SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.
Gartenteich im Kleingarten
Ein Gartenteich bereichert den Kleingarten in mehrfacher Hinsicht. Wasser schafft einen Lebensraum, der sich grundlegend von Beet, Rasen, Hecke oder Obstgarten unterscheidet. Libellen und andere Wasserinsekten können sich ansiedeln, Vögel nutzen das Gewässer als Tränke und Badestelle und unter geeigneten Bedingungen finden auch Frösche, Kröten oder Molche einen neuen Lebensraum.
Selbst kleine Gewässer können ökologisch wertvoll sein. Der BUND Naturschutz nennt bereits eine Wasserfläche ab etwa 3 m² als ökologisch wertvoll; ab etwa 20 m² können sich stabilere Lebensgemeinschaften entwickeln. Das Umweltbundesamt weist ebenfalls auf die große Bedeutung kleiner stehender Gewässer für die biologische Vielfalt hin. BUND Naturschutz
Dabei muss ein naturnaher Gartenteich keineswegs ungepflegt aussehen. Mit einer guten Planung lassen sich ökologische Funktion und eine attraktive Gartengestaltung hervorragend miteinander verbinden.
1. Vor dem ersten Spatenstich: Was für ein Teich soll entstehen?
Bevor Größe und Form festgelegt werden, sollte eine grundlegende Entscheidung getroffen werden:
Soll hauptsächlich ein naturnaher Gartenteich entstehen oder sollen Fische gehalten werden?
Beides ist möglich, stellt aber unterschiedliche Anforderungen.
Ein Naturteich soll möglichst vielen heimischen Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Er kommt bei entsprechender Größe und Gestaltung weitgehend ohne technische Einrichtungen aus. Fische werden möglichst nicht eingesetzt.
Ein Fischteich muss dagegen die Bedürfnisse der gehaltenen Tiere berücksichtigen. Mit dem Fischbesatz steigen in der Regel Nährstoffeintrag und Sauerstoffbedarf. Abhängig von Teichgröße, Fischart und Besatz können deshalb Filterung, Wasserbewegung oder zusätzliche Belüftung erforderlich werden.
Wer insbesondere Amphibien, Libellen und andere Wasserorganismen fördern möchte, sollte einen fischfreien Naturteich anlegen. BUND Naturschutz
2. Der richtige Standort
Ein Gartenteich sollte sonnig bis halbschattig liegen. Viele heimische Wasserpflanzen benötigen ausreichend Licht. Gleichzeitig kann sich ein sehr kleiner und flacher Teich in ganztägiger voller Sonne im Hochsommer stark erwärmen.
Ungünstig ist ein Standort unmittelbar unter großen Laubbäumen. Dort gelangt im Herbst viel Laub ins Wasser. Bei dessen Zersetzung werden Nährstoffe freigesetzt und Sauerstoff verbraucht.
Auch starke Baumwurzeln können beim Bau und später bei einer Folienabdichtung problematisch werden.
Bei der Standortwahl beachten
Der BUND empfiehlt ebenfalls Sonne bis Halbschatten und ausreichend Abstand zu Bäumen und Sträuchern. BUND Naturschutz
3. Größe und Tiefe
Grundsätzlich gilt:
Je größer das Wasservolumen, desto langsamer reagiert der Teich auf Temperatur- und Umwelteinflüsse.
Ein kleiner Miniteich kann ökologisch durchaus wertvoll sein, reagiert aber wesentlich schneller auf Hitze, Verdunstung und Nährstoffeinträge.
Bei einem dauerhaft angelegten größeren Gartenteich sollte deshalb auch eine ausreichend tiefe Zone vorhanden sein.
Der BUND empfiehlt an der tiefsten Stelle etwa einen Meter Wassertiefe, damit sich das Wasser bei sonniger Lage nicht zu stark erwärmt. BUND Naturschutz
4. Nicht einfach ein Loch graben – die Tiefenzonen
Ein naturnaher Teich sollte nicht wie eine gleichmäßig abfallende Schüssel gebaut werden.
Besser ist ein Stufenprofil mit unterschiedlichen Wassertiefen. Dadurch entstehen verschiedene Lebensräume, und Pflanzen, Steine sowie Substrat finden auf den einzelnen Ebenen Halt.
Ufer- und Feuchtzone
Der Übergang zwischen Garten und Wasser sollte möglichst flach und abwechslungsreich gestaltet werden.
Feuchte Bereiche bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren einen geeigneten Lebensraum und ermöglichen Tieren einen einfachen Ein- und Ausstieg.
Sumpfzone
Wassertiefe etwa 10–20 cm
Geeignete Pflanzen sind beispielsweise:
Sumpfdotterblume, Wasserminze, Blutweiderich, Sumpfvergissmeinnicht und Sumpfschwertlilie.
Flachwasserzone
Wassertiefe etwa 20–30 cm
Hier können beispielsweise Froschlöffel, Pfeilkraut, Schwanenblume und Fieberklee wachsen.
Tiefwasserzone
Mindestens etwa 50 cm, besser teilweise über 100 cm
Hier finden unter anderem Seerosen, Gelbe Teichrose, Wasserhahnenfuß und andere Tiefwasserpflanzen geeignete Bedingungen. BUND Naturschutz
5. Teich abdichten
Bei kleineren Teichen können vorgefertigte Teichbecken verwendet werden. Sie sind relativ einfach einzubauen, schränken aber Form und Gestaltungsmöglichkeiten ein.
Flexibler ist eine Folienabdichtung.
Vor dem Verlegen müssen scharfkantige Steine, Wurzeln und andere Gegenstände entfernt werden. Auf den vorbereiteten Untergrund wird ein Schutzvlies gelegt, das die darüberliegende Teichfolie vor Beschädigungen schützt.
Als Folienmaterial stehen unter anderem EPDM/Kautschuk und Polyethylen (PE) zur Verfügung. Der BUND rät wegen der verwendeten problematischen Stoffe von PVC-Teichfolie ab. BUND Naturschutz
6. Die Kapillarsperre – kleines Detail mit großer Wirkung
Sinkt der Wasserstand ständig, muss nicht zwangsläufig ein Loch in der Teichfolie vorhanden sein.
Eine häufig übersehene Ursache kann der Kapillareffekt sein.
Wenn feuchtes Substrat innerhalb des Teiches eine durchgehende Verbindung zur trockeneren Gartenerde außerhalb des Teiches bildet, kann Wasser nach außen transportiert werden.
Deshalb muss der Teichrand so ausgeführt werden, dass Teichsubstrat und Gartenboden voneinander getrennt sind. Eine entsprechende Kapillarsperre verhindert diesen unerwünschten Wasserverlust. BUND Naturschutz
7. Weniger Nährstoffe sind mehr
Für einen Gartenteich ist nährstoffreiche Gartenerde ungeeignet.
Humusreiche Erde bringt große Mengen Nährstoffe ins Wasser und kann damit starkes Algenwachstum fördern.
Für Pflanzbereiche eignet sich vielmehr mageres Substrat, beispielsweise lehmiger Sand oder geeigneter nährstoffarmer Bodenaushub. BUND Naturschutz
Auch außerhalb des Teiches sollte darauf geachtet werden, dass kein Dünger mit Regen- oder Gießwasser in das Gewässer gelangt.
8. Die richtige Bepflanzung
Pflanzen sind im Gartenteich weit mehr als Dekoration.
Sie strukturieren den Lebensraum, bieten Versteck- und Eiablageplätze, beschatten Teile der Wasserfläche und nehmen Nährstoffe auf.
Für einen naturnahen Gartenteich sollten vorzugsweise heimische und standortgerechte Arten verwendet werden. BUND Naturschutz
| Pflanze | Bereich | Wassertiefe etwa | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Sumpfdotterblume | Sumpfzone | 10–20 cm | frühe Blüte, strukturreicher Uferbereich |
| Wasserminze | Sumpfzone | 10–20 cm | Blütenangebot für Insekten |
| Sumpfvergissmeinnicht | Sumpfzone | 10–20 cm | Ufervegetation und Blüten |
| Froschlöffel | Flachwasser | 20–30 cm | heimische Wasserpflanze |
| Pfeilkraut | Flachwasser | 20–30 cm | strukturreiche Vegetation |
| Schwanenblume | Flachwasser | 20–30 cm | attraktive Blütenpflanze |
| Fieberklee | Flachwasser | 20–30 cm | heimische Sumpf-/Wasserpflanze |
| Weiße Seerose | Tiefwasser | ab etwa 50 cm | Schwimmblätter beschatten Wasser |
| Gelbe Teichrose | Tiefwasser | ab etwa 50 cm | Schwimmblattpflanze |
| Wasserhahnenfuß | Tiefwasser | tieferer Bereich | Unterwasserstruktur |
Die genannten Tiefenbereiche orientieren sich an den Empfehlungen des BUND Naturschutz. Je nach Art und Sorte können die tatsächlich geeigneten Pflanztiefen abweichen. BUND Naturschutz
9. Ein Naturteich wird zum Lebensraum
Bei einem naturnahen Gartenteich ist Geduld oft die beste Maßnahme.
Libellen, Wasserkäfer und andere Insekten können geeignete Gewässer selbstständig entdecken. Auch Amphibien können einen geeigneten Gartenteich von allein besiedeln. BUND Naturschutz
Der Teich muss deshalb nicht mit Tieren „bestückt“ werden.
Ein strukturreicher Garten rund um das Gewässer erhöht seinen Wert zusätzlich. Steine, Totholz, Stauden, Gräser, Hecken und ungestörte Bereiche bieten Tieren auch außerhalb des Wassers Nahrung und Versteckmöglichkeiten.
10. Fischbesatz – ja oder nein?
Wer Fische halten möchte, sollte diese Entscheidung bereits bei der Planung des Teiches treffen.
Für einen ökologisch ausgerichteten Naturteich gilt dagegen:
Weniger ist mehr – am besten keine Fische.
Fische fressen je nach Art und Größe Wasserinsekten, Larven, Amphibienlaich und teilweise Kaulquappen. Besonders in kleinen und mittleren Teichen kann sich dadurch die Zusammensetzung der Tierwelt erheblich verändern. NABU beschreibt Fischbesatz in kleinen und mittleren Naturteichen als Ursache einer ökologischen Verarmung; auch BUND und Umweltbundesamt empfehlen für amphibien- und insektenreiche Gartenteiche den Verzicht auf Fische. NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
11. Wenn Fische ausdrücklich gewünscht sind
Ein Fischteich muss anders geplant und gepflegt werden als ein fischfreier Naturteich.
Wichtig sind insbesondere:
☐ ausreichend großes Wasservolumen
☐ ausreichende Wassertiefe
☐ möglichst geringe Besatzdichte
☐ genügend Unterwasserpflanzen und Rückzugsmöglichkeiten
☐ kontrollierte Fütterung
☐ regelmäßige Beobachtung der Wasserqualität
☐ gegebenenfalls geeignete Filter- und Belüftungstechnik
Der BUND nennt für Naturteiche Fischbesatz überhaupt erst ab etwa 40 m² und empfiehlt dann heimische Kleinfischarten wie Stichling oder Moderlieschen. BUND Naturschutz
Vorsicht bei Goldfischen
Goldfische können sich unter günstigen Bedingungen stark vermehren. Dadurch kann aus einem zunächst geringen Besatz innerhalb einiger Jahre ein erheblicher Fischbestand werden. Der BUND weist ausdrücklich darauf hin, dass Goldfischpopulationen schnell zu groß werden können. BUND Naturschutz
Überzählige Fische dürfen nicht einfach in natürliche Gewässer ausgesetzt werden.
12. Was passiert bei zu hohem Fischbesatz?
Viele Fische bedeuten nicht nur mehr Tiere im Teich.
Mit zunehmendem Bestand steigen normalerweise auch:
Futtereintrag → Ausscheidungen → Nährstoffbelastung → Sauerstoffbedarf
Besonders problematisch kann zusätzlich eine starke Fütterung werden. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Fischfutter eine wichtige Quelle für Phosphat im Gartenteich sein kann.
Phosphat wiederum fördert das Algenwachstum. Umweltbundesamt
Ein überbesetzter Fischteich benötigt deshalb erheblich mehr Pflege als ein naturnaher, fischfreier Teich.
13. Braucht ein Gartenteich Pumpe und Filter?
Ein naturnaher, ausreichend großer und gut bepflanzter Teich benötigt nicht zwangsläufig eine Pumpe oder Filteranlage.
Der BUND weist darauf hin, dass sich insbesondere bei größeren Naturteichen stabile Lebensgemeinschaften entwickeln können, sodass auf technische Hilfsmittel verzichtet werden kann. BUND Naturschutz
Anders sieht es bei starkem Fischbesatz aus. Hier kann technische Unterstützung erforderlich werden.
Ein Naturteich sollte deshalb nicht nach denselben Maßstäben wie ein Aquarium beurteilt werden. Leichte Trübungen, Wasserinsekten, Pflanzenreste und zeitweise Algen gehören zu einem lebendigen Gewässer.
14. Algen gehören zum Teich – aber nicht unbegrenzt
Algen sind ein natürlicher Bestandteil eines Gewässers. Gerade bei neu angelegten Teichen kann es zunächst zu stärkerem Algenwachstum kommen, weil sich das biologische Gleichgewicht noch nicht entwickelt hat. Auch der NABU beschreibt dieses Phänomen bei neu angelegten Naturteichen – hier als PDF erhältlich. NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
Starkes und dauerhaftes Algenwachstum kann jedoch auf einen hohen Nährstoffeintrag hinweisen.
Mögliche Ursachen
zu viel Fischfutter,
hoher Fischbesatz,
humusreiche Erde im Teich,
große Mengen verrottender Pflanzenreste,
Laubeintrag,
Dünger aus angrenzenden Gartenflächen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem eine teilweise Beschattung durch Schwimm- und Wasserpflanzen und die Verringerung unnötiger Fütterung. Umweltbundesamt
Fadenalgen können vorsichtig mechanisch entfernt werden. Hierzu eignen sich raue Stöcke sehr gut. Mit dieser Methode lassen sich die Fadenalgen wie Spagetti durch drehen des Stocks aufwickeln und können dann vom Stock abgestreift werden.
Die bessere Strategie ist jedoch immer, die Ursache des Nährstoffüberschusses zu reduzieren.
15. Teichpflege – so viel wie nötig, so wenig wie möglich
Ein Naturteich muss gepflegt werden – aber er muss nicht steril sein.
Abgestorbene Pflanzen, kleine Mengen Laub, Algen und Schlamm sind Teil des natürlichen Systems.
Eingegriffen werden sollte vor allem dann, wenn einzelne Pflanzen den Teich vollständig überwuchern, sehr große Mengen organischen Materials anfallen oder sich der Nährstoffgehalt offensichtlich stark erhöht.
16. Frühjahr – behutsam in die neue Saison
Im Frühjahr beginnt das Leben im Gartenteich wieder sichtbar zu werden.
Jetzt können abgestorbene Pflanzenteile des Vorjahres entfernt werden. Stark wachsende Wasser- und Sumpfpflanzen können bei Bedarf geteilt oder zurückgenommen werden.
Dabei sollte vorsichtig gearbeitet werden, denn im Teich können bereits Amphibien, Larven und andere Tiere aktiv sein.
Bei vorhandener Teichtechnik werden Pumpe und Filter kontrolliert und gegebenenfalls wieder in Betrieb genommen.
17. Sommer – Wasserstand und Temperatur beobachten
An heißen Tagen kann ein Gartenteich erhebliche Mengen Wasser durch Verdunstung verlieren.
Ein sinkender Wasserstand ist deshalb zunächst normal.
Muss jedoch ständig ungewöhnlich viel Wasser nachgefüllt werden, sollten Folie, Teichrand und insbesondere die Kapillarsperre überprüft werden.
Eine ausreichende Tiefwasserzone und Schwimmblattpflanzen helfen, eine übermäßige Erwärmung des gesamten Gewässers zu begrenzen.
18. Herbst – Laub nicht im Teich versinken lassen
Im Herbst kann besonders unter Gehölzen innerhalb kurzer Zeit eine große Menge Laub ins Wasser gelangen.
Einzelne Blätter sind kein Problem. Dicke Laubschichten sollten jedoch nicht auf dem Teichgrund verrotten.
Bei starkem Laubfall kann zeitweise ein Laubschutznetz sinnvoll sein.
Abgestorbene Pflanzenstängel müssen dagegen nicht vollständig entfernt werden. Der NABU weist darauf hin, dass vertrocknete Röhrichtstängel Insekten als Winterquartier dienen können.
NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
19. Winter – der Teich ruht
Im Winter laufen die biologischen Prozesse im Teich deutlich langsamer ab.
Ein naturnaher Teich muss nicht permanent eisfrei gehalten werden.
Bei Fischbesatz werden ausreichende Tiefe und Gasaustausch jedoch wichtiger. Eine geschlossene Eisdecke sollte nicht mit Hammer oder Axt gewaltsam aufgeschlagen werden.
Abgestorbene Pflanzenstängel, die über die Wasseroberfläche hinausragen, können teilweise stehen bleiben. Neben ihrem Wert als Überwinterungsstruktur können hohle Stängel den Austausch zwischen Wasser und Luft unterstützen.
NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
20. Ein sicherer Ausstieg für Tiere
[BILD 16 – AUSSTIEGSHILFE: Flacher Uferbereich mit Steinen und einem teilweise im Wasser liegenden Holzstück]
Ein Gartenteich ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Wasserstelle für Tiere, die eigentlich an Land leben.
Deshalb sollte mindestens ein Uferbereich flach gestaltet werden.
Zusätzlich können Steine, Stufen oder ein raues Holzstück eine Ausstiegsmöglichkeit bieten. Der BUND empfiehlt solche Ausstiegshilfen ausdrücklich für Gartenteiche, die von Tieren als Wasserstelle genutzt werden. BUND Naturschutz
Steile, glatte Teichränder sollten vermieden werden.
21. Sicherheit für Kinder
Auch ein kleiner Gartenteich kann für Kleinkinder gefährlich sein.
Befinden sich regelmäßig kleine Kinder im Garten oder können sie den Teich erreichen, muss die Sicherheit bei Planung und Nutzung berücksichtigt werden. Der NABU weist ebenfalls ausdrücklich darauf hin, kleine Kinder beim Spielen am Gartenteich zu begleiten. NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
Ein flacher Uferbereich ersetzt dabei keine Aufsicht.
22. Der Gartenteich im Jahresverlauf
| Jahreszeit | Wichtige Arbeiten |
|---|---|
| Frühjahr | abgestorbene Pflanzenteile vorsichtig entfernen, Pflanzen kontrollieren und gegebenenfalls teilen |
| Sommer | Wasserstand beobachten, übermäßige Algen entfernen, starke Überhitzung beobachten |
| Herbst | übermäßigen Laubeintrag verhindern, abgestorbene Biomasse teilweise entfernen |
| Winter | Teich weitgehend ruhen lassen, Tiere nicht unnötig stören |
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Nicht jede Veränderung im Teich erfordert sofort einen Eingriff.
Ein Naturteich verändert sich im Jahresverlauf. Pflanzen wachsen, Wasser kann zeitweise trüber werden und Tiere kommen und gehen.
23. Häufige Fehler beim Gartenteich
| Fehler | Mögliche Folge | Besser |
|---|---|---|
| Standort direkt unter großen Bäumen | hoher Laubeintrag | Abstand zu Gehölzen |
| überall gleiche Wassertiefe | wenig unterschiedliche Lebensräume | mehrere Tiefenzonen |
| nur sehr flaches Wasser | starke Erwärmung | ausreichend tiefe Zone |
| humusreiche Gartenerde | hoher Nährstoffeintrag | mageres Substrat |
| fehlende Kapillarsperre | Wasserverlust | Teich und Gartenboden trennen |
| sehr viele Pflanzen einsetzen | schnelles Zuwachsen | zunächst zurückhaltend bepflanzen |
| hoher Fischbesatz | Nährstoff- und Sauerstoffprobleme | geringe Besatzdichte bzw. fischfreier Naturteich |
| Amphibien einsetzen | unnötiger Eingriff in die Natur | natürliche Besiedlung abwarten |
| Algen ausschließlich chemisch bekämpfen | Ursache bleibt bestehen | Nährstoffeintrag reduzieren |
| Teich vollständig „sauber“ halten | Lebensräume gehen verloren | behutsam und abschnittsweise pflegen |
24. Zehn einfache Maßnahmen für einen naturnahen Gartenteich
☐ sonnigen bis halbschattigen Standort wählen
☐ verschiedene Wassertiefen schaffen
☐ mindestens einen flachen Uferbereich anlegen
☐ nährstoffarmes Substrat verwenden
☐ Kapillarsperre sorgfältig ausführen
☐ vorzugsweise heimische Wasser- und Sumpfpflanzen einsetzen
☐ Dünger und Pflanzenschutzmittel vom Teich fernhalten
☐ Tiere selbstständig einwandern lassen
☐ für einen Naturteich auf Fischbesatz verzichten
☐ den Teich nicht überpflegen
25. Jeder Kleingarten kann Lebensraum am Wasser schaffen
Ein Gartenteich muss weder riesig noch technisch aufwendig sein, um einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.
Entscheidend sind vielmehr eine strukturreiche Gestaltung, unterschiedliche Wassertiefen, möglichst geringe Nährstoffbelastung und eine naturnahe Bepflanzung.
Wer auf Fischbesatz verzichtet, schafft besonders günstige Voraussetzungen für Amphibien und zahlreiche Wasserinsekten. Das Umweltbundesamt empfiehlt einen fischfreien, naturnah gestalteten Gartenteich ebenfalls als Lebensraum für Amphibien und Insekten. Umweltbundesamt
Ein gut geplanter Gartenteich verbindet damit zwei Dinge, die im Kleingarten hervorragend zusammenpassen:
Natur erleben und Lebensraum schaffen.
Quellen und weiterführende Informationen
Als Hauptquelle eignet sich die Seite BUND Naturschutz – Naturteich im Garten anlegen.
Sie enthält Informationen zu Größe, Standort, Tiefenzonen, Abdichtung, Kapillarsperre, Pflanzen und Fischbesatz.
Ergänzend bietet BUND Naturschutz – Amphibien im Gartenteich Hinweise zur amphibienfreundlichen Gestaltung und zum Fischbesatz.
Für die Bedeutung kleiner Gewässer und für Algenfragen sind die Informationen des Umweltbundesamtes zu Kleingewässern sowie die UBA-Informationen zu Algen sinnvoll.
Ergänzend enthält der NABU-Ratgeber Hinweise zur Pflege naturnaher Gartenteiche, Fischbesatz und Überwinterung. NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.