Schrebergarten-
Verein Wedel e.V.
seit 1920
Giftpflanzen im Kleingarten
Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Giftige Pflanzen im Kleingarten

Gefahren erkennen – richtig handeln – die Natur verstehen

Schön, nützlich und manchmal gefährlich

Blühende Stauden, immergrüne Gehölze, Beerensträucher und Nutzpflanzen gehören zu einem lebendigen Kleingarten. Viele dieser Pflanzen enthalten jedoch Stoffe, die für Menschen oder Tiere giftig sein können. Das ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar: Eine hübsche Blüte, eine leuchtend rote Beere oder eine scheinbar essbare Wurzel können zu gefährlichen Verwechslungen führen.

Bereits bei einer Fachberaterveranstaltung unseres Vereins am 9. März 2019 beschäftigten wir uns mit dem Thema „Giftpflanzen im Garten“. Eine wesentliche Erkenntnis war: Würden wir sämtliche giftigen Pflanzen aus unseren Gärten entfernen, bliebe von der Pflanzenvielfalt nicht viel übrig.

Die entscheidenden Fragen lauten deshalb:

Welche Pflanzen sind giftig?
Welche Pflanzenteile enthalten Giftstoffe?
Wie können diese Stoffe aufgenommen werden?
Welche Beschwerden können auftreten?
Was ist bei einem Vergiftungsverdacht zu tun?
Welche Bedeutung haben die Pflanzen trotzdem für Insekten, Vögel und andere Tiere?

Nicht jede Giftpflanze muss grundsätzlich entfernt werden. Gerade in Kleingärten, in denen Kinder spielen, sollte jedoch sorgfältig entschieden werden, welche Arten an welchen Stellen wachsen dürfen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, besonders giftige Pflanzen nicht an Aufenthalts- und Spielorten von Kindern anzupflanzen.

Wichtig: Giftig für Menschen bedeutet nicht automatisch giftig für sämtliche Tiere. Manche Pflanzen sind für bestimmte Insekten oder Vögel wertvolle Nahrungs- und Lebensraumpflanzen. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass sie auch für Haustiere ungefährlich sind.

1. Was macht eine Pflanze giftig?

Pflanzen bilden unterschiedliche Inhaltsstoffe, beispielsweise Alkaloide, herzwirksame Glykoside, Oxalate oder reizende Pflanzensäfte. Häufig dienen diese Stoffe der Abwehr von Fressfeinden.

Beim Menschen können sie unter anderem das Verdauungssystem, das Nervensystem, das Herz oder die Haut beeinflussen.

Ob es zu einer Vergiftung kommt, hängt unter anderem davon ab, welche Pflanze und welcher Pflanzenteil in welcher Menge aufgenommen wurden. Auch Alter, Körpergewicht und Aufnahmeweg spielen eine Rolle.

Bei manchen Arten sind sämtliche Pflanzenteile giftig, bei anderen besonders Samen, Beeren, Knollen, Wurzeln oder Blätter.

Wie gelangen Giftstoffe in den Körper?

Durch Verschlucken: beispielsweise beim Essen von Beeren, Samen, Blättern oder verwechselten Wildkräutern.

Durch Hautkontakt: etwa beim Umgang mit Eisenhut oder mit dem Milchsaft von Wolfsmilchgewächsen.

Durch Augenkontakt: wenn Pflanzensaft über die Finger in die Augen gelangt.

Durch Pflanzensaft und Sonnenlicht: Manche Pflanzen enthalten phototoxische Stoffe, die nach Hautkontakt unter UV-Einwirkung starke Hautreaktionen hervorrufen können.

2. Erste Hilfe bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung

Bei schweren Beschwerden sofort 112 wählen!

Bei Atemnot, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit, ausgeprägter Benommenheit oder Kreislaufproblemen sofort den Rettungsdienst verständigen.

Nicht abwarten, bis weitere Symptome auftreten.

Bei Verdacht auf das Verschlucken einer giftigen Pflanze

Pflanzenreste vorsichtig aus dem Mund entfernen und den Mund ausspülen.
Möglichst sofort ein Giftinformationszentrum kontaktieren.
Einer wachen Person, die sicher schlucken kann, kann nach Empfehlung des BfR etwas Wasser oder Tee gegeben werden.
Bewusstlosen oder stark benommenen Personen nichts einflößen.
Kein Erbrechen auslösen.
Keine Milch und kein Salzwasser geben.
Die Pflanze fotografieren und möglichst einen Pflanzenteil zur Bestimmung sichern.
Den Anweisungen des Giftinformationszentrums beziehungsweise des Rettungsdienstes folgen.

Bei Hautkontakt

Betroffene Haut mit Wasser reinigen und verunreinigte Kleidung entfernen.

Bei phototoxischen Pflanzen die betroffenen Hautstellen zusätzlich vor Sonnenlicht schützen.

Bei Augenkontakt

Das Auge unverzüglich mit Wasser spülen. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Schmerzen oder Sehstörungen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Giftnotruf für Schleswig-Holstein

Giftinformationszentrum-Nord, Göttingen

Telefon: 0551 19240

Die Beratung ist rund um die Uhr erreichbar.

Internet: https://www.giz-nord.de/ 

Bei schweren oder lebensbedrohlichen Beschwerden gilt immer die Notrufnummer 112.

3. Welche Beschwerden können auf eine Vergiftung hinweisen?

Je nach Pflanze und Giftstoff können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Manche Vergiftungen verursachen schnell Symptome, andere erst nach mehreren Stunden.

Mund und Verdauung: Brennen im Mund, Speichelfluss, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Haut: Rötung, Juckreiz, Blasen, Schwellungen oder verbrennungsähnliche Reaktionen.

Augen: Brennen, Sehstörungen oder auffällig weite Pupillen.

Nervensystem: Kribbeln, Schwindel, Unruhe, Verwirrtheit, Benommenheit oder Krampfanfälle.

Herz und Kreislauf: Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, Schwäche oder Kreislaufkollaps.

Atmung: Atembeschwerden bis hin zur Atemlähmung.

Diese Beschwerden sind mögliche Warnzeichen, aber kein zuverlässiger Selbsttest.

Nach einer möglichen Aufnahme besonders giftiger Pflanzen wie Eisenhut, Herbstzeitlose, Eibe oder Fingerhut darf nicht erst auf deutliche Symptome gewartet werden.

4. Giftpflanzen im Porträt

Die folgenden Pflanzenporträts beschreiben typische Giftpflanzen im Kleingarten sowie einige häufige Verwechslungs- und Sonderfälle.

Die angegebenen Vergiftungszeichen müssen nicht bei jedem Kontakt auftreten. Bei einem konkreten Verdacht gelten die allgemeinen Notfallhinweise.

Gruppe 1 – Besonders giftige Pflanzen

Diese Pflanzen können bereits nach Aufnahme vergleichsweise kleiner Mengen schwere Vergiftungen verursachen. Bei ihnen sind Standortwahl und Vermeidung des Kontakts besonders wichtig.

Blauer Eisenhut – Aconitum napellus

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Aufrechte Staude mit tiefblauen bis violetten, helmförmigen Blüten. Die Blätter sind tief eingeschnitten.

Was ist giftig?

Sämtliche Pflanzenteile, besonders die Wurzelknollen. Die Pflanze enthält unter anderem Aconitin.

Auch die Aufnahme von Giftstoffen über die Haut ist möglich, insbesondere bei längerem Kontakt mit Pflanzensaft.

Mögliche Vergiftungszeichen

Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Mund und Haut, Übelkeit, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Atemprobleme.

Vorsicht und Ernstfall

Beim Umgang mit Eisenhut Handschuhe tragen. Kinder nicht mit den Blüten oder Pflanzenteilen spielen lassen.

Bei möglichem Verschlucken oder verdächtigen Beschwerden nach Hautkontakt sofort medizinische Hilfe veranlassen.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten werden insbesondere von langrüsseligen Hummeln genutzt. Eisenhut ist damit eine Nahrungspflanze für spezialisierte Bestäuber.

Dieser Nutzen rechtfertigt jedoch keinen Standort unmittelbar an Kinderspielbereichen.

Herbstzeitlose – Colchicum autumnale

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Rosa bis violette, krokusähnliche Blüten im Herbst. Im Frühjahr erscheinen breite Blätter und die Samenkapseln.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, einschließlich Blätter, Samen und Knolle. Hauptgift ist Colchicin.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, schwere Durchfälle und Bauchschmerzen. Später können lebensbedrohliche Organschäden auftreten.

Die ersten Beschwerden können verzögert beginnen.

Vorsicht und Ernstfall

Besonders gefährlich ist die Verwechslung der Frühlingsblätter mit Bärlauch.

Bei möglichem Verzehr sofort Giftnotruf oder ärztliche Hilfe kontaktieren – auch wenn zunächst keine Beschwerden bestehen.

Wert für die Tierwelt

Die Herbstblüten können Insekten Nektar und Pollen anbieten.

Auf Flächen, auf denen Wildkräuter für die Küche gesammelt werden, ist die Verwechslungsgefahr besonders problematisch.

Roter Fingerhut – Digitalis purpurea

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Hohe Blütenstände mit zahlreichen rosaroten bis violetten, innen gefleckten Glockenblüten. Im ersten Jahr bildet die Pflanze meist nur eine Blattrosette.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, besonders Blätter, Blüten und Samen. Sie enthalten herzwirksame Digitalis-Glykoside.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen mit veränderter Farbwahrnehmung und Herzrhythmusstörungen.

Vorsicht und Ernstfall

Blätter niemals als Küchen- oder Heilkräuter verwenden.

Nach Verschlucken Giftnotruf kontaktieren und unverzüglich ärztliche Hilfe einholen.

Wert für die Tierwelt

Die tiefen Blüten werden besonders von Hummeln besucht. Fingerhut ist außerdem Nahrungspflanze bestimmter Nachtfalterraupen.

Engelstrompete – Brugmansia-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Große, hängende Trompetenblüten in Weiß, Gelb, Rosa oder Orange. Die Pflanze wird häufig als Kübelpflanze gehalten.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, besonders Blätter und Blüten. Sie enthalten Tropanalkaloide.

Mögliche Vergiftungszeichen

Trockener Mund, auffällig weite Pupillen, Durst, Herzrasen, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen und erhöhte Körpertemperatur.

Nach Augenkontakt kann auch nur eine Pupille erweitert sein.

Vorsicht und Ernstfall

Nach der Pflege Hände waschen und nicht in die Augen fassen.

Bei Verschlucken sofort Giftnotruf kontaktieren; bei ausgeprägten Beschwerden 112.

Wert für die Tierwelt

Die großen Blüten können von geeigneten langrüsseligen Insekten besucht werden.

Als nicht heimische Kübelpflanze ersetzt die Engelstrompete jedoch keine heimischen Nahrungspflanzen.

Schwarze Tollkirsche – Atropa belladonna

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Glockenförmige, bräunlich-violette Blüten und glänzende schwarze Beeren mit grünem Kelch.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, insbesondere die für Kinder verlockenden Beeren. Sie enthalten Tropanalkaloide.

Mögliche Vergiftungszeichen

Mundtrockenheit, weite Pupillen, gerötete Haut, Herzrasen, Unruhe und Verwirrtheit.

Schwere Vergiftungen können lebensbedrohlich sein.

Vorsicht und Ernstfall

Nicht in der Nähe von Kinderspielbereichen stehen lassen.

Bei möglichem Beerenverzehr unverzüglich Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten können von Hummeln besucht werden. Einige Vogelarten können die Früchte nutzen.

Gefleckter Schierling – Conium maculatum

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Hoher Doldenblütler mit weißen Blütendolden und häufig rot-violett geflecktem Stängel.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, insbesondere Früchte und Wurzeln. Die Pflanze enthält giftige Alkaloide.

Mögliche Vergiftungszeichen

Brennen im Mund, Übelkeit, Schwindel, Muskelschwäche und bei schweren Vergiftungen Atemlähmung.

Vorsicht und Ernstfall

Nicht mit Petersilie, Kerbel oder anderen essbaren Doldenblütlern verwechseln.

Bei Verdacht auf Verzehr sofort medizinische Hilfe einholen.

Wert für die Tierwelt

Die offenen Blütendolden können kleinen Insekten Nahrung bieten.

In einem Kleingarten mit Kräuterernte sollte die Verwechslungsgefahr besonders berücksichtigt werden.

Wunderbaum – Ricinus communis

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Große, handförmige Blätter, teilweise rot gefärbt. Auffällige, stachelige Fruchtkapseln.

Was ist giftig?

Besonders die Samen mit dem Eiweißgift Ricin.

Industriell entsprechend aufbereitetes Rizinusöl ist nicht mit dem Verzehr roher Samen gleichzusetzen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Erbrechen, Bauchschmerzen und schwere Durchfälle. Im schweren Fall sind Kreislauf- und Organschäden möglich.

Vorsicht und Ernstfall

Samen nicht zugänglich aufbewahren und Fruchtstände nicht von Kindern sammeln lassen.

Bei möglichem Verzehr sofort Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Pflanze bietet vor allem Struktur und Begrünung. Ihr ökologischer Nutzen rechtfertigt nicht, Samen in Kinderreichweite zu belassen.

Gruppe 2 – Giftige Gehölze und Kletterpflanzen

Gehölze und Kletterpflanzen prägen den Garten oft über viele Jahre. Sie bieten Sichtschutz, Nistmöglichkeiten und Nahrung für Tiere. Bei einigen Arten sind jedoch gerade die auffälligen Früchte oder Samen giftig.

Europäische Eibe – Taxus baccata

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Immergrünes Nadelgehölz mit weichen, dunkelgrünen Nadeln und auffälligen roten Samenmänteln.

Was ist giftig?

Nadeln und Samen enthalten Taxine. Der rote fleischige Samenmantel ist selbst ungiftig, der darin sitzende Samen aber giftig – besonders, wenn er zerkaut wird.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Bewusstseinsstörungen.

Vorsicht und Ernstfall

Kinder dürfen die roten Samenmäntel nicht als Beeren essen. Schnittgut von Weidetieren fernhalten.

Bei möglichem Verschlucken sofort Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Eiben bieten ganzjährig Deckung. Drosseln und andere Vögel fressen den roten Samenmantel und verbreiten die Samen.

Goldregen – Laburnum-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Strauch oder kleiner Baum mit langen, herabhängenden gelben Blütentrauben. Nach der Blüte entstehen bohnenähnliche Hülsen.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, besonders Samen und Hülsen. Hauptgift ist Cytisin.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwitzen, Unruhe oder Benommenheit. Bei schweren Vergiftungen können Krämpfe und Atemprobleme auftreten.

Vorsicht und Ernstfall

Hülsen nicht als Bohnen verwenden. Besonders auf Kinder achten, die mit den Samen spielen könnten.

Nach Verschlucken immer Giftnotruf kontaktieren und ärztlich untersuchen lassen.

Wert für die Tierwelt

Die gelben Schmetterlingsblüten werden von Insekten genutzt.

Blauregen – Wisteria-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Starkwüchsige Kletterpflanze mit langen, hängenden Blütentrauben, meist in Violett oder Blau. Später entstehen längliche Samenhülsen.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile; besonders Samen und Hülsen sind problematisch.

Mögliche Vergiftungszeichen

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Vorsicht und Ernstfall

Herabhängende Samenhülsen für Kinder unzugänglich halten.

Bei möglichem Verzehr Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten können Insekten Nahrung bieten. Als starkwüchsige Kletterpflanze schafft Blauregen außerdem Deckung.

Er ist jedoch kein Ersatz für heimische Klettergehölze.

Gemeiner Efeu – Hedera helix

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Immergrüne Kletterpflanze. Ältere, blühfähige Triebe tragen anders geformte Blätter als die typischen Klettertriebe. Nach der späten Blüte entstehen dunkle Früchte.

Was ist giftig?

Blätter und besonders die Früchte. Der Pflanzensaft kann bei empfindlichen Menschen Hautreaktionen auslösen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei Hautkontakt sind Rötung und Juckreiz möglich.

Vorsicht und Ernstfall

Beim Rückschnitt Handschuhe tragen. Kinder nicht mit den Beeren spielen lassen.

Bei Verschlucken Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Efeu ist ökologisch besonders wertvoll. Er blüht spät im Jahr und versorgt dann Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten.

Seine Früchte dienen verschiedenen Vögeln als Winter- und Frühjahrsnahrung. Dichtes Efeugrün bietet außerdem Schutz und Nistmöglichkeiten.

Gartentipp: Blühenden Efeu möglichst nicht gerade im Herbst zurückschneiden.

Zaunrübe – Bryonia-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Kletternde Wildpflanze mit Ranken, gelappten Blättern und auffälligen roten oder schwarzen Beeren, abhängig von der Art.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, besonders Beeren und die rübenartige Wurzel.

Mögliche Vergiftungszeichen

Brennen im Mund, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Pflanzensaft und zerdrückte Beeren können die Haut reizen.

Vorsicht und Ernstfall

Beeren nicht mit essbaren Früchten verwechseln. Die Wurzel nicht als Gemüse verwenden.

Bei Verschlucken Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten werden von Insekten besucht. Die Zaunrübe kann Bestandteil naturnaher Saumvegetation sein.

Buchsbaum – Buxus sempervirens

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Immergrüner, dicht verzweigter Strauch mit kleinen, ledrigen Blättern. Häufig als Einfassung oder Formgehölz verwendet.

Was ist giftig?

Blätter, Rinde und übrige Pflanzenteile.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach größerer Aufnahme können schwerere Beschwerden auftreten.

Vorsicht und Ernstfall

Schnittgut nicht als Futter verwenden und von Kindern sowie Haustieren fernhalten.

Bei Verzehr Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Frühjahrsblüten liefern Pollen und Nektar für Insekten. Dichte Sträucher können Kleintieren Deckung bieten.

Gruppe 3 – Giftige Stauden und Zwiebelpflanzen

Auch vertraute Frühblüher und Stauden können giftig sein. Besonders problematisch sind Verwechslungen von Zwiebeln und Knollen mit Lebensmitteln sowie reizender Pflanzensaft bei der Gartenarbeit.

Maiglöckchen – Convallaria majalis

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Breite grüne Blätter, weiße, stark duftende Glockenblüten und später rote Beeren.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile, auch die roten Beeren und das Wasser in einer Vase mit Maiglöckchen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel. Bei schweren Vergiftungen können Herzrhythmusstörungen auftreten.

Vorsicht und Ernstfall

Nicht mit Bärlauch verwechseln. Den Knoblauchgeruch nicht als einziges Erkennungsmerkmal verwenden, da er an den Händen haften bleiben kann.

Bei Verschlucken Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten können von Insekten besucht werden. Dichte Bestände bieten bodennahe Deckung.

Christrose – Helleborus niger

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Immergrüne, ledrige Blätter und große weiße bis rosig verfärbende Blüten im Winter oder zeitigen Frühjahr.

Was ist giftig?

Sämtliche Pflanzenteile, besonders die unterirdischen Teile.

Mögliche Vergiftungszeichen

Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel. Schwere Vergiftungen können den Kreislauf beeinträchtigen.

Vorsicht und Ernstfall

Beim Teilen und Schneiden Handschuhe tragen. Pflanzenteile nicht als Hausmittel verwenden.

Bei Verschlucken Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Früh blühende Christrosen können an milden Tagen eine Nahrungsquelle für bereits aktive Insekten sein.

Tulpe – Tulipa-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Bekannte Frühlingsblume mit meist großen, auffälligen Blüten und unterirdischer Zwiebel.

Was ist giftig?

Vor allem die Zwiebeln. Auch andere Pflanzenteile können Beschwerden verursachen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Häufiger Hautkontakt kann Entzündungen verursachen, die als „Tulpenfinger“ bekannt sind.

Vorsicht und Ernstfall

Tulpenzwiebeln niemals mit Speisezwiebeln verwechseln. Zierpflanzenzwiebeln getrennt von Lebensmitteln lagern.

Beim umfangreichen Pflanzen Handschuhe tragen.

Bei möglichem Verzehr Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Ungefüllte, pollenreiche Sorten und botanische Tulpen können frühe Insektennahrung bieten.

Stark gefüllte Sorten sind dafür häufig weniger geeignet.

Wolfsmilch – Euphorbia-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Sehr unterschiedliche Pflanzenformen. Ein gemeinsames Merkmal vieler Arten ist der weiße Milchsaft, der bei Verletzung austritt.

Was ist giftig?

Vor allem der austretende Milchsaft. Auch verschluckte Pflanzenteile können Beschwerden verursachen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Hautrötung, Brennen und Blasenbildung. Im Auge kann der Milchsaft starke Reizungen hervorrufen.

Nach Verschlucken sind Magen-Darm-Beschwerden möglich.

Vorsicht und Ernstfall

Beim Schneiden Handschuhe und bei Spritzgefahr Augenschutz tragen.

Pflanzensaft nicht in die Augen bringen. Bei Augenkontakt sofort mit Wasser spülen und medizinisch abklären lassen.

Wert für die Tierwelt

Die Blütenstände mancher heimischer Wolfsmilcharten werden von zahlreichen kleinen Insekten besucht.

Weinraute – Ruta graveolens

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Halbstrauch mit blaugrünem, fein gegliedertem Laub und gelben Blüten.

Was ist problematisch?

Pflanzensaft und Inhaltsstoffe können in Verbindung mit Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen. Größere innerlich aufgenommene Mengen sind gesundheitlich problematisch.

Mögliche Vergiftungszeichen

Hautrötung und Blasen nach Kontakt mit anschließender UV-Bestrahlung.

Nach Verschlucken können Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Vorsicht und Ernstfall

Beim Rückschnitt Handschuhe tragen. Betroffene Haut reinigen und vor Sonne schützen.

Nicht eigenständig als hoch dosiertes Heilmittel verwenden.

Wert für die Tierwelt

Die gelben Blüten können von Insekten besucht werden.

Wurmfarn – Dryopteris filix-mas

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Kräftiger Farn mit großen, gefiederten Wedeln. Häufig an schattigen und feuchten Standorten.

Was ist problematisch?

Insbesondere der Wurzelstock enthält Inhaltsstoffe, die bei unsachgemäßer innerlicher Anwendung giftig wirken können.

Mögliche Vergiftungszeichen

Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel und bei schweren Vergiftungen weitere neurologische Störungen.

Vorsicht und Ernstfall

Keine selbst hergestellten Wurmfarnpräparate einnehmen.

Bei möglicher Aufnahme Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Farne bieten Feuchtigkeit, Deckung und Verstecke für zahlreiche Kleintiere in schattigen Gartenbereichen.

Gruppe 4 – Giftige oder problematische Nutzpflanzen

Nicht jede Pflanze, die wir im Gemüsegarten anbauen, ist in allen Teilen essbar. Häufig kommt es auf den Pflanzenteil, den Reifezustand oder die richtige Zubereitung an.

Kartoffel – Solanum tuberosum

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Bekannte Nutzpflanze mit gefiederten Blättern, weißen bis violetten Blüten und unterirdischen Knollen.

Was ist problematisch?

Besonders grüne, stark keimende oder beschädigte Knollen sowie Keime und oberirdische Pflanzenteile enthalten erhöhte Mengen an Glykoalkaloiden.

Mögliche Vergiftungszeichen

Bitterer Geschmack, Brennen im Mund, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Vorsicht und Ernstfall

Speisekartoffeln kühl, dunkel und trocken lagern.

Grüne oder stark keimende Knollen aussortieren. Kartoffelgerichte mit bitterem Geschmack nicht essen.

Bei Beschwerden nach dem Verzehr Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten werden gelegentlich von Insekten besucht. Als Nutzpflanze ist die Kartoffel vor allem für die menschliche Ernährung wichtig.

Rhabarber – Rheum rhabarbarum

Erkennungsmerkmale

Große Blätter an kräftigen, häufig rötlichen Blattstielen.

Bild der Giftpflanze

Was ist problematisch?

Die Blattspreiten sind nicht zum Verzehr geeignet. Sie enthalten unter anderem Oxalsäure und weitere unerwünschte Inhaltsstoffe.

Die Blattstiele werden als Lebensmittel genutzt.

Mögliche Vergiftungszeichen

Nach dem Verzehr ungeeigneter Pflanzenteile sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchbeschwerden möglich.

Vorsicht und Ernstfall

Nur geeignete Blattstiele ernten und zubereiten. Die Blätter nicht als Gemüse verwenden.

Bei Beschwerden nach Verzehr Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Die großen Blätter bieten bodennahen Kleintieren Deckung. Blütenstände können Insekten anziehen, sofern sie stehen bleiben.

Gartenbohne – Phaseolus vulgaris

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Je nach Sorte buschig oder kletternd wachsende Nutzpflanze mit Schmetterlingsblüten und länglichen Hülsen.

Was ist giftig?

Rohe Hülsen und Samen enthalten das Lektin Phasin.

Mögliche Vergiftungszeichen

Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Bei schweren Vergiftungen sind auch blutiger Durchfall und Kreislaufprobleme möglich.

Vorsicht und Ernstfall

Bohnen ausreichend kochen und niemals roh naschen lassen.

Schonendes Dämpfen oder nur kurzes Erwärmen reicht nicht zuverlässig aus.

Nach Verzehr roher Bohnen und bei Beschwerden Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Bohnenblüten werden von Bestäubern besucht. Die Pflanzen können außerdem durch ihre Wuchsform Lebensraum bieten.

Lupine – Lupinus-Arten

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Handförmig geteilte Blätter und aufrechte Blütenstände in unterschiedlichen Farben.

Was ist problematisch?

Besonders Samen bitterstoffreicher Lupinen können giftige Alkaloide enthalten.

Speziell gezüchtete Süßlupinen unterscheiden sich davon; sie können jedoch Allergien auslösen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und bei schweren Vergiftungen neurologische Beschwerden.

Vorsicht und Ernstfall

Samen von Zierlupinen nicht essen. Nur ausdrücklich für Lebensmittel geeignete Lupinenprodukte verwenden.

Bei möglichem Verzehr unbekannter Lupinensamen Giftnotruf kontaktieren.

Wert für die Tierwelt

Blüten werden insbesondere von Hummeln besucht. Lupinen können Stickstoff im Boden binden.

Bei der Auswahl ist die konkrete Art wichtig: Nicht jede Lupine ist für jeden Naturgarten geeignet.

Petersilie – Petroselinum crispum

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Bekanntes Küchenkraut mit glatten oder krausen Blättern. Im zweiten Jahr erscheinen Blütenstände mit kleinen Dolden.

Was ist problematisch?

Petersilie ist in üblichen Küchenmengen ein geschätztes Gewürzkraut.

Problematisch können konzentrierte Zubereitungen, insbesondere aus Samen und ätherischem Öl, sein.

Pflanzensaft kann bei empfindlichen Menschen zusammen mit Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen.

Mögliche Beschwerden

Hautreizungen; nach unsachgemäßer Einnahme konzentrierter Zubereitungen auch ernstere gesundheitliche Folgen.

Vorsicht

Küchenverwendung und eigenmächtige Heilanwendung nicht gleichsetzen.

Keine selbst hergestellten hoch konzentrierten Petersilienpräparate einnehmen.

Wert für die Tierwelt

Lässt man Petersilie blühen, bieten ihre Dolden kleinen Insekten Nahrung.

Tomate – Solanum lycopersicum

Erkennungsmerkmale

Bild der Giftpflanze

Bekannte Nutzpflanze mit gelben Blüten und je nach Sorte unterschiedlich geformten und gefärbten Früchten.

Was ist problematisch?

Reife Tomaten sind ein normales Lebensmittel.

Grüne Pflanzenteile und unreife Früchte enthalten andere Mengen an natürlichen Glykoalkaloiden und sind nicht mit reifen Früchten gleichzusetzen.

Mögliche Beschwerden

Nach dem Verzehr ungeeigneter Pflanzenteile können Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Vorsicht

Blätter und Stängel nicht essen. Unreife Tomaten nicht bedenkenlos in großen Mengen verzehren.

Bei gezielt für die Küche verwendeten grünen Tomaten auf geeignete Sorten und Zubereitungen achten.

Wert für die Tierwelt

Die Blüten werden insbesondere durch vibrationsbestäubende Insekten besucht.

Gruppe 5 – Weitere Pflanzen und besondere Fälle

Diese Gruppe umfasst Pflanzen, die nicht in jedem Kleingarten vorkommen oder deren Gefährdung besonders von der Art und der Verwendung abhängt.

Dieffenbachie – Dieffenbachia-Arten

Einordnung

Bild der Giftpflanze

Vor allem eine Zimmer- und Kübelpflanze, keine typische winterharte Kleingartenpflanze.

Was ist giftig?

Alle Pflanzenteile können durch reizende Inhaltsstoffe und Calciumoxalatkristalle Beschwerden verursachen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Brennen und Schwellungen an Lippen, Mund und Zunge sowie Haut- und Augenreizungen.

Vorsicht und Ernstfall

Pflanzensaft nicht in Mund oder Augen bringen.

Bei Verschlucken oder ausgeprägter Schwellung sofort medizinischen Rat einholen.

Wert für die Tierwelt

Im mitteleuropäischen Kleingarten ist der ökologische Nutzen gering.

Klatschmohn – Papaver rhoeas

Schlafmohn – Papaver somniferum

Wichtige Unterscheidung

Bild der Giftpflanze

Klatschmohn und Schlafmohn sind unterschiedliche Arten. Nicht jeder Mohn enthält dieselben Wirkstoffe in derselben Menge.

Was ist problematisch?

Beim Schlafmohn können insbesondere der Milchsaft und Pflanzenteile relevante Opiumalkaloide enthalten.

Lebensmittelmohn ist nicht mit dem eigenmächtigen Verzehr von Gartenpflanzenteilen gleichzusetzen.

Mögliche Vergiftungszeichen

Je nach aufgenommener Substanz Benommenheit, Übelkeit und bei schweren Opioidvergiftungen Atemprobleme.

Vorsicht und Ernstfall

Keine selbst hergestellten Mohnextrakte oder Pflanzensäfte einnehmen.

Bei auffälliger Benommenheit oder Atemproblemen 112 wählen.

Wert für die Tierwelt

Vor allem ungefüllte Mohnblüten bieten Pollen für Insekten.

Klatschmohn ist eine bekannte Wildpflanze der Ackerbegleitflora.

Besonderer Hinweis

Für den Anbau von Schlafmohn können besondere rechtliche Vorgaben gelten. Historische Angaben zu zugelassenen Sorten sollten nicht ungeprüft als heutige Rechtslage übernommen werden.

5. Besonders häufige Verwechslungen im Kleingarten

Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose

Unterschiede der sehr ähnlichen Blattformen

Im Frühjahr können die Blätter dieser Pflanzen ähnlich aussehen. Die Blütezeit allein hilft dann nicht bei der Bestimmung, denn die Herbstzeitlose bildet ihre Blätter bereits im Frühjahr, während ihre Blüten erst im Herbst erscheinen.

Der Knoblauchgeruch ist kein allein ausreichender Test. Wer bereits Bärlauch berührt hat, kann den Geruch an den Fingern auf andere Blätter übertragen.

Nur eindeutig bestimmte Blätter ernten. Im Zweifel die Pflanze stehen lassen. Das BfR weist ausdrücklich auf die Gefahr schwerer Verwechslungen hin.

BfR - Giftpflanzen – Wie kann man sich schützen, und was ist bei einer Vergiftung zu tun?

Petersilie, Kerbel und Gefleckter Schierling

Unterschiede der sehr ähnlichen Blattformen

Gerade bei jungen Pflanzen und Doldenblütlern kann die Bestimmung schwierig sein.

Die rot-violetten Flecken am Stängel können ein Hinweis auf den Gefleckten Schierling sein. Ein einzelnes Merkmal genügt jedoch nicht für eine sichere Bestimmung.

Unbekannte Doldenblütler deshalb niemals versuchsweise probieren.

BfR - Giftpflanzen – Wie kann man sich schützen, und was ist bei einer Vergiftung zu tun?

Blumenzwiebeln und Speisezwiebeln

Tulpen- und andere Blumenzwiebeln gehören nicht in die Küche.

Zierpflanzenzwiebeln getrennt von Lebensmitteln lagern und angebrochene Pflanzpackungen deutlich kennzeichnen.

6. Giftpflanzen und Haustiere

Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Haustiere können auf Pflanzengifte anders reagieren als Menschen.

Besonders gefährlich kann es werden, wenn Tiere Pflanzenteile fressen, die Menschen gewöhnlich nicht essen würden – beispielsweise Eibennadeln, Blumenzwiebeln oder Schnittgut.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung eines Tieres:

Tierarzt beziehungsweise tierärztlichen Notdienst kontaktieren.
Pflanze fotografieren und möglichst einen Pflanzenteil sichern.
Angeben, wann und wie viel das Tier möglicherweise gefressen hat.
Keine menschlichen Hausmittel und keine Medikamente auf eigene Faust verabreichen.

Der ökologische Wert einer Pflanze für Wildvögel oder Insekten ist kein Beleg dafür, dass sie für Hunde, Katzen oder Weidetiere ungefährlich ist.

7. So gestalten wir einen sicheren und naturnahen Kleingarten

Eine gute Gartengestaltung berücksichtigt sowohl die Artenvielfalt als auch die Menschen, die sich dort aufhalten.

Praktische Empfehlungen

Besonders giftige Pflanzen nicht direkt an Sitzplätzen, Spielbereichen und häufig genutzten Wegen pflanzen.
Kindern frühzeitig vermitteln, dass unbekannte Beeren, Samen und Blätter nicht gegessen werden.
Giftige Pflanzen nicht mit essbaren Kräutern mischen, wenn Verwechslungsgefahr besteht.
Beim Schneiden reizender Pflanzen Handschuhe tragen und bei Spritzgefahr die Augen schützen.
Pflanzennamen dokumentieren – beispielsweise auf einem wetterfesten Schild.
Schnittgut und ausgegrabene Knollen nicht offen dort liegen lassen, wo Kinder oder Tiere Zugang haben.
Für Insekten möglichst auch heimische Blühpflanzen mit ungefüllten Blüten anbieten.

Müssen giftige Pflanzen grundsätzlich entfernt werden?

Nein. Die Entscheidung hängt von der Pflanzenart, ihrem Standort und der Gartennutzung ab.

Ein alter, blühender Efeu an einer geeigneten Stelle kann für die Tierwelt wertvoll sein. Ein Goldregen mit leicht erreichbaren Samenhülsen unmittelbar neben einem Sandkasten stellt dagegen eine andere Situation dar.

Die Frage ist nicht nur, ob eine Pflanze giftig ist, sondern auch, ob Menschen oder Tiere mit ihren gefährlichen Pflanzenteilen in Kontakt kommen können.

8. Zusammenfassung

Giftpflanzen erkennen: Pflanzennamen kennen und besonders auf Beeren, Samen, Knollen und Verwechslungsmöglichkeiten achten.

Risiken verringern: Standort bewusst wählen, Kinder aufklären und bei der Gartenarbeit geeignete Schutzmaßnahmen treffen.

Vergiftungsverdacht ernst nehmen: Giftnotruf kontaktieren – bei schweren Beschwerden 112. Kein Erbrechen auslösen und keine Hausmittel ausprobieren.

Charité – Giftnotruf und Infos zu Giftpflanzen

Artenvielfalt erhalten: Den Nutzen für Insekten und Vögel berücksichtigen, ohne Gefahren für Menschen und Haustiere zu verharmlosen.

Quellen- und Informationsverzeichnis

Die bisherige Vereinsseite giftpflanzen.htm bildet die interne Grundlage der Pflanzenübersicht. Sie wird nicht als externe Quelle aufgeführt.

Die folgenden externen Quellen dienen der Ergänzung und Überprüfung insbesondere der Angaben zu Giftwirkung, Vergiftungszeichen, Erster Hilfe und ökologischem Nutzen.

Quelle Inhalt
Bundesinstitut für Risikobewertung – Giftpflanzen: Wie kann man sich schützen, und was ist bei einer Vergiftung zu tun?  Giftpflanzen, Verwechslungen, Vorbeugung und Erste Hilfe
BfR-Giftgarten  Pflanzenporträts und Vergiftungsrisiken
BfR – Europäische Eibe  Giftige Pflanzenteile und Vergiftungszeichen
BfR – Risiko Pflanze: Einschätzung und Hinweise (PDF)  Einordnung der Gefährdung durch unterschiedliche Pflanzen
Giftinformationszentrum-Notfall- und Beratungstelefon: 0551 19240  Giftnotruf für Schleswig-Holstein und Verhalten bei Vergiftungsverdacht
Giftnotruf der Charité – Pflanzen  Maßnahmen nach möglichem Verschlucken giftiger Pflanzenteile