erledigt werden, in der Computer und elektronische Buchhaltung noch Jahrzehnte entfernt waren.

Für Veranstaltungen sah der Haushaltsvoranschlag des Vereins außerdem einen Betrag von 710,00 DM vor. Neben der reinen Verwaltung und Unterhaltung der Kleingartenanlagen blieb somit auch das gemeinschaftliche Vereinsleben ein fester Bestandteil der Finanzplanung.

Die Kolonieausbauumlage steigt

Eine weitere Erhöhung betraf die erst wenige Jahre zuvor eingeführte Kolonieausbauumlage.

Sie war 1966 beschlossen und ab dem 1. Oktober 1967 erstmals in Höhe von 3,00 DM je Dauerkleingarten erhoben worden. Bereits wenige Jahre später zeigte sich offenbar, dass dieser Betrag für die notwendigen Arbeiten in den Anlagen nicht mehr ausreichte.

Die Umlage wurde deshalb von 3,00 DM auf 5,00 DM angehoben.

Die zusätzlichen Einnahmen sollten dazu beitragen, die Kolonien weiter auszubauen und die gemeinschaftlichen Anlagen in einem angemessenen Zustand zu erhalten.

Staub und Lärm durch die Firma Ytong

Neben den finanziellen Fragen beschäftigte die Mitglieder 1970 auch ein ganz praktisches Problem in der Kolonie Nieland.

Die dortigen Kleingärtner beklagten sich über erhebliche Beeinträchtigungen durch die benachbarte Firma Ytong. Nach den damaligen Angaben kam es zu starken Belastungen durch Staub und Lärm.

Für die betroffenen Gartenfreunde bedeutete dies eine erhebliche Einschränkung der Nutzung und Erholung in ihren Kleingärten. Das Problem ließ sich offenbar nicht unmittelbar auf Vereinsebene lösen und sollte deshalb beim nächsten Kleingartenausschuss vorgetragen werden.

Damit tauchte ein Konflikt auf, der den Verein auch in den folgenden Jahren noch beschäftigen sollte: das Nebeneinander von Kleingärten und gewerblich beziehungsweise industriell genutzten Flächen.

Während die Kleingärtner ihre Parzellen zur Erholung und gärtnerischen Nutzung bewirtschafteten, konnten Lärm, Staub und spätere bauliche Veränderungen auf den angrenzenden Gewerbeflächen die Qualität der Kleingartenanlagen unmittelbar beeinträchtigen.

Die Beschwerden der Kolonie Nieland aus dem Jahr 1970 waren daher mehr als nur eine alltägliche Unannehmlichkeit. Sie zeigen, wie die fortschreitende Entwicklung Wedels zunehmend auch Auswirkungen auf die bestehenden Kleingartenanlagen und damit auf die Arbeit des Vereins hatte.

1971 – Ein ruhiges Vereinsjahr

Das Jahr 1971 verlief nach den vorhandenen Protokollen ohne außergewöhnliche Ereignisse. Zumindest wurden auf der Mitgliederversammlung keine besonderen Vorkommnisse hervorgehoben, die für die weitere Entwicklung des Vereins von größerer Bedeutung gewesen wären.

Ganz ohne finanzielle Veränderungen sollte es allerdings nicht bleiben.

Es wurde beschlossen, den Mitgliedsbeitrag ab 1973 um 1,00 DM auf dann 10,00 DM anzuheben.

Dieses war eine vergleichsweise moderate Erhöhung. Die folgenden Jahre sollten allerdings zeigen, dass steigende Kosten zunehmend auch die Finanzen des Vereins beeinflussten.

1972 – Keine Mitgliederversammlung

1972 - keine Mitgliederversammlung

Als Grund wird in den vorhandenen Unterlagen die in diesem Jahr stattfindende Bundestagswahl genannt. Aufgrund der Wahl standen offenbar keine geeigneten Versammlungsräume zur Verfügung.

Auch vom Kreisverband gab es Neuigkeiten, die sich auf die zukünftigen Kosten des Vereins auswirkten.

Zum 1. Januar 1973 sollte der Beitrag des Kreisverbandes Pinneberg von bislang 2,50 DM auf 3,00 DM erhöht werden.

Abgesehen davon finden sich für 1972 in den vorliegenden Unterlagen keine weiteren außergewöhnlichen Ereignisse.

1973 – Die Beiträge steigen weiter

Im Jahr 1973 begann sich die finanzielle Entwicklung deutlich bemerkbar zu machen.

Der damalige 1. Vorsitzende Franz Palfner beantragte auf der Mitgliederversammlung eine erneute Erhöhung der Vereinsbeiträge. Für die Pächter sollte der Beitrag künftig 15,00 DM, für die übrigen Mitglieder 10,00 DM betragen.

Die Mitgliederversammlung stimmte dem Antrag mehrheitlich zu.

Damit wurde deutlich, dass die zunehmenden Aufgaben des Vereins und die allgemeine Kostenentwicklung mit den bisherigen Einnahmen immer schwieriger zu bewältigen waren.

Adolf Egger wird Mitglied der Schätzkommission

1973 wurde außerdem Gartenfreund Adolf Egger in die Schätzkommission gewählt.

Bemerkenswert ist die außergewöhnliche Dauer seines Engagements: Noch im Jahr 2014, also mehr als vier Jahrzehnte später, war er in dieser Funktion tätig.

Eine solche Kontinuität ist auch für einen traditionsreichen Verein alles andere als selbstverständlich und zeigt, wie stark einzelne Mitglieder über Jahrzehnte hinweg die Vereinsarbeit mitprägen können.

Wasser und Strom für das Autal?

Für die Kolonien im Autal wurde außerdem angekündigt, dass im Frühjahr 1974 Wasser und Strom zur Verfügung stehen sollten. Die dafür vorgesehenen Kosten wurden mit rund 4.000 DM angegeben.

Was genau mit dieser Angabe gemeint war, lässt sich anhand des Protokolls allerdings nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Vermutlich bezog sich die Maßnahme auf das Vereinshaus oder zentrale Einrichtungen.

Eine Versorgung der einzelnen Parzellen mit Wasser bestand zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch nicht flächendeckend. Ein eigener Stromanschluss in den einzelnen Gärten lag noch weiter in der Zukunft.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung enthält hierzu leider keine genaueren Angaben, sodass die damalige Planung heute nicht mehr vollständig rekonstruiert werden kann.

Planungen für eine neue Kolonie Corsland

Gleichzeitig liefen erste Verhandlungen über eine weitere neue Kleingartenanlage unter der Bezeichnung „Corsland“.

Schon zu Beginn war klar, dass die Errichtung einer Anlage dieser Größenordnung mit erheblichen Kosten verbunden sein würde. Geplant waren etwa 75 bis 80 Dauerkleingärten.

Eine weitere Festlegung wurde bereits in dieser frühen Planungsphase getroffen: Hamburger Bürger sollten dort keine Pächter werden können.

Die neuen Kleingärten waren damit ausdrücklich für Bewerber aus dem örtlichen beziehungsweise vorgesehenen Einzugsbereich bestimmt.

1974 – Beiträge, Beiträge und Beiträge

Auch 1974 stand erneut eine Beitragserhöhung auf der Tagesordnung.

Zunächst erhöhte der Kreisverband seinen Mitgliedsbeitrag um eine weitere Mark. Statt bislang 3,00 DM waren nun 4,00 DM zu entrichten.

Doch nicht nur die Abgaben an den Kreisverband stiegen.

Auch der geschäftsführende Vorstand des Schrebergartenvereins Wedel beantragte schriftlich eine erneute Erhöhung des vereinseigenen Beitrages für Pächter. Dieser sollte um weitere 3,00 DM auf nunmehr 18,00 DM steigen.

Wie bereits bei den vorherigen Erhöhungen stimmte die Mitgliederversammlung auch diesem Antrag mehrheitlich zu.

Weitere einschneidende Ereignisse sind in den vorliegenden Protokollen für dieses Vereinsjahr nicht vermerkt.

1976 – Die Sturmflut trifft das Autal

Das Jahr 1976 brachte für die Kleingärtner im Autal ein Ereignis ganz anderer Art.

Eine Sturmflut verursachte dort erhebliche Schäden.

In einem Schreiben vom 15. Juli 1976 sagte die Stadt Wedel dem Schrebergartenverein eine Unterstützung von 5.000 DM für die Wiederherstellung der zentralen Vereinsanlagen zu.

Die Mittel stammten aus Spenden der Bevölkerung. Da dieses Spendenaufkommen in erster Linie für Schäden an lebensnotwendigen Bereichen eingesetzt werden sollte, konnte dem Schrebergartenverein keine höhere Summe zur Verfügung gestellt werden.

Die Stadt Wedel hatte die Schäden der einzelnen Kleingärtner jedoch zusätzlich an das Land Schleswig-Holstein weitergemeldet. Dort lag die Zuständigkeit für mögliche weitergehende Entschädigungen.

Damit wurde zumindest versucht, neben den gemeinschaftlichen Schäden des Vereins auch die Verluste der unmittelbar betroffenen Pächter zu berücksichtigen.

Die nächste Beitragserhöhung wird abgelehnt

Auch 1976 schlug der Vorstand eine erneute Beitragserhöhung vor. Der Mitgliedsbeitrag sollte nun auf 24,00 DM steigen.

Dieses Mal folgte die Mitgliederversammlung der Empfehlung des Vorstandes jedoch nicht.

Die vorgeschlagene Erhöhung wurde mehrheitlich abgelehnt.

Damit zeigte sich, dass die Mitglieder trotz des zunehmenden Finanzbedarfs des Vereins nicht bereit waren, jede weitere Beitragssteigerung ohne Weiteres mitzutragen.

Die Wasserversorgung wird zum großen Thema

Gleichzeitig rückte ein für die weitere Entwicklung der Kolonien besonders wichtiges Thema immer stärker in den Mittelpunkt: eine geregelte Wasserversorgung.

Der 1. Vorsitzende Franz Palfner berichtete, dass bereits Gespräche mit der Stadt Wedel und den Stadtwerken geführt worden seien.

Kolonien, die Interesse an einem Anschluss hatten, sollten anschließend auf ihren jeweiligen Kolonieversammlungen unmittelbar über den Stand der Planungen informiert werden.

Damit begann der schrittweise Ausbau einer Infrastruktur, die aus heutiger Sicht selbstverständlich erscheinen mag, für die damaligen Kleingärtner jedoch einen erheblichen Fortschritt bedeutete.

1977 –Beiträge und Umlagen

Auch im Jahr 1977 standen die Vereinsfinanzen erneut im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung.

Diesmal sollte unter anderem der Beitrag für passive Mitglieder erhöht werden. Dafür fand sich jedoch keine Mehrheit – die vorgeschlagene Erhöhung wurde abgelehnt.

Bei anderen Umlagen sah die Mitgliederversammlung dagegen Handlungsbedarf.

Die sogenannte Spritzumlage für die Schädlingsbekämpfung wurde um 2,00 DM auf nunmehr 7,00 DM erhöht.

Auch eine Erhöhung der Kolonieausbauumlage stand zur Abstimmung. Der beantragte Betrag wurde allerdings nicht vollständig genehmigt. Die Mitglieder verständigten sich auf eine Erhöhung um die Hälfte der ursprünglich beantragten Summe.

Ähnlich verfuhr man bei den Aufwandsentschädigungen des Vorstandes. Für den 1. Vorsitzenden und den Rechnungsführer waren höhere Pauschalen beantragt worden. Auch hier wurde ein Kompromiss gefunden: Beide Pauschalen wurden jeweils nur um die Hälfte des beantragten Betrages angehoben.

Radio und Fernsehen werden Thema der Gartenordnung

1977 sollte außerdem die Gartenordnung angepasst werden.

Auslöser war die Nutzung von Radio- und Fernsehgeräten in den Kleingärten und die damit möglicherweise verbundene Lärmbelästigung.

Was heute vielleicht etwas kurios klingt, war mit der zunehmenden Verbreitung solcher Geräte offenbar auch in den Kleingartenanlagen zu einem Thema geworden. Gemeinschaftliches Gärtnern bedeutete schließlich auch damals schon, Rücksicht auf die Nachbarn nehmen zu müssen.

Die technische Entwicklung fand damit unmittelbar ihren Weg in die Regeln des Vereins.

Wieder Unmut über den Kreisverband

Auch das Verhältnis zum Kreisverband sorgte erneut für Diskussionen.

Ein Mitglied schlug vor, die an den Kreisverband gezahlten Beiträge zurückzufordern und das Geld stattdessen für den Ausbau der eigenen Kleingartenanlagen zu verwenden.

Der 1. Vorsitzende wies diesen Vorschlag allerdings zurück.

Solange der Schrebergartenverein Wedel Mitglied des Kreisverbandes sei, bestehe auch die Verpflichtung, die entsprechenden Beiträge zu entrichten.

Die Diskussion zeigt dennoch, dass die Kosten der Verbandsmitgliedschaft innerhalb des Vereins weiterhin kritisch betrachtet wurden – ein Thema, das bereits in früheren Jahrzehnten immer wieder für Auseinandersetzungen gesorgt hatte.

1978 – Ein erfolgreiches Jahr

Das Jahr 1978 konnte aus Sicht des Vereins als erfolgreich bezeichnet werden.

Ein besonders wichtiger Fortschritt wurde bei der Infrastruktur erreicht: Die Wasserversorgung der Kolonien Nieland I bis III wurde installiert und in Betrieb genommen.

Damit wurde ein Vorhaben verwirklicht, über das bereits seit längerer Zeit gesprochen und verhandelt worden war.

Auch bei der Schaffung neuer Dauerkleingärten gab es einen entscheidenden Schritt nach vorn. Die bereits länger geplante Anlage an der Thomas-Mann-Straße, die spätere beziehungsweise neue Kolonie Corsland, wurde von der Stadt Wedel beschlossen.

Damit konnten die Planungen für zusätzliche Dauerkleingärten konkretisiert werden.

Erneut höhere Mitgliedsbeiträge

Ganz ohne Beitragserhöhung kam allerdings auch dieses erfolgreiche Jahr nicht aus.

Die allgemeine Preisentwicklung hatte dazu geführt, dass die bisherigen Vereinsbeiträge nicht mehr ausreichten, um die steigenden Kosten aufzufangen.

Eine weitere Erhöhung des Mitgliedsbeitrages wurde deshalb zur Abstimmung gestellt und von der Mitgliederversammlung mehrheitlich angenommen.

Die wiederholten Anpassungen, während der 1970er Jahre zeigen, deutlich, wie sehr Inflation und steigende Kosten auch die Arbeit eines Kleingartenvereins beeinflussten.

Die Vorbereitungen für das 60-jährige Jubiläum beginnen

Bereits 1978 warf außerdem ein besonderes Ereignis seine Schatten voraus.

Im Jahr 1980 sollte sich die Gründung des Schrebergartenvereins Wedel zum 60. Mal jähren.

Für die Vorbereitung einer entsprechenden Jubiläumsfeier sollte ein eigener Festausschuss gebildet werden. Die Mitgliederversammlung entschied per Abstimmung, den erweiterten Vorstand mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Damit begannen zwei Jahre vor dem eigentlichen Jubiläum die organisatorischen Vorbereitungen für die Feierlichkeiten.

1979 – Die Vereinsarbeit nimmt weiter zu

Mit dem Wachstum der Kleingartenanlagen und den zahlreichen Aufgaben rund um Verwaltung, Ausbau und Interessenvertretung nahm auch der Arbeitsaufwand für den Vorstand immer weiter zu. Wie umfangreich die ehrenamtliche Vereinsarbeit inzwischen geworden war, zeigt eine beeindruckende Zahl:

Allein im Jahr 1979 musste der Vorstand 230 Termine wahrnehmen.

Dazu gehörten nicht nur Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen. Gespräche mit der Stadt Wedel, Behörden und Grundstückseigentümern, Verhandlungen über neue oder bestehende Kleingartenflächen sowie die Betreuung der einzelnen Kolonien gehörten inzwischen ebenfalls zum Vereinsalltag.

Corsland wächst – 28 neue Parzellen entstehen

Ein wichtiger Schwerpunkt des Jahres war der weitere Ausbau der Kolonie Corsland.

Die Arbeiten gingen zügig voran und insgesamt entstanden 28 neue Parzellen. Damit nahm eine Entwicklung konkrete Formen an, die bereits einige Jahre zuvor mit den Planungen für zusätzliche Dauerkleingärten begonnen hatte.

Ganz ohne Schwierigkeiten verlief der Ausbau allerdings nicht.

Beim Bau eines Wanderweges durch die Kolonie wurde der Wasserabfluss eines Grabens beschädigt. Das hatte unangenehme Folgen: Das Wasser konnte nicht mehr ordnungsgemäß abfließen und der obere Bereich der neuen Kolonie wurde überschwemmt.

Für die betroffenen Kleingärtner war dies gerade während des Aufbaus ihrer neuen Parzellen besonders ärgerlich.

Erfreulicherweise entwickelte sich daraus aber keine langwierige Auseinandersetzung. Das zuständige Bauamt reagierte unbürokratisch und beseitigte das Problem.

Geländetausch in der Kolonie Brünschen

Auch in der Kolonie Brünschen gab es 1979 Veränderungen.

Zwischen den Eigentümern Harms und der Stadt Wedel wurde ein Geländetausch vorgenommen. Ein Wechsel der Grundstücksverhältnisse konnte für einen Kleingartenverein durchaus problematisch werden, insbesondere wenn dadurch bestehende Pachtverhältnisse oder die weitere Nutzung der Parzellen infrage gestellt wurden.

In diesem Fall gab es für die betroffenen Kleingärtner jedoch eine erfreuliche Lösung:

Sie konnten ihre Gärten in den Brünschen weiterhin behalten und bewirtschaften.

Der Geländetausch blieb damit für die dortigen Pächter ohne den andernorts immer wieder drohenden Verlust ihrer Parzellen.

Ytong – nach jahrelangen Beschwerden eine Lösung

Auch das Verhältnis zur benachbarten Firma Ytong beschäftigte den Verein wieder.

Das Thema war nicht neu. Bereits 1970 hatten sich Kleingärtner aus der Kolonie Nieland über erhebliche Beeinträchtigungen durch Staub und Lärm des Unternehmens beschwert. Damals sollte die Angelegenheit dem Kleingartenausschuss vorgetragen werden.

1979 ging es nun um ein neues Bauvorhaben des Unternehmens. Ytong plante die Errichtung einer weiteren Halle. Für den Schrebergartenverein stellte sich insbesondere die Frage, welche Auswirkungen das Gebäude auf die angrenzenden Kleingärten haben würde.

Eine zu hohe Halle hätte zu einer erheblichen Beschattung der benachbarten Parzellen führen können.

Die Gespräche mit der Firmenleitung brachten schließlich ein für den Verein positives Ergebnis. Ytong sagte zu, dass die neue Halle eine maximale Höhe von acht Metern nicht überschreiten sollte.

Damit sollte verhindert werden, dass den angrenzenden Schrebergärten durch das neue Gebäude übermäßig viel Sonnenlicht genommen wurde.

Die Entwicklung zeigt zugleich, wie sich die Aufgaben eines Kleingartenvereins im Laufe der Jahrzehnte verändert hatten. Es ging längst nicht mehr nur um Pachtverträge, Gartenordnungen und das Vereinsleben. Auch die städtebauliche und gewerbliche Entwicklung in der unmittelbaren Umgebung der Kolonien konnte erhebliche Auswirkungen auf die Kleingärtner haben und erforderte eine entsprechende Interessenvertretung durch den Vorstand.

Der „Deutsche Kleingärtner“ für die Mitglieder

Neben den großen Themen rund um Grundstücke und Baumaßnahmen beschäftigte sich der Verein auch mit der fachlichen Information seiner Mitglieder.

Im erweiterten Vorstand war vorgeschlagen worden, künftig die Fachzeitschrift „Deutscher Kleingärtner“ zu abonnieren.

Die Zeitschrift sollte den Gartenfreunden regelmäßig Informationen und Fachwissen rund um das Kleingartenwesen vermitteln. Damit waren allerdings zusätzliche Kosten verbunden. Für das Abonnement wurde ein weiterer Jahresbeitrag von 8,00 DM notwendig.

Über diesen zusätzlichen Betrag sollten nicht allein Vorstand oder erweiterter Vorstand entscheiden. Die Frage wurde der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

Die Mitglieder entschieden sich schließlich für den Bezug der Fachzeitschrift und damit auch für den zusätzlichen Jahresbeitrag.

So endete das letzte Jahr vor dem großen Vereinsjubiläum mit einer ganzen Reihe von Entwicklungen: Corsland wuchs um 28 neue Parzellen, die Kleingärtner in Brünschen konnten trotz eines Geländetausches bleiben, mit Ytong wurde eine Lösung zum Schutz der angrenzenden Gärten gefunden und die fachliche Information der Mitglieder weiter ausgebaut.

Und die 230 wahrgenommenen Termine des Vorstandes machten eindrucksvoll deutlich, dass aus dem 1920 gegründeten Schrebergartenverein längst eine Organisation geworden war, deren ehrenamtliche Führung einen erheblichen zeitlichen Einsatz erforderte.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die 1980'iger Jahre

Die Jahre 1980–1985

Wachstum, neue Kleingärten und ein Verein im Wandel

Die erste Hälfte der 1980er-Jahre gehört zu den ereignisreichsten Abschnitten unserer Vereinsgeschichte. Der Schrebergarten-Verein Wedel war längst zu einer bedeutenden Gemeinschaft innerhalb der Stadt herangewachsen. Mehr als 500 Mitglieder, mehrere hundert bewirtschaftete Parzellen und eine stetig wachsende Zahl organisatorischer Aufgaben stellten den Vorstand vor Herausforderungen, die mit den Verhältnissen früherer Jahrzehnte kaum noch vergleichbar waren.

Gleichzeitig entstanden mit den neuen Anlagen im Corsland zusätzliche Kleingärten. Bestehende Kolonien wurden modernisiert und nach und nach an die Wasserversorgung angeschlossen. Doch die Entwicklung verlief keineswegs immer problemlos. Überschwemmungen, Bauarbeiten, Nutzungskonflikte mit benachbarten Gewerbebetrieben und die Sorge um den dauerhaften Erhalt von Kleingartenflächen begleiteten die Vereinsarbeit.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Bundeskleingartengesetzes im Jahr 1983 änderten sich außerdem wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen für das gesamte deutsche Kleingartenwesen.

Den Höhepunkt dieser Jahre bildete schließlich 1984 die erfolgreiche Teilnahme am 16. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“. Mit einem zweiten Platz und einer Silberplakette erhielt die jahrzehntelange Arbeit der Wedeler Kleingärtner eine besondere Anerkennung.

1980 – 60 Jahre Schrebergarten-Verein Wedel

Im Jubiläumsjahr 1980 konnte der Verein auf sein 60-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus dem 1920 gegründeten Verein war inzwischen eine große Gemeinschaft mit zahlreichen über das Wedeler Stadtgebiet verteilten Kleingartenanlagen geworden.

Dieses Jubiläum sollte entsprechend gefeiert werden. Neben einem offiziellen Empfang gehörte auch ein Ernteball zum Festprogramm.

Der damalige 1. Vorsitzende appellierte an die Pächter, ihre Gärten und Lauben im Jubiläumsjahr besonders sorgfältig herzurichten. Schließlich waren mehrere Begehungen mit Vertretern der Stadt vorgesehen. Der Verein wollte zeigen, welchen Beitrag gepflegte Kleingartenanlagen zum Erscheinungsbild und zum Grün der Stadt leisteten.

Das Jubiläum war damit nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch Gelegenheit, den Verein und seine Anlagen öffentlich zu präsentieren.

Corsland nimmt Gestalt an

Ein besonders wichtiges Projekt dieser Zeit war die neue Kleingartenanlage Corsland.

Die Arbeiten waren 1980 bereits weit fortgeschritten. Damit näherte sich eines der bedeutendsten Ausbauprojekte der jüngeren Vereinsgeschichte seinem Abschluss.

Die Entstehung neuer Parzellen war dringend erforderlich. Die Nachfrage nach einem Kleingarten war groß und die Bewerberlisten entsprechend lang. Jede zusätzliche Parzelle bedeutete daher für eine weitere Familie die Aussicht auf einen eigenen Garten.

Corsland sollte den Verein noch über mehrere Jahre beschäftigen. Aus dem ersten Bauabschnitt entwickelte sich schrittweise eine große Kleingartenanlage mit mehreren Kolonien.

Bauarbeiten im Autal sorgen für erhebliche Beeinträchtigungen

Während im Corsland neue Gärten entstanden, brachte ein anderes städtisches Bauprojekt für eine Kolonie im Autal erhebliche Probleme mit sich.

Beim Bau des Sammlers Süd wurde die betreffende Kleingartenanlage schwer in Mitleidenschaft gezogen. Einige Pächter mussten über einen längeren Zeitraum erhebliche Unannehmlichkeiten hinnehmen.

Immerhin wurden die betroffenen Mitglieder für die entstandenen Beeinträchtigungen großzügig entschädigt.

Der Vorgang zeigt, wie stark Kleingartenanlagen von der städtebaulichen und infrastrukturellen Entwicklung ihrer Umgebung betroffen sein konnten.

Brünschen: Wasser von zwei Seiten

Auch in der Kolonie Brünschen blieb Wasser ein beherrschendes Thema.

Erneut hatten die Kleingärtner mit Überschwemmungen zu kämpfen. Gleichzeitig gab es jedoch einen wichtigen Fortschritt: Die Anlage wurde endlich an die Wasserversorgung angeschlossen.

Damit konnten die Mitglieder beginnen, die Leitungen innerhalb der Kolonie weiterzuführen.

Was heute selbstverständlich erscheint – ein eigener Wasseranschluss in der Parzelle –, war damals in vielen Anlagen noch keineswegs vorhanden.

Das erste vereinseigene Stromaggregat

Auch technisch entwickelte sich der Verein weiter.

1980 wurde das erste Stromaggregat des Vereins angeschafft. Elektrische Energie stand damit erstmals mobil für Arbeiten in den Kolonien zur Verfügung.

Das Aggregat war allerdings ausdrücklich für Gemeinschaftsarbeiten bestimmt. Die einzelnen Kolonien konnten es für entsprechende Arbeiten beim Verein ausleihen; eine private Nutzung war nicht vorgesehen.

Die Anschaffung zeigt, dass die gemeinschaftliche Unterhaltung und Modernisierung der Anlagen zunehmend professioneller organisiert wurde.

Der Mitgliedsbeitrag steigt

Die wachsenden Aufgaben hatten ihren Preis.

Auch 1980 kam der Verein nicht um eine Beitragserhöhung herum. Die Mitgliederversammlung beschloss eine Erhöhung um 2 DM auf nunmehr 26 DM jährlich.

1981 – Mehr als 500 Mitglieder

Kurt Hügel übernimmt die Führung

1981 begann auch personell ein neuer Abschnitt.

Der neue 1. Vorsitzende Kurt Hügel leitete erstmals die Mitgliederversammlung. Er übernahm einen Verein, der inzwischen eine beachtliche Größe erreicht hatte.

In diesem Jahr gehörten dem Verein insgesamt 530 Mitglieder an.

Davon waren:

380 Mitglieder Pächter eines Kleingartens,
40 Mitglieder passive Mitglieder und
nicht weniger als 110 Menschen als Bewerber registriert.

Die bewirtschaftete Kleingartenfläche betrug insgesamt rund 16,5 Hektar.

Besonders die Zahl von 110 Bewerbern macht deutlich, welchen Stellenwert ein eigener Kleingarten damals in Wedel hatte. Selbst der Ausbau neuer Anlagen konnte die Nachfrage zunächst nicht vollständig befriedigen.

Immer mehr Gärten bekommen Wasser

Der Ausbau der Wasserversorgung wurde fortgesetzt.

Nach den Arbeiten in den Brünschen verfügten inzwischen ungefähr zwei Drittel aller Vereinsparzellen über einen eigenen Wasseranschluss.

Damit veränderte sich die Infrastruktur der Anlagen grundlegend. Was über Jahrzehnte mit Wasserstellen, Pumpen oder anderen gemeinschaftlichen Lösungen organisiert worden war, entwickelte sich zunehmend zu einer individuellen Versorgung der einzelnen Parzellen.

Corsland ist fertiggestellt

Ein weiterer Meilenstein war die Fertigstellung der neuen Kolonie Corsland.

Die Anlage wurde offenbar nicht nur von den neuen Pächtern positiv aufgenommen. Auch in der Wedeler Bevölkerung fand das neu geschaffene Kleingartengebiet rege Zustimmung.

Damit hatte sich die Arbeit der vergangenen Jahre ausgezahlt.

Ganz ohne Schwierigkeiten war der Bau allerdings nicht verlaufen.

20.000 DM Fördermittel stehen auf dem Spiel

Wegen der Verwendung eines nicht genehmigten Baumaterials drohte dem Verein die Rückforderung von 20.000 DM Fördermitteln.

Für einen Kleingartenverein war dies eine beträchtliche Summe.

In Gesprächen mit dem damaligen Bürgermeister Dr. Hörnig und dem 1. Stadtrat Neumann-Silkow konnte die Rückforderung schließlich abgewendet werden.

Der Vorgang zeigt zugleich, wie eng der Ausbau großer Kleingartenanlagen mit der Stadtverwaltung und öffentlichen Fördermitteln verbunden war.

13 Gärten sollen einem Firmenparkplatz weichen

Während an einer Stelle neue Kleingärten entstanden, gerieten an anderer Stelle bestehende Parzellen unter Druck.

Eine benachbarte Firma wollte das Gelände von 13 Kleingärten in den Brünschen übernehmen, um ihren Firmenparkplatz zu erweitern.

Die Mitgliederversammlung lehnte dieses Ansinnen ab.

Die Entscheidung wurde dem Unternehmen anschließend schriftlich mitgeteilt.

Damit setzte der Verein ein deutliches Zeichen: Bestehende Kleingartenflächen sollten nicht ohne Weiteres zugunsten einer gewerblichen Nutzung aufgegeben werden.

Das Thema sollte den Verein allerdings noch weiter beschäftigen.

Konflikte mit Ytong dauern an

Auch die Belastungen durch die benachbarte Firma Ytong blieben ein Thema.

Lärm und Verschmutzungen führten weiterhin zu Beschwerden. Der Verein führte Gespräche mit unterschiedlichen Stellen und Gremien, konnte jedoch zunächst keine befriedigende Lösung erreichen.

Der damalige Vorsitzende Kurt Hügel musste auf der Mitgliederversammlung berichten, dass die zahlreichen Gespräche letztlich ohne greifbares Ergebnis geblieben waren.

1982 – Corsland wächst weiter

Mehr Pächter, weniger Bewerber

1982 sank die Gesamtmitgliederzahl leicht auf 520 Mitglieder.

Die Zahl der tatsächlichen Gartenpächter war dagegen deutlich gestiegen: 414 Mitglieder bewirtschafteten nun einen Kleingarten.

Hinzu kamen 42 passive Mitglieder.

Die Bewerberliste verkürzte sich von 110 auf 64 Bewerber. Das war vor allem eine Folge der neu geschaffenen Parzellen im Corsland: Aus zahlreichen Bewerbern waren inzwischen Pächter geworden.

Damit erfüllte der Ausbau genau den Zweck, für den er begonnen worden war.

Corsland II entsteht

Anfang Mai begann der zweite Bauabschnitt im Corsland.

Weitere 31 Parzellen sollten entstehen.

Die Arbeiten gingen bemerkenswert schnell voran. Dank des engagierten Einsatzes der Beteiligten konnte der Ausbau bereits Ende August abgeschlossen werden.

Anschließend wurden die neuen Gärten unter den Anwärtern verlost.

Noch im selben Monat präsentierte der Verein die neue Anlage Vertretern aus Politik und Stadtverwaltung.

Aus einer einzelnen neuen Kolonie entwickelte sich damit zunehmend ein größeres zusammenhängendes Kleingartengebiet.

Corsland soll in den Landeswettbewerb

Der Verein war vom Ergebnis offenbar überzeugt.

Corsland I und Corsland II sollten für den nächsten Landeswettbewerb für Kleingartenanlagen gemeldet werden.

Die Anlagen sollten damit nicht nur zusätzlichen Gartenraum schaffen, sondern auch zeigen, wie zeitgemäße Kleingartenanlagen gestaltet und in die Stadtlandschaft eingebunden werden konnten.

Investitionen in die übrigen Kolonien

Trotz des großen Corsland-Projektes wurden die bestehenden Anlagen nicht vergessen.

Für Verbesserungen und Investitionen in den übrigen Kolonien wurden 1982 – ohne die Ausgaben für Corsland II – insgesamt rund 11.000 DM aufgewendet.

Allerdings machte der Vorsitzende Kurt Hügel deutlich, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins damit weitgehend ausgeschöpft war.

Aus einem kleinen Verein ist ein großer Wirtschaftsbetrieb geworden

Wie sehr sich der Verein verändert hatte, lässt sich besonders an den Finanzzahlen erkennen.

1965/66 hatten sich die Bilanzsummen noch auf ungefähr 6.000 DM belaufen.

1978/79 waren es bereits rund 31.000 DM.

Inzwischen bewegten sich die Summen zeitweise zwischen 100.000 und 185.000 DM.

Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mehr als 178.000 DM abgerechnet.

Diese Entwicklung verdeutlicht, welche organisatorischen Veränderungen der Ausbau des Vereins mit sich brachte. Die ehrenamtliche Vorstandsarbeit bestand längst nicht mehr nur aus Mitgliederversammlungen, Gartenvergaben und Gemeinschaftsarbeit. Bauprojekte, Fördermittel, Verträge, Rechnungen und die Verwaltung mehrerer hundert Pachtverhältnisse machten die Vereinsführung zunehmend anspruchsvoll.

1983 – Ein neues Kleingartenrecht verändert vieles

533 Mitglieder und 420 Gärten

1983 gehörten dem Verein 533 Mitglieder an.

Inzwischen bewirtschafteten die Mitglieder 420 Kleingärten in elf Kolonien, verteilt auf fünf verschiedene Bereiche des Wedeler Stadtgebietes.

Damit war der Verein zu einem nicht unerheblichen Bestandteil des städtischen Grüns geworden.

Doch auch innerhalb des Vereins gab es Kritik.

Der 1. Vorsitzende erinnerte erneut daran, dass die nach der Satzung vorgesehenen Kolonieversammlungen nicht überall ordnungsgemäß durchgeführt wurden.

Mit zunehmender Vereinsgröße wurde eine funktionierende Organisation innerhalb der einzelnen Kolonien immer wichtiger.

Erneuter Kampf um 13 Gärten in den Brünschen

Im März 1983 kehrte ein bereits bekanntes Problem zurück.

Am 17. März 1983 sollte sich die Wedeler Ratsversammlung mit einer Änderung der Flächennutzung für das Gelände von 13 Kleingärten in den Brünschen befassen.

Die Flächen sollten nach den Vereinsunterlagen künftig nicht mehr als Dauerkleingartengelände, sondern als Industriegebiet ausgewiesen werden.

Damit stand genau jenes Gelände erneut zur Diskussion, an dem bereits 1981 Interesse für eine gewerbliche Nutzung bestanden hatte.

Der Vorstand protestierte entschieden gegen die geplante Änderung.

Auch die betroffenen Kleingärtner machten während der Ratssitzung deutlich, dass sie ihre Gärten erhalten wollten.

Der Konflikt zeigt exemplarisch, dass die Sicherung von Kleingartenflächen zu den wichtigsten Aufgaben eines Vereins gehört. Ein Garten kann über Jahrzehnte gepflegt werden – seine dauerhafte Existenz hängt letztlich aber auch von Grundstückseigentum, Pachtverhältnissen und kommunaler Bauleitplanung ab.

1. April 1983 – das Bundeskleingartengesetz tritt in Kraft

Der 1. April 1983 war ein bedeutendes Datum für alle Kleingärtner in der Bundesrepublik Deutschland.

An diesem Tag trat das neue Bundeskleingartengesetz (BKleingG) in Kraft.

Es löste das bis dahin geltende, teilweise noch auf Regelungen aus dem Jahr 1919 zurückgehende Kleingartenrecht ab.

Das neue Gesetz regelte unter anderem erstmals bundesweit wesentliche Fragen zu

Kleingärten und Kleingartenanlagen,
zulässigen Parzellen- und Laubengrößen,
Pachtverhältnissen,
Höchstpachtpreisen,
Kündigungen,
Entschädigungen bei Kündigungen sowie
der Bereitstellung von Ersatzland.

Für Vereine und Pächter bedeutete die Neuregelung erheblichen Verwaltungsaufwand.

Auch in Wedel mussten die bestehenden Vertragsverhältnisse an die neue Rechtslage angepasst werden. Mit den einzelnen Pächtern waren entsprechende Unterpachtverträge abzuschließen.

Das Gesetz von 1983 bildet – wenn auch inzwischen mehrfach geändert – bis heute die zentrale rechtliche Grundlage des deutschen Kleingartenwesens.

50 neue Parkplätze für Corsland

Mit dem Wachstum der Corsland-Anlagen musste auch die Infrastruktur außerhalb der eigentlichen Gartenparzellen erweitert werden.

An der Thomas-Mann-Straße entstand für Corsland I und II eine Parkplatzanlage mit ungefähr 50 Stellplätzen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 9.500 DM.

Davon konnten 6.500 DM aus noch vorhandenen Mitteln des Baus von Corsland II finanziert werden. Weitere 3.000 DM brachte der Verein aus eigenen Mitteln auf.

Acht Teilnehmer – acht Preisträger

Auch gärtnerisch gab es 1983 einen bemerkenswerten Erfolg.

An einem vom Kreisverband veranstalteten Gartenwettbewerb nahmen acht Mitglieder aus verschiedenen Kolonien des Wedeler Vereins teil.

Insgesamt wurden bei dem Wettbewerb 20 Preise vergeben.

Alle acht Wedeler Teilnehmer gehörten zu den Preisträgern.

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen konnte.

1984 – Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte

540 Mitglieder

Die positive Mitgliederentwicklung setzte sich fort.

1984 zählte der Verein 540 Mitglieder. 53 von ihnen befanden sich noch im Bewerberstatus.

Damit blieb die Nachfrage nach einem Kleingarten weiterhin hoch.

Unsicherheit durch das neue Kleingartenrecht

Das erst im Vorjahr in Kraft getretene Bundeskleingartengesetz wurde innerhalb des Vereins weiterhin intensiv diskutiert.

Noch fehlten praktische Erfahrungen mit vielen Regelungen. Besonders die langfristige Sicherung von Kleingartenflächen und die Möglichkeiten einer anderweitigen städtebaulichen Nutzung wurden mit Sorge betrachtet.

Für einen Verein, der kurz zuvor selbst um 13 Parzellen in den Brünschen kämpfen musste, waren solche Fragen keineswegs abstrakte juristische Themen.

Sie betrafen unmittelbar die Zukunft der eigenen Anlagen.

Corsland III muss warten

Der Ausbau im Corsland sollte eigentlich weitergehen.

Doch der dritte Bauabschnitt Corsland III verzögerte sich.

Im Investitionsplan der Stadt Wedel für die Jahre 1985 bis 1989 war das Projekt zunächst nicht mehr wie erwartet berücksichtigt.

Auf der Ratssitzung vom 12. April 1984 wurde schließlich beschlossen, den vorgesehenen städtischen Zuschuss von 70.000 DM für Corsland III von 1985 auf 1986 zu verschieben.

Für die zahlreichen Gartenbewerber bedeutete dies: Sie mussten länger auf neue Parzellen warten.

Der weitere Ausbau war damit jedoch nicht grundsätzlich vom Tisch – er verzögerte sich lediglich.

Spannungen mit dem Kreisverband

Auch innerhalb der kleingärtnerischen Verbandsstruktur verlief nicht alles harmonisch.

Eine angekündigte Erhöhung des Beitrages an den Landesbund sollte zunächst durch den Kreisverband aufgefangen werden.

Diese Zusage wurde nach den Vereinsunterlagen jedoch nicht eingehalten.

Zusammen mit weiteren Differenzen führte dies dazu, dass der Wedeler Vorstand sein Verhältnis zum Kreisverband zunehmend kritisch betrachtete.

Der 16. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“

1984 folgte einer der größten Erfolge der bisherigen Vereinsgeschichte.

Der Verein nahm am 16. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ teil.

Dieser Wettbewerb richtete sich an Städte und Gemeinden sowie deren kleingärtnerische Organisationen. Bewertet wurde damit nicht lediglich die Schönheit einzelner Gärten. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Bedeutung von Kleingartenanlagen für Städtebau, Grünplanung, Erholung und das gesellschaftliche Leben.

Für einen Kleingartenverein war bereits die Teilnahme auf Bundesebene eine besondere Anerkennung.

Silber für Wedel

Am 5. Dezember 1984 fand im Wedeler Ratssaal die Preisverleihung statt.

In der Gruppe der Städte mit 25.000 bis 100.000 Einwohnern erreichte Wedel den zweiten Platz.

Der Erfolg wurde mit einer Silberplakette ausgezeichnet, die im Rathaus verblieb.

Damit fand die Entwicklung der vergangenen Jahre eine besondere Würdigung.

Neue Kleingartenanlagen waren entstanden, bestehende Kolonien wurden modernisiert und hunderte Mitglieder engagierten sich für ihre Gärten und die Gemeinschaft.

Was über Jahrzehnte aufgebaut worden war, erhielt nun auch überregional Anerkennung.

Der damalige 1. Vorsitzende Kurt Hügel bezeichnete 1984 deshalb zu Recht als eines der erfolgreichsten Jahre in der langen Geschichte des Vereins.

1985 – Wechsel an der Vereinsspitze

Nach den ereignisreichen Jahren des Ausbaus und dem großen Erfolg von 1984 begann 1985 ein neuer Abschnitt.

Eine neue Satzung

Bereits 1984 hatte die Mitgliederversammlung eine neue Vereinssatzung beschlossen.

Am 23. April 1985 wurde sie beim Amtsgericht Pinneberg hinterlegt.

Die neue Satzung fiel in eine Zeit, in der sich die rechtlichen und organisatorischen Anforderungen an Kleingartenvereine erheblich verändert hatten. Mehr als 500 Mitglieder, elf Kolonien, hunderte Pachtverhältnisse und die Auswirkungen des neuen Bundeskleingartengesetzes verlangten nach zeitgemäßen organisatorischen Grundlagen.

Kurt Hügel gibt den Vorsitz ab

Gleichzeitig kam es zu einem Wechsel an der Spitze des Vereins.

Kurt Hügel legte sein Amt als 1. Vorsitzender nieder.

Seine Amtszeit war von einer außergewöhnlich dynamischen Phase geprägt gewesen: steigende Mitgliederzahlen, der Ausbau des Corslands, erhebliche Investitionen, Auseinandersetzungen um den Erhalt von Kleingartenflächen und schließlich der große Erfolg beim Bundeswettbewerb 1984.

Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Kurt Syska.

Damit begann ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte.

Eine Bilanz der Jahre 1980 bis 1985

Innerhalb von nur sechs Jahren hatte sich der Verein erheblich weiterentwickelt.

Aus dem Jubiläumsjahr 1980 führte der Weg über den Ausbau neuer Kleingartenflächen und die Modernisierung bestehender Anlagen bis zu einer bundesweiten Auszeichnung im Jahr 1984.

Die Zahlen machen die Dimension deutlich: Anfang der 1980er-Jahre gehörten dem Verein bereits mehr als 500 Menschen an. 1983 wurden 420 Gärten in elf Kolonien bewirtschaftet. Gleichzeitig warteten zeitweise mehr als 100 Bewerber auf eine eigene Parzelle.

Mit Corsland entstanden dringend benötigte neue Gärten. Wasserversorgungen wurden ausgebaut, Parkplätze angelegt und technische Geräte für die Gemeinschaftsarbeit angeschafft.

Doch Wachstum bedeutete zugleich mehr Verantwortung.

Der Verein musste Fördermittel verwalten, Bauvorhaben begleiten, Interessen gegenüber Unternehmen und Politik vertreten und sich gegen den Verlust bestehender Kleingartenflächen einsetzen.

1983 kam mit dem neuen Bundeskleingartengesetz eine weitere große Aufgabe hinzu. Das deutsche Kleingartenrecht wurde grundlegend neu geordnet und die Vertragsverhältnisse mussten an die neuen gesetzlichen Anforderungen angepasst werden.

Der Erfolg beim Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ 1984 war deshalb mehr als eine Auszeichnung für schöne Gärten.

Die Silberplakette stand auch für Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit und für die Entwicklung der Kleingartenanlagen zu einem festen Bestandteil des Wedeler Stadtbildes.

Mit dem Wechsel von Kurt Hügel zu Kurt Syska an der Vereinsspitze endete 1985 schließlich eine besonders bewegte Phase.

Wie die Geschichte danach weiterging, ist noch nicht vollständig dokumentiert.

Für die Jahre 1986 bis 1989 bestehen derzeit noch Lücken in den vorhandenen Vereinsunterlagen. Sollten weitere Protokolle, Zeitungsberichte, Fotografien oder andere Dokumente gefunden werden, wird auch dieser Abschnitt der Vereinsgeschichte weiter ergänzt werden.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die Jahre 1991–1999

Wachstum, Modernisierung und neue Herausforderungen

Die 1990er-Jahre begannen für den Schrebergarten-Verein Wedel mit einem bemerkenswerten Wachstum. Die Mitgliederzahlen erreichten neue Höchststände, sämtliche Parzellen waren vergeben und zeitweise mussten Garteninteressenten erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen.

Gleichzeitig veränderte sich die Vereinsarbeit grundlegend. Wasserversorgungen wurden modernisiert, Einzelwasserzähler eingeführt, Vereinshäuser ausgebaut und große Infrastrukturmaßnahmen zunehmend aus eigenen Mitteln finanziert.

Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden schwieriger. Die Stadt Wedel kämpfte mit knappen Haushaltsmitteln und reduzierte ihre Zuschüsse erheblich. Gleichzeitig standen höhere Pachtforderungen im Raum. Der Verein musste deshalb immer häufiger entscheiden, welche Maßnahmen aus eigenen Mitteln finanziert werden konnten und wo gegenüber der Stadt klare Grenzen gezogen werden mussten.

Auch die Zusammensetzung der Mitgliedschaft veränderte sich. Immer mehr Familien mit Kindern interessierten sich für einen Kleingarten. Anfang der 1990er-Jahre wuchs die Mitgliederzahl auf über 600.

Neben diesen positiven Entwicklungen gab es schwere Momente. 1993 verstarb der damalige 1. Vorsitzende Herbert Plambeck nach kurzer schwerer Krankheit.

Zum Ende des Jahrzehnts begann außerdem ein weiterer grundlegender Wandel: Nach vier Jahrzehnten handschriftlicher Buchführung hielt der Computer Einzug in die Vereinsverwaltung.

1991 – 588 Mitglieder und die Idee eines eigenen Vereinshauses

Der Verein wächst weiter

1991 zählte der Schrebergarten-Verein Wedel bereits 588 Mitglieder.

Darunter befanden sich:

24 Gartenbewerber,
35 passive Mitglieder und
95 Familienmitglieder.

Die Entwicklung zeigte deutlich, dass der Kleingarten in Wedel weiterhin gefragt war.

Besonders bemerkenswert war der wachsende Anteil der Familienmitglieder. Der Verein war längst nicht mehr nur eine Gemeinschaft einzelner Pächter. Um die Gärten herum entwickelte sich zunehmend ein ausgeprägtes Familienleben.

Eine Parzelle für ein mögliches Vereinshaus

Nach der Kündigung der Parzelle 6037 wurde diese nicht wieder neu verpachtet.

Der Vorstand hatte einen besonderen Grund dafür: Auf dem Gelände wurde der Bau eines eigenen Vereinshauses erwogen.

Die Überlegung zeigt, wie stark der Verein inzwischen gewachsen war. Mit fast 600 Mitgliedern entstand zunehmend der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten für Versammlungen, Veranstaltungen und das Vereinsleben.

Vorgesehen war zunächst ein Gebäude für ungefähr 60 bis 70 Personen.

Doch die Finanzierung sollte sich als entscheidendes Problem erweisen.

250 DM Sonderbeitrag?

Die vorhandenen Vereinsmittel hätten für den Bau nicht ausgereicht.

Deshalb wurde vorgeschlagen, von jedem aktiven Mitglied zusätzlich 250 DM zur Finanzierung des Vereinshauses zu erheben.

Für die Pächter war dies eine erhebliche Summe.

Die Mitgliederversammlung lehnte den Vorschlag mehrheitlich ab. Die Mitglieder waren offensichtlich nicht bereit, neben ihren laufenden Beiträgen und sonstigen Kosten noch eine derart hohe zusätzliche Zahlung für das Projekt zu leisten.

Damit war die Idee eines größeren Vereinshauses zunächst nicht grundsätzlich erledigt – aber eines war deutlich geworden:

Ein solches Projekt musste auf einer anderen finanziellen Grundlage entstehen.

Schlödelsweg erhält Unterstützung – aber kein Geld für die Wasseranlage

Die Kolonie Schlödelsweg erhielt von der Stadt Wedel einen Zuschuss in Höhe von 20.000 DM für die Herrichtung ihrer Anlage.

Der wesentlich größere Antrag für eine Wasseranlage hatte dagegen keinen Erfolg.

Hierfür waren 62.000 DM beantragt worden.

Die Stadt bewilligte diese Mittel nicht.

Das Thema Wasserversorgung im Schlödelsweg sollte den Verein noch mehrere Jahre beschäftigen.

Heldenhain I hat bereits Einzelwasserzähler

Einen wichtigen Schritt in die Zukunft hatte dagegen die Kolonie Heldenhain I vollzogen.

Dort war das Projekt zur Ausstattung der einzelnen Parzellen mit eigenen Wasserzählern abgeschlossen.

Das war keineswegs selbstverständlich.

In den meisten anderen Kolonien wurde der gesamte Wasserverbrauch weiterhin gemeinschaftlich erfasst und anschließend auf die Pächter verteilt.

Damit zahlte letztlich jeder einen Teil des Verbrauchs – unabhängig davon, wie sparsam oder großzügig er selbst mit Trinkwasser umging.

Wasser sparen – weil alle bezahlen

Der Vorstand appellierte deshalb während der Mitgliederversammlung erneut eindringlich an die Mitglieder, mit Trinkwasser sparsam umzugehen.

Solange keine individuellen Wasserzähler vorhanden waren, ließ sich der tatsächliche Verbrauch des einzelnen Gartens nicht feststellen.

Ein hoher Verbrauch einzelner Pächter belastete somit die gesamte Gemeinschaft.

Die Entwicklung der nächsten Jahre sollte zeigen, wie wirkungsvoll Einzelwasserzähler sein konnten.

„Heim + Garten“ bleibt

Auch die Gartenzeitung „Heim + Garten“ sorgte für Diskussionen.

Ein Antrag sah vor, den Bezug einzustellen.

Die Mehrheit der Mitgliederversammlung entschied jedoch anders.

Die Gartenzeitung sollte weiterhin bezogen werden.

1992 – Mehr als 600 Mitglieder

Neuer Mitgliederrekord

Der positive Trend setzte sich fort.

1992 gehörten dem Verein bereits 610 Mitglieder an.

Darunter waren:

24 Bewerber,
117 Familienmitglieder und
34 passive Mitglieder.

Die Zahl der Familienmitglieder war innerhalb kurzer Zeit deutlich gestiegen.

Das verdeutlichte, dass sich auch die gesellschaftliche Bedeutung der Kleingärten veränderte. Der Garten war Erholungsraum, Freizeitort und Treffpunkt für die gesamte Familie.

80 Ehrungen sprengen die Mitgliederversammlung

Ein ungewöhnliches organisatorisches Problem entstand durch die große Zahl langjähriger Mitglieder.

Nicht weniger als 80 Vereinsmitglieder sollten 1992 für ihre langjährige Mitgliedschaft oder ihre Verdienste geehrt werden.

Eine solche Zahl ließ sich im normalen Ablauf einer Mitgliederversammlung kaum noch angemessen bewältigen.

Deshalb wurde für die Ehrungen eine eigene Veranstaltung notwendig.

Die hohe Zahl war zugleich ein eindrucksvolles Zeichen für die Verbundenheit vieler Mitglieder mit ihrem Verein.

Investitionen in Autal und Brünschen

Auch baulich ging die Entwicklung weiter.

Im Autal wurde eine Vogelschutzhecke angelegt.

In den Brünschen wurden die Zuwege hergerichtet. Außerdem entstand dort eine WC-Pilotanlage.

Damit rückte zunehmend die Verbesserung der gemeinschaftlichen Infrastruktur in den Mittelpunkt.

40 Jahre Nieland und Autal

Zwei Kolonien konnten 1992 ein Jubiläum feiern.

Die Kolonien Nieland und Autal bestanden seit nunmehr 40 Jahren.

Ihre Entstehung um 1952 fiel in eine Zeit, in der der Kleingarten nach dem Zweiten Weltkrieg noch eine besonders wichtige Rolle für Versorgung und Erholung spielte.

Vier Jahrzehnte später waren diese Anlagen längst fester Bestandteil des Wedeler Stadtbildes geworden.

Satzung und Ordnungen müssen angepasst werden

Auch rechtlich musste der Verein reagieren.

Änderungen des Kleingarten- und Vereinsrechts machten Anpassungen der Satzung erforderlich. Gleichzeitig wurden die vereinsinternen Ordnungen überarbeitet.

Gerade bei einem Verein mit inzwischen mehr als 600 Mitgliedern und mehreren hundert Pachtverhältnissen waren aktuelle und rechtssichere Regelungen von erheblicher Bedeutung.

Eine besonders weitreichende Änderung des Bundeskleingartengesetzes folgte kurze Zeit später: Das Änderungsgesetz vom 8. April 1994 änderte insbesondere die zulässige Höchstpacht.

Neue Zukunft für die Vereinshäuser

Auch für die bestehenden Vereinshäuser wurde ein neues Konzept vorgestellt.

Sie sollten sich künftig wirtschaftlich selbst tragen und nicht dauerhaft aus allgemeinen Vereins- oder Mitgliedermitteln finanziert werden.

Die Häuser im Autal und in den Brünschen sollten allerdings noch renoviert werden.

Für ein geplantes Vereinshaus im Nieland sollten ebenfalls noch Mittel bereitgestellt werden.

Damit zeichnete sich eine neue Linie ab:

Der Verein wollte notwendige Investitionen ermöglichen, zugleich aber vermeiden, dass die gesamte Mitgliedschaft auf Dauer für die laufenden Kosten einzelner Vereinshäuser aufkommen musste.

1993 – Wachstum und ein schwerer Verlust

623 Mitglieder

Auch 1993 setzte sich der Mitgliederzuwachs fort.

Der Verein zählte nun 623 Mitglieder.

Davon waren:

34 passive Mitglieder,
121 Familienmitglieder und
31 Gartenbewerber.

Freie Parzellen gab es praktisch nicht.

Wer sich für einen Kleingarten interessierte, musste warten.

Immer mehr Familien suchen einen Garten

Der Vorstand stellte fest, dass sich unter den neuen Mitgliedern zunehmend Familien mit Kindern befanden.

Dieser Trend wirkte sich unmittelbar auf das Vereinsleben aus.

Die Sprechstunden waren inzwischen selbst in den Wintermonaten gut besucht.

Das zeigt, wie stark das Interesse an einem eigenen Garten geworden war. Der Kleingarten wurde von einer neuen Generation als attraktiver Freizeit- und Familienraum entdeckt.

Tod des 1. Vorsitzenden Herbert Plambeck

Das Jahr wurde von einem schweren Verlust überschattet.

Der damalige 1. Vorsitzende Herbert Plambeck verstarb am 4. September 1993 nach kurzer schwerer Krankheit.

Für den Verein bedeutete sein Tod nicht nur den Verlust seines Vorsitzenden, sondern auch eine unerwartete Zäsur in der laufenden Vereinsarbeit.

Ein kostspieliger Rechtsstreit

Auch rechtlich musste sich der Verein mit einem schwierigen Fall auseinandersetzen.

Gegen einen Pächter wurde ein gerichtliches Verfahren geführt.

Das Urteil brachte dem Verein zumindest einen Teilerfolg: Der betreffende Pächter musste seinen Garten räumen.

Gleichzeitig entschied das Gericht jedoch, dass er weiterhin als passives Mitglied dem Verein angehören durfte.

Für den Verein hatte der Rechtsstreit erhebliche finanzielle Folgen.

Die Kosten beliefen sich auf 3.838 DM.

Der Fall machte deutlich, dass Konflikte um Pachtverhältnisse nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teuer werden konnten.

Wieder Hochwasser

Die Kolonien Nieland und Brünschen wurden von starkem Regenhochwasser getroffen.

Dabei entstanden erhebliche Schäden.

Gemeinsam mit der Stadt Wedel konnte jedoch vergleichsweise schnell Abhilfe geschaffen werden.

Wasserprobleme gehörten insbesondere in den niedrig gelegenen Bereichen über Jahrzehnte zu den wiederkehrenden Herausforderungen des Vereins.

Einzelwasserzähler zeigen Wirkung

Gleichzeitig zeigte sich erstmals sehr deutlich, welchen Effekt die Einführung von Einzelwasserzählern hatte.

In Nieland und Brünschen waren entsprechende Zähler installiert worden.

Das Ergebnis war bemerkenswert:

Der Wasserverbrauch ging gegenüber dem Vorjahr erheblich zurück.

Damit bestätigte sich eine Erfahrung, die später für weitere Kolonien wichtig werden sollte.

Sobald jeder Pächter seinen tatsächlichen Verbrauch selbst bezahlen musste, wurde mit dem Trinkwasser wesentlich bewusster umgegangen.

1994 – Weniger Zuschüsse, höhere Belastungen

Die Stadt muss sparen

Die schwierige Finanzlage der Stadt Wedel machte sich für den Verein immer stärker bemerkbar.

1994 erhielt der Schrebergarten-Verein Wedel nur noch 2.000 DM Vereinszuschuss.

Im Vergleich zu früheren Jahren war dies nur noch ein geringer Betrag.

Für größere Projekte bedeutete das zwangsläufig, dass der Verein stärker auf Eigenmittel, Rücklagen und besondere Finanzierungsmodelle angewiesen war.

Große Pläne für 1995

Trotzdem standen weitere Investitionen bevor.

Für 1995 wurden frühzeitig finanzielle Mittel für zwei größere Projekte eingeworben:

die Erweiterung der Kolonie Schlödelsweg und das Vereinshaus Nieland.

Beide Projekte machten deutlich, dass der Verein trotz knapper werdender öffentlicher Mittel weiter wachsen und seine Anlagen modernisieren wollte.

Die Revision warnt

Die Rechnungsprüfung machte in ihrem Bericht auf eine zunehmend problematische Entwicklung aufmerksam.

Einnahmen und Ausgaben standen nicht mehr in einem ausreichenden Verhältnis.

Nach Auffassung der Revision musste der Verein deshalb früher oder später über eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages nachdenken.

Das Thema Finanzen sollte die zweite Hälfte des Jahrzehnts zunehmend bestimmen.

Hans-Jürgen Schaumburg wird 1. Vorsitzender

Am 18. Februar 1994 wurde Hans-Jürgen Schaumburg zum 1. Vorsitzenden des Schrebergarten-Verein Wedel e.V. gewählt.

Damit erhielt der Verein nach dem Tod Herbert Plambecks wieder eine regulär gewählte Führung.

Schaumburg sollte den Verein durch eine Phase führen, in der umfangreiche Investitionen, Pachtauseinandersetzungen und Modernisierungen der Verwaltung anstanden.

Rund eineinhalb Jahre Wartezeit

Die Mitgliederzahl stieg zwar nur noch leicht, an der hohen Nachfrage nach Gärten änderte sich jedoch nichts.

Für Bewerber kristallisierte sich inzwischen eine durchschnittliche Wartezeit von bis zu eineinhalb Jahren heraus.

Allein diese Zahl zeigt, wie begehrt die Wedeler Kleingärten zu dieser Zeit waren.

Das Vereinshaus Nieland ist fertig

Ein lange geplantes Projekt konnte abgeschlossen werden.

Das Vereinshaus Nieland wurde fertiggestellt.

Auch im Autal ging die Entwicklung weiter.

Das dortige Vereinshaus war inzwischen an den Hauptsammler West angeschlossen worden. Der Bau der sanitären Anlagen stand unmittelbar bevor.

Damit wurden die Vereinshäuser Schritt für Schritt auf einen zeitgemäßeren Stand gebracht.

Einbruchsserie in den Kolonien

Weniger erfreulich war eine Serie von Einbrüchen.

Betroffen waren sämtliche Kolonien.

Für viele Kleingärtner bedeutete dies nicht nur den Verlust gestohlener Gegenstände. Häufig waren die Sachschäden an Lauben, Türen oder Fenstern wesentlich schwerwiegender.

Nach einem Einbruch begann für die Betroffenen oftmals die mühsame Reparatur der beschädigten Gartenlauben.

Ytong bleibt ein Problem

Für die Kolonie Nieland blieb auch die benachbarte Firma Ytong ein Dauerproblem.

Lärm- und Schmutzbelastungen waren nach Ansicht des Vereins weiterhin nicht zufriedenstellend gelöst.

Der Vorstand nahm deshalb erneut Gespräche mit der Geschäftsleitung auf.

Der industrielle Nachbar war keine vorübergehende Erscheinung: Nach Angaben der Stadt Wedel existierte an der Industriestraße seit 1964 ein Porenbetonwerk; 1969 wurde es von Ytong übernommen. Der heutige Bebauungsplan Nieland beschreibt das Werksgelände unmittelbar östlich des betreffenden Gebietes.

1995 – 75 Jahre Schrebergarten-Verein Wedel

632 Mitglieder und 431 belegte Parzellen

Im Jubiläumsjahr setzte sich die positive Entwicklung fort.

Der Verein erreichte 632 Mitglieder.

Alle 431 Parzellen waren bewirtschaftet.

Leerstände gab es nicht.

75 Jahre nach seiner Gründung war aus dem kleinen Verein von 1920 eine große Organisation mit mehreren hundert Pachtverhältnissen geworden.

Endlich alle Kolonieversammlungen

Was in früheren Jahren immer wieder angemahnt worden war, gelang 1995 tatsächlich:

Alle Kolonien hielten die vom Vorstand vorgesehenen Kolonieversammlungen ab.

Für einen Verein dieser Größenordnung war das keineswegs nur eine Formalität.

Die Kolonieversammlungen bildeten eine wichtige Verbindung zwischen den einzelnen Anlagen und dem Gesamtvorstand und ermöglichten es, Probleme unmittelbar vor Ort zu besprechen.

Gemeinsam für ein sauberes Wedel

Auch gesellschaftlich zeigte der Verein Präsenz.

An der Aktion „Sauberes Wedel“ beteiligten sich rund 30 Kleingärtner.

Gemeinsam wurde im Bereich des Autals Unrat gesammelt – und das trotz regnerischen Wetters.

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, im Vereinshaus Nieland einen Vortrag der Umweltpolizei über das damals neue Bodenrecht zu hören.

Damit verband die Veranstaltung praktische Umweltarbeit mit Information.

75 Jahre Vereinsgeschichte

Ein besonderer Höhepunkt war die 75-Jahr-Feier des Schrebergarten-Verein Wedel e.V.

Gefeiert wurde im neuen Vereinshaus Nieland.

Zu den Gästen gehörten Vertreter des Kreisverbandes Kiel und des Kleingartenvereins Elmschenhagen.

Bei dieser Gelegenheit fanden erste Gespräche über eine mögliche Partnerschaft statt.

Das Jubiläum bot damit nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern öffnete auch neue Kontakte zu anderen Kleingärtnerorganisationen.

Drei Vereinshäuser mit Toilettenanlagen

Die Bau- und Ausbauarbeiten an den Vereinshäusern Autal, Brünschen und Nieland wurden abgeschlossen.

Damit verfügten nun alle drei Gebäude über Toilettenanlagen.

Was heute selbstverständlich klingt, bedeutete für die damaligen Anlagen eine deutliche Verbesserung.

Die Kolonien achten stärker auf ihre Kosten

Auch finanziell zeigte sich eine Veränderung.

Die Kolonieausbauumlage wurde aufgeteilt:

Je 12,50 DM flossen in die Kolonie beziehungsweise in die Vereinsrücklage.

Von den Kolonien wurden insgesamt lediglich 1.734 DM abgefordert.

Der Vorstand sah darin einen ähnlichen Effekt wie bei den Einzelwasserzählern:

Wenn Kosten konkreter zugeordnet werden konnten, wurde genauer darauf geachtet, welche Ausgaben tatsächlich notwendig waren.

„Der Verein ist kein Sparclub“

Für die Brünschen standen größere Investitionen an.

Eine Drainage sollte die wiederkehrenden Wasserprobleme entschärfen.

Dadurch lagen die Vereinsausgaben über den Einnahmen.

Die Revision bemängelte diese Entwicklung.

Der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg hielt dagegen, dass ein Verein schließlich kein Sparclub sei. Wenn notwendige Investitionen anstünden, seien die vorhandenen Gelder auch dafür einzusetzen.

Diese Haltung beschreibt recht treffend einen Grundkonflikt, mit dem Vereinsvorstände bis heute umgehen müssen:

Rücklagen sind notwendig – doch sie erfüllen ihren Zweck gerade dann, wenn wichtige Maßnahmen finanziert werden müssen.

Was ist eigentlich ein „naturnaher Garten“?

Ein gemeinsamer Gartenwettbewerb des Kleingartenausschusses, des Schrebergarten-Vereins, des Haus- und Grundstückseigentümervereins und der Stadt Wedel stand unter dem Motto:

„Der naturnahe Garten“

Hans-Jürgen Schaumburg stellte vorsorglich klar, was damit aus kleingärtnerischer Sicht gemeint war.

„Naturnah“ bedeutete keineswegs einfach: wachsen lassen, was wächst.

Auch ein naturnaher Kleingarten musste nach den Regeln von Satzung und Gartenordnung bewirtschaftet und gepflegt werden.

Vom Schrebergarten-Verein Wedel meldete sich zwar nur ein Pächter zum Wettbewerb an.

Dieser gewann allerdings prompt den 1. Preis.

Eine bessere Erfolgsquote war kaum möglich.

1996 – Der Verein finanziert die Wasserversorgung selbst

Gute finanzielle Entwicklung

Die finanzielle Entwicklung verlief 1996 erfreulich.

Der Verein gab weniger Geld aus als ursprünglich veranschlagt.

Damit standen genügend Mittel zur Verfügung, um ein lange geplantes Projekt schließlich selbst in Angriff zu nehmen.

Schlödelsweg wartet seit vier Jahren auf Wasser

Seit Jahren bemühte sich der Verein bei der Stadt Wedel um finanzielle Unterstützung für den Leitungswasseranschluss der Kolonie Schlödelsweg.

Trotz positiver Signale und einstimmiger Beschlüsse in den Fraktionen wurden die vorgesehenen Haushaltsmittel schließlich im Finanzausschuss gestrichen.

Nach vier Jahren war für den Vorstand die Grenze des Zumutbaren erreicht.

Der Verein beschloss deshalb, die Erschließung aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Damit sollte endlich erreicht werden, worauf die Kleingärtner im Schlödelsweg so lange gewartet hatten: einen Anschluss an das öffentliche Leitungswassernetz.

Eigenfinanzierung mit klarer Botschaft an die Stadt

Die Entscheidung war allerdings mit einer deutlichen Erwartung an die Stadt verbunden.

Wenn der Verein eine förderungswürdige Infrastrukturmaßnahme vollständig selbst bezahlte, sollten nach Ansicht des Vorstandes zumindest die Überlegungen zu einer höheren Pacht fallengelassen werden.

Gleichzeitig machte der Verein klar:

Die Eigenfinanzierung durfte nicht als Signal verstanden werden, dass der Schrebergarten-Verein in Zukunft grundsätzlich auf städtische Zuschüsse verzichten könne.

Weniger Einbrüche

Nach den erheblichen Problemen der Vorjahre gab es auch eine gute Nachricht.

Die Zahl der Einbrüche in den Kolonien ging zurück.

Für die betroffenen Anlagen war dies eine deutliche Entlastung.

Neue Wertermittlungsrichtlinien

Auch die Wertermittlungskommission musste sich auf neue Vorgaben einstellen.

Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein hatte neue Wertermittlungsrichtlinien herausgegeben.

Solche Richtlinien bilden die Grundlage für die Bewertung von Lauben, Anpflanzungen und sonstigen Einrichtungen bei einem Pächterwechsel.

Für die ehrenamtlichen Wertermittler bedeuteten Änderungen immer auch neue Schulung und Einarbeitung.

643 Mitglieder und 435 Parzellen

Die Mitgliederzahlen entwickelten sich weiter nach oben.

1996 erreichte der Verein 643 Mitglieder.

Inzwischen wurden 435 Parzellen bewirtschaftet.

Damit näherte sich der Verein dem höchsten Mitgliederstand dieses Jahrzehnts.

Veränderungen bei der Stadtverwaltung

Auch die politische Zuständigkeit sollte sich ändern.

Nach der damaligen Ankündigung sollte der Kleingartenausschuss 1998 aufgelöst werden.

Seine Aufgaben sollten anschließend vom Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss, kurz UBF, übernommen werden.

Damit änderte sich für den Verein ein über viele Jahre vertrauter Ansprechpartner innerhalb der Wedeler Kommunalpolitik.

Der Verein braucht weitere Flächen

Angesichts der weiterhin hohen Zahl von Gartenbewerbern erneuerte der Vorstand auf der Mitgliederversammlung eine alte Forderung:

Dem Verein sollten in absehbarer Zeit weitere Pachtflächen zur Verfügung gestellt werden.

Die bestehenden Anlagen waren vollständig ausgelastet.

Ohne neue Flächen konnte der Verein zusätzliche Garteninteressenten nur auf die Warteliste setzen.

1997 – Endlich Leitungswasser im Schlödelsweg

Mitgliederzahl bleibt stabil

1997 blieb die Vereinsstärke gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zu- und Abgänge hielten sich die Waage.

Auch sämtliche Parzellen blieben belegt.

Damit gab es erneut keine Pachtausfälle durch leerstehende Gärten.

22 Teilnehmer beim Gartenwettbewerb

Der städtische Gartenwettbewerb fand 1997 deutlich größeren Zuspruch.

Hatte sich im Vorjahr lediglich ein Mitglied des Schrebergarten-Vereins beteiligt, meldeten sich nun 22 Kleingärtner an.

Der Wettbewerb war damit endgültig in den Kolonien angekommen.

Gemeinsam gegen den Müll

Der Verein beteiligte sich auch wieder an der Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“.

Rund um Autal, Brünschen und Corsland wurde bei guter Beteiligung Müll und Unrat gesammelt.

Damit engagierten sich die Kleingärtner über die Grenzen ihrer eigenen Parzellen hinaus für das Umfeld ihrer Anlagen.

Schlödelsweg bekommt endlich Wasser

Nach jahrelanger Diskussion konnte die Wasserversorgung der Kolonie Schlödelsweg erfolgreich fertiggestellt werden.

Im Voranschlag waren dafür 23.000 DM vorgesehen.

Durch weitere Maßnahmen und die finanzielle Beteiligung eines Anwohners konnten die tatsächlichen Kosten für den Verein jedoch erheblich gesenkt werden.

Der Vereinsanteil betrug letztlich nur noch 12.243 DM.

Finanziell war dies ein beachtlicher Erfolg.

Noch wichtiger war allerdings das Ergebnis für die Kolonie:

Nach jahrelangem Warten verfügte nun auch der Schlödelsweg über Leitungswasser.

Neuer Konflikt mit Ytong

Kaum war ein Problem gelöst, kündigte sich im Nieland das nächste an.

Bei Ytong waren neue Bauaktivitäten geplant.

Dafür standen offenbar weitere Flächen im Bereich der Kolonie Nieland zur Diskussion, die einer industriellen Nutzung zugeführt werden sollten.

Die Angelegenheit war bereits so konkret, dass Grenzsteine freigelegt worden waren.

Es fanden Gespräche zwischen dem Vorstand des Schrebergarten-Vereins, Vertretern von Ytong und dem Bürgermeister der Stadt Wedel statt.

Eine schnelle Lösung gab es nicht.

Der Konflikt zog sich bis 1998 hin.

Die räumliche Nähe zwischen Nieland und dem Porenbetonwerk ist auch in städtischen Planungsunterlagen dokumentiert. Das damalige Ytong-Werk prägte den östlichen Bereich des Gebietes über Jahrzehnte.

Brünschen erneut unter Wasser

Auch die Brünschen wurden wieder von Überschwemmungen betroffen.

Zur Verbesserung der Situation nahm die Stadt Wedel Kontakt mit Hamburg auf.

Im betreffenden Graben mussten Absperrschieber eingebaut beziehungsweise erneuert werden.

Das Problem war grenzüberschreitend, denn die entsprechenden Anlagen lagen auf Hamburger Gebiet.

Die wiederkehrenden Überschwemmungen zeigen, wie sehr die Entwässerung der Wedeler Kleingartenflächen von einem größeren wasserwirtschaftlichen System abhängig war.

Die Pachtfrage kehrt zurück

Die Hoffnung des Vereins, dass die eigenfinanzierte Wassererschließung im Schlödelsweg bei der Stadt Anerkennung finden würde, erfüllte sich nicht.

Statt eines Verzichts auf eine Pachterhöhung standen inzwischen sogar deutlich höhere Forderungen im Raum.

Die Diskussion fiel in eine Zeit, in der sich auch die bundesgesetzliche Grundlage verändert hatte.

Mit dem Gesetz zur Änderung des Bundeskleingartengesetzes von 1994 wurde die zulässige Höchstpacht neu geregelt. Für bestehende Pachten sah das Gesetz Übergangsschritte vor: ab Mai 1994 bis zum Doppelten, ab Januar 1996 bis zum Dreifachen und ab Januar 1998 bis zum Vierfachen der maßgeblichen ortsüblichen Pacht im erwerbsmäßigen Obst- und Gemüseanbau.

Diese bundesweite Entwicklung erklärt, warum die Frage der Pachthöhe gerade Mitte und Ende der 1990er-Jahre vielerorts an Bedeutung gewann.

Sie beantwortete allerdings nicht automatisch die Frage, welche konkrete Erhöhung in Wedel zulässig war.

Darüber sollte es schon bald Streit geben.

1998 – Streit um die Pacht und Abschied von zwei Vereinsurgesteinen

Die Mitgliederzahl bleibt bei 643

Auch 1998 gehörten dem Verein 643 Mitglieder an.

Die Zahl der Bewerber war jedoch auf nur noch 24 zurückgegangen.

Der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg stellte damit erstmals einen rückläufigen Trend fest.

Nach vielen Jahren stetigen Wachstums deutete sich langsam eine Veränderung an.

Erleichterung im Nieland

Der Konflikt um mögliche zusätzliche Flächenansprüche von Ytong endete zunächst im Sinne der Kleingärtner.

Das Unternehmen gab seine damaligen Bauabsichten auf.

Damit bestand keine unmittelbare Gefahr mehr, dass weitere Gartenflächen im Nieland für das Bauprojekt benötigt würden.

Die Pächter konnten zunächst aufatmen.

Pachterhöhung zum 1. Januar 1999

Beim nächsten Thema war an Aufatmen dagegen nicht zu denken.

Mit Schreiben vom 28. Dezember 1998 teilte die Stadt Wedel dem Verein mit, dass die Pacht für sämtliche Pachtflächen bereits zum 1. Januar 1999 erhöht werden sollte.

Zwischen Mitteilung und geplantem Inkrafttreten lagen damit nur wenige Tage.

Der Verein wollte dies nicht hinnehmen und übergab die Angelegenheit einem Rechtsanwalt.

Nach dessen Auffassung bestanden sowohl gegen den vorgesehenen Zeitpunkt als auch gegen die Höhe der Forderung rechtliche Einwände.

Die Stadt konnte sich hinsichtlich der Pachthöhe allerdings auf ein Gutachten des zuständigen Amtes für Landwirtschaft und Forsten stützen.

Rund 36.000 DM für die Pächter gespart

Zumindest beim Zeitpunkt erzielte der Verein einen wichtigen Erfolg.

Die Pachterhöhung wurde nicht zum 1. Januar 1999 wirksam, sondern sollte erst zum 1. Januar 2000 erfolgen.

Nach Berechnung des Vereins ersparte diese Verschiebung den Pächtern für das Jahr 1999 insgesamt ungefähr 36.000 DM.

Allein dieser Betrag zeigt, welche finanzielle Bedeutung die Pachtfrage inzwischen für den Gesamtverein hatte.

Keine Klage gegen die Pachthöhe

Nach eingehender Prüfung riet der beauftragte Rechtsanwalt davon ab, auch gegen die Höhe der Pacht gerichtlich vorzugehen.

Der Ausgang eines solchen Verfahrens wäre zu unsicher gewesen.

Gleichzeitig hätte ein Prozess erhebliche Kosten verursachen können.

Der Vorstand entschied sich deshalb gegen dieses Risiko.

Der rechtliche Hintergrund war kompliziert: Seit der Änderung des Bundeskleingartengesetzes 1994 durfte die Höchstpacht stufenweise steigen, ab dem 1. Januar 1998 bis auf das Vierfache der maßgeblichen Vergleichspacht. Die konkrete Berechnung hing jedoch von der örtlichen beziehungsweise einer vergleichbaren erwerbsgärtnerischen Pacht ab.

47 Mitglieder werden geehrt

Auch 1998 war die Zahl der Ehrungen wieder so groß, dass sie nicht sinnvoll in die normale Mitgliederversammlung integriert werden konnte.

47 Mitglieder sollten ausgezeichnet werden.

Deshalb wurde erneut eine eigene Ehrungsveranstaltung durchgeführt.

Üblicherweise lag die Zahl der jährlichen Ehrungen lediglich bei etwa zehn bis fünfzehn.

Die außergewöhnlich hohe Zahl belegte erneut, wie viele Mitglieder dem Verein bereits seit Jahrzehnten verbunden waren.

Der Corsland-Parkplatz wird erneuert

Der Parkplatz im Corsland wurde umfassend erneuert.

Zusätzlich erhielt die Anlage eine Drainage.

Auf eine Asphaltdecke wurde bewusst verzichtet, obwohl diese nach den Vereinsunterlagen sogar günstiger gewesen wäre.

Eine vollständige Flächenversiegelung war nicht gewollt.

Der Verein entschied sich somit für eine Lösung, bei der nicht allein die niedrigsten Baukosten den Ausschlag gaben.

Das Vereinslogo hält Einzug in die Formulare

Auch das Erscheinungsbild des Vereins wandelte sich.

Das neue Vereinslogo befand sich inzwischen bereits seit einiger Zeit auf den Vereinsflaggen.

Nun sollte es schrittweise auch auf den vereinseigenen Formularen verwendet werden.

Damit begann eine Vereinheitlichung des äußeren Erscheinungsbildes, die heute unter dem Begriff Corporate Design selbstverständlich erscheint.

Gespräche über eine Rückkehr zum Kreisverband

Der Schrebergarten-Verein Wedel gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren weder dem Kreisverband noch dem Landesbund der Kleingärtner an.

Auf Wunsch der Mitgliederversammlung sollten erneut Gespräche mit dem Kreisverband geführt werden.

Der Vorstand erhielt den Auftrag, zu prüfen, welche Vor- und Nachteile ein Wiedereintritt hätte.

40 Jahre Rechnungsführer

Zwei langjährige Ehrenamtliche beendeten 1998 ihre Tätigkeit.

Besonders außergewöhnlich war die Amtszeit des Rechnungsführers Willi Meschke.

Er hatte dieses Amt 40 Jahre lang ausgeübt.

Auch Revisor Otto Schäfer konnte auf eine kaum weniger beeindruckende Zeit zurückblicken:

Er war 38 Jahre als Revisor tätig gewesen.

Beide stellten sich nicht erneut zur Wahl.

Ein ehrenamtliches Engagement über annähernd vier Jahrzehnte ist außergewöhnlich und verdient einen besonderen Platz in der Vereinschronik.

Nach 40 Jahren endet das handschriftliche Journal

Mit dem Ausscheiden Willi Meschkes endete gleichzeitig eine Ära in der Vereinsverwaltung.

Über 40 Jahre war die Buchführung in einem handschriftlich geführten Journal erledigt worden.

Trotz der ständig wachsenden Anzahl von Buchungen bescheinigten die Revisoren dem Rechnungsführer stets eine ordentliche und saubere Buchführung.

Mit inzwischen mehr als 600 Mitgliedern und mehreren hundert Pachtverhältnissen wurde das traditionelle Verfahren jedoch zunehmend aufwendig.

1998 fiel deshalb die Entscheidung:

Die Vereinsbuchführung sollte auf Computer umgestellt werden.

Damit begann die Digitalisierung der Vereinsverwaltung.

1999 – Der Computer hält Einzug in die Vereinsverwaltung

Mitgliederzahl erstmals leicht rückläufig

1999 zählte der Verein noch rund 640 Mitglieder.

Das waren lediglich drei weniger als in den beiden Vorjahren.

Auch die Zahl der Bewerber ging leicht zurück und lag nun bei 22.

Für sich genommen waren diese Veränderungen gering.

Da die Mitgliederentwicklung jedoch bereits seit rund zwei Jahren stagnierte, erkannte der Vorstand darin einen Trend.

Nach Jahrzehnten nahezu kontinuierlichen Wachstums schien die Nachfrage nicht mehr automatisch weiter anzusteigen.

Mitglieder sollen neue Mitglieder werben

Der Vorstand rief deshalb dazu auf, verstärkt für den Verein zu werben.

Die Mitglieder sollten Freunde, Bekannte und andere Interessierte auf die Möglichkeiten eines Kleingartens aufmerksam machen.

Es war ein bemerkenswerter Wandel.

Noch wenige Jahre zuvor hatten Bewerber bis zu eineinhalb Jahre auf einen freien Garten warten müssen.

Nun begann der Verein erstmals wieder aktiver über Mitgliedergewinnung nachzudenken.

Die elektronische Buchführung ist da

Die 1998 begonnene Umstellung wurde abgeschlossen.

Die Vereinsfinanzen wurden nun elektronisch per Computer geführt.

Für die Mitglieder war der Wandel zunächst gewöhnungsbedürftig.

Abrechnung und Voranschlag wurden erstmals in einer neuen Form präsentiert.

Nicht alles funktionierte von Beginn an perfekt.

Einige Verbesserungen waren noch notwendig und auch der Vorstand musste sich zunächst an die neuen Möglichkeiten gewöhnen.

Nach vier Jahrzehnten handschriftlicher Buchführung war dies jedoch ein grundlegender Modernisierungsschritt.

Der Computer hatte endgültig Einzug in die Vereinsverwaltung gehalten.

Keine Rückkehr zum Kreis- und Landesverband

Auftrag der Mitgliederversammlung von 1998 war es gewesen, einen möglichen Wiedereintritt in den Kreisverband beziehungsweise Landesbund zu prüfen.

Das entsprechende Informationsgespräch fand statt.

Nach Einschätzung des Wedeler Vorstandes konnte der Kreisverband jedoch keine überzeugenden Vorteile darlegen, die einen Wiedereintritt gerechtfertigt hätten.

Der Schrebergarten-Verein Wedel entschied sich deshalb, weiterhin unabhängig zu bleiben.

Ytong – nun droht Betrieb rund um die Uhr

Die unmittelbare Gefahr zusätzlicher Flächenansprüche im Nieland war zwar im Vorjahr verschwunden.

Damit endete der Konflikt mit Ytong jedoch nicht.

Nun stand ein Antrag des Unternehmens im Raum, den Betrieb auf 24-Stunden-Schichten an sieben Tagen in der Woche auszuweiten.

Nach Einschätzung des Gewerbeaufsichtsamtes war eine solche Genehmigung grundsätzlich möglich.

Für die unmittelbar benachbarten Kleingärtner hätte dies erhebliche Konsequenzen haben können.

Gerade die Ruhe an Wochenenden, für viele Pächter ein wesentlicher Bestandteil der Erholungsfunktion ihres Gartens, wäre gefährdet gewesen.

Noch war allerdings keine endgültige Entscheidung gefallen.

Dass Industrie und Kleingärten hier tatsächlich unmittelbar aufeinandertrafen, lässt sich auch unabhängig von den Vereinsunterlagen belegen: Das Ytong-Werk lag jahrzehntelang an der Industriestraße 60; städtische Planungsunterlagen beschreiben den Industriebetrieb als prägend für den direkt an Nieland angrenzenden Bereich.

Und wieder Hochwasser in den Brünschen

Ein Problem blieb dem Verein auch zum Ende des Jahrzehnts treu.

Die Brünschen wurden erneut von Hochwasser getroffen.

Teilweise waren die Schäden so erheblich, dass Reparaturarbeiten nicht mehr allein in Eigenleistung vorgenommen werden konnten.

Fachfirmen mussten beauftragt werden.

Die Schadensregulierung verzögerte sich zusätzlich, weil einzelne Einsatzberichte der Wedeler Feuerwehr nicht rechtzeitig bei der Versicherung vorlagen.

Damit endeten die 1990er-Jahre in den Brünschen mit demselben Problem, das die Kolonie bereits viele Jahre zuvor begleitet hatte:

zu viel Wasser.

Eine Bilanz der Jahre 1991 bis 1999

Die 1990er-Jahre waren für den Schrebergarten-Verein Wedel ein Jahrzehnt des Übergangs.

Zu Beginn stand vor allem das Wachstum.

588 Mitglieder im Jahr 1991 wurden zu mehr als 640 Mitgliedern Mitte des Jahrzehnts. Sämtliche Parzellen waren belegt, Bewerber warteten teilweise bis zu eineinhalb Jahre auf einen Garten.

Besonders auffällig war der wachsende Anteil von Familien. Immer mehr Eltern mit Kindern entdeckten den Kleingarten als gemeinsamen Freizeit- und Erholungsraum.

Gleichzeitig wurde die Infrastruktur der Kolonien entscheidend verbessert.

Vereinshäuser wurden saniert und mit sanitären Anlagen ausgestattet. Das Vereinshaus Nieland entstand. Wassernetze wurden ausgebaut und mit dem Schlödelsweg erhielt schließlich auch eine lange benachteiligte Kolonie ihren Leitungswasseranschluss.

Die Einführung von Einzelwasserzählern erwies sich als besonders wirkungsvoll. Schon die ersten Erfahrungen zeigten, dass der Verbrauch erheblich zurückging, sobald jeder Pächter für sein tatsächlich verbrauchtes Wasser selbst aufkommen musste.

Doch das Jahrzehnt war auch von zunehmendem finanziellem Druck geprägt.

Die Zuschüsse der Stadt Wedel gingen zurück. Der Verein musste notwendige Baumaßnahmen immer häufiger selbst finanzieren. Gleichzeitig entwickelte sich die Pachthöhe zu einem der wichtigsten politischen und rechtlichen Themen.

Diese Diskussion fiel nicht zufällig in die zweite Hälfte der 1990er-Jahre. Der Bundesgesetzgeber hatte 1994 die Pachtregelungen des Bundeskleingartengesetzes geändert. Bis 1998 wurde die gesetzlich zulässige Obergrenze stufenweise angehoben.

Als die Stadt Wedel Ende 1998 eine höhere Pacht ankündigte, schaltete der Verein deshalb einen Rechtsanwalt ein. Zumindest der vorgesehene Beginn konnte um ein Jahr verschoben werden. Nach Vereinsberechnung ersparte dies den Pächtern allein 1999 rund 36.000 DM.

Auch das Verhältnis von Industrie und Kleingartenflächen blieb schwierig.

Die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit dem Ytong-Werk im Bereich Nieland zeigen exemplarisch, was geschieht, wenn Kleingärten und industrielle Nutzung unmittelbar aneinandergrenzen. Die Existenz und Lage des Porenbetonwerkes sind unabhängig durch Unterlagen der Stadt Wedel dokumentiert.

Einen besonderen Einschnitt brachte 1993 der Tod des 1. Vorsitzenden Herbert Plambeck. Mit der Wahl Hans-Jürgen Schaumburgs im Februar 1994 begann anschließend eine neue Phase an der Vereinsspitze.

1995 konnte der Verein sein 75-jähriges Bestehen feiern.

Und zum Ende des Jahrzehnts vollzog sich nahezu unbemerkt ein Wandel, dessen Bedeutung für die nächsten Jahrzehnte kaum überschätzt werden kann:

Nach 40 Jahren handschriftlicher Journale wurde die Buchführung auf den Computer umgestellt.

Damit begann für den Schrebergarten-Verein Wedel das digitale Zeitalter.

Was von den 1990er-Jahren bleibt

Die Entwicklung zwischen 1991 und 1999 zeigt einen Verein, der erwachsen geworden war.

Mehr als 600 Mitglieder, über 430 bewirtschaftete Parzellen, eigene Vereinshäuser, umfangreiche Wassernetze und erhebliche jährliche Finanzbewegungen machten eine Organisation erforderlich, die mit dem kleinen Schrebergartenverein früherer Jahrzehnte kaum noch vergleichbar war.

Gleichzeitig blieben viele der Grundfragen erstaunlich zeitlos:

Wie lassen sich Kleingartenflächen dauerhaft sichern?

Wie viel darf ein Kleingarten kosten?

Welche Investitionen müssen aus Vereinsmitteln finanziert werden?

Wie lässt sich Wasser gerecht abrechnen?

Wie schützt man Gärten vor Hochwasser?

Und wie verträgt sich ein Erholungsgebiet mit unmittelbar angrenzender Industrie?

Die technischen Lösungen haben sich verändert.

Die Aufgaben des Vereins sind geblieben.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die Jahre 2000 - 2009

Die Jahre 2000–2009

Zwischen Jubiläum, Modernisierung und einer der größten Veränderungen der Vereinsgeschichte

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends trat auch der Schrebergarten-Verein Wedel in eine neue Phase seiner Geschichte ein.

Die großen Ausbaujahre lagen inzwischen hinter dem Verein. Fast alle Kolonien verfügten über eine zeitgemäßere Infrastruktur, Vereinshäuser waren entstanden oder modernisiert worden und mehr als 600 Menschen gehörten der Gemeinschaft an.

Doch die kommenden zehn Jahre sollten keineswegs ruhig verlaufen.

Neue Verwaltungsverfahren wurden eingeführt, die Buchführung und Mitgliederverwaltung zunehmend digitalisiert und mit dem Bankeinzugsverfahren hielt eine weitere organisatorische Neuerung Einzug.

Gleichzeitig veränderten sich die Rahmenbedingungen. Die Mitgliederzahlen gingen langsam zurück, freie Parzellen ließen sich nicht mehr überall sofort vergeben und die Kosten für Wasser, Versicherungen und andere Leistungen stiegen.

2005 geriet der Verein sogar in die schwerste Führungskrise seiner bisherigen Geschichte. Für einige Monate stand letztlich die Frage im Raum, ob es überhaupt gelingen würde, einen handlungsfähigen Vorstand zu bilden.

Kaum war diese Krise überwunden, kündigte sich bereits die nächste große Herausforderung an.

Die Stadt Wedel benötigte neue Gewerbeflächen.

Davon betroffen waren ausgerechnet die Kleingärten von Nieland 2 und Nieland 3.

Was 2006 mit ersten Planungen und Einwendungen begann, endete 2009 mit der endgültigen Rückgabe dieser Flächen.

Das Jahrzehnt führte den Verein damit von seinem 80-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 bis zu einer der einschneidendsten Flächenverluste seiner Geschichte.

2000 – 80 Jahre Schrebergarten-Verein Wedel

Die Mitgliederzahl sinkt erstmals leicht

Zu Beginn des neuen Jahrtausends gehörten dem Verein 637 Mitglieder an.

Damit waren es drei Mitglieder weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Bewerber blieb mit 22 Interessenten zunächst unverändert.

Allerdings zeigte sich bei der Nachfrage ein neues Bild.

Für freie Gärten in den Kolonien Autal, Corsland und Schlödelsweg gab es zeitweise keine Interessenten.

Noch wenige Jahre zuvor hatten Bewerber teilweise eineinhalb Jahre auf einen Garten warten müssen.

Nun deutete sich an, dass die jahrzehntelang nahezu selbstverständlich hohe Nachfrage nicht auf Dauer garantiert war.

Das Vereinshaus Autal ist saniert

Ein größeres Projekt konnte abgeschlossen werden:

Die Sanierung des Vereinshauses Autal war beendet.

Der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Der betriebene Aufwand habe sich gelohnt.

Doch über die Baumaßnahme entstand während der Mitgliederversammlung eine grundsätzlichere Diskussion.

Ein Revisor kritisierte, dass die Sanierung nicht zuvor von der Mitgliederversammlung beschlossen worden war.

Schaumburg wies darauf hin, dass die Maßnahme vom erweiterten Vorstand mit lediglich einer Gegenstimme genehmigt worden war und nach der vereinsinternen Zuständigkeitsordnung gerade dieses Gremium über entsprechende Investitionen zu entscheiden hatte.

Wo endet die Aufgabe der Revision?

Aus der Diskussion entwickelte sich eine grundsätzliche Debatte über die Aufgaben der Vereinsorgane.

Herr Napiwotzki, selbst Revisor und zugleich Vorsitzender des seit 1998 bestehenden Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschusses der Stadt, mahnte zu einem sachlichen Umgang miteinander.

Kritik am Vorstand müsse möglich sein, sollte jedoch sachlich bleiben.

Gleichzeitig wurde daran erinnert, dass die Aufgabe der Revision in der Überprüfung der Geschäfts- und insbesondere Finanzführung liege, nicht jedoch darin, selbst in das laufende operative Geschäft des Vorstandes einzugreifen.

Die Diskussion zeigte, dass bei einem inzwischen großen Verein klare Zuständigkeiten zunehmend wichtig wurden.

Das Bankeinzugsverfahren kommt

Eine bedeutende organisatorische Neuerung wurde 2000 beschlossen:

Der Verein führte das Bankeinzugsverfahren ein.

Der überwiegende Teil der Mitglieder erteilte eine entsprechende Einzugsermächtigung.

Für die Verwaltung bedeutete dies eine deutliche Erleichterung.

Bis dahin mussten eingehende Zahlungen einzeln überwacht und zugeordnet werden. Durch den automatisierten Einzug ließ sich der Bearbeitungsaufwand erheblich reduzieren.

Damit setzte der Verein seine bereits Ende der 1990er-Jahre begonnene Modernisierung der Finanzverwaltung fort.

80 Jahre – gefeiert wird im Nieland

Im Jahr 2000 bestand der Schrebergarten-Verein Wedel seit 80 Jahren.

Zunächst war offenbar eine größere Feier im Wedeler Fährhaus erwogen worden.

Eine Befragung während der Kolonieversammlungen zeigte jedoch, dass bei den Mitgliedern dafür kein ausreichendes Interesse bestand.

Der Vorstand entschied sich deshalb für eine vereinsnähere Lösung.

Die Jubiläumsfeier fand im Vereinshaus Nieland statt.

Eine Entscheidung, die rückblickend beinahe symbolischen Charakter bekommt: Nur wenige Jahre später sollte gerade das Nieland zum Mittelpunkt einer der größten Auseinandersetzungen um Kleingartenflächen in der Vereinsgeschichte werden.

Besuch aus Kiel-Elmschenhagen

Im Juni besuchte eine Delegation des Partnervereins Kleingärtnerverein Kiel-Elmschenhagen den Schrebergarten-Verein Wedel.

Gemeinsam wurden die Kolonien Autal, Corsland und Brünschen besichtigt.

Damit wurden die in den Jahren zuvor entstandenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Vereinen weiter gepflegt.

Mehr Aufwandsentschädigung für die Kommissionen

Auch die ehrenamtliche Arbeit in den verschiedenen Vereinskommissionen wurde berücksichtigt.

Die Mitgliederversammlung erhöhte die Aufwandsentschädigung für die Beisitzer der

Baukommission,
Wertermittlungskommission und
Wasserkommission

von 120 DM auf 150 DM.

50 DM für eine notwendige Nachbegehung

Auch die Gartenbegehungen verursachten zunehmend organisatorischen Aufwand.

War ein Pächter zweimal unentschuldigt bei einer angekündigten Begehung nicht anwesend und musste deshalb ein zusätzlicher Termin durchgeführt werden, sollte künftig eine Gebühr erhoben werden.

Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig eine Gebühr von 50 DM je notwendiger Nachbegehung.

Damit galt ein einfaches Prinzip:

Zusätzlicher Aufwand, der durch vermeidbares Verhalten eines Einzelnen entstand, sollte nicht von der gesamten Gemeinschaft getragen werden.

2001 – Wasserzähler zeigen Wirkung

Wieder 643 Mitglieder

2001 konnte der Verein wieder einen leichten Mitgliederzuwachs verzeichnen.

Die Mitgliederzahl stieg auf 643.

Darunter befanden sich:

30 passive Mitglieder,
155 Familienmitglieder und
21 Gartenbewerber.
Weiterhin ließen sich sämtliche Gärten verpachten.
In diesem Jahr wurden 433 Parzellen bewirtschaftet.
Dass die Gesamtzahl der Parzellen in den Vereinsunterlagen von Jahr zu Jahr geringfügig schwankt, hatte einen nachvollziehbaren Grund: Größere Parzellen wurden gelegentlich geteilt und später teilweise wieder zusammengeführt.

Partnerschaft mit Elmschenhagen

Auch die Kontakte zum Partnerverein wurden fortgesetzt.

Eine Wedeler Delegation besuchte den Kleingärtnerverein Elmschenhagen sowohl zum Tag des Gartens als auch zum Erntedankfest.

Aus den ersten Kontakten der 1990er-Jahre hatte sich damit eine regelmäßige Partnerschaft entwickelt.

Wieder beim Wedeler Hafenfest dabei

Der Verein beteiligte sich erneut am Wedeler Hafenfest.

Der für den Umzug hergerichtete Festwagen war dabei wieder ein Publikumserfolg.

Solche Veranstaltungen boten dem Verein Gelegenheit, sich nicht nur innerhalb seiner Kolonien, sondern mitten im öffentlichen Leben der Stadt zu präsentieren.

Zwei Jubiläen im Autal

Im Autal gab es ebenfalls Anlass zu feiern.

Nach den vorliegenden Vereinsunterlagen wurde ein Koloniejubiläum gemeinsam mit dem 25-jährigen Bestehen des Vereinshauses Autal gefeiert.

Besonders positiv wurde die Beteiligung unserer Gartenfreunde mit ausländischen Wurzeln hervorgehoben.

Das Vereinsleben spiegelte damit zunehmend auch die gesellschaftliche Vielfalt der Stadt wider.

Wasserverbrauch sinkt um rund ein Drittel

Besonders auffällig entwickelte sich der Wasserverbrauch.

Im Jahr 2000 waren noch 4.916 m³ verbraucht worden.

2001 sank der Verbrauch auf nur noch 3.227 m³.

Das entspricht einer Verringerung um rund ein Drittel.

Die jahrelang diskutierte Einführung von Einzelwasserzählern zeigte damit deutlich Wirkung.

Sobald der tatsächliche Verbrauch einer Parzelle unmittelbar erkennbar und zurechenbar war, wurde offensichtlich wesentlich bewusster mit Trinkwasser umgegangen.

Weniger Vereinsberichte in der GartenFlora

Aus Kostengründen wurde die Erscheinungsweise des Vereinsbeitrages in der GartenFlora reduziert.

Anstelle eines monatlichen Artikels sollte der Vereinsbericht künftig nur noch alle zwei Monate erscheinen.

Wer pflegt eigentlich Gräben und Pachtflächen?

Ein altes Problem blieb ungelöst.

Die Pflege verschiedener gepachteter Flächen durch die Stadt Wedel wurde mehrfach im UBF-Ausschuss angesprochen.

Besonders die Gräben in Corsland, Nieland und Brünschen wurden nach Auffassung des Vereins nicht ausreichend gereinigt.

Die vorausgegangene Pachterhöhung hatte die Kleingärtner verständlicherweise auch nicht gerade motiviert, zusätzlich Aufgaben zu übernehmen, die sie eigentlich bei der Stadt sahen.

Die Frage, wer für welche Arbeiten zuständig war, blieb damit weiterhin konfliktträchtig.

Das Bankeinzugsverfahren muss sich einspielen

Die neue Zahlungsweise wurde von der großen Mehrheit angenommen.

Lediglich rund 140 Mitglieder beteiligten sich zunächst nicht am Bankeinzug.

Kurioserweise überwiesen sogar einige Mitglieder ihre Rechnung weiterhin selbst, obwohl gleichzeitig eine Einzugsermächtigung vorlag.

Wie bei vielen technischen und organisatorischen Neuerungen brauchte auch diese Umstellung etwas Zeit.

2002 – Beitragserhöhung und sintflutartige Regenfälle

Nach zehn Jahren müssen die Beiträge steigen

Die finanzielle Situation des Vereins machte eine grundsätzliche Entscheidung erforderlich.

Nach Darstellung des 1. Vorsitzenden Hans-Jürgen Schaumburg standen Einnahmen und Ausgaben nicht mehr in einem ausreichenden Verhältnis.

Eine nennenswerte Anpassung der Beiträge lag inzwischen viele Jahre zurück.

Der erweiterte Vorstand empfahl deshalb eine Erhöhung um 7 Euro.

Die Mitgliederversammlung stimmte mit großer Mehrheit zu.

Die neuen Jahresbeiträge betrugen damit:

30 € für Pächter,
19 € für Bewerber,
12 € für Familienmitglieder und
12 € für passive Mitglieder.

Die Aufnahmegebühr blieb bei 15 €.

Mit der inzwischen eingeführten europäischen Gemeinschaftswährung hatte die D-Mark damit auch in der laufenden Vereinsabrechnung endgültig ausgedient.

Mitgliederzahl sinkt auf 631

Die Mitgliederentwicklung verlief dagegen weniger erfreulich.

Der Verein zählte nur noch 631 Mitglieder.

Darunter waren:

32 passive Mitglieder,
146 Familienmitglieder und
20 Bewerber.

Erstmals seit längerer Zeit konnten außerdem zwei Parzellen nicht unmittelbar neu vergeben werden.

Damit wurden zunächst nur noch 431 Parzellen bewirtschaftet.

Neue Wertermittler für den Verein

Im April nahmen acht Gartenfreunde erfolgreich an einem Wertermittlungslehrgang in Kiel teil.

Damit standen zusätzliche ausgebildete Mitglieder zur Verfügung, die bei Bedarf die Wertermittlungskommission verstärken konnten.

Die Wertermittlung eines Gartens beim Pächterwechsel war eine verantwortungsvolle Aufgabe. Schließlich beeinflusste die Wertermittlung unmittelbar die finanziellen Interessen des abgebenden und des neuen Pächters.

Der UBF besichtigt die Gräben

Der 1. Vorsitzende nahm regelmäßig an Sitzungen des Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschusses teil und vertrat dort die Interessen der Kleingärtner.

Der Ausschuss machte sich schließlich selbst ein Bild von der Situation.

Bei einer Ortsbesichtigung wurden die Gräben im Corsland und in den Brünschen betrachtet. Eine Ausschusssitzung fand unmittelbar vor Ort statt.

Damit gelangte ein seit Jahren diskutiertes Problem aus den Vereinsprotokollen direkt auf die kommunalpolitische Ebene.

Zweimal Starkregen im August

Im August 2002 wurde Wedel von zwei außergewöhnlich starken Regenereignissen getroffen.

Besonders betroffen waren die Kolonien

Autal, Brünschen und Nieland.

In den Brünschen reagierte man unmittelbar und baute eine neue Drainage ein.

Für das Nieland wurde gemeinsam mit der Stadtentwässerung ein Konzept entwickelt, das später umgesetzt wurde.

Die wiederkehrenden Überflutungen gehörten damit auch im neuen Jahrhundert weiterhin zu den größten infrastrukturellen Problemen einzelner Anlagen.

Wieder Einbrüche

Auch Einbrüche belasteten den Verein erneut.

Besonders betroffen waren diesmal Schlödelsweg, Autal und Nieland.

Der Vorstand appellierte an die Mitglieder, jeden Einbruch bei der Polizei anzuzeigen.

Nur wenn die Delikte tatsächlich erfasst wurden, konnte das tatsächliche Ausmaß sichtbar werden.

Säumige Zahler bleiben ein Dauerproblem

Das Bankeinzugsverfahren erleichterte zwar viele Arbeitsabläufe.

Doch ein anderes Problem blieb:

Mitglieder, die ihre Rechnungen überhaupt nicht rechtzeitig bezahlten.

Für den Rechnungsführer bedeutete jede Mahnung zusätzliche Arbeit.

Die Technik hatte sich verändert – das Problem säumiger Zahler offensichtlich nicht.

40 Jahre Nieland

Auch gefeiert wurde.

Die Kolonie Nieland beging ihr 40-jähriges Bestehen.

Das Fest fand zwar bei Regen statt, doch davon ließen sich die Kleingärtner nicht abschrecken.

Zweiter Platz beim Hafenfest

Für den Umzug beim Wedeler Hafenfest wurde erneut ein Festwagen des Vereins gestaltet.

Die Mühe zahlte sich aus.

Bei der späteren Bewertung erreichte der Schrebergarten-Verein Wedel den zweiten Platz.

2003 – Gemeinschaftssinn und große Unterschiede beim Wasserverbrauch

Mitgliederzahl sinkt auf 620

Der Rückgang setzte sich fort.

2003 gehörten noch 620 Mitglieder dem Verein an.

Darunter waren:

27 passive Mitglieder,
133 Familienmitglieder und
27 Bewerber.

Auffällig war, dass der Rückgang weniger die Zahl der Pächter als vielmehr die Familienmitgliedschaften betraf.

Neue Vertretung im UBF

Nach den Kommunalwahlen wurde auch der Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss neu besetzt.

Der Verein benannte Jörn Stührenberg, damit die Interessen der Wedeler Kleingärtner auch im neu zusammengesetzten Ausschuss weiterhin vertreten waren.

Das Vereinshaus Nieland wird wiederholt Ziel von Einbrechern

Einbrüche blieben ein ernstes Thema.

Besonders das Vereinshaus Nieland wurde wiederholt heimgesucht.

Für den Verein bedeuteten solche Vorfälle nicht nur Schäden und Versicherungsfälle, sondern auch zusätzlichen Verwaltungs- und Reparaturaufwand.

Gemeinschaftsarbeit wird anders abgerechnet

Der Rechnungsbetrag für nicht geleistete Gemeinschaftsarbeit wurde 2003 letztmals zentral über die Vereinsrechnung eingezogen.

Ab 2004 sollten die Obleute beziehungsweise Kassenwarte der Kolonien selbst für die Einziehung dieser Beträge zuständig sein.

Damit wurde ein arbeitsintensiver Verwaltungsbereich vom Gesamtverein stärker auf die Kolonieebene verlagert.

Ein gutes Vereinsleben in den Kolonien

Der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg zog trotz aller Probleme eine positive Bilanz.

In den einzelnen Kolonien werde ein reges Vereinsleben gepflegt.

Der Gemeinschaftssinn, mit dem die Anlagen gehegt und gepflegt würden, sei ein Zeichen dafür, dass sich der Verein auf dem richtigen Weg befinde.

Diese Gemeinschaft sollte auch 2004 weiter gepflegt werden.

Corsland verbraucht doppelt so viel Wasser wie Heldenhain I

Beim Wasserverbrauch zeigten sich gleichzeitig enorme Unterschiede.

Für Corsland wurde ein durchschnittlicher Verbrauch von ungefähr 50 m³ je Parzelle festgestellt.

In Heldenhain I, wo Einzelwasserzähler installiert waren, waren es nur etwa 24 m³ je Parzelle.

Damit verbrauchten die Corsland-Parzellen im Durchschnitt mehr als doppelt so viel Wasser.

Der Vergleich lieferte dem Vorstand ein sehr anschauliches Argument für Einzelwasserzähler.

Im Corsland bestand allerdings noch keine Mehrheit für die Umstellung.

Diese sollte erst Jahre später erfolgen.

Neue Versicherung für die Vereinshäuser

Bei einem Besuch des Partnervereins in Elmschenhagen war ein Kontakt zur Provinzial-Versicherung Schleswig-Holstein entstanden.

Das daraus entwickelte Angebot für die Versicherung der Vereinshäuser erschien zunächst so günstig, dass kein konkurrierender Versicherer mithalten konnte.

Im folgenden Jahr sollte sich allerdings zeigen, dass die tatsächlichen Kosten höher lagen als ursprünglich angenommen.

Brunnen bis zwölf Meter Tiefe

Auch die Nutzung privater Brunnen wurde angesprochen.

Nach damaliger Auskunft gegenüber der Mitgliederversammlung konnten Brunnen bis zu einer Tiefe von zwölf Metern ohne Anzeige errichtet werden.

Diese Angabe gibt den damaligen Informationsstand der Vereinsunterlagen wieder und sollte nicht ohne erneute rechtliche Prüfung auf heutige Verhältnisse übertragen werden.

2004 – Strom für Brünschen und steigende Kosten

Noch 616 Mitglieder

Die Mitgliederzahl ging erneut leicht zurück.

2004 gehörten 616 Mitglieder dem Verein an.

Wie bereits im Vorjahr zeigte sich der Rückgang hauptsächlich bei den Familienmitgliedschaften.

Endlich Strom im Vereinshaus Brünschen

Das Vereinshaus in den Brünschen erhielt einen eigenen Stromanschluss.

Die Kosten betrugen rund 2.200 Euro.

Damit wurde ein weiterer Schritt bei der technischen Modernisierung der gemeinschaftlich genutzten Gebäude abgeschlossen.

Gemeinnützigkeit bestätigt

Die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit wurde überprüft und weiterhin anerkannt.

Eine solche Anerkennung ist für Kleingärtnerorganisationen von grundlegender Bedeutung. Das Bundeskleingartengesetz verlangt unter anderem die Eintragung im Vereinsregister, die regelmäßige Überprüfung der Geschäftsführung sowie die satzungsmäßige Förderung des Kleingartenwesens.

Sauberes Schleswig-Holstein

Auch 2004 wurde wieder zur Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“ aufgerufen.

Die Stadt informierte den Verein und interessierte Gartenfreunde konnten sich zur Teilnahme melden.

Damit setzte sich das Engagement außerhalb der eigenen Gartenparzellen fort.

Eine hohe Wasserrechnung

Die Wasserrechnung fiel erheblich höher als erwartet aus.

Die geleisteten Vorauszahlungen reichten nicht aus und der Verein musste gegenüber den Stadtwerken nachzahlen.

Besonders im Nieland fiel eine ungewöhnlich hohe Differenz zwischen erfasstem Gesamtverbrauch und den Einzelwerten auf.

Die sogenannte Schwundmenge betrug 321,5 m³.

Solche Differenzen konnten auf Leitungsverluste, Messunterschiede oder andere Ursachen hinweisen und bedeuteten in jedem Fall Kosten, die irgendwo getragen werden mussten.

Die Versicherung wird deutlich teurer

Auch bei der Versicherung der Vereinshäuser gab es eine unangenehme Überraschung.

Die tatsächlichen Prämien lagen deutlich über den zunächst genannten Beträgen.

Für das Vereinshaus Nieland sollten statt ungefähr 280 Euro nun rund 530 Euro pro Jahr bezahlt werden.

Für Brünschen wurden etwa 480 Euro jährlich fällig.

Trotzdem blieb die Provinzial nach damaliger Prüfung die günstigste Lösung.

Ein wesentlicher Kostentreiber war die Holzbauweise der Gebäude.

Die Vereinshäuser sollen sich selbst tragen

Seit 1993 galt weiterhin das Prinzip, dass sich die Vereinshäuser wirtschaftlich selbst tragen sollten.

Erwirtschaftete Überschüsse waren deshalb nicht als frei verfügbare Gewinne gedacht.

Sie sollten als Rücklagen für Reparaturen, Instandhaltung und spätere Neuanschaffungen erhalten bleiben.

Der Gesamtverein wollte bei größeren Schwierigkeiten zwar unterstützend eingreifen, die laufende Finanzierung der Häuser sollte aber grundsätzlich aus deren eigenem Betrieb erfolgen.

2005 – Ein schwarzer Freitag für den Verein

Die schwerste Führungskrise der Vereinsgeschichte

Der 18. Februar 2005 gehört zu den dramatischsten Daten der bisherigen Vereinsgeschichte.

Zeitweise stand nichts weniger als die Handlungsfähigkeit des gesamten Schrebergarten-Verein Wedel auf dem Spiel.

Die Ursachen lagen bereits im Vorjahr.

Im August 2004 war aus dem erweiterten Vorstand heraus eine außerordentliche Sitzung verlangt worden. Eine Unterschriftenliste verlieh dieser Forderung zusätzlich Gewicht.

Der geschäftsführende Vorstand entsprach dem Wunsch.

Was folgte, waren heftige und zum Teil offenbar sehr emotional geführte Diskussionen.

Streit um einen Laptop

Ein Auslöser des Konfliktes war die Anschaffung eines Laptops für die Vereinsarbeit.

Dem Vorstand wurde vorgeworfen, die Ausgabe sei nicht ordnungsgemäß genehmigt worden.

Im Raum stand sogar der Vorwurf einer Veruntreuung.

Vorstand und Revision erläuterten jedoch, dass die Anschaffung in den Vereinsfinanzen enthalten gewesen sei. Die Ausgabe sei lediglich dem falschen Buchungsposten – Büromaterial – zugeordnet worden.

Damit lag nach dieser Darstellung ein Zuordnungsfehler, aber keine verschwiegene Ausgabe vor.

Dennoch wurde dem Vorstand zunächst das Misstrauen ausgesprochen.

Hans-Jürgen Schaumburg zieht Konsequenzen

Der langjährige 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg erklärte daraufhin, unter diesen Bedingungen den Verein nicht weiter führen zu können, und stellte sein Amt zur Verfügung.

Auch eine spätere Sitzung, in der dem Vorstand wieder das Vertrauen ausgesprochen wurde, änderte an seiner Entscheidung zunächst nichts.

Im September 2004 erklärte zusätzlich der 2. Vorsitzende seinen Rücktritt.

Auch die Schriftführerin trat zurück.

Der Rechnungsführer wollte sich nicht erneut zur Wahl stellen.

Damit drohte dem Verein der vollständige Verlust eines handlungsfähigen geschäftsführenden Vorstandes.

Das Amtsgericht muss eingreifen

Das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 18. Februar 2005 wurde dem Amtsgericht Pinneberg vorgelegt.

Um den Verein zunächst geschäftsfähig zu halten, wurde der frühere Vorsitzende Hans-Jürgen Schaumburg als Notvorstand eingesetzt.

Seine Bestellung war bis zum 30. Juni 2005 befristet.

Bis zu diesem Zeitpunkt musste ein regulärer geschäftsführender Vorstand gefunden werden.

Die Lage war ernst.

Ohne Vorstand konnte ein eingetragener Verein seine notwendigen Rechtsgeschäfte und Pflichten nicht ordnungsgemäß wahrnehmen.

Was hätte eine Auflösung bedeutet?

In der Mitgliederversammlung wurde deutlich gemacht, welche Folgen ein dauerhaft führungsloser Verein haben könnte.

Neben den Kosten einer gerichtlich eingesetzten Verwaltung stand sogar die Zukunft des Gesamtvereins im Raum.

Für die Kleingärtner hätte eine Auflösung besonders weitreichende Folgen haben können.

Der Hauptpachtvertrag über die Flächen bestand zwischen Stadt und Verein.

Eine Rückgabe der Pachtflächen hätte deshalb nicht lediglich bedeutet, dass ein Vereinsname aus dem Register verschwindet.

Nach den damaligen Befürchtungen hätten die Anlagen in einen von der Stadt geforderten Zustand zurückversetzt werden müssen.

Für viele Parzellen hätte das im schlimmsten Fall die Beseitigung von Lauben, Einrichtungen und Anpflanzungen bedeutet – im Kleingärtnerjargon: die Flächen wären „schwarz zu machen“ gewesen.

„Ist allen klar, was hier gerade passiert?“

Herr Napiwotzki, Stadtvertreter und zugleich Vereinsmitglied, richtete eine entscheidende Frage an die Versammlung:

War allen Beteiligten tatsächlich bewusst, welche Entwicklung gerade in Gang gesetzt worden war?

Er zeigte sich zugleich enttäuscht darüber, dass der Verein nach außen keine Geschlossenheit demonstrierte.

Nieland denkt über einen eigenen Verein nach

Die Führungskrise führte sogar dazu, dass in den Kolonien Nieland 1 bis 3 über eine eigene Vereinsgründung nachgedacht wurde.

Der Schrebergarten-Verein Wedel sollte dabei lediglich eine Art Dachverband bleiben.

Nach Auffassung des Gesamtvereins war ein solches Modell jedoch weder mit der Satzung noch mit den bestehenden Pachtverhältnissen vereinbar.

Der Hauptpachtvertrag bestand schließlich zwischen der Stadt Wedel und dem Schrebergarten-Verein.

Einzelne Kolonien konnten sich deshalb nicht einfach aus diesem Vertragsgefüge herauslösen.

10. Juni 2005 – der Verein hat wieder einen Vorstand

Am 10. Juni 2005 konnte schließlich Entwarnung gegeben werden.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde ein neuer geschäftsführender Vorstand gewählt.

Max Pohlmann wurde neuer 1. Vorsitzender.

Volker Pelker übernahm das Amt des 2. Vorsitzenden.

Dirk Augner wurde Rechnungsführer.

Martina Retelsdorf wurde Schriftführerin.

Damit war die unmittelbar drohende Führungskrise beendet.

Der Verein war wieder vollständig handlungsfähig.

2006 – Eine neue Gefahr für das Nieland

Mitgliederzahl sinkt unter 600

2006 gehörten dem Verein noch 595 Mitglieder an.

Darunter befanden sich:

428 Pächter,
29 passive Mitglieder,
121 Familienmitglieder und
17 Bewerber.

Sieben Parzellen waren zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht wieder vergeben.

Damit war der Rückgang inzwischen deutlich sichtbar.

Bessere Orientierung für Rettungskräfte

Der Verein investierte in eine einheitlichere Beschilderung seiner Anlagen.

Hinweisschilder sollten Feuerwehr und Rettungsdiensten helfen, die einzelnen Kolonien schneller zu finden.

Zusätzlich erhielten die Parzellen gut erkennbare Parzellennummern.

Ab März wurden entsprechende Schilder über die Obleute verteilt und während der Gemeinschaftsarbeit angebracht.

Die Maßnahme diente damit nicht nur der Ordnung.

Sie konnte im Notfall wertvolle Zeit sparen.

Pacht steigt um zwei Cent

Nach fünf Jahren erhöhte die Stadt Wedel den Pachtzins erneut.

Die Erhöhung fiel mit zwei Cent je Quadratmeter und Jahr vergleichsweise moderat aus.

Nach einer mündlichen Vereinbarung sollte es anschließend für drei bis fünf Jahre keine weitere Erhöhung geben.

Rechtsschutz für den Verein

Der erweiterte Vorstand beschloss den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Der Vertrag sollte zunächst für drei Jahre gelten.

Hintergrund waren insbesondere mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen bei

Kündigungen von Pachtverhältnissen oder
Klagen gegen den Verein.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre wollte man mögliche Prozesskosten künftig besser kalkulieren können.

Neue Wertermittler und Besuch beim Partnerverein

Drei Vereinsmitglieder nahmen im Februar erneut erfolgreich an einem Wertermittlungslehrgang in Kiel-Elmschenhagen teil.

Im Sommer absolvierte der neue 1. Vorsitzende Max Pohlmann außerdem seinen Antrittsbesuch beim Partnerverein in Elmschenhagen.

Nieland 2 und 3 geraten ins Visier der Stadtplanung

Dann kündigte sich eine Entwicklung an, die den Verein über Jahre beschäftigen sollte.

Die Stadt Wedel plante eine Neuordnung ihrer Gewerbeflächen.

Dafür sollten auch Flächen der Kolonien Nieland 2 und Nieland 3 in Anspruch genommen werden.

Bereits 2006 begann der entsprechende Schriftverkehr zwischen Stadt und Verein.

Die Planung war keine bloße Befürchtung des Vereins. Der offizielle Flächennutzungsplan der Stadt Wedel beschreibt ausdrücklich, dass die Umsiedlung von Teilflächen der Kleingartenkolonie Nieland zugunsten der Schaffung gewerblicher Flächen vorgesehen war. Die Stadt begründete ihren Flächenbedarf unter anderem mit begrenzten innerstädtischen Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Verein legt Einspruch ein

Am 11. Mai 2006 meldete der Schrebergarten-Verein offiziell Bedenken gegen die Planung an.

Der Vorstand trug Gründe vor, die geplante Fortschreibung des Flächennutzungsplanes zugunsten des Erhalts der Kleingartenflächen zu verändern.

Auch die betroffenen Pächter sollten einbezogen werden.

Sie erhielten Fragebögen, in denen sie ihre

Meinungen,
Bedenken und
Anregungen

zur Planung äußern konnten.

Damit begann ein mehrere Jahre dauernder Prozess um die Zukunft des Nielands.

2007 – Die Zukunft von Nieland 2 und 3 wird konkret

Satzung und Ordnungen werden angepasst

Auf der Mitgliederversammlung wurden verschiedene Satzungs- und Ordnungsänderungen beschlossen.

In der Beitragsordnung wurden beispielsweise noch aus der Euro-Umstellung resultierende ungewöhnliche Beträge auf praktikablere Werte aufgerundet.

Außerdem wurde in der Satzung festgelegt, dass der Vertreter des Vereins im UBF künftig durch die Mitgliederversammlung gewählt werden sollte.

Auch die Ruhezeiten wurden diskutiert.

Der Vorstand erläuterte, dass gerade außerhalb der ausdrücklich genannten Ruhezeiten häufig der Eindruck entstanden war, Lärm sei uneingeschränkt zulässig.

Rauchen in den Vereinshäusern

Auch das Rauchen in Vereinshäusern wurde angesprochen.

Ein entsprechendes Verbot konnte jedoch nicht durch die allgemeine Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Nach damaliger Vereinsauffassung mussten darüber die jeweiligen Vereinshäuser beziehungsweise deren zuständige Gremien selbst entscheiden.

Zwei Gemeinnützigkeitsprüfungen

2007 standen gleich zwei wichtige Prüfungen an:

die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit und die steuerliche Gemeinnützigkeit.

Die Vereinsunterlagen berichten, dass sowohl die Prüfung durch die zuständige kommunale Stelle als auch die finanzielle Überprüfung ohne Beanstandungen verliefen.

Die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit ist im Bundeskleingartengesetz ausdrücklich geregelt und unter anderem an eine regelmäßige Prüfung der Geschäftsführung geknüpft.

Die Stadt braucht Gewerbeflächen

Währenddessen wurde die Nieland-Frage immer konkreter.

Die Stadt benötigte Flächen, um ansiedlungswilligen Unternehmen kurzfristiger Gewerbegrundstücke anbieten zu können.

Die Wedeler Stadtplanung bestätigt diesen grundsätzlichen Hintergrund. Im Flächennutzungsplan wird die eingeschränkte Verfügbarkeit innerstädtischer Flächen ausdrücklich als Problem bezeichnet und die Verlagerung von Teilen der Kleingartenkolonie Nieland als Bestandteil der gewerblichen Flächenentwicklung aufgeführt.

Gespräche mit den Obleuten

Nach einem Treffen mit Stadtvertretern am 3. Oktober wurden die Obleute von Nieland 2 und 3 am 11. Oktober 2007 ausführlich über den Stand der Dinge informiert.

Zu diesem Zeitpunkt lagen lediglich sieben Erklärungen von Pächtern vor, die bereit waren, in eine andere Kolonie umzuziehen.

Das stellte den Verein vor ein Problem.

Die Stadt hatte noch keine konkreten Ersatzflächen bereitgestellt.

Eine umfassende Umsiedlungsplanung war deshalb kaum möglich.

Nieland-Pächter bekommen Vorrang

Um dennoch helfen zu können, beschloss der Verein eine pragmatische Lösung.

Pächter aus Nieland 2 und 3, die weiterhin einen Kleingarten bewirtschaften wollten, sollten bei frei werdenden Parzellen in anderen Kolonien vorrangig berücksichtigt werden.

Damit mussten sie sich nicht hinter normalen Gartenbewerbern einreihen.

Die Kündigung zeichnet sich ab

Nach damaligem Planungsstand sollte die Stadt die Pachtflächen im Februar 2009 kündigen.

Die Rückgabe war für Ende November 2009 vorgesehen.

Damit stand erstmals ein konkreter Zeitplan im Raum.

Wie viel ist ein Garten wert?

Von großer Bedeutung war nun die Entschädigung der Pächter.

Der Verein bereitete sich deshalb intensiv auf die Schätzungen vor.

Die eigenen Schätzungen sollten anhand der gerade aktualisierten Richtlinien überprüft werden.

Zusätzlich war vorgesehen, einzelne Ergebnisse von unabhängigen Sachverständigen beziehungsweise Schätzern des Katasteramtes Elmshorn kontrollieren zu lassen.

Die Vergleichsschätzungen kosteten nach den Vereinsunterlagen ungefähr 400 Euro pro Parzelle.

Der Aufwand erschien dem Vorstand gerechtfertigt.

Schließlich ging es darum, gegenüber der Stadt eine möglichst belastbare Grundlage für die Entschädigungen zu besitzen.

Geräumt – aber noch nicht zurückgegeben

Eine zusätzliche Schwierigkeit entstand dadurch, dass geräumte Parzellen nicht sofort aus der Verantwortung des Vereins fielen.

Bis zur endgültigen Rückgabe an die Stadt mussten die Flächen weiterhin gepflegt werden.

Freiwillige für diese Aufgabe ließen sich kaum finden.

Der Verein musste deshalb sogar Angebote gewerblicher Firmen für die notwendige Pflege einholen.

Wieder eine hohe Wassernachzahlung

Neben dem großen Nieland-Thema ging der normale Vereinsbetrieb weiter.

Nach einem stark gestiegenen Wasserverbrauch im Vorjahr musste der Verein ungefähr 1.700 Euro an die Stadtwerke nachzahlen.

Auch die Gartenzeitung wurde teurer.

Für 2007 wurden erstmals 16,40 Euro berechnet.

2008 – Abschied von einem Vorsitzenden und erste Entschädigungen

Der Verlust von Nieland rückt näher

Auch 2008 bestimmte die bevorstehende Auflösung von Nieland 2 und 3 große Teile der Vorstandsarbeit.

Der damalige Bürgermeister Nils Schmidt erläuterte nach den Vereinsunterlagen nochmals die Position der Stadt.

Wedel müsse für zukünftige Unternehmensansiedlungen ausreichend Gewerbeflächen vorhalten.

Arbeitsplätze sollten erhalten und neue Ansiedlungen ermöglicht werden.

Gleichzeitig wurde zugesagt, die betroffenen Kleingärtner angemessen zu entschädigen.

Im Haushalt waren dafür entsprechende Mittel vorgesehen.

Mehr als 105.000 Euro bereits ausgezahlt

Noch vor der endgültigen Rückgabe wurden erste Entschädigungen geleistet.

Nach den Vereinsunterlagen waren 2008 bereits 105.093 Euro ausgezahlt worden.

Damit wurde deutlich, welche finanzielle Dimension die Räumung der beiden Kolonien hatte.

Ersatz für mindestens 15 Gärten

Der Verein verlangte im Gegenzug für den Verlust der Flächen Ersatzland.

Im Raum stand eine Ersatzfläche für 15 Parzellen.

Dieser Punkt lässt sich unabhängig durch den späteren Bebauungsplan Nr. 47 bestätigen.

Die Stadt dokumentiert dort, dass zu Beginn des Bebauungsplanverfahrens zunächst ein Ersatzbedarf von 30 Kleingärten bestand. Später wurde für fünf Jahre eine Option auf den Ersatz von mindestens 15 Kleingärten festgehalten.

Damit bestätigt die offizielle Stadtplanung einen wesentlichen Teil der Vereinsüberlieferung.

Umsiedlungslisten

Für die Pächter aus Nieland 2 und 3 wurden sogenannte Umsiedlungslisten geführt.

Wer seinen Garten verlor und weiterhin Kleingärtner bleiben wollte, hatte bei frei werdenden Parzellen Vorrang vor regulären Bewerbern.

Dadurch entstand für den Verein ein erheblicher zusätzlicher Verwaltungsaufwand.

Jeder frei werdende Garten musste darauf geprüft werden, ob er für einen umzusiedelnden Pächter infrage kam.

Tod von Max Pohlmann

Das Jahr brachte gleichzeitig einen schweren persönlichen Verlust.

Der 1. Vorsitzende Max Pohlmann verstarb.

Krankheitsbedingt hatte er sein Amt bereits längere Zeit nicht vollständig ausüben können.

Die verbliebenen drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes hatten die Vereinsarbeit währenddessen weitergeführt.

Andreas Neumerkel wird neuer Vorsitzender

Auf der Jahresmitgliederversammlung am 10. März 2008 wurde deshalb ein neuer 1. Vorsitzender gewählt.

Andreas Neumerkel erhielt 136 von 158 Stimmen.

Er übernahm zunächst die noch verbleibende Amtszeit seines verstorbenen Vorgängers.

Damit bekam der Verein mitten in der schwierigen Nieland-Phase erneut eine neue Führung.

Brünschen: Ursache des Wassers weiterhin unbekannt

Auch die Wasserprobleme der Brünschen blieben ungelöst.

Trotz Beteiligung der

Stadt Wedel,
Stadtentwässerung Wedel und
Hamburger Wasserwerke
konnte die Ursache eines Wasseraustritts nach den Vereinsunterlagen weiterhin nicht abschließend festgestellt werden.
Den betroffenen Pächtern wurden zumindest die Pachtzahlungen erstattet.

Zu viel Schatten im Corsland

Bei Begehungen von Corsland 1 bis 3 gab es ansonsten nur wenige Beanstandungen.

Ein Problem trat jedoch immer wieder auf:

zu hohe Bäume und starke Beschattung.

Teilweise litten angrenzende Gärten so stark unter dem Schatten, dass ihre kleingärtnerische Nutzung beeinträchtigt wurde.

Eine erste Begehung mit einer Mitarbeiterin der Stadt brachte noch keine Einigung.

Deshalb sollte das Thema 2009 gemeinsam mit Politik und Verwaltung erneut vor Ort behandelt werden.

34 Gärten werden geschätzt

Die Wertermittlungskommission hatte reichlich Arbeit.

Allein 2008 wurden 34 Gärten geschätzt.

Da die Mitglieder der Kommission diese Arbeit ehrenamtlich zusätzlich zu ihrem Berufsleben erledigten, wurde die Terminfindung zunehmend schwierig.

Ein weiteres Mitglied sollte deshalb als Springer eingesetzt werden.

Auch das Verfahren selbst wurde organisatorisch verbessert.

Wertermittlungsberichte gingen künftig zunächst an den Vorsitzenden der Schätzkommission und anschließend an den Schriftführer, der die entsprechenden Anschreiben erstellte und an die ausscheidenden Pächter verschickte.

2009 – Abschied von Nieland 2 und 3

Die Rückgabe wird abgeschlossen

2009 endete ein Prozess, der den Verein mehrere Jahre beschäftigt hatte.

Die Flächen von Nieland 2 und Nieland 3 wurden endgültig an die Stadt Wedel zurückgegeben.

Damit verschwanden zwei Koloniebereiche aus dem Bestand des Schrebergarten-Verein Wedel.

Offizielle Planungsunterlagen der Stadt bestätigen diesen Vorgang grundsätzlich. Im Bebauungsplan Nr. 47 wird ausdrücklich festgehalten, dass der Verlust der Kleingartenfläche mit dem Verein über einen Pachtaufhebungsvertrag mit Entschädigungsregelung geregelt wurde.

Die Stadtplanung sah das Areal anschließend als Gewerbefläche beziehungsweise als Teil einer entsprechenden gewerblichen Entwicklung vor.

Fast eine halbe Million Euro

Nach den Vereinsunterlagen zahlte die Stadt für die Rückgabe und die damit verbundenen Entschädigungen insgesamt 390.333 Euro.

Hinzu kamen weitere Sonderzahlungen von rund 105.000 Euro, die bis zum Jahresende geleistet wurden.

Damit bewegte sich der Gesamtbetrag in einer Größenordnung von nahezu einer halben Million Euro.

Die Summe zeigt, welchen wirtschaftlichen Wert nicht nur die Flächen selbst, sondern auch die auf den Parzellen vorhandenen Lauben, Einrichtungen und Anpflanzungen hatten.

Mitgliederzahl fällt auf 473

Die Folgen der Aufgabe von Nieland 2 und 3 wurden unmittelbar in der Mitgliederstatistik sichtbar.

Die Zahl der Vereinsmitglieder sank auf 473.

Damit verlor der Verein innerhalb kurzer Zeit einen erheblichen Teil seiner bisherigen Größe.

Ein Teil der Nieland-Pächter konnte zwar in andere Kolonien wechseln.

Für viele bedeutete die Räumung jedoch das Ende ihrer Zeit als aktive Kleingärtner im Verein.

Die Stadtplanung bestätigt den Flächenverlust

Der später beschlossene Bebauungsplan Nr. 47 dokumentiert den Vorgang ungewöhnlich deutlich.

Dort wird beschrieben, dass das Gebiet zuvor teilweise als öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung Dauerkleingärten ausgewiesen war und zugunsten der gewerblichen Entwicklung verändert wurde.

Die Planung hält außerdem fest, dass bei Nichtdurchführung des Vorhabens die Dauerkleingärten erhalten geblieben wären.

Damit lässt sich einer der wichtigsten Vorgänge der Vereinschronik der 2000er-Jahre heute sehr gut anhand unabhängiger kommunaler Quellen nachvollziehen.

Schon droht die nächste Flächenfrage

Kaum war die Nieland-Frage abgeschlossen, tauchte bereits das nächste mögliche Problem auf.

Auf der Jahreshauptversammlung wurde die geplante Nordumgehung Wedels angesprochen.

Nach damaligem Informationsstand könnten von einer solchen Trassenführung die Kolonien

Autal 1,
Autal 2 und
Heldenhain 2

betroffen sein.

Konkrete Aussagen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht möglich.

Die Planung befand sich noch in einem frühen Stadium.

Dass eine nördliche Umfahrung tatsächlich Bestandteil der damaligen Wedeler Verkehrsplanung war, wird auch in späteren offiziellen Unterlagen der Stadt bestätigt. Der Flächennutzungsplan sah eine nördliche Umfahrung der Wedeler Altstadt vor.

25 Bäume im Corsland

Auch die starke Beschattung im Corsland wurde 2009 erneut aufgegriffen.

Beim UBF wurde ein Antrag gestellt, ungefähr 25 Bäume zu fällen beziehungsweise fachgerecht zurückzuschneiden.

Am 4. Juni 2009 fand eine gemeinsame Begehung mit dem Vorstand und Mitgliedern des UBF-Ausschusses statt.

Vor Ort konnten sich die politischen Vertreter ein Bild davon machen, wie stark einzelne Parzellen durch angrenzende Bäume beschattet wurden.

Das Anliegen des Vereins fand grundsätzlich Zustimmung.

Eine kleinere Arbeitsgruppe aus

Stadtverwaltung,
UBF,
Vereinsvorstand,
Forstfachleuten und
Landschaftsbau

erarbeitete anschließend konkrete Lösungsvorschläge.

Die beschlossenen Arbeiten sollten im Januar und Februar 2010 umgesetzt werden.

Ruhezeiten nur noch während der Gartensaison

Auch die Gartenordnung wurde geändert.

Bis dahin galten die Ruhezeiten ganzjährig.

Auf Antrag beschloss die Mitgliederversammlung nun eine zeitliche Begrenzung.

Künftig galten die besonderen Vereinsruhezeiten vom

1. April bis 30. September.

Außerhalb dieses Zeitraumes bestanden diese vereinsinternen Ruhezeiten nicht mehr.

Eine wilde Müllhalde kostet 1.630 Euro

Die Räumung von Nieland 2 und 3 brachte auch unangenehme Begleiterscheinungen mit sich.

Auf dem Parkplatz wurden Abfälle zurückgelassen und innerhalb kürzester Zeit entstand eine wilde Müllablagerung.

Verantwortlich wollte anschließend niemand gewesen sein.

Der Verein musste die Entsorgung veranlassen.

Die Kosten beliefen sich auf 1.630 Euro.

Da es sich vor allem um Kunststoffabfälle handelte, war die Entsorgung besonders teuer.

Der Betrag wurde aus den Ausbaukassen der betreffenden Kolonien finanziert.

Eine neue Mitgliederverwaltung

Während auf der einen Seite alte Kolonien verschwanden, ging die technische Modernisierung der Vereinsverwaltung weiter.

Eine neue Software für die Mitgliederverwaltung sollte angeschafft werden.

Zum Zeitpunkt der Jahreshauptversammlung befand sich bereits eine Testversion im Einsatz.

Die Software sollte

Mitglieder- und Parzellendaten besser verwalten,
die Vorstandsarbeit vereinfachen und
Informationen schneller verfügbar machen.

Zusätzlich war eine digitale Dokumentenablage vorgesehen.

Damit ging die Digitalisierung deutlich über die bereits 1998 eingeführte elektronische Buchführung hinaus.

Ein eigenes Vereinsbüro

Seit Dezember 2008 verfügte der Verein außerdem über ein eigenes Büro in der Bahnhofstraße 27.

Bis dahin waren viele Verwaltungsarbeiten unter eher provisorischen Bedingungen im Vereinshaus Nieland erledigt worden.

Das neue Vereinsbüro sollte eine zentrale Anlaufstelle schaffen.

Ab März 2009 fanden dort auch die Vorstandssprechstunden statt.

Mit einem eigenen Büro, elektronischer Buchführung, digitaler Mitgliederverwaltung und geplanter Dokumentenablage hatte sich die Vereinsverwaltung innerhalb eines Jahrzehnts grundlegend verändert.

Ersatzflächen bleiben ein Thema

Die ursprünglich für 2010 diskutierte Bereitstellung von Ersatzflächen war inzwischen nicht mehr sicher.

Der erweiterte Vorstand beschloss deshalb am 13. Januar 2009, auf eine Verlängerung des Anspruchs hinzuwirken.

Für den Fall, dass der Verein auf die Ersatzfläche verzichten würde, sollte stattdessen eine Entschädigung von 15.000 Euro vereinbart werden.

Die spätere städtische Planung bestätigt zumindest den Kern dieser Entwicklung: Statt eines sofortigen vollständigen Ersatzes wurde letztlich eine zeitlich befristete Option auf mindestens 15 Ersatzgärten vorgesehen.

Gemeinsam zur Bundesgartenschau

Bei all den schwierigen Themen sollte auch die Gemeinschaft nicht zu kurz kommen.

Für Vorstand und erweiterten Vorstand war eine Fahrt zur Bundesgartenschau geplant.

Das Interesse war groß.

Die Fahrt fand am 22. August statt.

Anschließend traf man sich gegen einen Kostenbeitrag im Vereinshaus Nieland noch zu einem gemeinsamen Abendessen.

Damit endete ein außergewöhnlich arbeitsreiches und einschneidendes Jahr zumindest auch mit einem geselligen Ereignis.

Eine Bilanz der Jahre 2000 bis 2009

Die ersten zehn Jahre des neuen Jahrtausends gehören zu den wechselvollsten Abschnitten der Vereinsgeschichte.

Im Jahr 2000 begann das Jahrzehnt noch mit der Feier des 80-jährigen Vereinsjubiläums.

637 Mitglieder gehörten damals dem Schrebergarten-Verein Wedel an.

Infrastruktur und Verwaltung wurden Schritt für Schritt modernisiert. Vereinshäuser wurden saniert, Strom- und Wasseranschlüsse verbessert und Einzelwasserzähler zeigten eindrucksvoll, wie stark sich der Wasserverbrauch durch eine verursachergerechte Abrechnung reduzieren ließ.

Auch organisatorisch veränderte sich der Verein.

Nach der Einführung der elektronischen Buchführung Ende der 1990er-Jahre folgte das Bankeinzugsverfahren.

Am Ende des Jahrzehnts kamen eine moderne Mitgliederverwaltung, eine digitale Dokumentenablage und ein eigenes Vereinsbüro hinzu.

Aus einer jahrzehntelang weitgehend papiergestützten ehrenamtlichen Verwaltung entwickelte sich zunehmend eine zeitgemäße Vereinsorganisation.

Doch das Jahrzehnt hatte auch eine andere Seite.

Die Mitgliederzahlen begannen dauerhaft zurückzugehen.

2000 gehörten noch 637 Mitglieder zum Verein, 2006 waren es nur noch 595.

2009 sank die Zahl infolge der Aufgabe von Nieland 2 und 3 schließlich auf 473 Mitglieder.

2005 – der Verein steht am Abgrund

Der tiefste vereinsinterne Einschnitt ereignete sich 2005.

Nach schweren Auseinandersetzungen innerhalb der Vereinsführung standen zeitweise praktisch keine regulären Kandidaten mehr für den geschäftsführenden Vorstand zur Verfügung.

Ein Notvorstand musste eingesetzt werden.

Für einen Verein, dessen gesamte Pachtstruktur auf einem Vertrag mit der Stadt beruhte, war dies weit mehr als eine gewöhnliche Vorstandskrise.

Ohne handlungsfähige Vereinsführung hätte langfristig die Existenz der Organisation selbst auf dem Spiel stehen können.

Mit der Wahl eines neuen Vorstandes am 10. Juni 2005 gelang es schließlich, diese Krise zu überwinden.

2006 beginnt der Kampf um Nieland

Schon im folgenden Jahr entstand die nächste große Herausforderung.

Die Stadt Wedel plante neue Gewerbeflächen.

Betroffen waren Nieland 2 und Nieland 3.

Diesmal lässt sich die Entwicklung nicht nur aus den Vereinsprotokollen rekonstruieren.

Der offizielle Flächennutzungsplan der Stadt bestätigt ausdrücklich die geplante Verlagerung von Teilen der Kleingartenkolonie Nieland zugunsten gewerblicher Flächen.

Der später beschlossene Bebauungsplan Nr. 47 dokumentiert zudem, dass mit dem Schrebergarten-Verein ein Pachtaufhebungsvertrag mit Entschädigungsregelung geschlossen wurde.

Damit gehört dieser Abschnitt zu den am besten unabhängig dokumentierten Vorgängen der neueren Vereinschronik.

Von 30 Ersatzgärten bleiben mindestens 15 als Option

Auch die Frage der Ersatzflächen findet sich in den offiziellen Planungsunterlagen wieder.

Zu Beginn des Bebauungsplanverfahrens bestand nach Angaben der Stadt ein Ersatzbedarf von 30 Kleingärten.

Zum Ende des Verfahrens wurde stattdessen für einen Zeitraum von fünf Jahren eine Option auf den Ersatz von mindestens 15 Kleingärten festgehalten.

Dieser Punkt ist besonders interessant, weil er zeigt, wie sich die Verhandlungen im Verlauf mehrerer Jahre veränderten.

2009 endet eine Ära im Nieland

Mit der endgültigen Rückgabe von Nieland 2 und Nieland 3 im Jahr 2009 verschwanden schließlich Kleingartenflächen, die über Jahrzehnte Teil des Vereins gewesen waren.

Für die betroffenen Pächter bedeutete dies nicht nur den Verlust eines Grundstückes.

Viele hatten ihre Gärten über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut, Lauben errichtet, Bäume gepflanzt und einen erheblichen Teil ihrer Freizeit dort verbracht.

Einige konnten in andere Kolonien wechseln.

Andere beendeten ihre Mitgliedschaft.

Die Mitgliederzahl sank dadurch auf 473.

Fast neun Jahrzehnte nach Vereinsgründung wurde damit erneut sichtbar, dass Kleingartenflächen trotz jahrzehntelanger Nutzung nicht selbstverständlich auf Dauer erhalten bleiben.

Vom handschriftlichen Journal zur digitalen Verwaltung

Kaum ein anderer Bereich verdeutlicht den Wandel dieses Jahrzehnts so anschaulich wie die Vereinsverwaltung.

Noch bis Ende der 1990er-Jahre wurde die Buchführung in einem handschriftlichen Journal geführt.

Dann kam der Computer.

2000 folgte das Bankeinzugsverfahren.

2009 wurde bereits über spezialisierte Mitgliederverwaltungssoftware und eine digitale Dokumentenablage gesprochen. Die Pilotversion wurde von dem noch jungen Vereinsmitglied Rainer Zengel, er war erst seit 2006 Vereinsmitglied, entwickelt.

Gleichzeitig zog der Vorstand in ein eigenes Vereinsbüro.

Innerhalb von nur rund zehn Jahren hatte sich damit eine Verwaltungsstruktur entwickelt, die mit derjenigen früherer Vereinsgenerationen kaum noch vergleichbar war.

Ein Jahrzehnt zwischen Tradition und Veränderung

Die Jahre 2000 bis 2009 zeigen einen Verein zwischen zwei Welten.

Auf der einen Seite standen klassische kleingärtnerische Themen:

Wasserverbrauch, Gemeinschaftsarbeit, Gartenbegehungen, Schätzungen, Vereinshäuser, Ruhezeiten und gemeinsame Feste.

Auf der anderen Seite standen immer komplexere Aufgaben:

Finanzverwaltung, Versicherungen, kommunale Ausschüsse, Flächennutzungsplanung, Entschädigungsverhandlungen, Rechtsfragen und digitale Vereinsorganisation.

Und trotz aller technischen und organisatorischen Veränderungen blieb der Kern der Vereinsarbeit derselbe:

die Interessen der Kleingärtner zu vertreten und die Kleingartenflächen in Wedel zu erhalten.

Gerade die Geschichte von Nieland 2 und Nieland 3 machte deutlich, wie schwierig diese Aufgabe werden konnte.

Das Jahrzehnt endete deshalb anders, als es begonnen hatte.

2000 feierte der Verein noch sein 80-jähriges Bestehen mit mehr als 600 Mitgliedern.

2009 blickte er auf eine schwere Führungskrise, den Tod zweier Vorsitzender innerhalb weniger Jahre, den Verlust zweier Koloniebereiche und einen deutlichen Rückgang seiner Mitgliederzahl zurück.

Gleichzeitig war der Verein organisatorisch moderner geworden und hatte bewiesen, dass er selbst große Krisen bewältigen konnte.

Die Grundlage für das nächste Jahrzehnt war damit geschaffen.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die Jahre 2010 – 2019

2010 - rechtliche Änderungen haben Auswirkungen

Auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts zeigte sich der Schrebergarten-Verein Wedel weiterhin stabil. Die Mitgliederzahl blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert und freie Parzellen ließen sich weiterhin problemlos vergeben. Die Zahl der Bewerber überstieg sogar die Zahl der neu zu vergebenden Gärten. Ein eigener Kleingarten war also nach wie vor gefragt.

Zum Vereinsleben gehörten weiterhin die traditionellen Veranstaltungen der Vereinshäuser. Im Nieland gab es in diesem Jahr einen zusätzlichen Grund zum Feiern: Das dortige Vereinshaus bestand seit 15 Jahren.

Die wirtschaftliche Situation des Vereins blieb trotz höherer Aufwendungen geordnet. Zusätzliche Kosten entstanden unter anderem durch Arbeiten in den Kolonien, die Wasserversorgung und Versicherungen. Hinzu kamen geringere Zinserträge. Die vorhandenen Rücklagen ermöglichten es jedoch, notwendige Investitionen durchzuführen, ohne deswegen die Mitgliedsbeiträge erhöhen zu müssen.

Erneut beschäftigte die Mitglieder die Frage, ob die Fachzeitschrift „Garten“ weiterhin bezogen werden sollte. Sie erfüllte für den Verein eine wichtige Funktion bei der kleingärtnerischen Fachberatung. Eine Abschaffung hätte deshalb die Frage aufgeworfen, wie die gesetzlich erforderliche Fachberatung zukünftig organisiert werden sollte. Letztlich blieb es beim Bezug der Fachzeitschrift.

Auch die Gemeinnützigkeit des Vereins wurde erneut überprüft und für weitere Jahre bestätigt.

Eine rechtliche Änderung hatte unmittelbare Auswirkungen auf die praktische Vereinsarbeit. Vorstandsmitglieder und Obleute durften eine Parzelle grundsätzlich nicht mehr unangekündigt betreten. Ausnahmen bestanden nur noch bei Gefahr im Verzug. Die Gartenordnung wurde entsprechend angepasst.

Neu geregelt wurde außerdem die Beteiligung der Obleute bei der Vergabe von Gärten. Da sie die Verhältnisse innerhalb ihrer Kolonien besonders gut kannten, erhielten sie künftig ein stärkeres Mitspracherecht bei der Auswahl neuer Pächter.

2011 – Corsland und Autal II haben Jubiläum

Auf der Jahresmitgliederversammlung würdigte Bürgermeister Niels Schmidt die Arbeit der Wedeler Kleingärtner. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Beteiligung der Mitglieder an der Versammlung. Ein derart großes Interesse sei im Wedeler Vereinsleben keineswegs selbstverständlich.

Der Bürgermeister hob dabei nicht nur die soziale Bedeutung der Kleingärten hervor. Die Anlagen seien zugleich Bestandteil der „grünen Lunge“ Wedels. Durch die Pflege der Gärten und die dort vorhandene Pflanzenvielfalt würden die Kleingärtner einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz leisten.

Fröhlichkeit bei der Feier

Auch die Mitgliederentwicklung bestätigte die positive Situation. Der Verein zählte nun 488 Mitglieder, sämtliche Parzellen waren verpachtet und weiterhin bestand Interesse an freiwerdenden Gärten.

Gleich zwei Kolonien konnten Jubiläen feiern. Corsland 3 bestand seit 25 Jahren und feierte gemeinsam mit den anderen Corsland-Kolonien und dem Vorstand im Vereinshaus Nieland. Die Kolonie Autal I blickte auf ihr 60-jähriges Bestehen zurück und war damit in der heutigen Koloniestruktur die älteste Kolonie des Vereins.

Hier geht es zur Corsland-Jubiläumsfotoshow.

Für zukünftige Koloniejubiläen wurde festgelegt, dass hierfür die Vereinshäuser zu besonders günstigen Bedingungen genutzt werden konnten. Schließlich waren diese Einrichtungen gemeinschaftlich durch die Mitglieder des Vereins geschaffen und finanziert worden.

Innerhalb des Vorstandes wurden die Zuständigkeiten überprüft und verschiedene Aufgaben neu verteilt.

Ein zunächst eher unscheinbarer Vorgang im Corsland sollte den Vorstand dagegen noch mehrere Jahre beschäftigen. Nach Schnittmaßnahmen am Wall des Parkplatzes kam es zu einer Beschwerde. Gemeinsam mit der Stadt Wedel fanden Begehungen statt.

Aus der Frage, welche Pflegearbeiten dort durchgeführt werden durften, entwickelte sich schließlich eine grundsätzliche Auseinandersetzung darüber, ob es sich bei dem Wall möglicherweise um einen geschützten Knick handelte. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass sich diese Angelegenheit bis 2015 hinziehen würde.

2012 – Der Festwagen der Wedeler Kleingärtner belegt den zweiten Platz.
Unser Festwagen

Das Jahr stand in Wedel ganz im Zeichen eines außergewöhnlichen Stadtjubiläums: Wedel feierte sein 800-jähriges Bestehen.

Natürlich beteiligte sich auch der Schrebergarten-Verein an den Feierlichkeiten. Für den großen Festumzug wurde ein eigener Festwagen gestaltet. Passend zum Kleingartenwesen stand er unter dem Motto „Bienen“.

Der Aufwand lohnte sich. Bei der Prämierung der schönsten Festwagen erreichten die Wedeler Kleingärtner den zweiten Platz.

Auch innerhalb des Vereins gab es Veränderungen. Die Aufwandsentschädigungen der Obleute waren seit rund 25 Jahren nicht mehr angepasst worden. Ihre Aufgaben hatten jedoch keineswegs abgenommen. Obleute waren und sind das Bindeglied zwischen den Pächtern einer Kolonie und dem Vorstand und müssen nicht selten auch bei Konflikten vermitteln. Die Mitgliederversammlung stimmte deshalb einer Anpassung der Entschädigung zu.

Eine wichtige technische Verbesserung erhielten die Corsland-Kolonien. Nach mehreren Anläufen wurden dort Einzelwasserzähler installiert.

Der Effekt war bemerkenswert. Der zuvor sehr hohe Wasserverbrauch sank nach Einführung der individuellen Verbrauchserfassung auf ungefähr ein Drittel. Damit zeigte sich eindrucksvoll, welchen Einfluss eine verbrauchsabhängige Abrechnung auf den Umgang mit Wasser haben konnte.

Allerdings gab es noch im selben Jahr einen Rückschlag. Ein unerwartet starker Frosteinbruch im Oktober kam den geplanten Ausbauarbeiten der Wasserzähler um einen Tag zuvor. Zahlreiche Zähler wurden beschädigt und mussten im folgenden Jahr ersetzt werden.

Die Mitgliederzahl erhöhte sich erneut leicht auf 497 Mitglieder. Auch die Bewerberliste zeigte weiterhin ein gesundes Interesse an den Wedeler Kleingärten.

Personell gab es ebenfalls eine Veränderung. Rainer Zengel wurde zum Schriftführer gewählt und übernahm zusätzlich die IT-Belange des Vereins.

Damit begann gleichzeitig eine grundlegende Modernisierung der Vereinsverwaltung.

Die bisher auf einem einzelnen Computer geführte Mitgliederverwaltung sollte auf eine zentrale SQL-Datenbank umgestellt werden. Dadurch konnten künftig mehrere Vorstandsmitglieder auf einen gemeinsamen und aktuellen Datenbestand zugreifen.

Parallel wurden Dokumente digitalisiert und unmittelbar mit den jeweiligen Mitgliedern und Parzellen verknüpft. Das mühsame Suchen in Aktenordnern konnte dadurch erheblich reduziert werden. Auf die Papierarchive verzichtete der Verein allerdings nicht – die digitale Ablage ergänzte die herkömmliche Dokumentation.

Auch erste Überlegungen zu einem Wiedereintritt in den Kreis- und Landesverband der Kleingärtner begannen. Zunächst sollten Informationen gesammelt und die Vor- und Nachteile eines Beitritts geprüft werden.

2013 – Der 2. Vorsitzende Volker Pelker scheidet aus

Der positive Mitgliedertrend setzte sich fort. Mit nun 508 Mitgliedern erreichte der Verein einen neuen Stand innerhalb dieses Jahrzehnts. Durch Gartenvergaben konnte die Bewerberliste zwar verkürzt werden, dennoch warteten weiterhin zahlreiche Interessenten auf eine Parzelle.

Auch die Gemeinnützigkeit des Vereins wurde erneut überprüft und bestätigt.

Ein größeres Thema entstand bei den Pachtflächen. Die Stadt Wedel hatte Flächen mithilfe neuer technischer Möglichkeiten neu vermessen und kam dabei zu Abweichungen gegenüber den bisherigen Berechnungen.

Hier zahlte sich die kurz zuvor aufgebaute digitale Dokumentenverwaltung aus. Alte Verträge und Nachträge konnten schnell aufgefunden werden. Dadurch war es dem Vorstand möglich, einzelne Forderungen anhand historischer Vereinbarungen zu überprüfen und gegebenenfalls zurückzuweisen.

Die Digitalisierung hatte damit erstmals praktisch gezeigt, welchen Nutzen eine systematisch aufgebaute elektronische Vereinsakte haben konnte.

Gleichzeitig bereitete sich der Verein auf SEPA vor. Das europaweit vereinheitlichte Zahlungsverfahren sollte Anfang 2014 eingeführt werden und erforderte Änderungen an der Mitgliederverwaltung und beim Lastschriftverfahren. Die notwendigen Programmierungen wurden frühzeitig vorgenommen, sodass der Verein bereits im Sommer 2013 seine Vorbereitungen abschließen konnte.

Dirk bei der Wasserinstallation im Autal II

Eine erhebliche Verbesserung gab es in der Kolonie Autal II. Dort wurde eine Wasserversorgung aufgebaut. Freiwillige Helfer beteiligten sich an der Verlegung und den Anschlussarbeiten. Damit konnten die Pächter dieser Kolonie ab 2014 erstmals Wasser direkt innerhalb ihrer Anlage beziehen.

Autal I blieb damit als einzige Kolonie ohne entsprechende Wasserversorgung. Eine Erschließung war dort aufgrund der besonderen Lage zwischen Wedeler Au und S-Bahn-Trasse technisch erheblich schwieriger.

der 2. Vorsitzende Volker Pelker

Der Verein musste sich außerdem auf Veränderungen bei der Schädlingsbekämpfung einstellen. Bestimmte Bekämpfungsmaßnahmen konnten nicht mehr wie früher durchgeführt werden und erforderten zunehmend den Einsatz professioneller Fachfirmen. Um die dadurch entstehenden Kosten aufzufangen, wurde eine entsprechende Umlage beschlossen.

Zum Jahresende gab es eine personelle Veränderung im Vorstand. Der 2. Vorsitzende Volker Pelker musste seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Bis zur Neuwahl wurden seine Aufgaben auf die verbliebenen Vorstandsmitglieder verteilt.

2014 - Überarbeitung der Satzung und Ordnungen

Die inzwischen älter werdenden technischen Anlagen der Kolonien machten sich zunehmend bemerkbar. Im Nieland musste die Wasserversorgung instandgesetzt werden, und auch in den Brünschen zeichneten sich weitere Arbeiten an der Wasseranlage ab.

Der neue 2. Vorsitzende Wolfgang Jansen

Gleichzeitig erhielten die Kolonien mehr Eigenverantwortung. Die Höhe der Ausgleichszahlung für nicht geleistete Gemeinschaftsarbeit musste künftig nicht mehr vom erweiterten Vorstand genehmigt werden. Die Kolonien konnten darüber nun selbst in ihren Kolonieversammlungen entscheiden.

Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Wolfgang Jansen gewählt.

Eine wesentlich umfangreichere Aufgabe begann mit der Überarbeitung der Satzung und Ordnungen.

Die vorhandenen Regelwerke sollten modernisiert, eindeutiger formuliert und vor allem rechtlich belastbarer werden. Als Orientierung dienten aktuelle Satzungen anderer Kleingartenorganisationen. Die ersten Entwürfe wurden den Mitgliedern vorgestellt und diese ausdrücklich eingeladen, eigene Vorschläge einzubringen.

Der Vorstand arbeitete anschließend über das gesamte Jahr weiter an den Regelungen. Zusätzlich wurde juristischer Rat eingeholt, um die Rechtssicherheit der neuen Fassung zu verbessern.

Parallel wurden die Gespräche über einen möglichen Wiedereintritt in den Kreis- und Landesverband konkreter. Vertreter der Verbände wurden eingeladen, um dem erweiterten Vorstand ihre Arbeit vorzustellen und Fragen zu beantworten.

Auch der Corsland-Wall beschäftigte den Verein wieder. Die Frage, ob der Wall als Knick anzusehen war und welche Folgen frühere Schnittmaßnahmen hatten, blieb strittig. Zwischenzeitlich standen erhebliche Forderungen im Raum. Bei weiteren Gesprächen musste jedoch eingeräumt werden, dass sich nicht mehr eindeutig feststellen ließ, seit wann der Wall überhaupt den Charakter eines Knicks gehabt haben sollte.

Das Thema blieb zunächst ungelöst.

Auch technisch entwickelte sich der Verein weiter. Der Internetauftritt wurde grundlegend neugestaltet, die einzelnen Kolonien erhielten umfangreichere Präsentationen und Fotosammlungen.

Ein besonders arbeitsintensives Projekt war die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte. Dafür wurden historische Unterlagen, Protokolle, Zeitungsartikel und Dokumente aus dem Stadtarchiv ausgewertet. Aus diesen Recherchen entstand eine Vereinschronik, die zunächst die Zeit von 1913 bis 2015 umfasste.

Die Mitgliederzahl lag 2014 bei 502 Mitgliedern. Trotz leichter Schwankungen blieben sämtliche Parzellen verpachtet.

2015 - Wiedereintritt in den Kreisverband und Brände

Das Jahr 2015 sollte zu einem der ereignisreichsten des Jahrzehnts werden.

Zunächst konnte die seit dem Vorjahr vorbereitete Neufassung der Satzung und Ordnungen abgeschlossen werden. Die Mitgliederversammlung stimmte den Änderungen mehrheitlich zu. Anschließend musste noch die vereinsrechtliche Prüfung beziehungsweise Eintragung abgewartet werden.

Eine weitere wichtige Entscheidung betraf die organisatorische Einbindung des Vereins.

Nach jahrelanger Eigenständigkeit beschlossen die Mitglieder den Wiedereintritt in den Kreisverband der Kleingärtner Pinneberg und damit in den Landesverband Schleswig-Holstein.

Seit dem 1. Juli 2015 gehörte der Schrebergarten-Verein Wedel wieder den übergeordneten Kleingartenverbänden an.

Auch die jahrelange Auseinandersetzung um den Wall im Corsland konnte endlich beendet werden. Gemeinsam mit der Stadt wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden. Die Stadt übernahm Pflegemaßnahmen am Wall, anschließend ergänzte der Verein die Bepflanzung unter anderem mit Holundersträuchern. Die vorhandenen Brombeeren blieben weitgehend erhalten und boten weiterhin Lebensraum für Insekten und Vögel.

Damit war ein Problem gelöst, das Vorstand und Stadt seit 2011 beschäftigt hatte.

Doch nur wenige Monate später traf den Verein ein wesentlich schwererer Schlag.

Das Vereinshaus Nieland brennt

Der Innenraum des abgebrannten Vereinshauses

Am Morgen des 7. August 2015 wurde die Feuerwehr zum Vereinshaus Nieland gerufen.

Das Gebäude stand in Flammen.

Rund zwei Stunden dauerten die Löscharbeiten. Um versteckte Brandnester aufzuspüren, musste die Feuerwehr auch die Zwischenräume des Gebäudes kontrollieren.

Das Vereinshaus, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen hätte feiern können, war nach dem Brand nicht mehr zu retten.

Eine abgebrannte Laube im Heldenhain I

Für den Verein bedeutete der Verlust weit mehr als nur den Schaden an einem Gebäude. Das Nieland-Haus war über viele Jahre Treffpunkt, Veranstaltungsort und Bestandteil des gemeinschaftlichen Vereinslebens gewesen.

Da das Gebäude versichert war, bestand jedoch von Anfang an die Hoffnung, es wieder aufbauen zu können. Weitere Einzelheiten zum Brand findet man hier.

Noch bevor das Jahr zu Ende ging, wurde der Verein von weiteren Bränden getroffen.

Ende November und Anfang Dezember wurden in der Kolonie Heldenhain I mehrere Gartenlauben vorsätzlich in Brand gesetzt. Drei Lauben wurden vollständig zerstört, eine weitere konnte gerettet werden.

Besonders problematisch war, dass die betroffenen Pächter teilweise über keinen ausreichenden Versicherungsschutz verfügten.

Diese Ereignisse sollten weitreichende Folgen haben. Der Vorstand begann darüber nachzudenken, wie sichergestellt werden konnte, dass zukünftig jede Parzelle über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügte.

2016 - verpflichtende Laubenversicherung

Die Brandereignisse des Vorjahres wirkten 2016 unmittelbar nach.

Auf der Jahresmitgliederversammlung beschlossen die Mitglieder eine verpflichtende Laubenversicherung. Damit sollte nicht nur der einzelne Pächter geschützt werden. Auch der Verein musste verhindern, im Schadensfall für Abriss- oder Entsorgungskosten aufkommen zu müssen, wenn ein betroffener Pächter dazu finanziell nicht in der Lage war.

Für den Vorstand bedeutete die neue Versicherungspflicht allerdings zunächst zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Versicherungsnachweise mussten erfasst und die Vereinssoftware entsprechend erweitert werden.

Eine weitere Neuregelung betraf die Tierhaltung in den Kleingärten. In der Vergangenheit hatte es keine eindeutigen Obergrenzen gegeben. Nachdem es vereinzelt zu übermäßiger Tierhaltung gekommen war, wurden Merkblätter für die typischen Kleingartentiere erarbeitet und mit dem Tierschutz abgestimmt. Die Mitgliederversammlung beschloss anschließend verbindlichere Regeln.

Beim Wiederaufbau des Vereinshauses Nieland ging es dagegen nur langsam voran. Planungen und Zeichnungen verzögerten sich immer wieder.

Zusätzlich erhielt der Verein zunächst eine Absage für einen erhofften städtischen Zuschuss. Damit musste die endgültige Entscheidung über den Wiederaufbau zunächst vertagt werden.

Auch im Corsland gab es erneut Probleme – diesmal mit den Entwässerungsgräben.

Lange war unklar gewesen, welche Arbeiten die Kleingärtner dort selbst durchführen durften. Um Rechtssicherheit zu erhalten, nahm der Verein Kontakt zur zuständigen Wasserbehörde auf. Schließlich wurde eine Regelung gefunden, nach der in begrenztem Umfang Sedimente entfernt werden durften, um versandete Drainagerohre wieder freizulegen.

Im Herbst folgte das nächste Problem.

Innerhalb von nur etwa zwei Monaten wurden im Corsland 16 Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche registriert. Gestohlen wurden insbesondere Elektrogeräte und Komponenten von Solaranlagen.

Im Dezember konnte die Serie aufgeklärt werden. Ein Geschädigter erkannte auf einem Flohmarkt eine zuvor gestohlene Tischkreissäge wieder. Die Spur führte schließlich zu einem Tatverdächtigen aus dem Kreis Pinneberg; auch weiteres Diebesgut konnte aufgefunden werden.

Das Interesse an Kleingärten blieb trotz all dieser Probleme ungebrochen. Zum Jahresende standen 35 Bewerber lediglich zehn freiwerdenden beziehungsweise zu vergebenden Gärten gegenüber.

Der Generationswechsel machte sich allerdings bemerkbar. Die Schätzkommission musste in diesem Jahr insgesamt 32 Parzellen bewerten. Dank der Bewerberliste konnten diese jedoch schnell wieder vergeben werden.

Im Autal I musste außerdem ein etwa 15 Meter breiter Streifen entlang der Wedeler Au an die Stadt zurückgegeben werden. Die Fläche sollte künftig der Renaturierung dienen.

Betroffene Parzellen mussten deshalb neu zugeschnitten und vorhandene Anlagen bewertet werden.

2017 – Wiederaufbau des Vereinshauses

Auch 2017 nahm die Arbeit des Vorstandes weiter zu.

Neben den normalen Vereinsaufgaben spielten gesetzliche Anforderungen, Datenschutz, Versicherungsfragen und zunehmend auch rechtliche Auseinandersetzungen eine Rolle.

Gleichzeitig mussten verwilderte beziehungsweise aufgegebene Gärten wieder in einen Zustand versetzt werden, der eine Neuvergabe ermöglichte. Besonders zwei Parzellen in den Brünschen verursachten erheblichen Aufwand. Eine davon konnte wegen eines langwierigen Erbstreits über Jahre nicht neu vergeben werden.

Das alles wurde jedoch von einem Projekt überlagert:

Der Wiederaufbau im Nieland beginnt

Nach dem Brand von 2015 sollte aus den jahrelangen Planungen endlich wieder ein Gebäude werden.

Der Vorstand wandte sich erneut an die Wedeler Politik und warb um Unterstützung für das Vorhaben. Gleichzeitig wurden Unternehmen angeschrieben und um Spenden oder Sachleistungen gebeten.

Mehrere Firmen unterstützten den Verein daraufhin mit Geld-, Sachspenden oder Preisnachlässen.

Schließlich gab es auch aus der Wedeler Politik ein positives Signal. Ende des Jahres wurde eine städtische Unterstützung für das Bauprojekt beschlossen.

Zu diesem Zeitpunkt war der Bau bereits sichtbar vorangeschritten.

Im September 2017 hatten die eigentlichen Bauarbeiten begonnen.

Am 5. Dezember 2017 konnte schließlich Richtfest gefeiert werden. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Presse sowie Mitglieder des erweiterten Vorstandes und Kleingärtner nahmen daran teil.

Nach mehr als zwei Jahren ohne Vereinshaus stand nun wieder ein Dachstuhl im Nieland.

Auch bei den Mitgliedsbeiträgen zeichnete sich eine Veränderung ab. Seit mindestens dem Jahr 2000 waren die Beiträge nicht mehr angepasst worden. Angesichts allgemein gestiegener Kosten hielt der erweiterte Vorstand eine moderate Erhöhung für notwendig. Darüber sollte die Mitgliederversammlung 2018 entscheiden.

Der Verein zählte zum Jahresende 488 Mitglieder, darunter 330 aktive Pächter. Sämtliche verfügbaren Parzellen waren weiterhin vergeben.

2018 - Das neue Vereinshaus ist fertig

Das Jahr 2018 begann zunächst mit einer personellen Veränderung im Vorstand.

Der bisherige Schriftführer trat nicht erneut zur Wahl an. Zwar wurde ein Nachfolger gefunden und eingearbeitet, dieser legte sein Amt jedoch bereits wenige Monate nach der Wahl wieder nieder.

Damit musste der geschäftsführende Vorstand den größten Teil des Jahres mit nur drei Personen bewältigen.

Ausgerechnet in diesem Jahr standen besonders umfangreiche Aufgaben an.

Eine davon war die neue Datenschutz-Grundverordnung – DSGVO, die ab Mai 2018 anzuwenden war. Formulare und Verwaltungsabläufe mussten überprüft und teilweise neugestaltet werden.

Zunächst ging der Verein davon aus, einen eigenen Datenschutzbeauftragten stellen zu müssen. Das zusätzliche Amt übernahm Rainer Zengel – kümmerte er sich ohnehin schon um die komplette IT des Vereins incl. der Programmierung von Homepage und der Vereinssoftware.

Auch Fragen zur Gemeinnützigkeit und zur steuerlichen Behandlung verschiedener Vorgänge mussten geklärt werden. Dafür holte der Verein fachliche Unterstützung ein.

Daneben standen erneut Änderungen der Satzung im Raum, weil sich einzelne Formulierungen als widersprüchlich erwiesen hatten. Aufgrund der personellen Belastung des Vorstandes musste dieses Projekt jedoch zunächst zurückgestellt werden.

Das neue Vereinshaus ist fertig

Das wichtigste Ereignis des Jahres war zweifellos die Fertigstellung des Vereinshauses Nieland.

Drei Jahre nach dem verheerenden Brand konnte der Neubau endlich seiner Bestimmung übergeben werden.

Im Oktober 2018 wurde das neue Haus eingeweiht.

Damit hatte der Verein wieder einen zentralen Treffpunkt. Gleichzeitig erhielt der Vorstand dort neue Büroräume. Bereits im November fand die erste Vorstandssprechstunde im neuen Vereinsbüro statt.

Auch eine Solaranlage wurde in Betrieb genommen. Nicht selbst benötigter Strom konnte in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Nach dem Brand von 2015, langwierigen Planungen, politischen Diskussionen, Finanzierungsgesprächen und dem Baubeginn 2017 war damit eines der größten Projekte der jüngeren Vereinsgeschichte abgeschlossen.

In den Kolonien gab es unterdessen weiterhin alltägliche Probleme. Im Heldenhain führten Rauchentwicklung durch Öfen, Grillen und Lärmbelästigungen wiederholt zu Beschwerden.

Bei einer gemeinsamen Besichtigung mit einem Vertreter des Landesverbandes fiel außerdem insbesondere im Corsland der hohe Bestand an Nadelgehölzen auf. Im Zusammenhang mit dem zunehmenden Insektensterben wurde angeregt, stärker aufblühende und für Insekten geeignete Gehölze und Stauden zu setzen.

Die Mitgliederentwicklung blieb positiv.

Der Verein konnte gegenüber dem Vorjahr 17 Mitglieder hinzugewinnen. Ende 2018 standen 36 Bewerber lediglich zehn zu vergebenden Parzellen gegenüber.

Von einem Leerstandsproblem war der Schrebergarten-Verein Wedel weiterhin weit entfernt.

2019

Das Gartenjahr 2019 begann für den Schrebergarten-Verein Wedel unter wesentlich besseren Voraussetzungen als noch das Vorjahr. Nachdem der Vorstand 2018 zeitweise nur mit drei Personen arbeiten musste und gleichzeitig die Fertigstellung des neuen Vereinshauses im Nieland viel Zeit und Kraft beansprucht hatte, konnte sich der Verein nun wieder verstärkt seinen eigentlichen Aufgaben widmen.

Das neue Vereinshaus Nieland spielte dabei weiterhin eine wichtige Rolle. Nach dem Brand im August 2015 hatte es mehrere Jahre gedauert, bis aus den Planungen tatsächlich wieder ein fertiges Haus geworden war. Im Oktober 2018 konnte schließlich die Einweihung gefeiert werden und bereits einen Monat später fand die erste Vorstandssprechstunde in den neuen Büroräumen statt.

Damit hatte der Verein nach mehreren Jahren nicht nur wieder ein eigenes Büro, sondern zugleich eine neue Begegnungsstätte erhalten. Auf der Jahresmitgliederversammlung am 15. März 2019 würdigte auch Wedels Bürgermeister Niels Schmidt den Wiederaufbau. Er hob hervor, dass das Vereinshaus nicht ausschließlich den Kleingärtnern zur Verfügung stehe, sondern auch von anderen Wedeler Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden könne. Damit erfüllte es über die eigentliche Vereinsarbeit hinaus eine gesellschaftliche Funktion.

Ganz abgeschlossen war das Kapitel Neubau allerdings noch nicht. Einige Arbeiten und Anschaffungen standen weiterhin aus. Nach den erheblichen Aufwendungen der vergangenen Jahre sollten diese nun nach und nach erledigt werden. Die finanzielle Situation des Vereins blieb dabei geordnet. Auch die Anfang 2019 durchgeführte Revision der Buchführung und des Jahresabschlusses ergab keine Beanstandungen.

Kleingärten blieben gefragt

Von Nachwuchssorgen bei den Gartenbewerbern konnte 2019 keine Rede sein. Der Verein zählte zum Ende des vorausgegangenen Geschäftsjahres insgesamt 505 Mitglieder und damit 17 mehr als ein Jahr zuvor. Darunter befanden sich 331 aktive Mitglieder beziehungsweise Pächter, 90 Familienmitglieder, 48 passive Mitglieder und 36 Gartenbewerber.

Gerade die Zahl der Bewerber zeigte, dass der eigene Kleingarten in Wedel weiterhin gefragt war. Von Leerständen, mit denen andere Kleingartenvereine teilweise zu kämpfen hatten, konnte beim Schrebergarten-Verein Wedel weiterhin keine Rede sein.

Im vorausgegangenen Gartenjahr waren elf Gärten neu vergeben beziehungsweise innerhalb einer Familie übertragen worden. Gleichzeitig befanden sich weitere Parzellen bereits im Kündigungsverfahren. Die Schätzkommission hatte deshalb ebenfalls regelmäßig zu tun.

Der über viele Jahre zu beobachtende Generationswechsel innerhalb der Kolonien setzte sich damit fort. Freiwerdende Gärten konnten jedoch weiterhin zeitnah an Interessenten vergeben werden.

Wechsel im Vorstand

Nach dem schwierigen Vorstandsjahr 2018 gab es 2019 auch personelle Veränderungen.

Andreas Neumerkel stellte sich erneut für das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und wurde von allen anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern wiedergewählt.

Das seit 2018 vakante Amt des Schriftführers übernahm wieder Rainer Zengel. Zur neuen Rechnungsführerin wurde Monika Martini gewählt. Der bisherige Rechnungsführer Dirk Augner, der dieses Amt über viele Jahre ausgeübt hatte, wechselte in die Revision.

Auch die Schätzkommission wurde teilweise neu besetzt. Für die Baukommission wurde Axel Zimmermann gewählt.

Mit Hubert Höver verabschiedete der Verein außerdem einen langjährigen Revisor aus seinem Amt. Damit endete 2019 an mehreren Stellen eine langjährige Tätigkeit, während gleichzeitig neue Mitglieder Verantwortung übernahmen.

Doch gerade die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, bereitete dem Vorstand zunehmend Sorgen. Der 1. Vorsitzende nutzte die Jahresmitgliederversammlung deshalb zu einem eindringlichen Appell. Es werde immer schwieriger, Mitglieder zu finden, die bereit seien, einen Teil ihrer Freizeit für die Vereinsgemeinschaft einzusetzen.

Ein Problem, das keineswegs nur den Schrebergarten-Verein Wedel betraf. Auch der Kreisverband beobachtete eine abnehmende Beteiligung insbesondere jüngerer Mitglieder an Versammlungen und Vereinsaufgaben.

Zusammenleben in den Kolonien

Neben Verwaltungsarbeit, Gartenvergaben und dem neuen Vereinshaus beschäftigten den Vorstand zunehmend zwischenmenschliche Konflikte innerhalb einzelner Kolonien.

Wo viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum ihre Freizeit verbringen, treffen zwangsläufig unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Besonders größere und regelmäßig stattfindende Familienfeiern führten vereinzelt zu Beschwerden wegen Lärms und anderer Beeinträchtigungen.

Der Vorstand machte deutlich, dass gemeinsame Feiern selbstverständlich zum Kleingartenleben gehören. Gleichzeitig müsse aber jeder Pächter Rücksicht auf seine Gartennachbarn nehmen. Die Satzung und Gartenordnung gelten schließlich gleichermaßen für alle Mitglieder.

Bei wiederkehrenden Problemen sollten die Betroffenen die Vorfälle möglichst genau dokumentieren und gegebenenfalls Zeugen benennen. Erste Ansprechpartner sollten jedoch weiterhin die Obleute der jeweiligen Kolonie sein. Erst wenn sich ein Konflikt vor Ort nicht lösen ließ, sollte der geschäftsführende Vorstand eingeschaltet werden.

Damit sollte verhindert werden, dass aus eigentlich lösbaren Nachbarschaftsproblemen unnötig langwierige Auseinandersetzungen entstanden.

Datenschutz – viel Aufregung und am Ende eine einfachere Lösung

Ein Thema, das den Verein bereits 2017 und besonders 2018 erheblich beschäftigt hatte, war der Datenschutz.

Mit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 mussten zahlreiche Abläufe und Formulare überprüft und angepasst werden. Lange Zeit war der Verein außerdem davon ausgegangen, zwingend einen eigenen Datenschutzbeauftragten bestellen zu müssen.

Nach einer direkten Klärung mit der zuständigen Datenschutzbehörde stellte sich jedoch heraus, dass dies für den Schrebergarten-Verein Wedel nicht erforderlich war. Die Verantwortung für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen lag ohnehin beim geschäftsführenden Vorstand. Ein Datenschutzbeauftragter hätte gegenüber dem Vorstand im Wesentlichen eine beratende Funktion ausgeübt.

Da der Verein zudem dem Kreis- und Landesverband angeschlossen war und dort entsprechende Strukturen vorhanden waren, konnte auf einen eigenen Datenschutzbeauftragten verzichtet werden.

Rainer Zengel, der 2018 für diese Aufgabe gewählt worden war, gab das gesonderte Amt deshalb wieder ab. Da er inzwischen erneut dem geschäftsführenden Vorstand angehörte, beschäftigte er sich dort weiterhin mit dem Datenschutz.

Aus einer zunächst kompliziert erscheinenden neuen gesetzlichen Anforderung war damit schließlich eine für den Verein praktikable Lösung entstanden.

Mehr Blumen für Bienen, Hummeln und andere Insekten

Ein ganz anderes Thema rückte 2019 ebenfalls stärker in den Mittelpunkt: das Insektensterben.

Bereits bei einer Besichtigung der Kolonien im vorausgegangenen Jahr war aufgefallen, dass insbesondere im Corsland verhältnismäßig viele Nadelgehölze vorhanden waren. Für Insekten bieten solche Pflanzen im Vergleich zu vielen heimischen Blütengehölzen und Stauden nur ein begrenztes Nahrungsangebot.

Auf der Jahresmitgliederversammlung wurde deshalb an die Kleingärtner appelliert, ihre Gärten stärker als Lebens- und Nahrungsraum für Insekten zu gestalten.

Dabei ging es nicht darum, lediglich einige wenige besonders attraktive Blühpflanzen zu setzen. Sinnvoll sei vielmehr ein sogenanntes Trachtband, bei dem vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein immer wieder unterschiedliche Pflanzen blühen. Auf diese Weise finden Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten über einen möglichst langen Zeitraum Nahrung.

Gerade Kleingärten können durch ihre Mischung aus Obstgehölzen, Gemüse, Stauden, Blumen und kleineren Lebensräumen einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Jeder einzelne Pächter konnte somit unmittelbar vor der eigenen Laube etwas für den Insektenschutz tun.

Schädlingsbekämpfung blieb notwendig

Auch ein weniger erfreuliches Naturthema begleitete den Verein weiterhin.

In den Kolonien Autal und Heldenhain sollte 2019 erneut eine professionelle Schädlingsbekämpfung durchgeführt werden. Nach vorausgegangenen Erfahrungen hatte der Verein inzwischen ein Unternehmen gefunden, mit dessen Arbeit man zufrieden war.

Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die den Verein bereits seit einigen Jahren beschäftigte. Die Bekämpfung bestimmter Schädlinge konnte nicht mehr einfach durch die Kleingärtner selbst vorgenommen werden, sondern erforderte zunehmend professionelle Unterstützung.

Nieland wieder im Blickpunkt

Für 2019 kündigte der Vorstand außerdem erneut eine Begehung der Kolonie Nieland an.

Solche Begehungen gehören zu den regelmäßigen Aufgaben des Vereins. Dabei geht es nicht nur darum, mögliche Verstöße gegen Satzung und Gartenordnung festzustellen. Sie geben dem Vorstand und den Verantwortlichen der Kolonie auch die Möglichkeit, sich unmittelbar vor Ort einen Eindruck vom Zustand der Anlage, der Parzellen und der gemeinschaftlichen Einrichtungen zu verschaffen.

Gerade nach den ereignisreichen Jahren rund um Brand, Neubau und Wiedereröffnung des Vereinshauses rückte damit nun auch das normale Gartenleben im Nieland wieder stärker in den Vordergrund.

Ein Verein zwischen Tradition und neuen Herausforderungen

Die Jahresmitgliederversammlung 2019 zeigte deutlich, wie sehr sich die Aufgaben eines Kleingartenvereins im Laufe der Jahrzehnte verändert hatten.

Während frühere Generationen des Vereinsvorstandes vor allem mit Pachtland, Wasserleitungen, Wegebau und der Erweiterung der Kolonien beschäftigt waren, kamen inzwischen zahlreiche organisatorische und rechtliche Aufgaben hinzu. Datenschutz, Versicherungen, Steuer- und Gemeinnützigkeitsfragen, Wertermittlungen und immer häufiger auch rechtliche Auseinandersetzungen gehörten längst zum Alltag der ehrenamtlichen Vereinsführung.

Trotzdem blieb der eigentliche Zweck des Vereins unverändert: Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Kleingarten zu bewirtschaften und zugleich Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Dass dieses Konzept auch fast hundert Jahre nach der Vereinsgründung nichts von seiner Attraktivität verloren hatte, zeigte die weiterhin vorhandene Bewerberliste.

Langjährige Treue zum Verein

Zum Abschluss der Jahresmitgliederversammlung wurden zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Schrebergarten-Verein Wedel geehrt.

Neun Mitglieder blickten auf 20 Jahre und sechs Mitglieder auf 30 Jahre Vereinszugehörigkeit zurück. Drei Mitglieder wurden für eine noch längere Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Besonders bemerkenswert waren jedoch zwei Ehrungen für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Diese beiden Gartenfreunde waren dem Verein damit bereits seit etwa 1969 verbunden. Sie hatten einen erheblichen Teil jener Entwicklung persönlich miterlebt, die in dieser Chronik beschrieben wird – vom Kleingartenverein der Nachkriegsjahrzehnte bis zum modernen Verein des Jahres 2019.

So schloss sich gewissermaßen ein Kreis: Während sich der Verein auf neue Themen wie Datenschutz, Insektenschutz und eine moderne Vereinsverwaltung einstellen musste, standen ihm gleichzeitig noch Mitglieder zur Seite, die bereits ein halbes Jahrhundert seiner Geschichte selbst miterlebt hatten.

Und das nächste große Ereignis war bereits in Sicht: 2020 sollte der Schrebergarten-Verein Wedel sein 100-jähriges Bestehen feiern.

Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Die Jahre 2020 – 2029

2020–2021 – Pandemie überschattet das 100-jährige Vereinsjubiläum

Das Jahr 2020 hätte für den Schrebergarten-Verein Wedel e.V. eigentlich ein ganz besonderes Jahr werden sollen: 100 Jahre waren seit der Gründung des Vereins vergangen. Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte – eigentlich ein Anlass, gemeinsam zurückzublicken und dieses Jubiläum gebührend zu feiern.

Doch es kam anders.

Mit Beginn der COVID-19-Pandemie änderte sich innerhalb kürzester Zeit das öffentliche und gesellschaftliche Leben. Kontaktbeschränkungen und zahlreiche weitere Schutzmaßnahmen führten dazu, dass Versammlungen, Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden konnten.

Damit fiel auch das 100-jährige Vereinsjubiläum der Pandemie zum Opfer. Ausgerechnet der runde Geburtstag, der einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte hätte einnehmen sollen, konnte nicht in der vorgesehenen Form gemeinsam gefeiert werden.

Auch das übrige Vereinsleben kam weitgehend zum Stillstand. Persönliche Begegnungen wurden auf das Notwendigste reduziert, Veranstaltungen mussten ausfallen und viele der sonst selbstverständlichen gemeinschaftlichen Aktivitäten waren nicht möglich.

Während das gesellschaftliche Leben ruhte, bekamen die Kleingärten für viele Mitglieder gleichzeitig eine ganz neue Bedeutung. Sie boten einen Rückzugsort im Freien, an dem trotz der Einschränkungen ein Stück Normalität erhalten blieb. Gerade in einer Zeit, in der Reisen, Freizeitangebote und persönliche Kontakte stark eingeschränkt waren, zeigte sich der besondere Wert eines eigenen Gartens.

Auch 2021 blieb das Vereinsleben durch die Pandemie und wechselnde Schutzmaßnahmen geprägt. Vieles, was den Verein normalerweise ausmacht, konnte weiterhin nicht oder nur eingeschränkt stattfinden.

So gingen die Jahre 2020 und 2021 als außergewöhnliche Zeit in die Vereinsgeschichte ein. Besonders bitter bleibt, dass ausgerechnet das 100-jährige Bestehen des Vereins nicht gemeinsam gefeiert werden konnte. Ein Jubiläum, das eigentlich Anlass für Rückblick, Begegnung und Feierlichkeiten sein sollte, wurde damit selbst zu einem Teil der Geschichte – allerdings ganz anders, als es sich der Verein vorgestellt hatte.

2022 – Nach zwei Jahren Stillstand geht es wieder los

Nach zwei Jahren, in denen die Corona-Pandemie das Vereinsleben weitgehend zum Stillstand gebracht hatte, konnte 2022 endlich wieder eine Jahresmitgliederversammlung stattfinden. Am 14. Juni trafen sich die Mitglieder im Ernst-Barlach-Saal. Es gab einiges nachzuholen: Die letzte reguläre Jahresmitgliederversammlung hatte bereits im März 2019 stattgefunden.

Entsprechend umfangreich war die Tagesordnung. Entscheidungen, die während der Pandemie nicht getroffen werden konnten, mussten nachgeholt, zahlreiche Ämter neu gewählt und eine umfangreiche Überarbeitung der Satzung und der Vereinsordnungen beschlossen werden. Die Versammlung begann um 19 Uhr und endete erst kurz vor Mitternacht.

Viel Arbeit aus den vergangenen Jahren

Die Corona-Zeit hatte auch organisatorisch ihre Spuren hinterlassen. Die Rechnungsführung war weiterhin kommissarisch besetzt und verschiedene Entscheidungen hatten warten müssen, weil keine Mitgliederversammlung durchgeführt werden konnte.

Eine wichtige Nachricht gab es bei der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit. Die notwendigen Unterlagen für die Jahre 2016 bis 2021 waren aufgearbeitet und bei der Stadt Wedel eingereicht worden. Im Februar 2022 erhielt der Verein den positiven Bescheid für beide Dreijahreszeiträume. Damit konnte ein umfangreiches Kapitel der organisatorischen Aufarbeitung abgeschlossen werden.

Auch die Vereinsverwaltung wurde in diesen Jahren verändert. Die Buchführung war neu strukturiert und stärker an die Anforderungen des Steuerberaters angepasst worden. Die frühere Handkasse des Rechnungsführers war abgeschafft worden; Zahlungen liefen nun über das Vereinskonto.

Der Kleingarten bleibt gefragt

Während gemeinschaftliche Veranstaltungen in den beiden Vorjahren kaum möglich waren, hatte die Nachfrage nach einem Kleingarten nicht nachgelassen. Nach dem Ende des zeitweiligen Aufnahmestopps meldeten sich zahlreiche neue Interessenten.

Bei der ersten Sprechstunde im März kamen auf einen Schlag 18 neue Bewerber und Familienmitglieder hinzu. Schon zum 1. Juni musste deshalb ein Aufnahmestopp verhängt werden, weil die Zahl der Bewerber in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu den freiwerdenden Gärten stand.

Kleingärten bleiben begehrt

Von einem nachlassenden Interesse an Kleingärten konnte auch nach der Pandemie keine Rede sein. Im Gegenteil: Der Andrang war weiterhin so groß, dass der Verein den im Juni 2022 erneut verhängten Aufnahmestopp beibehalten musste.

Im Jahr 2022 wurden 20 Gärten neu vergeben. Gleichzeitig wurden 45 neue Mitglieder aufgenommen, darunter 30 Bewerber und 15 Familienmitglieder.

Insgesamt gehörten dem Verein zu diesem Zeitpunkt 520 Mitglieder an. Darunter befanden sich 331 aktive Pächter, 113 Familienmitglieder, 33 passive Mitglieder und 43 Bewerber.

Damit hatte sich ein Trend bestätigt, der bereits während der Corona-Zeit sichtbar geworden war: Der eigene Kleingarten hatte keineswegs an Attraktivität verloren. Die Pandemie hatte zwar das Vereinsleben ausgebremst – das Interesse am Kleingarten jedoch keineswegs.

Alte Probleme verschwinden nicht von allein

Mit der Rückkehr zum normalen Vereinsbetrieb traten auch bekannte Probleme wieder stärker in den Vordergrund. Verwilderte Parzellen und vernachlässigte Lauben verursachten immer wieder Arbeit und Kosten. Auch zu hoch gewachsene Bäume und Hecken beschäftigten den Vorstand.

Die Obleute wurden deshalb aufgefordert, stärker auf die Einhaltung der Gartenordnung zu achten und rechtzeitig tätig zu werden. Versäumnisse über viele Jahre später auf Kosten des Vereins beseitigen zu müssen, sollte möglichst vermieden werden.

Bei Gartenübergaben und Wertermittlungen zeigte sich gleichzeitig, dass die Preise für Parzellen aufgrund neuerer Wertermittlungsrichtlinien gestiegen waren. Der Nachfrage tat dies keinen Abbruch.

Satzung und Ordnungen werden modernisiert

Einen großen Teil der Jahresmitgliederversammlung nahm die Überarbeitung der Satzung und nahezu aller wichtigen Vereinsordnungen ein. Die Arbeiten daran waren bereits vor der Pandemie begonnen worden, konnten aber wegen Corona nicht zum Abschluss gebracht werden.

Geändert oder ergänzt wurden unter anderem die Satzung, Gartenordnung, Bauordnung, Beitragsordnung, Geschäftsordnung und Wasserordnung. Auch die Brennordnung wurde neu gefasst.

Dabei ging es nicht nur um redaktionelle Änderungen. Zahlreiche Regelungen wurden an die inzwischen veränderten Anforderungen des Vereinsalltags angepasst. Dazu gehörten beispielsweise Bestimmungen über die Handlungsfähigkeit des Vorstandes bei unbesetzten Ämtern, die Kommunikation mit den Mitgliedern, Gemeinschaftsarbeit, das Betreten von Parzellen, Ruhezeiten und die Rückgabe eines Gartens nach Beendigung des Pachtverhältnisses.

Auch ein Thema, das in früheren Jahrzehnten wohl kaum eine Rolle gespielt hätte, beschäftigte die Versammlung ausführlich: Trampoline in den Kleingärten. Für größere Geräte wurden konkrete Voraussetzungen hinsichtlich Genehmigung, Standort, Nachbarschaft, Ruhezeiten und Sicherheit festgelegt.

Nach mehreren Stunden Beratung waren die umfangreichen Änderungen schließlich beschlossen.

Vorstand und Vereinsorgane neu gewählt

Da während der Pandemie keine regulären Wahlen stattfinden konnten, waren zwischenzeitlich sämtliche Amtszeiten ausgelaufen. Deshalb mussten 2022 praktisch alle Vereinsämter neu gewählt werden.

Andreas Neumerkel wurde als 1. Vorsitzender bestätigt, ebenso Wolfgang Jansen als 2. Vorsitzender. Zum neuen Schriftführer wurde Martin Neuhaus gewählt. Die bisher kommissarisch ausgeübte Rechnungsführung übernahm nun offiziell Rainer Zengel.

Auch die Revisoren sowie Bau- und Schätzkommission wurden neu beziehungsweise wiedergewählt. Damit verfügte der Verein nach den beiden Ausnahmejahren wieder über regulär gewählte Vereinsorgane.

Nachgeholt, was Corona verhindert hatte

Nicht nur Versammlungen und Wahlen waren während der Pandemie ausgefallen. Auch die Ehrungen langjähriger Mitglieder hatten 2020 und 2021 nicht stattfinden können.

2022 wurde dies nachgeholt. Die Jubilare aus den Jahren 2020, 2021 und 2022 wurden gemeinsam geehrt. Darunter befanden sich auch Mitglieder, die bereits auf eine 50-jährige Vereinszugehörigkeit zurückblicken konnten.

Gleichzeitig wurden die zukünftigen Ehrungszeiträume an die Regelungen des Kreis- und Landesverbandes angepasst. Künftig erfolgen die Ehrungen nach 20, 30, 40 und 50 Jahren Mitgliedschaft.

Ein langer Abend – und ein Stück Normalität

Als der 1. Vorsitzende die Jahresmitgliederversammlung um 23:46 Uhr beendete, lagen fast fünf Stunden Beratung, Diskussionen, Satzungsänderungen und Wahlen hinter den Mitgliedern.

Nach den außergewöhnlichen Jahren 2020 und 2021 war diese lange Versammlung zugleich ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Verein wieder zu einem geregelten Vereinsleben zurückkehrte.

Vieles, was die Pandemie aufgeschoben hatte, konnte 2022 endlich erledigt werden. Damit wurde das Jahr vor allem zu einem Jahr des Aufholens, Neuordnens und des Neustarts nach der Corona-Zeit.

Der „Satzungsmarathon“ ist geschafft

Die umfangreiche Überarbeitung der Satzung und der Vereinsordnungen hatte den Verein mehrere Jahre beschäftigt. Nachdem die Mitgliederversammlung 2022 endlich über die zahlreichen Änderungen abgestimmt hatte, stand noch die Eintragung beim Vereinsregister aus.

Und die entwickelte sich zu einem unerwartet langwierigen Verfahren.

Neben formalen Fragen zum Datum des Versammlungsprotokolls musste gegenüber dem Amtsgericht zusätzlich nachgewiesen werden, dass die geplanten Satzungsänderungen den Mitgliedern zusammen mit der Einladung zur Mitgliederversammlung bekanntgegeben worden waren. Schließlich wurde sogar eine beglaubigte eidesstattliche Erklärung des Vorstandes verlangt.

Nach mehreren zusätzlichen Arbeitsschritten und weiteren Notarkosten kam am 20. Oktober 2022 endlich die erlösende Nachricht: Die Eintragung war erfolgt.

Damit konnte die neue Satzung zusammen mit den geänderten Ordnungen in Druck gehen. Auch auf der Homepage stand die neue Fassung zur Verfügung.

Nach rund drei Jahren war damit eines der umfangreichsten Satzungsprojekte der jüngeren Vereinsgeschichte abgeschlossen.

Gemeinnützigkeit wieder auf aktuellem Stand

Eine weitere langwierige Verwaltungsaufgabe konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Nach Einreichung des Protokolls der Jahresmitgliederversammlung 2022 bestätigte die Stadt Wedel endgültig die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit für den Zeitraum 2016 bis 2021.

Damit waren auch die verspätet aufgearbeiteten Jahre 2016 bis 2018 anerkannt und der Verein bei diesem Thema wieder auf dem aktuellen Stand.

Parallel dazu hatte der Steuerberater die Kommunikation mit dem Finanzamt aufgenommen. Dafür war die Buchführung der vergangenen Jahre bereits grundlegend überarbeitet und detaillierter strukturiert worden.

Gemeinschaft nach der Pandemie

Auch außerhalb der eigentlichen Vereinsverwaltung kehrte das gemeinschaftliche Leben zurück.

Ein besonderes Beispiel dafür war die nachgeholte 60-Jahr-Feier der Kolonie Brünschen. Eigentlich hätte das Jubiläum bereits 2020 stattfinden sollen, war damals jedoch – wie so vieles – der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Das Fest wurde schließlich 2022 nachgeholt und zeigte, wie vielfältig die Kolonie inzwischen geworden war. Kleingärtner aus acht Nationen beteiligten sich und brachten unter anderem Speisen aus ihren jeweiligen Kulturen mit. Eine Hüpfburg sorgte für Unterhaltung der Kinder, während in einem eigenen Zelt anhand alter Bilder auf sechs Jahrzehnte Geschichte der Kolonie zurückgeblickt wurde.

Mit dabei war auch der damals 92-jährige Siegfried „Siggi“ Rosowsky, der als dienstältester Schreber seine Parzelle noch immer selbst bewirtschaftete.

Gerade nach den Jahren der Kontaktbeschränkungen wurde dieses Fest damit zu einem sichtbaren Zeichen dafür, was Kleingartenwesen neben Gartenarbeit ebenfalls bedeutet: Gemeinschaft über Generationen und Herkunft hinweg.

2023 – Zurück zur Normalität, aber neue Herausforderungen

Nach den außergewöhnlichen Corona-Jahren und der Mammutversammlung des Vorjahres kehrte 2023 wieder etwas mehr Normalität in das Vereinsleben ein. Die Jahresmitgliederversammlung am 18. April im Ernst-Barlach-Saal fiel mit 68 stimmberechtigten Mitgliedern deutlich kleiner und mit gut eineinhalb Stunden auch wesentlich kürzer aus als die fast fünfstündige Versammlung von 2022.

Als Gäste konnte der Verein unter anderem Vertreter der Stadt Wedel, der Polizei sowie des Kreis- und Landesverbandes begrüßen.

Wenn ein Garten zum Problemfall wird

Weniger erfreulich entwickelte sich ein Problem, das den Verein schon seit längerer Zeit beschäftigte: verwilderte Parzellen und heruntergekommene Lauben.

Besonders schwierig wird es, wenn ehemalige Pächter finanziell nicht mehr für die notwendigen Arbeiten herangezogen werden können. Muss der Verein eine verwahrloste Parzelle selbst räumen und eine baufällige Laube beseitigen lassen, können schnell Kosten von rund 6.000 Euro je Garten entstehen.

Dass es auch anders gehen kann, zeigte eine zuvor problematische Parzelle in den Brünschen. Dort brachte der neue Pächter mit viel Einsatz Garten und Laube wieder in Ordnung.

Doch weitere Problemfälle zeichneten sich bereits ab. Für den Verein blieb deshalb das Risiko bestehen, künftig erneut für Räumung, Abriss und Entsorgung aufkommen zu müssen.

Ein Leck mit Folgen

Wasser beschäftigte den Verein 2023 gleich in mehrfacher Hinsicht.

Im Bereich Autal II, Heldenhain II und Vereinshaus Autal wurde Anfang März ein Wasserleitungsbruch entdeckt. Das Leck befand sich auf der Strecke zwischen dem Hauptzähler der Stadtwerke und den nachgelagerten Zählern der Kolonien beziehungsweise des Vereinshauses.

Bis der Schaden bemerkt wurde, waren rund 614 Kubikmeter Wasser ungenutzt verloren gegangen. Daraus entstanden zusätzliche Kosten von rund 1.220 Euro.

Doch damit war es nicht getan. Die Reparatur der Wasseranlage im Autal schlug bis Mitte April bereits mit etwa 3.300 Euro zu Buche, weitere Arbeiten waren zu diesem Zeitpunkt noch zu erwarten.

Der Vorfall zeigte einmal mehr, dass die technische Infrastruktur der teilweise jahrzehntealten Kolonien zunehmend Aufmerksamkeit erforderte.

Wer ist für die Wasserschächte zuständig?

Weiterhin ungeklärt blieb die Frage nach der Verantwortung für die Schächte der Hauptwasserzähler.

Die Stadt Wedel vertrat zwischenzeitlich die Auffassung, dass der Verein für vier Schächte zuständig sei, weil diese auf dem Pachtgelände lagen. Der Vorstand widersprach dieser Einschätzung und verwies unter anderem auf Regelungen in neueren Generalpachtverträgen, nach denen die Wasserversorgung bis hinter den Hauptwasserzähler in die Zuständigkeit der Stadt fällt.

Eine endgültige Entscheidung stand weiterhin aus.

Für den Verein war die Angelegenheit von Bedeutung, denn neben den Wasseranlagen kamen auch Zäune, Gebäude und andere Einrichtungen zunehmend in ein Alter, in dem größere Reparaturen und Investitionen absehbar wurden.

Steigende Preise machen sich bemerkbar

Auch die allgemeine Preisentwicklung ging am Schrebergarten-Verein nicht vorbei.

Besonders deutlich zeigte sich dies bei Wasser und Energie. Für den Wasserverbrauch des Jahres 2022 wurde eine Nachzahlung von rund 4.280 Euro fällig. Gleichzeitig erhöhten sich die Abschlagszahlungen für 2023 erheblich.

Auch Steuerberatung und Rechtsberatung verursachten zusätzliche Ausgaben. Allein für die steuerliche Bearbeitung der Jahre 2020 und 2021 wurden rund 2.870 Euro fällig; hinzu kamen weitere Kosten für die Kommunikation mit dem Finanzamt.

Trotz der allgemeinen Kostensteigerungen entschied der Verein jedoch, die 2022 beschlossene Möglichkeit zur dynamischen Anpassung von Vereinsbeitrag und Schädlingsbekämpfungspauschale für 2023 noch nicht zu nutzen. Die bisherigen Beiträge konnten zunächst beibehalten werden.

Auch die Polizei schaut auf die Kleingärten

Interessante Einblicke gab es auf der Jahresmitgliederversammlung vom Leiter des Polizeireviers Wedel.

Demnach waren 2021 insgesamt 14 Einbrüche in Kleingärten registriert worden. Elf davon konnten mithilfe von DNA-Abgleichen aufgeklärt werden. Auffällig war, dass sämtliche Einbrüche während der dunklen Jahreszeit stattfanden.

2022 sank die Zahl auf sechs Einbrüche. Für 2023 waren zum Zeitpunkt der Mitgliederversammlung bereits drei Fälle bekannt.

Damit wurde ein Thema angesprochen, das Kleingartenanlagen gerade während der Wintermonate immer wieder beschäftigt.

Wahlen und ein angekündigter Abschied

Auch 2023 standen Vorstandswahlen an. Andreas Neumerkel stellte sich noch einmal für zwei Jahre als 1. Vorsitzender zur Verfügung und wurde im Amt bestätigt. Gleichzeitig kündigte er an, dass dies seine letzte Amtsperiode sein solle.

Auch Rainer Zengel wurde für weitere zwei Jahre zum Rechnungsführer gewählt.

Daneben wurden Positionen in Revision, Baukommission und Wertermittlungskommission neu beziehungsweise wieder besetzt. Damit war die personelle Arbeitsfähigkeit des Vereins für die kommenden Jahre gesichert.

Samstags darf länger gearbeitet werden

Eine ganz praktische Änderung beschloss die Mitgliederversammlung bei den Ruhezeiten.

Bislang geltende Regelungen für den Sonnabend wurden geändert. Künftig darf – unter Beibehaltung der Mittagspause von 13 bis 15 Uhr – samstags bis 19 Uhr gearbeitet werden. Die Regelung betrifft auch das Befahren der Anlagen mit dem Pkw.

Damit reagierte die Mitgliederversammlung auf die praktischen Bedürfnisse vieler Pächter, die insbesondere am Wochenende Zeit für Arbeiten in ihren Gärten haben.

Ein Jahr zwischen Normalität und neuen Aufgaben

2023 war kein Jahr der großen Umbrüche. Nach Pandemie, ausgefallenen Versammlungen und der umfangreichen Satzungsreform kehrte der Verein zunehmend zum normalen Alltag zurück.

Doch dieser Alltag brachte neue Herausforderungen mit sich. Alternde Wasserleitungen, sanierungsbedürftige Anlagen, verwilderte Parzellen und deutlich gestiegene Kosten machten sichtbar, dass die kommenden Jahre nicht nur organisatorische, sondern zunehmend auch technische und finanzielle Aufgaben bereithalten würden.

Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Kleingärten ungebrochen hoch.

Nach den außergewöhnlichen Jahren zuvor stand 2023 damit vor allem für die Rückkehr zur Normalität – allerdings zu einer Normalität mit neuen Herausforderungen.

2024 – Die Infrastruktur kommt in die Jahre

Nach den turbulenten Jahren zuvor verlief das Vereinsjahr 2023 vergleichsweise ruhig. Vieles, was den Vorstand über längere Zeit beschäftigt hatte, konnte inzwischen geklärt werden. Doch Ruhe bedeutete keineswegs Stillstand. Immer deutlicher zeigte sich, dass die teilweise jahrzehntealte Infrastruktur der Kolonien in den kommenden Jahren zu einer der großen Herausforderungen für den Verein werden würde.

Zur Jahresmitgliederversammlung am 9. April 2024 kamen 81 stimmberechtigte Mitglieder in den Ernst-Barlach-Saal. Auch wenn dies gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung bedeutete, wurde die Beteiligung für die Größe des Vereins weiterhin als eher gering angesehen.

Wieder macht eine Wasserleitung Probleme

Das Thema Wasser ließ den Verein auch 2024 nicht los.

Der große Rohrbruch im Bereich Autal II, Heldenhain II und Vereinshaus Autal vom Vorjahr hatte erhebliche Folgen gehabt. Die Reparatur durch eine Spezialfirma kostete rund 3.300 Euro, hinzu kamen etwa 4.500 Euro für das verlorengegangene Wasser. Insgesamt belief sich der Schaden damit auf fast 7.800 Euro.

In diesem Fall hatte sich die Versicherung des Vereinshauses ausgezahlt: Die komplette Schadenssumme wurde übernommen.

Doch die Freude darüber hielt nicht lange an – in diesem Jahr traf es die Kolonie Heldenhain II.

Dort hatte die alte Hauptwasserleitung aufgrund von Materialermüdung teilweise ihren Dienst versagt und musste saniert werden.

Dieses Mal gab es keine Erstattung durch eine Versicherung.

Die Reparatur kostete den Verein 6.047 Euro. Damit wurde allein durch diesen ungeplanten Schaden ein erheblicher Teil der für Investitionen vorgesehenen Mittel benötigt.

Zusammen mit den übrigen Investitionen wurden 2024 insgesamt 11.155 Euro aufgewendet.

Der Rohrbruch machte erneut deutlich, dass die alternde Infrastruktur der Kolonien zunehmend zu einem finanziellen Risiko wird. Was jahrzehntelang zuverlässig funktioniert hat, kann plötzlich ausfallen – und notwendige Reparaturen lassen sich weder verschieben noch langfristig exakt vorausplanen.

Damit bestätigte sich eine Entwicklung, die sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet hatte: Die Anlagen kommen in die Jahre. Wasserleitungen, Zäune und andere Einrichtungen werden zunehmend reparaturanfällig, sodass künftig häufiger mit ungeplanten Ausgaben gerechnet werden muss.

Endlich Klarheit bei den Wasserzählerschächten

Zumindest an einer anderen Wasserbaustelle gab es endlich eine erfreuliche Nachricht.

Über längere Zeit war zwischen Verein und Stadt Wedel strittig gewesen, wer für die Sanierung beziehungsweise Unterhaltung der Hauptwasserzählerschächte verantwortlich ist. Zeitweise stand im Raum, dass der Verein die Kosten für mehrere Schächte übernehmen sollte.

Der Vorstand hatte dieser Auffassung widersprochen und auf die Regelungen in den Generalpachtverträgen verwiesen.

2024 war die Angelegenheit endlich geklärt: Die Kosten werden von der Stadt Wedel getragen.

Damit endete ein Thema, das den Verein über mehrere Jahre begleitet und vorsorglich finanzielle Mittel für mögliche Arbeiten gebunden hatte. Diese können nun für andere notwendige Investitionen eingesetzt werden.

Autal I wartet weiterhin auf Wasser

Während die Frage der Wasserzählerschächte gelöst werden konnte, blieb die Situation in der Kolonie Autal I problematisch.

Dort fehlt weiterhin eine ausreichende Wasserversorgung. Ein Anschluss an das Trinkwassernetz der Stadtwerke war bislang vor allem an den erwarteten Kosten gescheitert.

Als Alternative sollte deshalb im dritten Gang ein weiterer Brunnen entstehen. Da die Stadt für eine Wasserversorgung sorgen muss, diese jedoch nicht zwingend aus dem öffentlichen Trinkwassernetz erfolgen muss, erschien dies zunächst als mögliche Lösung.

Eine kurzfristige Umsetzung war allerdings nicht zu erwarten. Die notwendigen Haushaltsmittel der Stadt könnten frühestens für 2025 bereitgestellt werden.

Am 8. April 2024, einen Tag vor der Jahresmitgliederversammlung, fand deshalb noch einmal eine gemeinsame Begehung im Autal statt. Der Vorstand machte dabei deutlich, dass die fehlende Wasserversorgung zunehmend auch die Weitervergabe freier Parzellen erschwert.

Gleichzeitig sollte noch einmal geprüft werden, ob mit den Stadtwerken doch eine Lösung für einen regulären Wasseranschluss gefunden werden könnte.

Problemgärten können teuer werden

Auch verwilderte Gärten und baufällige Lauben blieben ein Dauerthema.

Besonders problematisch wird es, wenn eine Parzelle nicht mehr vermittelbar ist und vom ehemaligen Pächter keine Kosten mehr eingefordert werden können. Dann bleibt dem Verein häufig nichts anderes übrig, als die notwendigen Arbeiten selbst zu bezahlen.

Ein Laubenabriss kann schnell 6.000 Euro oder mehr kosten. Bei zwei aktuell problematischen Parzellen wurde mit möglichen Sanierungs- und Abrisskosten von insgesamt 12.000 bis 15.000 Euro gerechnet. Eine dritte Parzelle könnte hinzukommen.

Der Vorstand hoffte allerdings darauf, Interessenten zu finden, die einen Teil der Arbeiten selbst übernehmen würden. In diesem Fall müsste der Verein möglicherweise nur Container und Entsorgung bereitstellen.

Die Entwicklung zeigte dennoch deutlich, dass jahrzehntelang aufgeschobene Arbeiten an Gärten und Lauben am Ende nicht nur den jeweiligen Pächter, sondern die gesamte Gemeinschaft treffen können.

Der Aufnahmestopp bleibt bestehen

An Interessenten für einen Garten mangelte es weiterhin nicht.

Trotz zahlreicher Anfragen musste der bereits bestehende Aufnahmestopp auch 2024 aufrechterhalten werden. Der Grund war einfach: Es wurden kaum noch Gärten frei.

Lediglich neun Parzellen konnten 2023 neu vergeben werden – sieben davon an Bewerber und zwei an bereits vorhandene Familienmitglieder. Gleichzeitig standen weiterhin 34 Bewerber auf der Warteliste.

Neue Bewerber wurden deshalb nicht aufgenommen. Lediglich zwölf Familienmitglieder kamen neu zum Verein.

Die Mitgliederzahl lag bei insgesamt 511 Mitgliedern, darunter 331 Pächter, 114 Familienmitglieder, 32 passive Mitglieder und 34 Bewerber.

Offenbar hatte die Corona-Zeit auch langfristige Auswirkungen: Wer einen Garten hatte, gab ihn nicht mehr so schnell auf.

Die Parkplätze kommen zurück

Eine weitere Veränderung betraf die Parkplätze in den Kolonien Corsland und Nieland.

Die Stadt Wedel wollte diese Flächen wieder der Pachtfläche des Vereins zuordnen. Eine zusätzliche Pacht sollte dafür nicht erhoben werden.

Unter den Mitgliedern führte dies zunächst zu Fragen: Wer haftet künftig bei Schäden? Wer beseitigt Schlaglöcher? Wer schneidet die angrenzenden Flächen und wer kümmert sich um dort abgeladenen Müll?

Nach Gesprächen mit der Stadt und einer rechtlichen Prüfung zeichnete sich eine pragmatische Lösung ab. Die Parkplätze sollten als Privatparkplätze des Vereins gekennzeichnet werden; die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Der Verein übernimmt lediglich bestimmte Pflegearbeiten am Randbereich, während beispielsweise die Ausbesserung der Parkplatzflächen weiterhin durch den Bauhof erfolgen soll.

Ursprünglich angedachte Schranken oder Absperrpfosten wurden nach Diskussionen in den Kolonien zunächst wieder verworfen.

Für den Verein hatte die Rückübertragung gleichzeitig einen Vorteil: Als Bestandteil der Pachtfläche können die Parkplätze nicht ohne Weiteres von der Stadt einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Einbrüche bleiben ein Thema

Auch die Sicherheit der Kleingartenanlagen beschäftigte die Jahresmitgliederversammlung.

Der Leiter des Polizeireviers Wedel berichtete, dass es 2023 insgesamt 14 Laubenaufbrüche im Stadtgebiet gegeben hatte.

Im ersten Quartal 2024 waren bereits elf Einbrüche registriert worden, davon allein zehn im Januar. Ein großer Teil dieser Fälle konnte zwei Tatverdächtigen zugeordnet werden. Bei den Ermittlungen spielte erneut die DNA-Technik eine wichtige Rolle.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigten damit weiterhin, dass insbesondere die dunkle Jahreszeit für die Kleingartenanlagen problematisch bleibt.

Kleingärten sind mehr als Freizeitflächen

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes erinnerte auf der Mitgliederversammlung an die inzwischen 104-jährige Geschichte des Schrebergarten-Vereins Wedel.

Dabei wurde deutlich, dass der Erhalt von Kleingartenflächen keineswegs selbstverständlich ist. In Schleswig-Holstein hatten andere Vereine bereits Flächen verloren oder mussten ganz aufgegeben werden – unter anderem wegen Bauinteressen, fehlender ehrenamtlicher Mitarbeit oder mangelnder Zeit für die Vereinsarbeit.

Landesweit bestanden noch rund 200 Vereine mit etwa 30.000 Mitgliedern. Rechnet man die Familien hinzu, profitieren nach den auf der Versammlung genannten Zahlen ungefähr 120.000 Menschen von den Kleingärten.

Auch die Wedeler Anlagen tragen mit ihren Grünflächen zum Stadtklima und zu Rückzugsräumen für Tiere bei.

Pflanzen tauschen und Gartentore öffnen

Dass Vereinsleben nicht nur aus Verwaltung, Wasserleitungen und Satzungen besteht, zeigten die Aktivitäten in den Kolonien.

In Heldenhain I und Nieland fanden Pflanzentauschbörsen und Tage des „offenen Törchens“ statt. Solche Veranstaltungen boten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Pflanzen weiterzugeben und auch Besuchern einen Einblick in das Kleingartenleben zu ermöglichen.

Die Gemeinschaft blieb damit ein wichtiger Bestandteil des Vereins – auch wenn der Vorstand gleichzeitig feststellte, dass das frühere „Wir-Gefühl“ bei notwendigen Gemeinschaftsarbeiten nicht immer in dem gewünschten Maße vorhanden war.

Auf dem Weg zur steuerlichen Gemeinnützigkeit

Nachdem die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit wieder in einem geregelten Dreijahresrhythmus bearbeitet werden konnte, beschäftigte sich der Verein mit einem weiteren Schritt: der steuerlichen Gemeinnützigkeit.

Die steuerliche Aufarbeitung der Jahre 2019 bis 2021 war inzwischen erfolgt. Nach Einschätzung des Steuerberaters sollte nun die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt angestrebt werden.

Dafür verlangte das Finanzamt allerdings noch eine Änderung der Satzung. Darin musste geregelt werden, dass bei Auflösung des Vereins oder beim Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke das Vereinsvermögen an die Stadt Wedel fällt und dort für kleingärtnerische Zwecke verwendet werden muss.

Da diese Formulierung unmittelbar vom Finanzamt gefordert wurde, wurde sie als redaktionelle Satzungsänderung umgesetzt und den Mitgliedern auf der Jahresmitgliederversammlung erläutert.

Neben steuerlichen Vorteilen würde eine Anerkennung künftig auch ermöglichen, Spendenbescheinigungen auszustellen und möglicherweise Vergünstigungen für gemeinnützige Organisationen zu nutzen.

Beiträge bleiben zunächst stabil

Trotz gestiegener Preise gelang es auch 2024, die vom Verein beeinflussbaren Beiträge zunächst stabil zu halten.

Die 2022 beschlossenen dynamischen Anpassungsmöglichkeiten beim Vereinsbeitrag und bei der Schädlingsbekämpfungspauschale wurden erneut nicht ausgeschöpft.

Ganz vermeiden ließen sich Preissteigerungen allerdings nicht. Die Versicherungen der Vereinshäuser verteuerten sich beispielsweise von rund 3.820 Euro auf etwa 4.110 Euro. Auch Wasser, Strom, Internetanschluss und der Betrieb der Homepage wurden teurer.

Für die kommenden Jahre blieb deshalb abzuwarten, wie lange steigende Kosten sowie notwendige Reparaturen und Sanierungen ohne weitergehende Anpassungen aufgefangen werden können.

Ein ruhiges Jahr mit deutlichen Warnzeichen

2024 stand weniger im Zeichen großer vereinspolitischer Entscheidungen als die Jahre zuvor. Viele organisatorische Altlasten waren inzwischen abgearbeitet, die Satzung war modernisiert und bei der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit herrschten wieder geregelte Verhältnisse.

Dafür rückte ein anderes Thema immer stärker in den Mittelpunkt: der Erhalt der vorhandenen Anlagen.

Rohrbrüche, fehlende Wasserversorgung, sanierungsbedürftige Lauben und alternde Einrichtungen machten deutlich, dass ein mehr als hundert Jahre alter Verein nicht nur seine Geschichte bewahren, sondern seine Infrastruktur immer wieder erneuern muss.

So wurde 2024 zu einem Jahr, in dem sich der Blick zunehmend von den organisatorischen Problemen der Vergangenheit auf eine ganz praktische Zukunftsfrage richtete:

Was muss heute erhalten und erneuert werden, damit auch die kommenden Generationen in Wedel noch einen Kleingarten bewirtschaften können?

2025 – Zwischen alten Leitungen und neuen Weichenstellungen

Nach mehreren bewegten Jahren war im Verein wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt. Die Jahresmitgliederversammlung 2025, sowie das gesamte Vereinsjahr verliefen weitgehend ohne größere Konflikte.

Ganz erledigt waren die offenen Baustellen allerdings nicht. Mit der Stadt Wedel mussten beispielsweise weiterhin Fragen zum Heckenschnitt in den Kolonien Corsland, Nieland, Autal und Brünschen geklärt werden.

Verwilderte Gärten bleiben ein kostspieliges Problem

Nicht nur Wasserleitungen bereiteten Sorgen.

Auch 2025 musste sich der Verein wieder mit verwilderten Gärten und teilweise abrissreifen Lauben beschäftigen. Besonders problematisch sind solche Fälle, wenn der Zustand einer Parzelle erst bei der Wertermittlung vollständig sichtbar wird.

Dann ist es häufig bereits zu spät, den bisherigen Pächter noch zur Beseitigung der Schäden oder zur Kostenübernahme heranzuziehen.

Bleibt der Verein auf einer solchen Parzelle sitzen, können erhebliche Kosten entstehen. Allein der Abriss einer Laube kann schnell rund 6.000 Euro kosten.

Der Vorstand appellierte deshalb insbesondere an die Obleute, problematische Entwicklungen möglichst frühzeitig zu melden.

Für 2025 musste erneut damit gerechnet werden, dass mindestens zwei Lauben auf Kosten des Vereins saniert, abgerissen und entsorgt werden müssen. Die Hoffnung bestand weiterhin darin, neue Pächter zu finden, die bereit sind, handwerklich selbst tätig zu werden und damit einen Teil des Aufwandes zu übernehmen.

Der Aufnahmestopp bleibt – trotz zahlreicher Gartenvergaben

Das Interesse an einem Kleingarten war weiterhin groß. Dennoch hielt der Verein am Aufnahmestopp für neue Bewerber fest.

Interessant war dabei die Entwicklung der Gartenvergaben - bei Kündigungen rückten zunehmend vorhandene Familienmitglieder als Pächter nach. Die bestehende Bewerberliste konnte deshalb nicht schnell genug abgebaut werden, um wieder neue Interessenten aufzunehmen.

Zum Zeitpunkt der Jahreshauptversammlung zählte der Verein 503 Mitglieder:

331 Pächter, 120 Familienmitglieder, 28 passive Mitglieder und 24 Bewerber.

Die Gesamtzahl war gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgegangen – eine unmittelbare Folge des weiterhin bestehenden Aufnahmestopps.

Ein Ärgernis wird zum Dauerthema: Rücklastschriften

Was zunächst wie ein eher unspektakuläres Problem der Buchhaltung klingt, entwickelte sich über die Jahre zu einem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand: Rücklastschriften bei den jährlichen Vereinsrechnungen.

Der Zahlungstermin am 1. April ist in der Satzung festgelegt und wird zusätzlich auf den Rechnungen deutlich ausgewiesen. Trotzdem kam es immer wieder zu Rückbuchungen.

Die Ursachen waren häufig vermeidbar: Mitglieder hatten nach einem Bankwechsel ihre neue Kontoverbindung nicht mitgeteilt, das Konto war nicht ausreichend gedeckt, eine falsche IBAN war hinterlegt oder ein Mitglied hatte die Abbuchung zurückgerufen, ohne zuvor Kontakt mit dem Verein aufzunehmen.

Für die Rechnungsführung bedeutet jeder dieser Fälle deutlich mehr als nur eine fehlgeschlagene Bankbuchung.

Die einzelnen Rechnungspositionen sind zunächst ordnungsgemäß verbucht. Nach einer Rücklastschrift müssen sie wieder ausgebucht und nach Eingang der späteren Zahlung erneut eingebucht werden. Hinzu kommen Zahlungserinnerungen und gegebenenfalls Mahnungen. Teilweise müssen diese Schreiben individuell erstellt und anschließend durch Vereinsmitglieder als Boten zugestellt werden.

Allein im Geschäftsjahr 2025 bewegten Rücklastschriften rund 2.725 Euro zusätzlich durch die Buchführung.

Bis zur Jahresmitgliederversammlung am 9. April hatten acht der betroffenen Mitglieder inzwischen bezahlt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch rund 1.200 Euro offen.

30 Euro für vermeidbare Rücklastschriften

Der Vorstand wollte diese Entwicklung nicht länger hinnehmen.

Auf der Jahresmitgliederversammlung wurde deshalb eine Ergänzung der Beitragsordnung vorgeschlagen.

Künftig sollte bei einer schuldhaft beziehungsweise durch Vernachlässigung der eigenen Mitteilungspflichten verursachten Rücklastschrift eine zusätzliche Gebühr von 30 Euro erhoben werden. Sie kommt zu eventuell von der Bank berechneten Rücklastschriftkosten hinzu.

Die Regelung betrifft beispielsweise nicht rechtzeitig mitgeteilte Kontoänderungen, fehlende Kontodeckung oder die eigenmächtige Rückforderung eines Rechnungsbetrages, ohne zuvor mit dem Verein Kontakt aufgenommen zu haben.

Der Vorschlag fand eine deutliche Mehrheit:

65 Mitglieder stimmten dafür, eines dagegen und eines enthielt sich.

Damit wurde die zusätzliche Rücklastschriftgebühr beschlossen.

Das Geld sollte ausdrücklich nicht dem Rechnungsführer oder andere mit dem zusätzlichen Aufwand beschäftigte Vereinsmitglieder entlohnen, sondern einem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden.

Nach der Versammlung stellte sich allerdings heraus, dass eine solche Spende nur an Vereine oder Organisationen möglich ist, deren Ziele mit dem in der Vereinssatzung festgelegten Vereinszweck vereinbar sind. Diese Frage sollte deshalb noch rechtlich geprüft werden.

Bienen bekommen klare Regeln

Ein anderes Thema beschäftigte die Mitgliederversammlung ebenfalls: die Bienenhaltung in Kleingärten.

Die bisherigen Richtlinien zur Kleintierhaltung erlaubten zwar grundsätzlich die Haltung von Bienen, enthielten aber keine konkrete Begrenzung der Zahl der Bienenvölker.

Nach Rücksprache mit Kreis- und Landesverband schlug der Vorstand vor, künftig höchstens sechs Bienenvölker pro Garten zuzulassen.

Dabei ging es nicht darum, die Bienenhaltung einzuschränken. Im Gegenteil: Der Vorstand hob ausdrücklich den Nutzen der Bienen als Bestäuber für die gesamte Kleingartenanlage hervor.

Gleichzeitig sollten klare Regeln mögliche Konflikte vermeiden. Dazu gehören ausreichende Abstände zu Grundstücksgrenzen, eine möglichst über das eigene Grundstück führende Abflugrichtung sowie die Berücksichtigung besonderer gesundheitlicher Risiken von Gartennachbarn.

Der Antrag wurde mit 57 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen angenommen.

Ehrenamt verursacht manchmal auch Kosten

Eine weitere Neuregelung betraf die Betreuung von Versicherungsfällen.

Die Bearbeitung eines Schadens kann für den ehrenamtlichen Versicherungsbeauftragten mit erheblichem Zeitaufwand und eigenen Kosten verbunden sein. Dazu gehören die Schadenaufnahme, Kommunikation mit Versicherungen sowie die Beratung bei Neuverträgen oder Vertragsänderungen.

Nach vorheriger rechtlicher Prüfung schlug der Vorstand deshalb eine Aufwandspauschale von 10 Euro je bearbeitetem Schadensfall vor.

Die Mitgliederversammlung stimmte auch diesem Antrag mit großer Mehrheit zu: 71 Mitglieder votierten dafür, eines enthielt sich.

Die Schädlingsbekämpfung musste ausfallen

Nicht jede geplante Maßnahme ließ sich 2025 überhaupt durchführen.

Für die Schädlingsbekämpfung fand der Verein trotz mehrerer Versuche kein geeignetes Unternehmen. Der bisherige Dienstleister konnte aufgrund von Personalmangel keine weiteren Aufträge übernehmen; ein weiteres angefragtes Unternehmen reagierte nach Angaben des Vereins nicht auf die Kontaktversuche.

Die vorgesehenen Maßnahmen mussten deshalb ausfallen.

Die dafür zweckgebunden vorgesehenen Mittel wurden nicht anderweitig verwendet und standen weiterhin für eine spätere Bekämpfung zur Verfügung.

Für 2025 war erneut Geld für die Schädlingsbekämpfung eingeplant, es konnte allerdings kein Unternehmen gefunden werden, das bereit war, die Arbeiten zu übernehmen.

Die Gemeinnützigkeit kommt einen Schritt weiter

Auch bei einem Thema, das den Verein bereits seit mehreren Jahren beschäftigte, gab es Fortschritte.

Nach der steuerlichen Aufarbeitung der Jahre 2019 bis 2021 und der vom Finanzamt verlangten Satzungsänderung waren wesentliche Voraussetzungen für die angestrebte steuerliche Gemeinnützigkeit geschaffen.

Die Satzungsänderung war inzwischen beim Vereinsregister eingetragen.

Als nächster Schritt mussten die Steuerunterlagen für die Jahre 2022 bis 2024 erstellt und eingereicht werden. Erst auf dieser Grundlage wollte die Finanzverwaltung über die Anerkennung entscheiden.

Damit waren weitere Arbeiten und auch zusätzliche Kosten für die steuerliche Beratung verbunden.

Parallel dazu war die für einen Kleingartenverein besonders wichtige kleingärtnerische Gemeinnützigkeit durch die Stadt Wedel erneut bestätigt worden.

Wechsel an der Vereinsspitze zeichnet sich ab

Die Jahresmitgliederversammlung am 9. April 2025 brachte auch eine wichtige personelle Weichenstellung.

72 stimmberechtigte Mitglieder und sieben Gäste nahmen an der Versammlung im Ernst-Barlach-Saal teil.

Der bisherige 1. Vorsitzende Andreas Neumerkel stellte sich erneut für zwei Jahre zur Wahl, da sich niemand bereiterklärte hatte diesen Posten zu übernehmen. Er wurde einstimmig bestätigt. Ebenso wurde Rainer Zengel einstimmig für weitere zwei Jahre zum Rechnungsführer gewählt.

Gleichzeitig kündigte Andreas Neumerkel an, dass dies nun wirklich seine letzten zwei Jahre als 1. Vorsitzender sein würden und er sich anschließend vollständig aus der Vereinsarbeit zurückziehen wolle. Die Mitglieder sollten sich nun ernsthafte Gedanken machen.

Damit begann frühzeitig die Vorbereitung auf einen Generationswechsel im geschäftsführenden Vorstand.

Besonders dringlich wurde die Suche nach einem neuen Rechnungsführer. Wegen der umfangreichen Aufgaben sollte ein Nachfolger möglichst mindestens ein Jahr eingearbeitet und begleitet werden.

Auch beim Amt des Schriftführers zeichnete sich eine Veränderung ab: Die laufende Amtszeit sollte nur noch ein Jahr dauern, ein möglicher Nachfolger hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht gefunden.

Die Diskussion machte erneut deutlich, wie stark ein Verein dieser Größe vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder abhängig ist.

Ein neues Ehrenmitglied und zwei außergewöhnliche Jubiläen

Die Versammlung bot auch Anlass, langjähriges Engagement zu würdigen.

Klaus-Dieter Napiwotzki wurde zum Ehrenmitglied des Schrebergarten-Vereins Wedel ernannt.

Zahlreiche weitere Mitglieder wurden für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Besonders bemerkenswert waren zwei Jubiläen: Sie gehörten dem Verein bereits seit 50 Jahren an.

Zehn Mitglieder wurden für 20 Jahre und drei weitere für 30 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Ein Garten aus dem Nieland wird bundesweit ausgezeichnet

Eine besondere Anerkennung hatte der Verein bereits im Jahr 2024 erhalten.

Ein Garten aus der Kolonie Nieland erreichte beim bundesweiten Wettbewerb „Deutschland summt“ den zweiten Platz.

Damit wurde ein Beispiel aus den Wedeler Kleingartenanlagen über die Stadtgrenzen hinaus ausgezeichnet. Gerade vor dem Hintergrund der gleichzeitig diskutierten Bienenhaltung passte diese Auszeichnung gut zu der zunehmenden Bedeutung naturnaher und insektenfreundlicher Gartengestaltung.

Auch das klassische Gemeinschaftsleben wurde fortgeführt. In Heldenhain I und Nieland fanden wieder Pflanzentauschbörsen und Tage des „offenen Törchens“ statt.

Die Überschwemmungen in den Brünschen

Ein besonders ärgerliches Problem betraf 2025 erneut die Kolonie Brünschen.

Dort standen zahlreiche Gärten zeitweise mindestens 30 Zentimeter unter Wasser.

Ursache war der Moor-Graben. Die Lösung des Problems zog sich hin, weil die Zuständigkeiten zwischen der Stadt Wedel und Hamburg lagen und zunächst keine Seite die Verantwortung eindeutig übernahm.

Nach einer gemeinsamen Begehung des Vorstandes mit Vertretern der Stadt Wedel kam schließlich Bewegung in die Angelegenheit. Die Verantwortung lag bei Hamburg. Der Graben wurde gereinigt und das Wasser konnte anschließend wieder vernünftig abfließen.

Damit war das akute Problem zunächst beseitigt. Ob die Maßnahme dauerhaft ausreicht, musste sich allerdings erst zeigen.

Eine lange Diskussion um Parkplätze findet ihr Ende

Auch ein anderes Thema konnte 2025 endlich abgeschlossen werden.

Am 17. September 2025 fand ein abschließendes Gespräch mit der Stadt Wedel über die mögliche Übernahme von Parkflächen durch den Verein statt.

Der Vorstand stellte dabei klar, dass der Verein kein Interesse daran hatte, die betreffenden Flächen zu übernehmen – selbst dann nicht, wenn sie ihm kostenlos überlassen worden wären.

Beim Heckenschnitt wurden dagegen praktikable Lösungen gefunden. Im Autal wurde die Pflege mit den Pächtern abgestimmt und von der Kolonie übernommen. Im Corsland erfolgte der Heckenschnitt durch die Pächter und teilweise weiterhin durch den Bauhof.

Probleme mit Bäumen wurden außerdem im Heldenhain II und im Corsland angesprochen. Bei einigen Bäumen im Heldenhain II liegt die Verantwortung allerdings bei privaten Grundstückseigentümern, sodass dort gesonderte Absprachen erforderlich sind.

Neue Technik für die Vereinsarbeit

Auch die technische Ausstattung des Vereins verursachte außerplanmäßige Ausgaben.

Ein neuer Drucker musste angeschafft werden. Beim bisherigen Gerät hatten Firmwareeinschränkungen den Einsatz kompatibler Verbrauchsmaterialien erschwert; Toner und Trommel hätten inzwischen mehr als 300 Euro gekostet. Zudem entsprach das Gerät nicht mehr den Anforderungen der Vereinsarbeit.

Der neue Drucker ermöglicht neben einer höheren Leistungsfähigkeit auch den Einsatz erheblich günstigerer alternativer Verbrauchsmaterialien.

Zusätzlich musste für den Schriftführer ein neues Notebook beschafft werden, nachdem das bisher verwendete Gerät ausgefallen war.

Insgesamt wurden im Bereich Büromaterial und geringwertige Wirtschaftsgüter 2.170 Euro ausgegeben.

2025 – der Blick richtet sich nach vorn

Die Jahresmitgliederversammlung 2025 zeigte einen Verein, der nach schwierigen Jahren wieder in ruhigerem Fahrwasser angekommen war.

Die Buchführung war bei der Jahresrevision wieder ohne Beanstandungen geblieben und der Vorstand wurde für das Rechnungsjahr 2024 entlastet. Gleichzeitig waren zahlreiche organisatorische und rechtliche Fragen der vergangenen Jahre inzwischen geklärt oder zumindest auf den Weg gebracht.

Doch neue Herausforderungen zeichneten sich bereits ab.

Zunehmend ist mit einer alternden Infrastruktur zu kämpfen, die mit nicht unerheblichen Kosten einhergehen kann. Der Schaden an der Wasserleitung im Heldenhain II zeigte beispielhaft, welche Kosten welche Kosten sich schnell aufsummieren können. Verwilderte Parzellen und abrissreife Lauben können den Verein mit erheblichen zusätzlichen Ausgaben belasten. Selbst vermeintlich kleine Vorgänge wie Rücklastschriften verursachen bei über 500 Mitgliedern einen Verwaltungsaufwand, der nicht dauerhaft einfach hingenommen werden kann.

Gleichzeitig begann der Verein, sich personell auf die kommenden Jahre vorzubereiten. Der angekündigte Rückzug des 1. Vorsitzenden machte deutlich, dass nicht nur Wasserleitungen, Lauben und Wege erhalten werden müssen.

Auch Wissen, Erfahrung und Verantwortung müssen rechtzeitig an die nächste Generation weitergegeben werden.

Damit wurde 2025 zu einem Jahr, in dem der Verein zwar auf eine zunehmend geordnete Vergangenheit zurückblicken konnte – zugleich aber bereits damit begann, die Weichen für seine personelle und organisatorische Zukunft zu stellen.

2026 – Ein ruhiges Jahr mit einigen hartnäckigen Baustellen

Das Vereinsjahr 2026 verlief insgesamt vergleichsweise ruhig. Größere Auseinandersetzungen blieben aus, freie Parzellen waren weiterhin praktisch kein Thema und das Interesse am Kleingarten blieb ungebrochen. Gleichzeitig zeigte sich jedoch immer deutlicher, dass den Verein neben dem normalen Tagesgeschäft einige Probleme dauerhaft beschäftigen: verwilderte Gärten und sanierungsbedürftige Lauben, Schwierigkeiten bei der Schädlingsbekämpfung, wiederkehrende Rücklastschriften und nicht zuletzt die Suche nach Menschen, die künftig Verantwortung im Vorstand übernehmen wollen.

Gartenabfälle gehören nicht in die Feuertonne

Deutlich wurde der Vorstand beim Thema Verbrennen von Gartenabfällen und anderen Materialien.

Trotz wiederholter Hinweise kam es weiterhin vor, dass auf einzelnen Parzellen Feuer entzündet wurden. Dabei blieb es offenbar nicht immer bei Grünabfällen. Dem Vorstand wurden auch Fälle bekannt, in denen beispielsweise zerkleinerte Möbelstücke verbrannt wurden.

Seit 2021 gelten in Schleswig-Holstein deutlich strengere Regelungen für die Entsorgung pflanzlicher Abfälle. Für Kleingartenanlagen mit dicht beieinanderstehenden Lauben kommt zusätzlich die erhebliche Brandgefahr hinzu.

Der Vorstand kündigte deshalb an, bekannte Verstöße künftig konsequenter zu verfolgen und gegebenenfalls auch zur Anzeige zu bringen.

Gartenabfälle sollen stattdessen kompostiert, geschreddert oder über die dafür vorgesehenen Entsorgungswege abgegeben werden.

Damit ging es längst nicht mehr nur um die Einhaltung der Gartenordnung. Wer unerlaubt Abfälle verbrennt, kann zugleich gegen umwelt- und immissionsschutzrechtliche Vorschriften verstoßen.

Rücklastschriften bleiben ein Dauerproblem

Ein Thema, das die Rechnungsführung bereits seit Jahren begleitet, setzte sich auch 2026 nahezu unverändert fort: Rücklastschriften.

Im Laufe des Jahres wurden Lastschriften im Gesamtumfang von 2.768,75 Euro zurückgegeben.

Diese Summe sagt allerdings nur einen Teil über das eigentliche Problem aus. Jede Rücklastschrift verursacht zusätzliche Arbeit. Eine bereits verbuchte Zahlung muss korrigiert, der offene Betrag erneut angefordert und der spätere Zahlungseingang wiederum verbucht werden. Hinzu kommen Bankgebühren, Schriftverkehr, Zahlungserinnerungen und gegebenenfalls Mahnungen.

Viele dieser Fälle wären vermeidbar.

Mitglieder werden deshalb regelmäßig aufgefordert, Änderungen ihrer Bankverbindung, Anschrift oder E-Mail-Adresse rechtzeitig mitzuteilen und zum bekannten Abbuchungstermin für ausreichende Kontodeckung zu sorgen.

Auch eigenständige Überweisungen von Mitgliedern, die eigentlich am Lastschriftverfahren teilnehmen, können zusätzlichen Aufwand verursachen. Ist die Lastschrift bereits bei der Bank eingereicht, laufen Überweisung und Abbuchung unter Umständen parallel und müssen anschließend wieder korrigiert werden.

Die neue Rücklastschriftregelung zeigt erstmals Wirkung

Auf der Jahresmitgliederversammlung 2025 war beschlossen worden, bei selbst verursachten Rücklastschriften zusätzlich zu den Bankkosten eine Gebühr von 30 Euro erheben zu können.

2026 lagen damit erstmals Erfahrungen mit dieser neuen Regelung vor.

Bis zum 27. April 2026 waren bereits bei 15 Mitgliedern Rücklastschriften über insgesamt 2.418,18 Euro aufgelaufen. Sieben Mitglieder hatten ihre offenen Forderungen zu diesem Zeitpunkt bereits beglichen – einschließlich der im Vorjahr beschlossenen zusätzlichen Gebühr.

In fünf Fällen führten das Zahlungsverhalten und die vorausgegangenen Vorgänge schließlich zur Kündigung der Mitgliedschaft.

Damit zeigte sich, dass die 2025 eingeführte Regelung keineswegs nur theoretische Bedeutung hatte. Die wiederkehrenden Zahlungsprobleme waren inzwischen zu einem organisatorischen Thema geworden, auf das der Verein auch satzungsrechtlich reagieren musste.

Die Stadtwerke sorgen erneut für zusätzlichen Aufwand

Eigentlich sollte das Problem mit falsch dimensionierten Wasserzählern bereits erledigt sein. Doch auch 2026 beschäftigte es die Rechnungsführung weiter.

Bei mehreren Kolonien waren DN40-Zähler eingebaut worden. Für diese berechneten die Stadtwerke eine jährliche Grundgebühr von 1.986 Euro. Die betreffenden Zähler wurden zwar am 25. Februar 2025 ausgetauscht, bis zu diesem Zeitpunkt wurden aber die DN40 Zähler berechnet, obwohl die Korrektur bereits 2025 erledigt sein sollte.

Für die betroffenen Kolonien summierten sich die zusätzlichen Belastungen auf rund 700 Euro.

Die Klärung erwies sich als langwierig. Mehrere Kontaktversuche führten zunächst nicht zum gewünschten Ergebnis. Erst nach weiterem Abstimmungsaufwand wurden die Rechnungen schließlich korrigiert.

Zusätzliche Schwierigkeiten entstanden bei Zählerwechseln dadurch, dass die Zählerstände der ausgebauten Geräte dem Verein nicht automatisch mitgeteilt wurden und neue Zähler teilweise nicht korrekt den jeweiligen Kundennummern zugeordnet waren.

Gerade zum Zeitpunkt der jährlichen Rechnungsstellung führte dies zu erheblichem zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Noch immer kein Schädlingsbekämpfer – oder doch?

Ein inzwischen ebenfalls bekanntes Problem konnte Mitte 2026 endlich gelöst werden.

Es gelang dem Verein endlich, einen geeigneten Dienstleister für die notwendige Schädlingsbekämpfung zu finden.

Die Rechnungsführung hatte für die Rechnungsstellung 2026 keine Schädlingsbekämpfungspauschale erhoben, da sich bereits einiges in dem Budget angesammelt hatte.

Der Bedarf in den betroffenen Kolonien nahm weiter zu. Über einen Tipp gelangte man an den Dienstleister der Verein an die Firma „Kill Team“. Auf unsere Anfrage hin konnte ein Vororttermin ausgemacht und die Bekämpfung in der betroffenen Kolonie begonnen werden.

Die Gartenzeitung wird teurer – und steht vor Veränderungen

Zum 1. Januar 2026 erhöhte sich der Bezugspreis der Gartenzeitung von 17,60 auf 18,33 Euro.

Da der Verein über die Änderung erst informiert wurde, nachdem die Rechnungen bereits erstellt worden waren, konnte der neue Betrag nicht mehr berücksichtigt werden. Die entstandene Differenz von insgesamt rund 240 Euro sollte deshalb erst mit der Abrechnung 2027 nacherhoben werden.

Kurz darauf wurde zudem bekannt, dass der Verlag die bestehenden Verträge zum Jahresende 2026 kündigen würde.

Der Landesverband begann daraufhin mit der Suche nach einer alternativen und möglichst wirtschaftlicheren Lösung.

Ein wichtiger Schritt: die steuerliche Gemeinnützigkeit

Ein jahrelanges Thema konnte schließlich zu einem wichtigen Abschluss gebracht werden.

Am 12. Februar 2026 stellte die Finanzverwaltung offiziell fest, dass die Satzung des Schrebergarten-Vereins Wedel in der Fassung vom 12. September 2024 die Voraussetzungen der §§ 51, 59, 60 und 61 der Abgabenordnung erfüllt.

Damit verfügte der Verein neben der kleingärtnerischen nun auch über die entsprechende steuerliche Gemeinnützigkeit nach § 60a Abs. 1 AO.

Der vorausgegangene Aufwand mit Satzungsänderungen, steuerlicher Aufarbeitung und Abstimmungen hatte sich damit ausgezahlt. Für den Verein bedeutete die Anerkennung unter anderem günstigere steuerliche Rahmenbedingungen.

Die Vereinsarbeit wird digitaler – und umfangreicher

Die Verwaltungsarbeit des Vereins hatte inzwischen einen Umfang erreicht, der mit den früheren Aufgaben eines Kleingartenvereins nur noch bedingt vergleichbar war.

Allein 2025 hielt der Vorstand neun Vorstandssprechstunden, sechs Vorstandssitzungen und zwei erweiterte Vorstandssitzungen ab. Hinzu kam die Jahresmitgliederversammlung.

Auch die Internetseite blieb ein wichtiger Bestandteil der Vereinskommunikation. Bis zum 19. April 2026 wurden dort 44.883 Aufrufe gezählt.

Daneben fanden in den Kolonien Heldenhain I und Nieland wieder Pflanzentauschbörsen und Tage des „offenen Törchens“ statt.

Damit blieb neben Verwaltung, Satzungsfragen und finanziellen Themen auch das eigentliche Vereinsleben erhalten.

Der Verein muss seine Nachfolge organisieren

Eine der wichtigsten Zukunftsfragen war inzwischen nicht mehr finanzieller oder technischer Natur.

Der Verein brauchte Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen.

Bereits 2025 hatte der 1. Vorsitzende Andreas Neumerkel angekündigt, nach Ablauf seiner Amtszeit nicht erneut kandidieren zu wollen. Auch für die Rechnungsführung sollte frühzeitig eine Nachfolge aufgebaut werden.

Wie schwierig diese Suche geworden war, zeigte die Jahresmitgliederversammlung 2026 erneut. Selbst für turnusmäßig neu zu besetzende Vorstandsposten fanden sich aus der Versammlung keine neuen Interessenten. Der bisherige 2. Vorsitzende Wolfgang Jansen und Schriftführer Martin Neuhaus erklärten sich deshalb bereit, ihre Ämter für weitere zwei Jahre auszuüben.

Die Situation war inzwischen so wichtig geworden, dass auf der Versammlung die Aufgaben des 1. Vorsitzenden und des Rechnungsführers einzeln vorgestellt wurden. Ziel war ausdrücklich, möglichst zeitnah geeignete Nachfolger zu finden.

Das Problem beschränkte sich nicht auf Wedel. Auch der Kreisverband stellte fest, dass es zunehmend schwieriger werde, Menschen für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen.

2026 – Stabilität allein reicht nicht

Die Revision bestätigte eine ordnungsgemäße Buchführung und stellte keine Beanstandungen fest für den Jahresabschlusses 2025. Auch die Kassenbücher der Vereinshäuser wurden geprüft und als ordnungsgemäß bewertet. Der Vorstand wurde für das Rechnungsjahr 2025 mit großer Mehrheit entlastet.

Doch gerade das ruhige Jahr machte sichtbar, wo die langfristigen Herausforderungen liegen.

Alte Lauben können plötzlich hohe Abrisskosten verursachen. Die Infrastruktur der Kolonien verlangt zunehmend Aufmerksamkeit. Rücklastschriften und fehlerhafte Mitgliederdaten verursachen vermeidbaren Verwaltungsaufwand. Dienstleister sind teilweise nur schwer zu bekommen. Gleichzeitig werden rechtliche, steuerliche und organisatorische Anforderungen an die Vereinsführung immer umfangreicher.

Auf der anderen Seite blieben die Parzellen gefragt, die Warteliste bestand fort und das Vereinsleben in den Kolonien wurde weiter gepflegt.

So war 2026 weniger ein Jahr spektakulärer Ereignisse als eines, in dem sich eine entscheidende Frage immer deutlicher abzeichnete:

Wie gelingt es, einen gut aufgestellten Verein mit fast 500 Mitgliedern, umfangreicher Infrastruktur und immer anspruchsvollerer Verwaltung auch personell sicher in die Zukunft zu führen?