Schrebergarten-
Verein Wedel e.V.
seit 1920
Bienen/Wildbienen im Kleingarten
Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Bienen im Kleingarten

Unverzichtbare Bestäuber – Lebensräume schaffen, Nahrung anbieten und Artenvielfalt fördern

Bienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer heimischen Pflanzenwelt. Ohne ihre Arbeit würden viele Obst- und Gemüsepflanzen deutlich geringere Erträge liefern. Gleichzeitig sind zahlreiche Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Im Kleingarten begegnen uns Bienen nahezu überall: an Apfel- und Kirschblüten, zwischen Himbeeren und Johannisbeeren, auf blühenden Kräutern oder in einer kleinen Wildblumenwiese.

Dabei denken viele Menschen zunächst an die Honigbiene. Doch auch Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen und zahlreiche weitere Wildbienenarten leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung.

Ein bienenfreundlicher Kleingarten bietet nicht nur Blüten, sondern auch geeignete Nistplätze, Wasser und möglichst ungestörte Rückzugsräume.

1. Honigbienen und Wildbienen – wo liegt der Unterschied?

Biene auf einer Blüte

In Deutschland kommen rund 600 Wildbienenarten vor. Sie unterscheiden sich erheblich in Größe, Aussehen, Lebensweise und ihren Ansprüchen an den Lebensraum.

Während Honigbienen große, mehrjährige Staaten bilden, leben die meisten Wildbienen allein. Eine besondere Stellung nehmen die Hummeln ein: Sie gehören ebenfalls zu den Wildbienen, bilden jedoch Staaten, die bei den heimischen Arten gewöhnlich nur eine Saison bestehen.

Quelle: BUND – Wildbienenarten in Deutschland.

BUND – Liste der Wildbienen Deutschlands

Die Honigbiene

Biene auf einer Hyazinthenblüte

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist die bekannteste Bienenart. Sie wird seit Jahrhunderten vom Menschen gehalten und zur Gewinnung von Honig und anderen Bienenprodukten genutzt.

Ein Honigbienenvolk besteht aus einer Königin, zahlreichen Arbeiterinnen und zeitweise männlichen Bienen, den Drohnen.

Die Arbeiterinnen übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Sie pflegen die Brut, reinigen den Stock, bauen Waben, bewachen den Eingang und sammeln Nektar, Pollen, Wasser sowie Baumharze.

Aus gesammeltem Nektar entsteht durch Verarbeitung und Wasserentzug Honig. Er dient dem Volk als Energievorrat, insbesondere für den Winter.

Honigbienen können ergiebige Nahrungsquellen durch den sogenannten Schwänzeltanz an andere Arbeiterinnen weitergeben.

Die Wildbienen

Wildbienen umfassen eine große Vielfalt unterschiedlicher Arten.

Viele von ihnen bilden keine Staaten. Das Weibchen sucht selbstständig einen geeigneten Nistplatz, legt Brutzellen an und versorgt diese mit einem Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar.

Anschließend legt es ein Ei ab und verschließt die Brutzelle. Die daraus schlüpfende Larve ernährt sich vom angelegten Vorrat.

Je nach Art erfolgt die Entwicklung innerhalb weniger Wochen oder über viele Monate. Manche Arten überwintern bereits als fertig entwickelte Biene in ihrer Brutzelle.

Wildbienen können auf bestimmte Blütenpflanzen spezialisiert sein. Fehlen diese Pflanzen, können auch vorhandene Nistplätze nicht verhindern, dass die betreffende Art aus einem Gebiet verschwindet.

Die Hummeln

Hummel auf einer Blüte

Hummeln gehören zu den Wildbienen. Anders als die meisten alleinlebenden Arten bilden sie Staaten mit einer Königin und Arbeiterinnen.

Ihre dichte Behaarung und die Fähigkeit, ihre Flugmuskulatur aufzuwärmen, ermöglichen es ihnen, bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aktiv zu werden.

Deshalb sind Hummeln besonders wichtige Bestäuber im zeitigen Frühjahr und an kühleren Tagen.

Einige Pflanzen, beispielsweise Tomaten, profitieren von der sogenannten Vibrationsbestäubung: Hummeln versetzen die Blüte in Schwingung, wodurch Pollen freigesetzt wird.

Am Ende des Sommers sterben bei unseren heimischen Hummelarten die alten Königinnen, Arbeiterinnen und Männchen. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im nächsten Frühjahr neue Staaten.

2. Warum Bienen für den Kleingarten so wichtig sind

Hummel auf einer Apfelblüte

Bei der Suche nach Nektar und Pollen berühren Bienen die Staubgefäße der Blüten. Dabei bleibt Pollen an ihrem Körper haften und wird zur nächsten Blüte transportiert.

Gelangt dieser Pollen auf eine passende Narbe, kann eine Befruchtung stattfinden.

Die Bestäubung beeinflusst bei vielen Kulturpflanzen die Anzahl, Größe und Qualität der Früchte.

Besonders wichtig ist sie unter anderem bei:

Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen
Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren
Johannisbeeren und Stachelbeeren
Kürbissen, Zucchini und Gurken
zahlreichen Kräutern und Wildpflanzen

Nicht jede Pflanze ist auf Bienen angewiesen. Tomaten können sich beispielsweise selbst bestäuben, während Kürbisgewächse für eine gute Fruchtbildung häufig stark von Insektenbesuchen profitieren.

Je vielfältiger die Bestäubergemeinschaft, desto besser können unterschiedliche Pflanzen und Blütenformen erreicht werden.

Ein Garten, in dem Honigbienen, Hummeln und verschiedene Wildbienen vorkommen, unterstützt damit sowohl die kleingärtnerische Nutzung als auch die biologische Vielfalt.

3. Welche Bienen können wir im Kleingarten beobachten?

Die folgende Auswahl zeigt einige typische Vertreter. Die Flugzeiten sind ungefähre Angaben und hängen von Witterung, Region und Art ab.

Bienenart Typische Merkmale Flugzeit Besonderheit
Honigbiene Braun-gelblich, schlanker Körper Frühjahr bis Herbst Mehrjähriger Staat, Honigproduktion
Dunkle Erdhummel Gelbe Binden, weißes Hinterleibsende Februar/März bis Herbst Frühe Bestäuberin
Ackerhummel Rotbrauner Brustbereich März bis Oktober Häufig in Gärten
Rostrote Mauerbiene Rostrote Behaarung März bis Juni Nutzt vorhandene Hohlräume
Gehörnte Mauerbiene Dunkler Kopf, rötlicher Hinterleib Februar/März bis Mai Besonders früh aktiv
Blauschwarze Holzbiene Groß, schwarz, blauviolett schimmernde Flügel Frühjahr bis Herbst Nistet in geeignetem Totholz
Weiden-Sandbiene Braun behaart März bis Mai Auf Weidenpollen spezialisiert
Garten-Wollbiene Gelb-schwarze Zeichnung Juni bis September Sammelt Pflanzenhaare zum Nestbau
Glockenblumen-Scherenbiene Klein, dunkel Juni bis August Auf Glockenblumen spezialisiert
Blattschneiderbienen Häufig braun behaart Frühjahr bis Spätsommer Schneiden Blattstücke für Brutzellen

Rostrote Mauerbiene

Rostrote Mauerbiene auf einer Blüte

Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) ist eine häufige Bewohnerin naturnaher Gärten.

Sie nutzt vorhandene Hohlräume, beispielsweise alte Käfergänge, hohle Pflanzenstängel oder geeignete künstliche Nisthilfen.

Das Weibchen legt hintereinander mehrere Brutzellen an. Jede Zelle enthält einen Nahrungsvorrat und ein Ei. Die einzelnen Zellen werden durch Zwischenwände getrennt.

Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene auf einer Perlhyazinthe

Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) gehört zu den frühen Wildbienenarten.

Sie besucht unter anderem Obstbaumblüten und kann dadurch bereits im Frühjahr zur Bestäubung beitragen.

Ihr Name bezieht sich auf kleine hornartige Fortsätze am Kopf des Weibchens.

Blauschwarze Holzbiene

Rostrote Mauerbiene an einer Hibiskusblüte

Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) gehört zu den größten heimischen Bienen.

Mit ihrem schwarzen Körper und den metallisch blauviolett schimmernden Flügeln ist sie unverwechselbar.

Sie nagt Nistgänge in geeignetes, meist bereits geschädigtes oder abgestorbenes Holz. Deshalb können sonnige Totholzbereiche für diese Art wertvoll sein.

Weiden-Sandbiene

Weiden-Sandbiene an einer Weidenblüte

Die Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) sammelt Pollen an Weiden.

Sie benötigt gleichzeitig geeignete offene Bodenstellen für ihre Nester.

Dieses Beispiel zeigt, warum ein Nahrungsangebot allein nicht ausreicht: Fehlen die passenden Nistmöglichkeiten, kann sich die Art trotz blühender Weiden nicht dauerhaft ansiedeln.

4. Ein bienenfreundlicher Garten braucht Blüten vom Frühjahr bis zum Herbst

Bienengerechter Garten

Ein Garten kann im Mai voller Blüten sein und wenige Wochen später kaum noch Nahrung anbieten.

Für Bienen ist deshalb nicht nur die Menge der Blüten entscheidend, sondern auch ihre zeitliche Verteilung.

Besonders wertvoll ist ein möglichst durchgehendes Angebot von Nektar und Pollen.

Früh blühende Pflanzen helfen den ersten Hummelköniginnen und Wildbienen. Sommerblüher versorgen zahlreiche Arten während der Hauptflugzeit. Spätblüher unterstützen die letzten aktiven Insekten vor dem Winter.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfiehlt ausdrücklich eine Mischung aus früh-, mittel- und spätblühenden Pflanzen sowie gut zugängliche, offene Blüten.

Bundeslandwirtschaftsministerium - Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern

Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern

Geeignete Pflanzen für den Kleingarten

Pflanze Ungefähre Blütezeit Standort Bedeutung für Bienen
Salweide März–April Sonne bis Halbschatten Früher Pollen und Nektar
Krokus Februar–April Sonne bis Halbschatten Frühe Nahrung
Lungenkraut März–Mai Halbschatten Wertvoll für frühe Bestäuber
Obstbäume April–Mai Sonne Reiches Blütenangebot
Löwenzahn April–Oktober Sonne Nahrung über lange Zeit
Wiesensalbei Mai–Juli Sonne Besonders für langrüsselige Bienen
Glockenblumen Mai–September Je nach Art Nahrung für spezialisierte Wildbienen
Natternkopf Juni–September Sonne Sehr attraktiver Nektarspender
Lavendel Juni–August Sonne Häufig von Hummeln und Bienen besucht
Thymian Juni–September Sonne Blühendes Küchenkraut
Oregano Juli–September Sonne Reiches Nahrungsangebot
Dost Juli–September Sonne Heimische Wildform des Oreganos
Wilde Malve Juni–September Sonne Offene Blüten
Flockenblumen Juni–September Sonne Pollen und Nektar
Gewöhnlicher Efeu September–Oktober Halbschatten Späte Nahrung an älteren Pflanzen

Die Blütezeiten können sich durch Standort, Sorte, Witterung und Pflege verschieben. Nicht jede Pflanze ist für jede Wildbienenart gleichermaßen geeignet.

Heimische Wildpflanzen bevorzugen

Heimische Wildpflanzen für Insekten bevorzugen

Viele Wildbienen sind an heimische Pflanzen angepasst. Manche Arten sammeln Pollen nur an Pflanzen einer bestimmten Gattung oder Familie.

Ein Beispiel ist die Glockenblumen-Scherenbiene, deren Nachwuchs auf Pollen von Glockenblumen angewiesen ist.

Wer solche spezialisierten Arten unterstützen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf besonders auffällige Zierpflanzen setzen.

Eine Kombination aus heimischen Wildstauden, Obstgehölzen, blühenden Küchenkräutern und geeigneten Zierpflanzen kann im Kleingarten ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot schaffen.

Gefüllte Blüten – schön, aber nicht immer nützlich

Gefüllte Blüten – schön, aber nicht immer nützlich

Bei stark gefüllten Blüten wurden Staubgefäße häufig teilweise oder vollständig in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt.

Dadurch kann das Pollenangebot stark eingeschränkt sein. Manchmal ist auch der Zugang zum Nektar erschwert.

Ungefüllte oder nur schwach gefüllte Blüten sind deshalb für Bienen häufig besser geeignet.

Das bedeutet nicht, dass auf gefüllte Zierblumen vollständig verzichtet werden muss. Entscheidend ist, dass daneben ausreichend geeignete Nahrungspflanzen vorhanden sind.

5. Bienenfreundliche Kräuter – erst ernten, dann blühen lassen

Bienenfreundliche Kräuter – erst ernten, dann blühen lassen

Küchenkräuter verbinden die kleingärtnerische Nutzung mit dem Schutz von Bestäubern.

Viele Kräuter werden regelmäßig zurückgeschnitten, bevor sie zur Blüte kommen. Dadurch entfällt jedoch ein wertvolles Nahrungsangebot.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, nur einen Teil der Pflanzen zu ernten und andere Pflanzen blühen zu lassen.

Besonders geeignet sind Thymian, Salbei, Oregano, Bohnenkraut, Schnittlauch, Borretsch und Rosmarin.

Praxistipp: Mehrere Pflanzen derselben Kräuterart setzen und nur einen Teil regelmäßig abernten. Die übrigen Pflanzen dürfen blühen und werden anschließend zurückgeschnitten.

6. Nistplätze schaffen – wo Wildbienen ihren Nachwuchs aufziehen

Nistplätze schaffen – wo Wildbienen ihren Nachwuchs aufziehen

Viele Gartenbesitzer stellen ein Insektenhotel auf und gehen davon aus, damit ausreichend für Wildbienen getan zu haben.

Tatsächlich benötigen unterschiedliche Arten ganz verschiedene Nistplätze.

Ein großer Teil der heimischen nestbauenden Wildbienen legt seine Brutzellen im Boden an. Andere nutzen Pflanzenstängel, Totholz, vorhandene Hohlräume oder besondere Materialien.

Deshalb ist ein abwechslungsreicher Garten mit mehreren unterschiedlichen Kleinlebensräumen wertvoller als ein einzelnes großes Insektenhotel.

Quellen: NABU – Artenreicher Garten und Sandarium als PDF

NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V. – Sandbeet (Sandarium)

6.1 Offene Bodenstellen und Sandflächen

Viele Wildbienen graben ihre Nistgänge selbst in den Boden.

Offene Bodenstellen und Sandflächen für Insekten schaffen

Geeignet sind je nach Art beispielsweise sonnige, wenig bewachsene Bereiche mit Sand, Lehm oder lockerem Erdreich.

Solche Stellen entstehen unter anderem an Wegrändern, Böschungen und zwischen Steinen.

Ein kleines Sandarium kann zusätzliche Nistmöglichkeiten schaffen.

So lässt sich eine geeignete Fläche anlegen:

Einen sonnigen, möglichst trockenen und ungestörten Standort auswählen.
Eine ausreichend tiefe Mulde ausheben.
Geeignetes, strukturstabiles Sandmaterial einfüllen.
Eine leicht geneigte Oberfläche formen, damit Regenwasser ablaufen kann.
Die Fläche weitgehend offen und unbewachsen halten.
Blühpflanzen in unmittelbarer Umgebung anbieten.
Feiner Spielsand ist nicht immer geeignet, weil darin gegrabene Gänge zusammenfallen können.
Eine bereits besiedelte Bodenstelle sollte nicht umgegraben, verdichtet oder mit Mulch abgedeckt werden.

6.2 Totholz

Totholz – Lebensraum für Insekten

Abgestorbenes Holz bietet vielen Insekten Lebensraum.

Einige Wildbienen nutzen vorhandene Fraßgänge von Käfern, während Holzbienen ihre Nistgänge selbst in geeignetes Holz nagen.

Ein sonnig platzierter, ausreichend großer Stamm oder ein unbehandeltes Stück Totholz kann deshalb eine wertvolle Ergänzung sein.

Wichtig ist, besiedeltes Holz möglichst dauerhaft am Standort zu belassen.

6.3 Alte Pflanzenstängel

Nicht jeder abgestorbene Pflanzenstängel muss im Herbst entfernt werden.

Nicht jeder abgestorbene Pflanzenstängel muss im Herbst entfernt werden

Manche Wildbienen nutzen hohle oder markhaltige Stängel für ihre Brut.

Geeignet sind beispielsweise abgestorbene Triebe von Brombeeren, Himbeeren, Königskerzen oder bestimmten Disteln.

Die Stängel können über Winter stehen bleiben. Werden sie im Frühjahr abgeschnitten, sollten geeignete Stücke an einem geschützten Platz aufrecht befestigt werden.

Wichtig: Besiedelte Stängel nicht nach wenigen Wochen entsorgen. Die Entwicklung der darin lebenden Wildbienen kann bis ins folgende Jahr dauern.

7. Ein Insektenhotel richtig bauen und aufstellen

Ein gut gebautes Wildbienenhotel kann bestimmten Arten zusätzliche Nistplätze anbieten.

Ein Insektenhotel richtig bauen und aufstellen

Es ersetzt jedoch weder offene Bodenstellen noch Totholz oder ein vielfältiges Blütenangebot.

Geeignete Materialien

Unbehandeltes, gut abgelagertes Hartholz mit sauberen Bohrgängen
Hohle Pflanzenstängel, beispielsweise geeignete Bambus- oder Schilfröhrchen
Fachgerecht hergestellte Niststeine mit passenden Hohlräumen

Die Bohrgänge müssen glatt und frei von Splittern sein, damit die empfindlichen Flügel der Bienen nicht verletzt werden.

Bei Holzblöcken sollten Bohrungen möglichst quer zur Holzfaser in die Längsseite und nicht in die rissanfällige Stirnseite gesetzt werden.

Der richtige Standort

Das Insektenhotel sollte möglichst sonnig, trocken und windgeschützt angebracht werden.

Eine Ausrichtung nach Südost bis Südwest ist häufig geeignet. Ein Dachüberstand kann vor Schlagregen schützen.

Wichtig ist eine stabile Befestigung. Das Hotel sollte nicht ständig schaukeln.

Was nicht in ein Wildbienenhotel gehört

Was nicht in ein Wildbienenhotel gehört

Viele handelsübliche Insektenhotels enthalten große Fächer mit Tannenzapfen, Holzwolle oder Holzschnitzeln.

Diese Materialien schaffen für die typischen hohlraumnistenden Wildbienen keine geeigneten Brutzellen.

Auch ausgefranste Bohrlöcher, rissiges Holz oder durchsichtige Kunststoffröhren können problematisch sein.

Ein kleines, fachgerecht gebautes Wildbienenhotel ist sinnvoller als eine große, dekorative Konstruktion mit ungeeigneten Materialien.

Informationen vom NABU unter „Insektenhotels – gut gemacht statt gut gemeint“

NABU Groß-Gerau - Tipps für den Schutz von Wildbienen im Garten

8. Wasser für Bienen bereitstellen

Wasser für Bienen bereitstellen

Bienen benötigen Wasser.

Honigbienen nutzen es unter anderem zur Versorgung der Brut und zur Regulierung der Temperatur im Bienenstock.

An heißen Tagen suchen sie deshalb geeignete Wasserstellen auf.

Eine einfache Bienentränke lässt sich auch im Kleingarten einrichten.

Geeignet ist eine flache Schale mit Wasser, in der Kieselsteine oder andere sichere Landeflächen liegen.

Die Tiere müssen das Wasser erreichen können, ohne hineinzufallen.

Das Wasser sollte regelmäßig erneuert und die Schale gereinigt werden.

Ein halbschattiger, geschützter Standort verhindert, dass das Wasser zu schnell verdunstet oder sich stark erwärmt.

Auf Zuckerwasser oder Honig als regelmäßige Fütterung frei lebender Bienen sollte verzichtet werden. Ein naturnaher Garten bietet die benötigte Energie über geeignete Blütenpflanzen.

9. Pflanzen- und Bienenschutz

Pflanzenschutz und Bienenschutz

Ein bienenfreundlicher Kleingarten sollte möglichst ohne bienenschädliche Pflanzenschutzmittel bewirtschaftet werden.

Nicht jeder Blattlausbefall oder jede angefressene Pflanze muss sofort bekämpft werden.

Häufig helfen bereits vorbeugende Maßnahmen, geeignete Pflanzenstandorte und die Förderung natürlicher Gegenspieler.

Dazu gehören beispielsweise Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen.

Worauf besonders zu achten ist

Pflanzenschutzmittel dürfen im Haus- und Kleingarten nur verwendet werden, wenn sie für die nichtberufliche Anwendung und den konkreten Anwendungsbereich zugelassen sind.

Die Gebrauchsanleitung und sämtliche Anwendungsbestimmungen müssen eingehalten werden.

Besonders wichtig sind Hinweise zum Bienenschutz und zu blühenden Pflanzen.

Auch ein als nicht bienengefährlich eingestuftes Mittel darf nicht beliebig eingesetzt werden. Seine Zulassung und Anwendungsbestimmungen gelten weiterhin.

Bei der Anwendung sollten außerdem blühende Beikräuter und angrenzende Pflanzen berücksichtigt werden.

Quelle: Bundeslandwirtschaftsministerium – Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern

Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern

Was man vermeiden sollte

Insektizide vorsorglich ohne konkreten Bedarf ausbringen.
Blühende Pflanzen entgegen den Anwendungsbestimmungen behandeln.
Spritzmittel auf angrenzende Blüten abdriften lassen.
Unbekannte Hausmittel auf Pflanzen und Insekten anwenden.
Nester oder besiedelte Nisthilfen bei Gartenarbeiten zerstören.

Ein naturnaher Pflanzenschutz unterstützt nicht nur Bienen, sondern auch zahlreiche andere nützliche Insekten.

10. Sind Wildbienen gefährlich?

Sind Wildbienen gefährlich? Stechen sie?

Viele Menschen haben Angst vor Bienenstichen. Dabei verhalten sich die meisten Wildbienen gegenüber Menschen ausgesprochen friedlich.

Alleinlebende Wildbienen müssen keinen großen Staat und keine Honigvorräte verteidigen.

Sie stechen normalerweise nur, wenn sie unmittelbar bedrängt oder gequetscht werden. Bei manchen Arten ist ein Stich durch die menschliche Haut kaum möglich.

Hummeln sind ebenfalls überwiegend friedlich. Sie können sich allerdings verteidigen, wenn ihr Nest gestört oder ein Tier festgehalten wird.

Honigbienen verteidigen insbesondere ihren Bienenstock.

Verhalten bei Bienenkontakt

Wer eine Biene auf einer Blüte beobachtet, muss normalerweise nichts unternehmen.

Ruhige Bewegungen und ausreichend Abstand zu Nestern reichen meist aus.

Eine Biene sollte nicht mit den Fingern festgehalten werden.

Bei bekannter Insektengiftallergie sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Treten nach einem Stich Atemnot, Kreislaufprobleme oder andere Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auf, muss sofort medizinische Hilfe über 112 angefordert werden.

11. Ein Bienennest im Kleingarten – was tun?

Ein Bienennest im Kleingarten – was tun

Wer kleine Löcher im Boden entdeckt, aus denen regelmäßig Bienen ein- und ausfliegen, hat möglicherweise eine Ansiedlung bodennistender Wildbienen gefunden.

Solche Nistplätze sind kein Zeichen mangelnder Gartenpflege.

Viele Arten nutzen geeignete Flächen nur während einer begrenzten Flugzeit. Die Nachkommen entwickeln sich anschließend geschützt im Boden.

Eine besiedelte Stelle sollte möglichst nicht umgegraben, überschwemmt oder abgedeckt werden.

Auch ein besiedeltes Insektenhotel sollte nicht gereinigt oder an einen anderen Standort gebracht werden, solange sich Brut darin befindet.

Bei Unsicherheit kann eine örtliche Naturschutzorganisation oder die zuständige Naturschutzbehörde weiterhelfen.

12. Bienenhaltung im Kleingarten – ist das möglich?

Bienenhaltung im Kleingarten

Die Haltung von Honigbienen kann grundsätzlich auch in Kleingartenanlagen in Betracht kommen. Sie ist jedoch etwas anderes als die Förderung frei lebender Wildbienen.

Ein Bienenvolk benötigt fachkundige Betreuung, geeignete Standorte, regelmäßige Gesundheitskontrollen und ausreichend Nahrung.

Auch die Sicherheit und Interessen benachbarter Gartenpächter müssen berücksichtigt werden.

Ob Bienenstöcke in einer bestimmten Kleingartenanlage zulässig sind, hängt unter anderem von der Vereinssatzung, der Gartenordnung, dem Pachtverhältnis und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Eine geplante Bienenhaltung sollte deshalb vorab mit dem Vereinsvorstand abgestimmt werden.

Darüber hinaus bestehen für Bienenhaltungen gesetzliche Melde- und tierseuchenrechtliche Pflichten. Zuständig ist insbesondere die örtliche Veterinärbehörde.

Wichtig für den Kleingartenverein: Wildbienenschutz erfordert keine eigene Honigbienenhaltung. Blütenreiche Gärten, geeignete Nistplätze und ein schonender Umgang mit dem Lebensraum helfen den frei lebenden Bestäubern unmittelbar.

13. Bienenschutz im Jahresverlauf

Jede Jahreszeit bietet Möglichkeiten, Bienen im Kleingarten zu unterstützen.

Jede Jahreszeit bietet Möglichkeiten, Bienen im Kleingarten zu unterstützen
Zeitraum Was Bienen benötigen Was wir im Garten tun können
Januar–Februar Ungestörte Überwinterungsplätze Laub, Totholz und alte Stängel belassen
März–April Erste Pollen- und Nektarquellen Frühblüher und Weiden fördern
Mai–Juni Reichhaltige Nahrung und Nistplätze Obstblüten, Wildstauden und offene Bodenstellen erhalten
Juli–August Nahrung bei sommerlicher Trockenheit Kräuter blühen lassen, Wasser anbieten
September–Oktober Späte Nahrung und geschützte Entwicklungsplätze Spätblüher erhalten, besiedelte Stängel stehen lassen
November–Dezember Ungestörte Überwinterung Auf übermäßiges Aufräumen und Bodenbearbeitung verzichten
Frühjahr – die ersten Bienen unterstützen

Frühjahr – die ersten Bienen unterstützen

Bereits an milden Tagen können Hummelköniginnen und frühe Wildbienen unterwegs sein.

Sie benötigen geeignete Blüten, um Energie zu sammeln und ihre Fortpflanzung vorzubereiten.

Frühblühende Gehölze und Zwiebelpflanzen sind deshalb besonders wertvoll.

Sommer – ein reich gedeckter Tisch

Sommer – ein reich gedeckter Tisch

Im Sommer ist die Vielfalt der Bienen besonders gut zu beobachten.

Viele Arten sammeln intensiv Nahrung für ihre Nachkommen.

Blühende Kräuter, Wildstauden und ein möglichst abwechslungsreicher Garten bieten geeignete Nahrungsquellen.

Bei Trockenheit können Wasserstellen eine zusätzliche Unterstützung sein.

Auch im Herbst sind noch Bienen aktiv

Herbst – die letzten Blüten erhalten

Auch im Herbst sind noch Bienen aktiv.

Spätblühende Pflanzen wie Efeu und geeignete Astern können jetzt Nahrung anbieten.

Abgestorbene Stängel und andere mögliche Nistplätze sollten möglichst nicht entfernt werden.

Winter – weniger aufräumen, mehr Leben erhalten

Winter – weniger aufräumen, mehr Leben erhalten

Im Winter sind die meisten Wildbienen nicht als fliegende Insekten sichtbar.

Viele Arten überdauern die kalte Jahreszeit geschützt in ihren Brutzellen.

Hummelköniginnen nutzen geeignete Überwinterungsplätze im Boden oder in anderen geschützten Bereichen.

Wer den Garten im Herbst nicht vollständig abräumt, bewahrt damit wichtige Lebensräume.

14. Bienenfreundliche Gartengestaltung und kleingärtnerische Nutzung – kein Widerspruch

Bienenfreundliche Gartengestaltung und kleingärtnerische Nutzung – kein Widerspruch

Ein bienenfreundlicher Kleingarten muss nicht vollständig in eine Wildblumenwiese umgewandelt werden.

Die kleingärtnerische Nutzung und die Förderung von Bestäubern lassen sich gut miteinander verbinden.

Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsebeete gehören zur typischen Nutzung eines Kleingartens. Viele dieser Pflanzen profitieren unmittelbar von der Bestäubung durch Insekten.

Zusätzliche Blühpflanzen können entlang von Wegen, an Beeträndern oder in geeigneten Gartenbereichen wachsen.

Auch eine kleine Kräuterecke, eine offene Bodenstelle oder ein Stück Totholz können das Lebensraumangebot verbessern.

Ein naturnaher Kleingarten ist deshalb nicht zwangsläufig ein ungepflegter Garten. Er ist vielmehr so gestaltet, dass neben den Kulturpflanzen auch andere Lebewesen Platz finden.

Beispiel für einen bienenfreundlichen Kleingarten

Ein geeigneter Garten könnte folgende Bereiche miteinander verbinden:

Ein Beispiel für einen insektenfreundlichen Kleingarten

Dabei muss nicht jeder Garten sämtliche Elemente enthalten.

Auch mehrere benachbarte Kleingärten können gemeinsam ein vielfältiges Lebensraumangebot schaffen.

15. Häufige Irrtümer über Bienen

Behauptung Was tatsächlich gilt
„Alle Bienen produzieren Honig.“ Honig wird vor allem mit der Honigbiene verbunden. Die meisten Wildbienen legen keinen Honigvorrat an.
„Wildbienen leben in großen Völkern.“ Die meisten Wildbienen leben allein. Hummeln bilden Staaten.
„Ein Insektenhotel reicht aus.“ Nahrung, Bodenstellen, Totholz und weitere Lebensräume sind ebenfalls wichtig.
„Alle Bienen nutzen dieselben Blüten.“ Manche Arten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.
„Ein aufgeräumter Garten ist immer besser.“ Das vollständige Entfernen alter Stängel und abgestorbener Pflanzenteile kann Nistplätze zerstören.
„Bienen sind grundsätzlich aggressiv.“ Die meisten Wildbienen sind friedlich und stechen nur bei unmittelbarer Bedrängung.
„Mehr Honigbienenvölker bedeuten automatisch mehr Wildbienenschutz.“ Die Förderung von Wildbienen erfordert geeignete Nahrung und Lebensräume für ihre jeweiligen Arten.

16. Zehn einfache Maßnahmen für mehr Bienenschutz

Zehn einfache Maßnahmen für mehr Bienenschutz

Wer seinen Kleingarten bienenfreundlicher gestalten möchte, kann mit kleinen Veränderungen beginnen.

Checkliste für den eigenen Garten

Welche Maßnahmen sind bereits umgesetzt?

0 von 10 Maßnahmen

⃣ Vom Frühjahr bis zum Herbst blühende Pflanzen anbieten.

⃣ Heimische Wildpflanzen in die Gartengestaltung integrieren.

⃣ Küchenkräuter teilweise zur Blüte kommen lassen.

⃣ Ungefüllte Blüten bevorzugen.

⃣ Kleine offene Bodenstellen erhalten.

⃣ Abgestorbene Pflanzenstängel über Winter stehen lassen.

⃣ Totholz an geeigneten Stellen belassen.

⃣ Eine flache Wasserstelle anbieten.

⃣ Auf unnötige Pflanzenschutzmittel verzichten.

⃣ Besiedelte Nistplätze und Nisthilfen ungestört lassen.

Fazit: Jeder Kleingarten kann zum Bienenschutz beitragen

Jeder Kleingarten kann zum Bienenschutz beitragen

Bienen brauchen keine perfekt gestalteten Gärten. Sie benötigen Lebensräume, in denen sie Nahrung finden, ihren Nachwuchs aufziehen und ungestört überwintern können.

Ein blühender Obstbaum, einige Wildstauden, ein Kräuterbeet, eine offene Bodenstelle und ein paar stehen gelassene Pflanzenstängel können bereits wertvolle Beiträge leisten.

Besonders wichtig ist, die unterschiedlichen Ansprüche der Arten zu berücksichtigen. Nicht jede Biene nutzt dieselben Pflanzen oder Nistplätze.

Wenn wir unseren Kleingarten nicht nur als Anbaufläche, sondern auch als Lebensraum verstehen, profitieren davon die Bienen, unsere Kulturpflanzen und die gesamte Gartenwelt.

Quellen und weiterführende Informationen

Herausgeber Inhalt
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern
BUND Wildbienenarten in Deutschland
NABU Tipps für einen artenreichen Garten – PDF
NABU Groß-Gerau Insektenhotels – gut gemacht statt gut gemeint
NABU Wiesbaden Sandbeet / Sandarium
NABU Kreis Herford Wildbienen und Nisthilfen
Bundesamt für Naturschutz Arten und Artenschutz in Deutschland
Paul Westrich Wildbienen – Rote Listen