SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.
Das Vereinshaus Nieland brennt
Unser Vereinshaus im Nieland
in den 90’er Jahren
Ein schwarzer Tag für unseren Verein
Der 7. August 2015 sollte eigentlich ein Tag der Vorfreude werden. Nur einen Tag später sollte am Vereinshaus Nieland unser Sommerfest stattfinden. Die Vorbereitungen liefen, das Haus und sein Umfeld wurden für die erwarteten Gäste hergerichtet.
Doch an diesem Morgen nahm die Geschichte unseres Vereinshauses eine dramatische Wendung.
Ein Feuer war ausgebrochen und hatte sich in der Holzkonstruktion des Gebäudes ausgebreitet. Als der Brand entdeckt wurde, hatten sich die Flammen bereits ihren Weg in Zwischenräume und Teile der Dachkonstruktion gesucht.
Aus den letzten Vorbereitungen für das Sommerfest wurde innerhalb kürzester Zeit ein Feuerwehreinsatz.
Der Kampf gegen die Flammen
Um 8:26 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Wedel alarmiert. Insgesamt rückten 27 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen zur Kolonie Nieland aus. Auch ein Rettungswagen und die Polizei waren vor Ort.
Das offene Feuer konnte vergleichsweise schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die größere Herausforderung verbarg sich jedoch innerhalb der Konstruktion des Gebäudes.
Der Brand hatte sich in Hohlräume und den Dachbereich ausgebreitet. Teile der Verkleidung und der Dachkonstruktion mussten geöffnet werden, damit die Einsatzkräfte die dort verborgenen Brand- und Glutnester erreichen konnten.
Mit Hilfe einer Wärmebildkamera wurden Wände und Gebäudeteile auf weitere Hitzequellen untersucht. Erst nach rund zwei Stunden war der Einsatz beendet.
Das Feuer war gelöscht.
Was zurückblieb, war ein schwer beschädigtes Vereinshaus.
21 Jahre Vereinsgeschichte in Trümmern
Der Anblick nach dem Brand war für uns nur schwer zu begreifen.
Das Vereinshaus war 1992 in die Planungsphase gegangen und 1994 fertiggestellt worden. In den folgenden 21 Jahren entwickelte es sich zu einem wichtigen Treffpunkt für unsere Mitglieder und die Kolonie Nieland.
Hier wurde zusammengesessen, gefeiert und Vereinsleben gestaltet. Das Haus wurde für Veranstaltungen des Vereins genutzt und stand darüber hinaus auch für private Feiern zur Verfügung.
Über die Jahre war immer wieder in das Gebäude investiert worden. Erst im Jahr vor dem Brand war eine neue Küche eingebaut worden. Viel Arbeit, Zeit und persönlicher Einsatz unserer Mitglieder steckten in diesem Haus.
Am Morgen des 7. August 2015 schien vieles davon innerhalb weniger Stunden verloren.
Das für den folgenden Tag geplante Sommerfest konnte selbstverständlich nicht mehr stattfinden.
Wie konnte es zu dem Brand kommen?
Auf unserer damaligen Internetseite berichteten wir, dass im Rahmen der Vorbereitungen für das Sommerfest Unkraut beseitigt worden war und dabei offenbar Flammen zu dicht an das Gebäude gelangten. Nach damaliger Einschätzung könnten sie unbemerkt in die Zwischenräume der Holzkonstruktion eingedrungen sein.
Der offizielle Einsatzbericht der Feuerwehr bezeichnete die Brandursache zunächst jedoch als ungeklärt. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.
Auch deshalb möchten wir heute nicht über eine Ursache spekulieren. Entscheidend für die weitere Geschichte unseres Vereins war ohnehin das, was nach diesem Morgen geschah.
Denn schon bald stellte sich eine ganz andere Frage:
Wie geht es mit unserem Vereinshaus weiter?
Vom Brand bis zum Richtfest – die Geschichte in Bildern
Die Zeit nach dem Brand haben wir in zahlreichen Bildern festgehalten.
Sie zeigen zunächst das Ausmaß der Zerstörung im und am Vereinshaus. Doch die Aufnahmen dokumentieren nicht nur einen Verlust. Sie erzählen gleichzeitig von einem Neuanfang.
Aus diesen Bildern ist ein Film entstanden, der die Entwicklung von den ersten Aufnahmen nach dem Brand über die folgenden Arbeiten und den Neubau bis zum Richtfest am 5. Dezember 2017 begleitet.
Was im Film innerhalb weniger Minuten zu sehen ist, erstreckte sich tatsächlich über mehr als zwei Jahre. Hinter den Bildern liegen zahlreiche Gespräche, Planungen und Entscheidungen – aber auch Rückschläge und immer wieder neue Herausforderungen.
Schritt für Schritt verschwindet die Brandruine und an ihrer Stelle entsteht ein neues Vereinshaus.
Der Film ist damit nicht nur eine Dokumentation eines Bauprojektes. Er hält einen besonderen Abschnitt unserer Vereinsgeschichte fest.
Wir laden Sie ein, diesen Weg vom Brand bis zum Richtfest noch einmal in Bildern mitzuerleben.
Nach dem Brand beginnt die Planung
Bereits am 14. August 2015, nur eine Woche nach dem Feuer, wurde der Schaden durch die Versicherung begutachtet.
Eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung war gegeben: Das Vereinshaus war entsprechend versichert und ein Wiederaufbau grundsätzlich möglich.
Doch einfach das alte Gebäude genauso wiederherzustellen, war nicht die einzige Überlegung.
Gleichzeitig stand unser Verein vor einer weiteren Veränderung. Das bisherige Vereinsbüro in der alten Stadtbücherei konnte aufgrund des Verkaufs des Gebäudes auf Dauer nicht dort verbleiben.
Damit entstand die Idee, aus der Katastrophe auch eine Chance für einen Neuanfang zu machen:
Das neue Vereinshaus sollte künftig auch das Vereinsbüro aufnehmen.
Aus dem geplanten Wiederaufbau wurde damit ein größeres Projekt.
Ein langer Weg zum neuen Vereinshaus
Was zunächst nach einer naheliegenden Lösung klang, erwies sich in der Umsetzung als erheblich schwieriger.
Das neue Gebäude musste heutigen baulichen Anforderungen entsprechen. Fragen des Brand- und Schallschutzes, der Statik und der Rettungswege spielten ebenso eine Rolle wie die Beschaffenheit des Baugrundes.
Mit den Anforderungen stiegen auch die Kosten.
Die Versicherungsleistung bildete zwar eine wesentliche finanzielle Grundlage für den Wiederaufbau, für das erweiterte Vorhaben wurden jedoch zusätzliche Mittel benötigt.
Der Verein bemühte sich deshalb auch um finanzielle Unterstützung durch die Stadt Wedel.
Ein entsprechender Zuschussantrag wurde am 1. Dezember 2016 im zuständigen Ausschuss zunächst abgelehnt. Auch ein weiterer Versuch in der Ratssitzung am 15. Dezember führte noch nicht zum gewünschten Ergebnis.
Für unseren Verein bedeutete dies eine schwierige Situation. Einerseits wollten und mussten wir mit dem Neubau vorankommen, andererseits musste die Finanzierung gesichert werden.
Unsere Mitglieder stellen die Weichen
Eine wichtige Entscheidung fiel auf der Jahresmitgliederversammlung am 10. März 2017.
Die Mitglieder stellten weitere Mittel aus dem Vereinsvermögen für das Bauvorhaben zur Verfügung. Damit konnte die Planung des neuen Vereinshauses fortgesetzt werden.
Es folgten weitere Abstimmungen, Genehmigungen und schließlich die Bauarbeiten.
Nun wurde erstmals auch äußerlich sichtbar, worauf so lange hingearbeitet worden war:
Auf dem Gelände des zerstörten Vereinshauses entstand tatsächlich ein neues Gebäude.
Viele Unternehmen und Unterstützer aus Wedel begleiteten das Projekt mit Sachleistungen, Spenden oder auf andere Weise.
Gleichzeitig setzte der Verein seine Gespräche mit Politik und Verwaltung fort.
Im dritten Anlauf kommt die Unterstützung
Am 30. November 2017 erreichte uns schließlich die Nachricht, auf die wir lange gehofft hatten.
Im dritten Anlauf wurde der Zuschuss für das neue Vereinshaus im zuständigen Ausschuss von allen Parteien bewilligt.
Nach den Rückschlägen der vorangegangenen Monate war dies ein wichtiges Signal für das Projekt und unseren Verein.
Und nur wenige Tage später stand bereits der nächste besondere Termin bevor.
5. Dezember 2017 – Richtfest
Am 5. Dezember 2017 konnte das Richtfest für unser neues Vereinshaus gefeiert werden.
Wo nach dem Brand nur Zerstörung und eine ungewisse Zukunft geblieben waren, stand nun wieder ein Gebäude.
Vertreter aus Politik und Verwaltung, Presse, Vorstand und Verein waren dabei, als der traditionelle Richtspruch gesprochen wurde.
Das Richtfest markierte einen wichtigen Wendepunkt.
Nach mehr als zwei Jahren Planung, Finanzierung, Genehmigungsverfahren und Bauarbeiten war das Ziel erstmals deutlich vor Augen.
Der Rohbau stand.
Unser Vereinshaus kam zurück.
Vom Richtfest zum neuen Zuhause des Vereins
Mit dem Richtfest war die Arbeit natürlich noch nicht beendet.
Der Innenausbau musste fertiggestellt, technische Einrichtungen installiert und die neuen Räume für ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden.
Doch der entscheidende Schritt war geschafft.
Aus dem früheren Vereinshaus entstand nicht lediglich ein Ersatz für das durch den Brand zerstörte Gebäude. Das neue Haus übernahm zusätzliche Aufgaben und wurde gleichzeitig zur Heimat unseres Vereinsbüros.
Ab Oktober 2018 konnten dort schließlich die Sprechstunden des Schrebergarten-Vereins Wedel e.V. stattfinden.
Damit war ein Weg abgeschlossen, der am Morgen des 7. August 2015 auf denkbar schlechte Weise begonnen hatte.
Aus einem Ende wurde ein Neuanfang
Der Brand zerstörte innerhalb kurzer Zeit ein Vereinshaus, in dem mehr als zwei Jahrzehnte Vereinsgeschichte steckten.
Der Wiederaufbau benötigte dagegen Jahre.
Er erforderte Entscheidungen, Geduld, finanzielle Mittel und die Unterstützung vieler Menschen. Es gab Rückschläge und Momente, in denen der weitere Weg alles andere als einfach erschien.
Doch am Ende stand wieder ein Vereinshaus im Nieland.
Heute ist es nicht nur Treffpunkt und Veranstaltungsort. Mit unserem Vereinsbüro ist es zugleich eine zentrale Anlaufstelle für die Mitglieder des Schrebergarten-Vereins Wedel e.V.
Damit erzählt das Vereinshaus Nieland heute zwei Geschichten:
die Geschichte eines Hauses, das durch ein Feuer verloren ging –
und die Geschichte eines Vereins, der es wieder aufgebaut hat.
Aus der Brandruine entstand ein neues Vereinshaus – und aus einem schweren Verlust ein neues Kapitel unserer Vereinsgeschichte.
Hinweis zu den Filmrechten
Die Rechte an dem Film und dem verwendeten Bildmaterial liegen bei Rainer Z., dem Schrebergarten-Verein Wedel e.V. und der Redaktion von Wedel.de
Eine Vervielfältigung, Weitergabe, Veröffentlichung, Bearbeitung oder anderweitige Verwendung des Materials außerhalb dieser Internetseite ist ohne vorherige Zustimmung der Rechteinhaber nicht gestattet.
Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher, dies zu respektieren.