Schrebergarten-
Verein Wedel e.V.
seit 1920
Obst aus dem eigenen Garten
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SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Obst im Garten

Obst aus dem eigenen Garten schmeckt nicht nur besonders gut – Obstbäume und Beerensträucher bereichern den Kleingarten über viele Jahre. Im Frühjahr sorgen ihre Blüten für Farbe und bieten zahlreichen Insekten Nahrung, im Sommer spenden größere Gehölze Schatten und später im Jahr können Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Beeren frisch geerntet werden.

Damit Obstgehölze gesund bleiben und regelmäßig gute Erträge liefern, benötigen sie jedoch den richtigen Standort und eine ihrem Bedarf entsprechende Pflege. Dazu gehören vor allem eine ausreichende Wasserversorgung, eine ausgewogene Düngung und der regelmäßige Schnitt.

Schon bei der Pflanzung sollte außerdem bedacht werden, wie groß ein Baum oder Strauch nach einigen Jahren tatsächlich wird.

Die richtige Obstart für den Garten

Nicht jeder Obstbaum eignet sich für jeden Garten. Neben dem persönlichen Geschmack spielen die verfügbare Fläche, die Bodenbeschaffenheit, die Sonneneinstrahlung und die spätere Größe der Pflanze eine wichtige Rolle.

Bei Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Pflaumenbäumen wird die spätere Wuchsstärke wesentlich durch die verwendete Unterlage bestimmt. Ein junger Baum kann beim Kauf klein aussehen und sich trotzdem zu einem großen Baum entwickeln.

Für kleinere Gärten sind deshalb häufig schwach oder mittelstark wachsende Unterlagen sinnvoll. Auch Spindelbäume und Spalierobst ermöglichen den Anbau verschiedener Obstsorten auf vergleichsweise kleiner Fläche.

Beerenobst benötigt ebenfalls wenig Platz. Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren lassen sich gut in kleinere Gartenbereiche integrieren. Erdbeeren können sogar als Randbepflanzung oder in kleinen Beeten kultiviert werden.

Standort und Boden

Die meisten Obstarten bevorzugen einen sonnigen Standort. Ausreichend Licht fördert die Blütenbildung und lässt die Früchte besser ausreifen. Aroma, Farbe und Zuckergehalt können sich bei guter Sonneneinstrahlung besser entwickeln.

Der Boden sollte locker, humos und ausreichend durchlässig sein. Dauerhafte Staunässe vertragen die meisten Obstgehölze nicht.

Sehr schwere und verdichtete Böden sollten deshalb vor der Pflanzung gelockert und gegebenenfalls mit geeignetem organischem Material verbessert werden.

Auch ausreichend Abstand zu anderen Gehölzen ist wichtig. Eine zu dichte Pflanzung führt später zu Lichtmangel und schlechter Luftzirkulation. Feuchte Blätter und Früchte trocknen dann langsamer ab, wodurch verschiedene Pilzerkrankungen begünstigt werden können.

Obstgehölze richtig pflanzen

Für viele wurzelnackte Obstgehölze ist die laubfreie Zeit im Herbst oder im zeitigen Frühjahr eine gute Pflanzzeit, sofern der Boden frostfrei und bearbeitbar ist.

Containerpflanzen können grundsätzlich über einen wesentlich längeren Zeitraum gepflanzt werden. Bei einer Pflanzung während warmer und trockener Witterung muss jedoch besonders auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.

Das Pflanzloch sollte so groß sein, dass die Wurzeln bequem hineinpassen und nicht geknickt werden. Verdichteter Boden am Grund des Pflanzloches wird gelockert.

Bei veredelten Obstbäumen muss die Veredelungsstelle oberhalb der Bodenoberfläche bleiben. Wird ein Baum zu tief gesetzt, kann die Edelsorte eigene Wurzeln bilden und dadurch die gewünschte Wirkung der Unterlage verloren gehen.

Nach dem Pflanzen wird die Erde vorsichtig angedrückt und anschließend gründlich gewässert. Junge Obstbäume sollten bei Bedarf an einem geeigneten Pfahl befestigt werden, damit Windbewegungen die neu gebildeten Wurzeln nicht ständig wieder lockern.

Richtig bewässern

Besonders junge Obstbäume und frisch gepflanzte Beerensträucher benötigen eine zuverlässige Wasserversorgung. Ihr Wurzelsystem ist noch nicht ausreichend entwickelt, um Wasser aus tieferen oder weiter entfernten Bodenschichten aufzunehmen.

Aber auch ältere Obstgehölze können während längerer Trockenperioden zusätzliches Wasser benötigen. Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung während der Blüte, der Fruchtbildung und des anschließenden Fruchtwachstums.

Dabei gilt grundsätzlich:

Lieber seltener und dafür gründlich wässern als täglich nur die Bodenoberfläche befeuchten.

Durchdringendes Wässern fördert die Bildung tiefer liegender Wurzeln. Wird dagegen ständig nur wenig Wasser gegeben, konzentrieren sich viele Wurzeln auf die oberen Bodenschichten und die Pflanzen werden gegenüber Trockenperioden empfindlicher.

Eine Mulchschicht kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit länger zu erhalten. Unmittelbar um den Stamm sollte jedoch ein kleiner Bereich frei bleiben.

Bedarfsgerecht düngen

Obstgehölze benötigen für Wachstum und Fruchtbildung ausreichend Nährstoffe. Eine übermäßige Düngung ist jedoch ebenso ungünstig wie ein Nährstoffmangel.

Vor allem eine zu hohe Stickstoffversorgung kann zu starkem Trieb- und Blattwachstum führen. Das Holz reift unter Umständen schlechter aus und die Pflanze kann anfälliger gegenüber Krankheiten und Frost werden.

Gut verrotteter Kompost eignet sich bei vielen Obstarten zur organischen Grundversorgung. Gleichzeitig verbessert er die Bodenstruktur und unterstützt das Bodenleben.

Zusätzliche Dünger sollten immer bedarfsgerecht eingesetzt werden. Wer den Nährstoffzustand seines Bodens nicht kennt, kann durch eine Bodenuntersuchung feststellen lassen, welche Nährstoffe tatsächlich fehlen.

Späte stickstoffreiche Düngungen sollten vermieden werden. Sie können einen erneuten Austrieb fördern, dessen junge Triebe vor dem Winter möglicherweise nicht mehr vollständig ausreifen.

Warum Obstgehölze geschnitten werden

Der Obstbaumschnitt dient nicht dazu, einen Baum einfach möglichst klein zu halten. Ein fachgerechter Schnitt soll vielmehr eine stabile, lockere und gut belichtete Krone schaffen.

Licht und Luft sollen auch das Innere der Krone erreichen können. Dadurch reifen Früchte besser aus und Blätter sowie Früchte trocknen nach Regen schneller ab.

Entfernt werden insbesondere:

abgestorbene, kranke und beschädigte Äste,
sich kreuzende oder aneinander reibende Triebe,
stark nach innen wachsende Zweige,
ungünstig stehende Konkurrenztriebe,
sowie je nach Obstart überaltertes Fruchtholz.
Dabei gilt auch beim Obstbaumschnitt: Viel hilft nicht unbedingt viel.
Ein sehr starker Rückschnitt kann einen Baum zu kräftigem Neuaustrieb anregen. Zahlreiche steil nach oben wachsende Wasserschosse können die Folge sein. Ein regelmäßiger und maßvoller Schnitt ist deshalb häufig besser als ein radikaler Rückschnitt nach vielen Jahren.

Wann wird Obst geschnitten?

Der richtige Schnittzeitpunkt hängt von der jeweiligen Obstart und vom Ziel des Schnittes ab.

Apfel und Birne werden häufig während der Vegetationsruhe beziehungsweise gegen Ende des Winters geschnitten. Ein zusätzlicher Sommerschnitt kann eingesetzt werden, um starkes Wachstum zu bremsen oder die Belichtung der Früchte zu verbessern.

Bei Steinobst wie Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen ist dagegen häufig ein Schnitt während oder nach der Ernte sinnvoll. Schnittwunden können bei warmer und trockener Witterung besser verheilen.

Der genaue Zeitpunkt sollte deshalb immer an die jeweilige Obstart, die Witterung und die notwendige Schnittmaßnahme angepasst werden.

Bei Frost sollte grundsätzlich nicht geschnitten werden.

Beerensträucher richtig schneiden

Auch Beerenobst benötigt regelmäßige Pflege. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Arten erheblich.

Bei Johannis- und Stachelbeeren werden ältere Triebe regelmäßig entfernt, damit junge und leistungsfähige Triebe nachwachsen können.

Bei Himbeeren ist besonders wichtig, zwischen Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren zu unterscheiden.

Sommerhimbeeren tragen überwiegend an den im Vorjahr gebildeten Ruten. Die abgeernteten Ruten werden nach der Ernte bodennah entfernt, während die jungen Ruten für das folgende Jahr erhalten bleiben.

Herbsthimbeeren tragen dagegen an den im selben Jahr gewachsenen Ruten. Sie können nach Abschluss der Ernte beziehungsweise im Winter vollständig bodennah zurückgeschnitten werden.

Auch bei Brombeeren werden die abgetragenen Ruten entfernt und junge Triebe für die nächste Ernte erhalten.

Krankheiten und Schädlinge frühzeitig erkennen

Obstbäume und Beerensträucher sollten während der Vegetationsperiode regelmäßig kontrolliert werden.

Veränderungen an Blättern, Trieben oder Früchten können auf Krankheiten oder Schädlingsbefall hinweisen. Je früher ein Problem erkannt wird, desto leichter lässt es sich häufig begrenzen.

Eine gut belichtete und durchlüftete Krone, ein geeigneter Standort sowie eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung tragen wesentlich zur Gesunderhaltung der Pflanzen bei.

Kranke oder abgestorbene Pflanzenteile sollten entfernt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen vertrocknete Früchte, die nach der Ernte am Baum hängen bleiben. Diese sogenannten Fruchtmumien können Krankheitserregern als Überwinterungsmöglichkeit dienen und sollten deshalb entfernt werden.

Fallobst gehört nicht dauerhaft unter den Baum

Während der Reifezeit fällt bei vielen Obstbäumen ein Teil der Früchte vorzeitig zu Boden. Wind, Überreife, Krankheiten oder Schädlingsbefall können dafür verantwortlich sein.

Fallobst sollte regelmäßig aufgesammelt und nicht über längere Zeit unter Bäumen und Sträuchern liegen gelassen werden.

Faulendes Obst zieht unter anderem Wespen, Fliegen und andere Tiere an. Von Krankheiten oder Schädlingen befallene Früchte können außerdem dazu beitragen, dass sich Schaderreger weiterentwickeln oder im Garten überwintern.

Gesundes und lediglich heruntergefallenes Obst kann – sofern es noch einwandfrei ist – möglichst schnell verarbeitet werden.

Faules, krankes oder von Schädlingen befallenes Fallobst sollte dagegen sachgerecht entsorgt werden.

Bei der Entsorgung über den eigenen Kompost ist Vorsicht geboten. Ein normaler Gartenkompost erreicht nicht immer die Temperaturen, die notwendig wären, um bestimmte Krankheitserreger und Schädlinge zuverlässig abzutöten.

Obst im Garten – die wichtigsten Ansprüche auf einen Blick

Die folgende Übersicht gibt eine erste Orientierung. Standort, Boden, Sorte, Unterlage und Witterung können den tatsächlichen Bedarf einer Pflanze beeinflussen.

Obstart Sonne Wasser Düngung Schnitt Schnittzeit Hinweise
Bild der Frucht
Apfel
☀️☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ Jan.–März, ggf. Sommerschnitt Unterlage und Befruchtersorte beachten
Bild der Frucht
Birne
☀️☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ Jan.–März, ggf. Sommerschnitt warmer, geschützter Standort günstig
Bild der Frucht
Süßkirsche
☀️☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️ Juli–Sept., bevorzugt nach der Ernte Befruchtungseigenschaften der Sorte beachten
Bild der Frucht
Sauerkirsche
☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ Juli–Sept., nach der Ernte regelmäßige Erneuerung des Fruchtholzes wichtig
Bild der Frucht
Pflaume / Zwetschge
☀️☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ Juli–Sept., möglichst nach der Ernte Krone locker halten
Bild der Frucht
Johannisbeere
☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ nach der Ernte oder Feb.–März ältere Triebe regelmäßig entfernen
Bild der Frucht
Stachelbeere
☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ Feb.–März oder nach der Ernte luftige Erziehung günstig
Bild der Frucht
Sommerhimbeere
☀️☀️ 💧💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ unmittelbar nach der Ernte nur abgetragene Ruten entfernen
Bild der Frucht
Herbsthimbeere
☀️☀️ 💧💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ nach der Ernte bis Feb. Ruten können bodennah entfernt werden
Bild der Frucht
Brombeere
☀️☀️ 💧💧 🌱🌱 ✂️✂️ nach der Ernte / Spätwinter abgetragene Ruten entfernen, Rankhilfe sinnvoll
Bild der Frucht
Erdbeere
☀️☀️☀️ 💧💧💧 🌱🌱 ✂️ nach der Ernte alte Blätter und unerwünschte Ausläufer entfernen
Bild der Frucht
Heidelbeere
☀️☀️ 💧💧💧 🌱 ✂️ Feb.–März saurer Boden und kalkarmes Wasser günstig
Bild der Frucht
Weinrebe
☀️☀️☀️ 💧 🌱 ✂️✂️✂️ Hauptschnitt Feb.–März, zusätzlich Sommerschnitt sonniger, warmer Standort und Rankhilfe

Bedeutung der Symbole

☀️ Sonne

☀️ geringer bis mäßiger Lichtbedarf

☀️☀️ sonnig bis halbschattig

☀️☀️☀️ möglichst sonnig

💧 Wasser

💧 geringer Wasserbedarf

💧💧 mittlerer Wasserbedarf

💧💧💧 höherer beziehungsweise gleichmäßiger Wasserbedarf

🌱 Düngung

🌱 geringer Nährstoffbedarf

🌱🌱 mittlerer Nährstoffbedarf

🌱🌱🌱 höherer Nährstoffbedarf

✂️ Schnitt

✂️ geringer Schnittbedarf

✂️✂️ regelmäßiger Schnitt erforderlich

✂️✂️✂️ intensivere beziehungsweise regelmäßige Schnitt- und Erziehungsmaßnahmen

Die angegebenen Schnittzeiten sind Orientierungswerte. Witterung, Sorte, Alter und Entwicklungszustand der Pflanzen können einen anderen Zeitpunkt sinnvoll machen.

Mit regelmäßiger Pflege zur guten Ernte

Obstanbau im Kleingarten muss nicht kompliziert sein. Viele Probleme lassen sich bereits vermeiden, wenn die Pflanzen von Anfang an einen geeigneten Standort erhalten und regelmäßig beobachtet werden.

Ausreichend Wasser in trockenen Perioden, eine bedarfsgerechte Düngung und ein regelmäßiger, fachgerechter Schnitt schaffen gute Voraussetzungen für gesunde Pflanzen und eine reichhaltige Ernte.

Ebenso wichtig ist die Gartenhygiene: Fallobst regelmäßig aufsammeln, Fruchtmumien entfernen und krankes oder von Schädlingen befallenes Pflanzenmaterial sachgerecht entsorgen.

Wer diese grundlegenden Regeln beachtet, kann viele Jahre Freude an seinen Obstgehölzen haben – von der ersten Blüte im Frühjahr bis zur eigenen Ernte im Spätsommer und Herbst.